Wolfgang Menge

Als Wolfgang Menge in den 1950er Jahren anfing, Fernsehen zu machen, war das Medium noch jung und offen für alles – sogar für Anspruch. Was einmal daraus werden könnte, beschrieb er als Drehbuchautor 1970, als er in Das Millionenspiel für eine fiktive Fernsehshow einen Kandidaten von Auftragskillern hetzen ließ. In Smog schilderte er 1973 eine Umweltkatastrophe. Aber der Sohn eines Studienrates benutzte gar nicht so oft den pädagogischen Zeigefinger, um seine Inhalte an die Zuschauer zu bringen. Der erste Erfolg des 1924 in Berlin geborenen Menge war die Krimiserie Stahlnetz, etliche Tatorte folgten. Am nachhaltigsten bleibt "Ekel Alfred" Tetzlaff in Erinnerung, der Spießer, der sich in den sechziger und siebziger Jahren durch die Familienserie Ein Herz und eine Seele schnodderte. In der Talkshow 3 nach 9, einer der ersten im deutschen Fernsehen, moderierte Menge auch. Manchmal nahm er dafür sogar die Pfeife aus dem Mund. Menge wurde 88 Jahre alt, er starb am 17. Oktober 2012 in Berlin.