RückblickDie Toten des Jahres 2012
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Ivan Nagel

Ivan Nagel

Das Leben Ivan Nagels ist eng verwoben mit der europäischen Geschichte: 1931 in Budapest geboren, überlebte der ungarische Jude den Holocaust. Nach dem Krieg floh er vor den Kommunisten erst in die Schweiz, dann nach Paris und schließlich nach Deutschland. In Frankfurt an Adorno geschult, etablierte er sich in den 1960er Jahren als Theaterrezensent und Dramaturg, eine Aufgabe, die er sehr ernst nahm: "Jeder Aufführung ist aufgetragen, dass in unserem Kopf und Herzen etwas Unwiederbringliches geschieht“, sagte er einmal. Er wurde Intendant in Hamburg und Stuttgart. Seine wichtigste Rolle war die des Nachdenkenden über das Theater, auch das Musiktheater – sein Buch über Mozarts Opern gehört zu seinen erfolgreichsten. Mit Werken wie Das Falschwörterbuch oder Streitschriften wirkte er bis in das politische Feuilleton hinein. Vor seinem Tod mit 81 Jahren bekannte sich Nagel zu seiner Homosexualität: "Dieses Rätsel will ich leben. Ich stehe dazu, ich zu sein.“ Er starb am 10. April 2012 in Berlin.

Leserkommentare
  1. Josef Škvorecký

    • Millen2
    • 20. Dezember 2012 17:33 Uhr
  2. Was ist das für ein Titel?! "Die toten des Jahres" Wie wenn es ein Ranking für das Ausscheiden aus dem Leben geben würde. Die deutsche Sprache bietet unzählige schönere Formen diesen Inhalt zu betiteln.

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    Nur Erinnerung. Und ich denke, jeder Mensch hat seine eigene Erinnerung an einen Menschen, der in diesem Jahr gestorben ist.
    Fuer mich persoenlich waren unter den allgemein bekannten Persoenlichkeiten drei Schriftsteller, deren Buecher ich gerne gelesen habe.

    • uwilein
    • 20. Dezember 2012 19:51 Uhr

    Wie immer darf das Wort Tod nicht vorkommen im Leben?

  3. Jonathan Douglas „Jon“ Lord

    http://www.youtube.com/wa...
    (Der Clip ist (evtl. nur für mich ;-) historisch bedeutsam, weil der hier um die Ecke in einem Steinbruch gedreht wurde.)

  4. Nur Erinnerung. Und ich denke, jeder Mensch hat seine eigene Erinnerung an einen Menschen, der in diesem Jahr gestorben ist.
    Fuer mich persoenlich waren unter den allgemein bekannten Persoenlichkeiten drei Schriftsteller, deren Buecher ich gerne gelesen habe.

  5. Arthel Lane „Doc“ Watson, der ist auch gestorben dieses Jahr.

    http://www.youtube.com/wa...

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Nils Koppruch | Norodom Sihanouk | Wolfgang Menge | FC Augsburg | USA | Drehbuch
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