Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Silvia Seidel

Silvia Seidel

Sie blieb für immer Anna, das Mädchen in Tutu und Ballettschuhen. In der ZDF-Serie von 1987 und dem folgenden Kinofilm spielte die damals 17-jährige Silvia Seidel eine Ballerina, die einer Wirbelverletzung trotzt. Scharenweise rannten junge Mädchen in die Ballettschulen. Auch in einem US-Film namens Ballerina spielte sie 1989 mit, doch der Erfolg verebbte rasch. "Ich habe mein Leben damit verbracht, unberühmt zu werden", sagte sie über sich selbst. Seidel schlug sich in Boulevardkomödien und mit kleinen Film- und Fernsehrollen – Sturm der Liebe, Forsthaus Falkenau, SOKO Leipzig – sowie im Volkstheater mehr schlecht als recht durch, war oft arbeitslos. 1992 nahm ihre Mutter, an Depressionen erkrankt, sich das Leben; die Boulevardpresse beschuldigte Silvia Seidel, sie habe ihre Mutter im Stich gelassen. Davon, heißt es, habe sie sich nie wieder erholt. Sie wurde am 4. August 2012 tot in ihrer Münchener Wohnung gefunden, mit 42 Jahren. Neben ihr lag ein Abschiedsbrief.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.