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Maurice Sendak

Die "wilden Kerle“ machten Maurice Sendak unsterblich: Das sparsam betextete Bilderbuch Wo die wilden Kerle wohnen über Max, der hungrig ins Bett geschickt und auf einer Trauminsel zum Herrscher über die einheimischen Monster wird, ist eines der beliebtesten Werke der Kinderliteratur. Erwachsene hatten 1963, bei seinem Erscheinen, allerdings noch Mühe zu verstehen, dass die gruseligen Figuren der kindlichen Psyche nicht etwa schadeten, sondern auf die Sprünge halfen. Der 1928 geborene Sendak lebte 50 Jahre lang mit einem Psychoanalytiker zusammen; er verheimlichte seine Homosexualität bis wenige Jahre vor seinem Tod. Zeichner und Illustrator wollte er schon als Kind werden, erfüllte sich seinen Traum auf dem Umweg über einen Job als Dekorateur in einem Spielzeugladen und Abendkurse. Sein letztes Buch, Brundibar, war eine Adaption der gleichnamigen Kinderoper aus dem Konzentrationslager Theresienstadt. Er starb am 8. Mai 2012 in Danbury, Connecticut, mit 83 Jahren nach einem Schlaganfall.