Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Herbert Rosendorfer

© Miguel Villagran/Getty Images

Herbert Rosendorfer

Otto Jägermeier ist tot. So hieß der fiktive Komponist, den Herbert Rosendorfer erfand und der in manchen Musiklexika steht wie die Steinlaus im Pschyrembel. Der 1934 in Bozen geborene Rosendorfer studierte zwar erst Bühnenbildnerei, wechselte aber dann zu Jura: "Ich wollte doch etwas Solides machen und habe es nie bereut", sagte er einmal. 1967 wurde er Richter, schrieb nebenher satirisch gefärbte Werke über diese Welt wie Ballmanns Leiden oder Lehrbuch für Konkursrecht und Die Donnerstage des Oberstaatsanwalts. Bekannt wurde er 1969 mit dem Roman Der Ruinenbaumeister, sein größter Erfolg war der Beststeller Briefe in die chinesische Vergangenheit (1983). Rosendorfer schrieb fantastische Romane und Erzählungen, aber auch Theaterstücke, Abhandlungen zur Musik und Reiseführer. "Ich könnte gar nicht anders als weiterzuschreiben", sagte Rosendorfer an seinem 75. Geburtstag. Am 20. September 2012 starb er im Alter von 78 Jahren nach langer Krankheit in seinem Geburtsort in Südtirol.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.