Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Jitzchak Schamir

© Yaacov Saar/GPO/Reuters

Kaum ein Name steht so sehr für Kompromisslosigkeit und Konfrontation im Nahostkonflikt wie Jitzchak Schamir. Der ehemalige Premier Israels war bekannt für Sätze wie: "Ich will die Araber einfach nicht, die Juden wollen die Araber nicht." Geboren wurde er 1915 im heutigen Weißrussland, wanderte aber schon im Alter von 20 Jahren nach Palästina aus und kämpfte gegen die dortigen britischen Machthaber. Nach der Gründung Israels arbeitete Schamir 20 Jahre lang als Agent für den Geheimdienst Mossad, bevor er 1970 in die Politik ging. Als Hardliner der Likud-Partei wurde er Außenminister und 1983 erstmals Ministerpräsident. Er schlug den ersten Palästinenser-Aufstand (Intifada) mit harter Hand nieder und baute unbeirrt immer neue, umstrittene israelische Siedlungen im Westjordanland. An Friedensgesprächen nahm Schamir überhaupt nur nach massivem Drängen der USA teil. Er starb 92-jährig am 30. Juni in Tel Aviv.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.