Er war der Mann, der die Zahlen für Josef Ackermann lieferte, den ehemaligen Chef der Deutschen Bank. Doch er war auch das: Ein streitbarer Ökonom, ein brillanter Analytiker und einer seiner Zunft, der das offene Wort nicht scheute. Von 1990 bis 2009 war er der Chefdenker und Chefökonom der Deutschen Bank,  der Mann im Konzern also, der die großen ökonomischen Trends vorhersagte. Oft sollte er Recht behalten  - selbst mit seiner für die damalige Zeit gewagten Prognose, die deutsche Wirtschaft werde im Krisenjahr 2009 um fünf Prozent schrumpfen. Das brachte ihm Kritik aus der Politik, der er trotzte. Später gab er zu Protokoll, er sei „stolz“ auf seine Prognose gewesen, auch weil er dem Gegenwind aus der Politik und der Wirtschaft Stand gehalten habe. Walter starb Ende August im Alter von 67 Jahren.