Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Anna Piaggi

© Joel Ryan/AP/dapd

Anna Piaggi

Was genau war Anna Piaggi? Modejournalistin? Ha! Viel zu blass für diese Frau, deren persönliches Archiv, 2006 im Londoner Victoria and Albert Museum ausgestellt, 2865 Modelle aus der Geschichte der Mode, 265 Paar Schuhe und 932 Hüte umfasste, die Bergwacht-Jacken zu Zwanziger-Jahre-Pumps trug oder Frack zum Minirock, all das unter immer neuen bizarren Hüten. Die 1931 geborene Mailänder Tochter aus gutem Hause, die sechs Sprachen beherrschte, begann als Übersetzerin, bevor sie erst in die Moderedaktion der Zeitschrift Ariadne und dann zur italienischen Vogue wechselte. Noch in den letzten zwei Jahrzehnten ihres Lebens – sie wurde 81 – collagierte sie regelmäßig für die Vogue eine Doppelseite zu aktuellen Modethemen. Für eine gewöhnliche Journalistin fehlte ihr auch die Distanz zu den Modemachern, über die sie schrieb; sie gehörte zur Entourage unter anderem von Karl Lagerfeld. Ihr eigener, mehr als exzentrischer Stil inspirierte die Couturiers. Sie starb am 7. August 2012 mit 81 Jahren.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.