Günther Kaufmann

Sein größter Film war sein eigenes Leben: Günther Kaufmann wurde 2002 zu 15 Jahren Haft wegen Mordes verurteilt, weil er seine krebskranke Ehefrau durch Falschaussagen schützen wollte. Sie hatte vermutlich die wahren Mörder angestiftet, um einen Mitwisser in einem Betrugsplan loszuwerden. Nach ihrem Tod widerrief Kaufmann seine Aussage und kam frei. Der 1947 geborene Sohn einer Bayerin und eines US-Besatzungssoldaten überschrieb seine Autobiografie Der weiße Neger vom Hasenbergl nach dem Münchner Problemstadtteil, in dem er aufwuchs. In den siebziger und achtziger Jahren spielte er in 16 Filmen von Rainer Werner Fassbinder, darunter Berlin Alexanderplatz, Die Ehe der Maria Braun und Querelle. In den neunziger Jahren folgten Rollen in TV-Serien wie Derrick und Der Alte, sowie Auftritte auf Theater- und Musicalbühnen. 2009 landete Kaufmann im Dschungelcamp. Sein Leben sollte 2013 verfilmt werden, mit ihm selbst in der Hauptrolle, doch Kaufmann starb am 10. Mai 2012 in Berlin mit 64 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts.