Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Harry Valérien

Damals, vor 30, 40 Jahren abends im ZDF, als das Aktuelle Sportstudio richtig gut, richtig relevant war, das war seine Zeit. Harry Valérien: Mitbegründer und Moderator des Sportstudios. Selbst der unsportlichste Zuschauer kam bei Valérien auf seine Kosten. Auf populäre, nie populistische Weise prägte Valérien über Jahrzehnte den Sportjournalismus im deutschen Fernsehen. Begonnen hatte diese Karriere nach dem Zweiten Weltkrieg und der Freilassung aus US-amerikanischer Gefangenschaft mit einer Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule, es folgte Arbeit beim Münchner Merkur und seit 1949, unterstützt von Robert Lemke, ein Reporterjob beim Bayerischen Rundfunk. Dann der Ruf des ZDF. 283 Mal führte Valérien durch das Aktuelle Sportstudio, von 1963 bis 1988. Neugierig, charmant, meistens im bunten Wollpullover – so begeisterte Valérien Zuschauer und Gäste. Er erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise, darunter den Bambi und die Goldene Kamera sowie 2004 den Ehrenpreis beim Bayerischen Fernsehpreis.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.