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Hunderttausende säumten im indischen Mumbai die Straßen, über zwei Millionen Menschen nahmen an der Verbrennung seines Leichnams teil, 50.000 Polizisten mussten seinen Abschied sichern: Bal Thackeray war ein radikaler Hindu-Nationalist und ein Scharfmacher gegen alles vermeintlich Fremde. Er hetzte gegen die Muslime des Landes – immerhin 135,5 Millionen Inder – und auch Christen kamen bei ihm nicht gut weg. ZEIT-Korrespondentin Gabriele Venzky erlebte 1998 einen "äußerst kultivierten Mann mit so guten Manieren wie selten in Indien", der ihr unverblümt mitteilte: "Indien braucht eine Diktatur. Ich bin ein großer Bewunderer von Ihrem Hitler." 1966 gründete Thackeray die nationalistische Hindu-Partei Shiv Sena, die gewalttätig gegen politische Konkurrenten vorgeht und seit 16 Jahren die Finanzmetropole Mumbai regiert. Anfang der neunziger Jahre hetzten er und seine Partei wegen eines Tempels gegen Muslime, viele Hunderte kamen ums Leben. Thackeray wurde dafür nie belangt – im Gegenteil: Als er starb kam selbst von Regierungschef Manmohan Singh eine Würdigung. Er wurde 86 Jahre alt.