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Er war beliebt und wurde vom Volk verehrt: Norodom Sihanouk war mit Unterbrechungen bis 2004 König von Kambodscha. Zuletzt in einer weitgehend zeremoniellen Rolle, hatte der multi-interessierte Monarch zuvor auch politisch gewirkt und war dabei äußerst flexibel – manche nannten ihn auch wetterwendisch. 1941 wurde er im Alter von 19 Jahren König, seinerzeit noch unter französischer Kolonialherrschaft. Sihanouk trat für die Unabhängigkeit ein, was 1953 auch gelang: Nach ihrer Niederlage im Indochinakrieg verließen die Franzosen Kambodscha. Zwei Jahre später verzichtete Sihanouk auf den Thron und ließ sich zum politischen Oberhaupt erklären. Im Kalten Krieg versuchte er sein Land neutral zu halten und pflegte Beziehungen zu den USA wie zu China, im Vietnamkrieg war er mal auf Seiten der Amerikaner, mal auf jener der Vietnamesen. 1970 wurde er abgesetzt und ging nach Peking. Unter Pol Pot war er kurz Staatsoberhaupt, bis ihn die Roten Khmer unter Arrest stellten und mehrere seiner Kinder und Enkel ermordeten. 1979 ging Sihanouk ins Exil nach China. 1991 kehrte er nach Kambodscha zurück und ließ sich wieder als König einsetzen. Sein Ziel war es, Stabilität in seinem Land zu schaffen – sein Vermächtnis blieb zwiespältig. Der 1922 in Phnom Penh geborene Sihanouk starb am 15. Oktober in Peking.