Rückblick : Die Toten des Jahres 2012
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Adam Yauch

© Bryan Bedder/Getty Images

Adams Yauch

Turnschuhe und guter Wein, graue Haare und Nerd-Rap: Adam Yauch war das Mastermind der Beastie Boys, die in den Achtzigern als weiße Mittelschichtteenager den Rap gekapert und nicht mehr hergegeben hatten. Der 1964 geborene Sohn eines jüdischen Architekten und einer katholischen Sozialarbeiterin fing mit Hardcore-Punk an, der niemanden interessierte – bis DJ-Kumpel Rick Rubin die Beastie Boys zum Chaoten-Rap-Trio umstylte. Dass die Party-Hiphopper zu Jazz-Rap-Pionieren und Retro-Futuristen reiften, dürfte ebenso zu einem großen Teil Yauchs Verdienst sein wie der unternehmerische Erfolg samt eigener Streetwear-Marke. Der Buddhist organisierte Konzerte für die Freiheit Tibets, lernte seine Ehefrau während einer Ansprache des Dalai Lama kennen und distanzierte sich von frauenfeindlichen und homophoben Sprüchen der Band-Frühzeit. Als "Nathanial Hörnblowér“ drehte "MCA“, wie er in der Band hieß, auch die Videos der Boys. Yauch starb am 4. Mai 2012 mit 47 Jahren in New York an Krebs.

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Kommentare

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Das Wort "Tod"

...darf natürlich vorkommen und ist fester Teil des Lebens. Nur die Analogie zu "Den besten Alben des Jahres" und hunderten anderen Rankings zum Jahresende ist vollkommen unangebracht. Menschen selbst nach dem Tod noch in kollektiv determinierte Rankings zu ordnen ist unangebracht. Ein respektvoller Nachruf ist schlicht und einfach keine Bestenliste.

Auch aus diesem Grund sind Gedenktafeln alphabetisch sortiert und Nachrufe einer Person gewidmet.