Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
Seite 13/41:

Robin Gibb

© Werner Roelen/dpa

Robin Gibb

"Eine Art Punk mit anderen Mitteln" hat die ZEIT genannt, was die Bee Gees in den Siebzigern taten, einen "Aufstand des Synthetischen": in engen Kunstsatinpellen im Falsett zu Discokugelglitzern vom Saturday Night Fever hauchen. Die Gibb-Brüder waren Kinder eines erfolgsarmen Musikers und traten schon im Grundschulalter in Manchester auf, bevor die Familie nach Australien emigrierte, auch, weil Robin Gibb zum Zündeln neigte und immer wieder Ärger bekam. Dort begann die Achterbahn-Karriere der drei Brüder (Nesthäkchen Andy war als Solist unterwegs) mit Everly-Brothers-geschultem Harmoniegesang. Robin, 1949 auf der Isle of Man geboren, war der Klassenclown, der Kasper und Komiker der Truppe, aber auch ein Melancholiker. Der Kampf gegen den Krebs, der Ende 2011 bei ihm diagnostiziert wurde, zehrte ihn völlig aus. Mit seinem Sohn komponierte er kurz vor seinem Tod ein klassizistisches Requiem zum 100. Jahrestag des Titanic-Untergangs. Die Premiere erlebte er nicht mehr: Robin Gibb starb am 20. Mai 2012 mit 62 Jahren in London.

Verlagsangebot

Entdecken Sie mehr.

Lernen Sie DIE ZEIT 4 Wochen lang im Digital-Paket zum Probepreis kennen.

Hier testen

Kommentare

27 Kommentare Seite 1 von 6 Kommentieren

Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.