Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Dirk Bach

© Timur Emek/dapd

Dirk Bach

Bis zu seinem Tod kannten viele Dirk Bach nur als die dicke Ulknudel aus dem Dschungelcamp, als schrill-schwulen Comedian und als Improvisationskomiker aus der Schillerstraße. Dass der 1961 geborene Kölner aus der freien Theaterszene kam, bei den Nibelungen-Festspielen in Worms mitspielte und Kafka-Hörbücher einsprach, erfuhren viele erst aus den Nachrufen. Für die Erwachsenenwelt sei er "einfach zu verspielt", sagte er einmal von sich, und fühlte sich doch in düstere Rollen ein wie den Konzentrationslager-Erhardt in einer Bühnenfassung von Ernst Lubitschs Sein oder Nichtsein ein. In der Schule war er dreimal sitzengeblieben, eine Schauspielschule hatte er nie besucht. Der Mann, den Weggefährten wie Hape Kerkeling, Hella von Sinnen oder Alfred Biolek "Dicki" nannten, sammelte Plüschtiere, engagierte sich für Tierrechte, gegen Aids und die Diskriminierung Homosexueller. Der kleine Mann mit dem großen Herzen starb am 1. Oktober 2012 mit 51 Jahren in Berlin.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.