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Carlos Fuentes

Geschichte und Moral, Revolution und Verrat: Carlos Fuentes arbeitete sich in stilistischer Brillanz an den großen Themen seiner lateinamerikanischen Heimat ab. Für den Literaturnobelpreis wurde der 1938 geborene Mexikaner zwar immer wieder gehandelt, doch anders als Octavio Paz und Gabriel García Márquez, die wie er von Lateinamerika aus die spanische Literatur prägten, bekam er ihn nie. "Ich glaube", sagte er einmal, "meine Generation wurde mit ausgezeichnet, als García Márquez 1982 den Preis erhielt." Der Diplomatensohn reiste viel, konnte als Botschafter in Paris und Hochschullehrer in den USA sein Land auch von außen betrachten. Dennoch schilderte er immer wieder den mexikanischen Alltag. Neben Romanen wie Landschaft im klaren Licht, Die gläserne Grenze, Terra nostra oder Nichts als das Leben verfasste der "Marxist im Smoking" auch Sachbücher und Theaterstücke. Er starb 83-jährig am 15. Mai 2012 in Mexiko-Stadt.