© Isabel Schiffler/dpa

Nils Koppruch

Es gibt wenige wirklich gute deutschsprachige Singer-Songwriter. Seit diesem Jahr gibt es einen weniger. Nils Koppruch bastelte aus Liedermacherei und Deutsch-Pop mit Punk-Attitüde seinen eigenen, lakonischen bis zynischen, oft hochpoetischen Stil, der sich zum herkömmlichen Indiefolk etwa so verhielt wie Johnny Cashs Outlaw-Country zum Nashville-Mainstream. Groß abgeräumt hat er damit weder als Sänger der Hamburger Band Fink noch in der Solokarriere danach. Wenn man sie denn Karriere nennen mag: Koppruch blieb ein Geheimtipp, wenn auch ein heiß gehandelter. Seinen Lebensunterhalt verdiente das Mittelschichtkind, Jahrgang 1965, hauptsächlich mit wilden, dadaesken Art-Brut-Gemälden und als Betreiber von Ausstellungsräumen. Zuletzt nahm er ein Album zusammen mit dem jüngeren Gisbert zu Knyphausen auf, unter dem Bandnamen Kid Kopphausen, und bekam gute Kritiken dafür. Am 10. Oktober 2012 ist Koppruch, nach Angaben seiner Plattenfirma, "friedlich eingeschlafen"; er wurde nur 46 Jahre alt.