Amoklauf in Newtown : Täter drang gewaltsam in Schule ein

Die Polizei fahndet nach den Motiven des Amokläufers. Offenbar hatte er eine Auseinandersetzung mit Angestellten der Schule. Zudem habe er versucht, eine Waffe zu kaufen.
Die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown © Mario Tama/Getty Images

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten hat die Suche nach den Hintergründen der Tat begonnen. Die Polizei sagte, die Ermittler hätten bei einer Durchsuchung des Wohnhauses des 20-jährigen Schützen sehr wichtige Hinweise auf den Hergang der Tat und das Motiv gesichert. Die Durchsuchung habe "gute Beweise" erbracht, sagte der Sprecher der Polizei im Bundesstaat Connecticut , Paul Vance.

Am Donnerstag, das melden NBC und CNN unter Berufung auf Ermittler, soll es an der Schule einen heftigen Streit zwischen Lanza und vier Schulangestellten gegeben haben. Drei der vier Angestellten sind demnach unter den Todesopfern. Die vierte Person war am Tag des Attentats nicht an der Schule und wird derzeit von der Polizei befragt. CNN meldet zudem, die Auseinandersetzung habe offensichtlich damit zu tun gehabt, dass der Täter sich Zugang zur Schule habe verschaffen wollen.

Die Polizei korrigierte inzwischen, wie der Attentäter in die Schule eingedrungen ist. Zunächst hieß es, die Schulleiterin Dawn Hochsprung habe ihm die Tür geöffnet. Sie habe ihn, den Sohn einer Kollegin, auf der Überwachungskamera erkannt. Die Polizei sagte jetzt, der Täter habe sich den Zugang "erzwungen".

Viele US-Medien hatten berichtet, die Mutter des Täters sei Lehrerin an der betroffenen Grundschule gewesen. Dem Sender ABC zufolge steht sie aber nach Angaben des Schulbezirks Newtown nicht auf der Liste des Lehrpersonals. Das schließe aber nicht aus, dass sie Ersatzlehrerin gewesen sei.

Täter wollte sich eigene Waffe kaufen

Am Dienstag, drei Tage vor dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, versuchte der Täter offenbar, sich in einem Laden in Connecticut eine eigene Waffe zu besorgen, meldete CNN unter Berufung auf Vertreter der Bundesbehörden . In Danbury in Connecticut sei er in den Laden Dick's Sporting Goods gegangen, dort habe er aber die gewünschte Waffe nicht sofort bekommen. Er habe zudem die erforderliche Personenüberprüfung abgelehnt und nicht die Frist abwarten wollen.

Für das Attentat nutzte er dann Pistolen, die auf seine Mutter Nancy angemeldet waren: darunter eine Glock 9 Millimeter und eine Sig Sauer. In der Schule wurden nicht zwei, sondern drei Waffen bei der Leiche des Attentäters entdeckt, bestätigte die Polizei inzwischen. Darunter war auch ein Sturmgewehr.

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Kommentare

86 Kommentare Seite 1 von 5 Kommentieren

Amerika wird herausfinden, was ihnen wichtiger ist.

Und ich fürchte, es werden die Waffen sein. Man sieht es ja, welche 'Abhilfen' angepriesen werden, nur um zu jedem Preis schärfere Gesetze zu umgehen. Bewaffnete und trainierte Lehrer in den Schulen (...klar, ein Problem bekämpft man natürlich an dem Symptomen ganz am Ende der Kette und niemals an der Ursache). Oder mehr Gottesfurcht in der Gesellschaft (...klar hilft das, deswegen braucht man ja auch Gesetze gegen Abtreibung, nicht aber gegen Kriegswaffen im freien Verkauf).

Siehe auch: "Why We Let the School Shootings Continue":
http://www.nytimes.com/20...

Zitat: "I came to realize that, in essence, this is the way we in America want things to be. We want our freedom, and we want our firearms, and if we have to endure the occasional school shooting, so be it. A terrible shame, but hey — didn’t some guy in China just do the same thing with a knife?"

Ich fürchte es werden die Waffen bleiben

Was ich persönlich ablehne, da in einem Rechtsstaat (staatliches Gewaltmonopol) eigentlich keine Notwendigkeit für eine bewaffnete Bevölkerung gegeben ist. Ich glaube auch nicht, dass John Locke dies im Sinn hatte als er der Bevölkerung ein Recht auf Widerstand eingeräumt hat. Nun gut dies ist amerikanische Politik und ("Kultur"), was aber erschreckender ist, ist doch die Tatsache, dass Amokläufe an Schulen nicht mehr ein ausschließlich amerikanisches Phänomen sind. Selbst in Deutschland mit seinem vergleichsweise restriktiven Waffengesetzen kam es dazu. Die Täter sind fast immer männlich, von der Gesellschaft nicht in dem Maße akzeptiert, wie sie es wünschen und Außenseiter. Vielleicht sollte man anfangen zu fragen, wie es kommt, dass in unserer Gesellschaft in erhöhtem Maße heranwachsende Männer die Erwartungen nicht erfüllen können, sich selbst aufgeben und den Amoklauf als Ultima Ratio wählen.

.......

jaja das staatliche Gewaltmonopol....

Das Gewaltmonopol bedeutet nur das der Staat der einzige ist der Gewalt anwenden darf bzw. ihre Anwendung legitimieren darf, das Gewaltmonopol ist KEIN Waffenmonopol und sagt über den Waffenbesitz gar nichts aus.

Ein Blick nach China offenbart übrigens das Amokläufe (mit ZIG Toten) nicht zwangsläufig Schusswaffen brauchen sondern auch Küchenmesser reichen....

Super Logik...

... die so auch nur in einer amerikanischen Zeitung stehen kann.

Dann frage ich mich, wieso man an allen möglichen internationalen Flughäfen und sogar schon vor der Einreise in die USA alle möglichen Sicherheitschecks über sich ergehen lassen muss!?

Die kann man sich dann ja theoretisch auch sparen, wenn man dieser Logik folgt...

Amerika lernt es einfach nicht! Was bitte ist eine Freiheit wert, die man sich mit Kugeln erkauft und mit der ständigen Furcht einhergeht, dass man jeden Augenblick vollkommen grundlos über den Haufen geschossen werden könnte?!?

was soll das bitte beweisen?

die Zeitung aus der Sie zitieren gehört zu denen, die man ruhig als reaktionär und als Revolverblatt bezeichnen. Um zu demonstrieren zu welcher Sorte von Publikationen es gehört s. bitte hier

http://www.nydailynews.com/

Hier ein Auszug aus einem Artikel der New York Times, die sich an Fakten hält, die für sich sprechen:

Children ages 5 to 14 in America are 13 times as likely to be murdered with guns as children in other industrialized countries, according to David Hemenway, a public health specialist at Harvard who has written an excellent book on gun violence.

More Americans die in gun homicides and suicides in six months than have died in the last 25 years in every terrorist attack and the wars in Afghanistan and Iraq combined.

Look, I grew up on an Oregon farm where guns were a part of life; and my dad gave me a .22 rifle for my 12th birthday. I understand: shooting is fun! But so is driving, and we accept that we must wear seat belts, use headlights at night, and fill out forms to buy a car. Why can’t we be equally adult about regulating guns?

http://www.nytimes.com/20...

Keine Enttäuschung

Zu den Angriffen auf Schulen in China:

"The spate of attacks left at least 21 dead and some 90 injured"

Das hat der guter Herr Lanza in einer halben Stunde geschafft. Und warum? Weil er ein wesentlich effizienteres Mordinstrument genutzt hat.

Und zu dem ersten Link: Schauen Sie sich das doch mal genauer an. Die Liste beweist nur, dass man es mit Messern etc. schwerer hat eine große Menge Leute zu töten als mit einer Schusswaffe.

Staatliches Gewaltmonopol?

Sehr richtig sagt ein Forist, dass ein staatliches Gewaltmonopol und das Verbot von Waffen in Privatbesitz NICHT zwei Seiten EINER Medaille sind. Sinnigerweise sind sie es gerade in den Gesellschaftsordnungen, die sich kaum einer der Foristen, der der "Entwaffnung" der Bevölkerung mit Verve das Wort redet, vor die Wahl gestellt, wünschen würde: in Diktaturen und autoritären Regimen. Dort ist der Verbot des Privatbesitzes von Schusswaffen Produkt des Misstrauens zwischen Regierung und Bevölkerung. Ein staatliches Gewaltmonopol, wie es in Demokratien besteht, setzt eine Vertrauensbasis zwischen Wählern und Gewählten voraus, die es auch gestattet, dem Bürger den Waffenbesitz zu erlauben, z.B. zu sportlichen Zwecken oder zur Jagd - nicht zur Auslebung eines "Kohlhaas"-Reflexes. Das daran strenge Bedingungen geknüpft sind (nicht jedoch politisch motivierte Einschränkungen als Vorstufe zu einem Totalverbot), widerspricht nicht demokratischen Gepflogenheiten.
Ich kann mir nicht helfen, Menschen, die ohne Ansehen der Person und ohne Ansehen des Zweckes, für den Schusswaffen gebraucht werden, JEDEM den privaten Besitz solcher Waffen kategorisch verbieten wollen, weisen meiner Meinung nach die Merkmale des "autoritären Charakters" auf. Daran ändern auch solche tragischen Ereignisse wie das jüngste Schulmassaker nichts und auch nicht die deutschen Tragödien wie Erfurt und Winnenden, so menschlich verständlich und nachvollziehbar solche Reaktionen auf den ERSTEN BLICK auch sein mögen.

Sie wollen also sagen

dass sie sich lieber gegen ein Messer nicht verteidigen können als eine Schusswaffe? Wehrlos wären sie in beiden Fällen wenn sie kein Werkzeug zur abwehr hätten. Und wenn man ein Messer mit einem Auto oder einer Düngerbombe verbindet wäre man recht schnell bei 50 toten. Wie gesagt, das Problem ist nicht die Waffe sondern dass es immer Irre geben wird. Und die haben bisher immer ihren Weg gefunden viele Menschen zu töten, die Frage ist eher die wie man den Schaden begrenzen kann, wenn sie zuschlagen. Und das kann man nur durch Selbstverteidigung, am effektivsten mit einer Waffe.
Denn die Polizei war bisher immer zu spät.

Da gibt es anscheinend die guten Waffen und die bösen

Natürlich wird Amerika den Waffenverkauf nicht einschränken und zwar aus den gleichen Gründen nicht, warum Merkel Waffen an andere Staaten verkauft, bzw. ausgedientes Militärmaterial in fremde Länder verscherbelt: PROFIT. Wieviele Soldaten, Zivilpersonen wurden mit Deutschen Waffen vernichtet, wobei eine gezielte Aktion mehr wie 100 Menschen auf einen Schlag töten kann, siehe Afghanistan. Da sollte es also gute Munition geben, vom Staat abgefeuert und die böse, wenn sich Amokläufer dieser Pistolen und automatischen Waffen bedienen? Die Industrie ist der Master, dem sich alle unterwerfen, der Profit, die Steuereinnahmen, der Gewinn der Waffenverkäufer, der Regierung. Da wird stillschweigend der Tod in Kauf genommen oder so getan, als ob er in keinem Zusammenhang mit diesen Deals steht und eine Waffe lediglich ein sehr gut ausgearbeitetes Industrieprodukt ist mit Deutscher Ingenieurskunst hergestellt. Mag schon sein, aber in erster Linie werden sie hergestellt um Menschen zu töten. Immer und überall. Sollte man nicht vergessen bei all dem Schrecken über das Ereignis.

Genau das Gewaltmonopol

Bevor Sie mir nachher die Worte im Mund umdrehen.
1) Die amerikanische Waffenlobby beruft sich nun einmal immer wieder auf das Widerstandsrecht eines Bürgers eine Regierung absetzen zu dürfen, wenn diese die in der Verfassung garantierten Freiheiten verletzt. V.a. denn wenn es um schärfere Waffengesetze geht. Da der Artikel über das Schulmassaker in Amerika ist, habe ich mich darauf berufen. Der Amerikaner hat somit auch das Recht Schusswaffen zu führen.
2) Der Zusammenhang zwischen Schusswaffen und Gewalt ist ja auch völlig aus der Luft gegriffen, v.a. da in Deutschland Organe, wie Polizei die Sicherung der Freiheit übernehmen und nicht der Bürger selbst (lt. Argumentation der NRA)
In diesem Sinne

Einverstanden, aber...

Wir brauchen uns nicht darüber zu streiten, dass die Art und Weise, wie die NRA als Lobby in den USA den nahezu unbeschränkten Zugang zu Schusswaffen zu verteidigen sucht, nicht nur für Europäer befremdlich klingt.
Das 2nd Amendment zur Verfassung, das immer wieder als Grundrecht auf den Waffenbesitz zitiert wird, lautet:

"A well regulated Militia being necessary to the security of a free State, the right of the people to keep and bear Arms, shall not be infringed."

Zu Recht verweist man heute nur noch auf den zweiten Teil der Aussage, da durch die Errichtung eines stehenden Heeres eigentlich die Grundlage dieses "Grundgesetzes" entfallen ist.

(Wenn sich mehr oder weniger rechte und rassistische "Milizen" in den USA ohne Grund und nur aufgrund einer grassierenden Paranoia zum Kampf gegen den "Moloch Bundesstaat" auf ihr Selbstverteidigungsrecht gegenüber dem Staat (einer Art Widerstandsrecht) berufen, so ist dies ein klarer Missbrauch der ursprünglichen Intention des 2nd Amendmend. Andererseits wird ironischerweise das im bundesdeutschen Grundgesetz garantierte Widerstandsrecht bei einer Totalentwaffnung der Bevölkerung zum leeren Wortgeklingel, z.B. wenn der staatliche "Gewaltmonopolist" tatsächlich einmal außer Kontrolle geraten sollte).

Man hat es in den USA aber versäumt, dem Rechnung zu tragen und eine vernünftige Beschränkung des Waffenbesitzes vorzunehmen, die z.B. bestimmte Waffenkategorien verbietet.
Umgekehrt ist man hierzulande schon jetzt zu weit gegangen.

Ich fürchte, die NY Times hat Recht

was aber noch nicht erklärt, warum die USA nicht bereit sind, selbst minimale Vorschriften zum Umgang mit Waffen zu erlassen.
Es nützt nicht viel, dass Connecticut offensichtlich zwar höhere Hürden für den Erwerb einer Waffe setzt, als andere Staaten, wenn die Waffen dann zu Hause ungesichert herumliegen.

Die Wahrscheinlichkeit solcher Amokläufe ließe sich signifikant senken, ohne gleich den privaten Waffenbesitz zu verbieten. Wenn aber schon diese Ansätze scheitern, kann man sich der pessimistischen Haltung der NYT nur anschließen.

Sicherheit

Da lebt ein Staat nun schon mit metalldetektoren und sicherheitcamerasgeprüfen tÜren, und merkt immer noch nicht das Bewaffnete Täter sich dafon weder abschreken noch aufhalten lassen.

Man kann bei der USA nur hoffen das sich die Mentsch irgentwann mal gesinnen und nicht mehr jedwede Einschränkung des Waffenrechts als affort sehen gegen den man ankämpfen muss.

Es ist schon seltsam das man bis jetzt noch kien Killerspiel Debatte führt. Aber die wird warscheilich wiedr kommen da Videospiele ein so viel einfacheres Ziel sind als die Waffenlobby.

Können Sie sich denn nicht vorstellen,

dass Sie hier auf die Argumentation der Waffenlobby hereinfallen, die Gründe anbieten will, warum ein Mensch vollkommen austickt und die guten Waffen für böse Zwecke missbraucht hat?
Diese Art von Waffen wird nur für den Zweck angeboten Menschen zu töten und zu verletzen, so dass der Moment in dem man eine Waffe in der Hand hält und sich Gedanken über den möglichst effektiven Einsatz macht schon wesentlich gefährlicher ist, als der Konsum von Filmen oder Spielen. Übrigens habe ich in meiner Kindheit über das TV überwiegend amerikanische Serien konsumiert, in denen das Bedrohen mit der Waffe das stets vorhersehbare Konfliktlösungsschema Nr. 1 war.

Wer bestreitet das

Gewalt durchzieht die Geschichte der Menschheit, als ob sie darauf bestehen würde, nichts dazu lernen zu wollen.

Es besteht aber sehr wohl ein Zusammenhang Gewalt als Spiel und als einzige Lösung von Konflikten ständig vorgesetzt zu bekommen, das prägt sich ein, besonders bei den noch sehr beeinflussbaren Kindern und Jugendlichen. Ich finde es bedenklich, dass die Verfechter von Gewaltspielen das mit einer solchen Vehemen negieren. Es scheint sich bei dieser Uneinsichtigkeit um Suchtverhalten zu handeln.

Was ist das denn für eine Frage?

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die Gehirne von Jugendlichen und Kindern in ständigem Aufbau- bzw. Umbauprozessen befinden, sind diese auf jeden Fall nicht tauglich. Das hat man schon vor einer gefühlten Ewigkeit erkannt und deswegen Computerspiele für Erwachsene altersbeschränkt. Daran hält sich aber kaum jemand. Was meiner Meinung nach vor allem daran liegt, dass ein vernünftiger Diskurs zum Thema nie stattgefunden hat.

Computerspiele sind ein Medium das Geschichten erzählt. Genau wie Bücher und Filme. Und sie spiegeln den jahrtausende alten Schatz an Geschichten wider der auch immer wieder in Büchern und Filmen thematisiert wird.

Dabei geht es eben auch um Gewalt, weil Gewalt kein neues Phänomen ist sondern die Menschheit seit ihrer Entstehung kontinuierlich begleitet hat.
Dazu gehört beispielsweise immer wieder die Idee vom Helden, der seine Freunde/ Familie, sein Land oder eben die ganze Welt rettet (es geht nämlich in den allerwenigsten Computerspielen darum einfach aus Spaß oder Gewaltgeilheit andere zu erschießen).

Tauglich ein solches Spiel zu spielen ist man dann, wenn man in der Lage ist die dargestellte Geschichte richtig einzuordnen. Als Fantasie oder Nachstellung tatsächlicher Begebenheiten, nicht als Abbild der Realität oder gar Handlungsanleitung.

Computerspiele werden leider immer noch als Kinderkram abgetan.
Man würde aber vernünftigerweise kaum einem kleinen Kind aus irgendwelchen gewalttätigen Heldenepen vorlesen.

Waffen

wurden fürs Militär entwickelt um den Gegner möglichst effizient zu eliminieren.

Was hat das in den Händen von Zivilisten zu suchen?
Dies mit Spaß zu verbinden ist äußerst bedenklich.
Mit solchen Waffen hatte der Irre von Norwegen sein Masssaker durchgeführt.

(übrigens: solche Computerspiele haben in den Händen von Jugendlichen nichts verloren. Deswegen auch die Altersbeschränkung und in Deutschland sogar die Zensur!)

Kinderkram.

Gehen Sie davon aus das jeder Erwachsene (koerperlicherseits, alterseitig) auch geistig erwachsen geworden ist? Ich würde das nicht tun und Adam war es sicherlich auch nicht und manch einer seiner lehrer und anderen Personen in seinem Umfeld waren es sicherlich auch nicht. Liste laesst sich belibig fortfuehren.

Somit ist das eine berechtigte Frage an einen anderen Kommentator. :)

kinderkram...

Gehen Sie davon aus das jeder Erwachsene (koerperlicherseits, alterseitig) auch geistig erwachsen geworden ist? Ich würde das nicht tun und Adam war es sicherlich auch nicht und manch einer seiner lehrer und anderen Personen in seinem Umfeld waren es sicherlich auch nicht. Liste laesst sich belibig fortfuehren.

Somit ist das eine berechtigte Frage an einen anderen Kommentator. :)

Wer Killerspiele spielt, ist trainiert

Ziel eines Trainings ist es, die Bewegung zu automatisieren, um schneller reagieren zu können, als man denken kann. Für einen Trainierten ist der Schritt vom Trainings-Spiel zur Realität stufenlos, die Psyche wird verändert, auch wenn er selbst es nicht merkt.
Mentales Training wird auch gern im Sport, z.B. Tennis, vor Meisterschaften angewandt, um die Chance auf den Sieg zu erhöhen.
Daher ist es ein elementarer Unterschied, welches Ziel man trainiert und nicht egal, ob man einen Ball übers Netz ins gegnerische Feld bekommen will, um Punkte zu bekommen und Weltmeister zu werden oder den "Gegner" treffen will, um ihn zu eliminieren.

Mit Verlaub

Ich habe viele Stunden mit dem Spielen von "Killerspielen" verbracht und bin bisher erst einmal in eine brenzlige Situation geraten, als ein betrunkener Jugendlicher sich unbedingt mit mir prügeln wollte.

Meine einzige Reaktion war es zu zittern und die Deeskalation zu suchen. Es ist dann auch nichts passiert.

Entgegen Ihrer Darstellung hatte meine Computerspielerfahrung keinen Einfluss auf mein Handeln.

Es ist noch nicht gelungen einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Computerspielen und Gewaltausübung herzustellen.
Wer in einem Actionfilm mitspielt wird dadurch nicht zum Mörder. Wer den gleichen Film im Kino sieht wird dadurch auch nicht zum Mörder.

Der gemeinsame Nenner aller Attentäter wie in Newtown ist die vorausgegangen psychische Gewalt und soziale Isolation.
Ich halte es für gefährlich diesen Zusammenhang zu vernachlässigen und die Verantwortung einseitig auf Medien wie Computerspiele zu schieben.

Wir haben die größten Gewaltexzesse in Zeiten ohne Computerspiele erlebt.

Wer Ego-Shooter spielt soll geübt sein?

Alleine schon von der Psyche her, ist es nicht möglich. Es ist immer etwas anderes eine generierte (nur Pixel) Person zu erschießen, als einen realen Menschen.

Hier stumpft nicht ab - das wurde auch nie bewiesen. Ich spiele z.B. schon seit einigen Jahren solche Spiele und ich würde nie persönlich eine Waffe im Haus dulden (zu gefährlich) und auch keine mit mir rum tragen.

Allerdings ist es schon interessant, wie man Computerspiele in den Vordergrund stellt und nicht die gesellschaftliche Konstruktion an sich, wo man ständig von "Gewinnern" und "Verlierern" redet.

Wissen Sie, gegenseitige Abwertung eines Menschen zerstört den Menschen und somit die Gesellschaft. Aber in diesem System scheint es ja alternativlos zu sein - was als Argument für die "Nichtbeachtung" dient.

Andersrum wird ein Schuh draus

Leider ist es nicht so einfach. Jeder, der sich mit der Geschichte von Streitkräften befasst, wird (was angesichts der "Technikverliebheit" v.a. des US-Militärs verblüfft) feststellen, dass Streitkräfte ziemlich konservative Organisationen sind.
"Killerspiele" wurden NICHT zuerst (obwohl das INTERNET eine militärische Erfindung sein soll) für die Streitkräfte entwickelt. Vielmehr hechelten die Streitkräfte in der Entwicklung computerunterstützter Schießausbildung den Entwicklungen des "freien" Marktes meist hinterher. Die US-Army kopierte vielmehr "zivile" Killerspiele und entwickelte sie IM VERBUND mit den Herstellern und PARALLEL zu den "zivilen" Ausführungen weiter. Dies jedoch nicht nur zu Ausbildungs-, sondern auch zu Werbezwecken, wollte man sich doch bei den Computerkids, die man als Rekrutierungszielgruppe anvisierte, nicht lächerlich machen.
Der Bundeswehr gelang letzteres problemlos: einerseits waren aufgrund begrenzter finanzieller Mittel die Computergraphiken des AGSHP (Ausbildungsgerät-Schießsimulator-Handwaffen-Panzerabwehrwaffen) Lichtjahre von der auf dem zivilen Markt zu Zeiten der Einführung verfügbaren Qualität entfernt und andererseits durfte man beim Einsatz von Computerspielen zu Werbezwecken in dieser Gutmenschenrepublik selbstverständlich Soldaten nur bei Katastrophen- und anderen Rettungseinsätzen zeigen und nicht bei den Einsätzen, für die Armeen eigentlich vorgesehen sind: bei Kampfeinsätzen, bei denen leider Gottes auch getötet und gestorben wird.

Killerspiele und Amokläufe (1)

Ähnlich wie der direkte Zusammenhang zwischen der Verfügbarkeit von Schusswaffen und Amokläufen nach jeder solchen Tat mit zwanghaftem Reflex hergestellt wird, ist auch die Vorstellung einer direkten Verbindung zwischen dem Spielen von sogenannten "Killerspielen" (tatsächlich handelt es sich bei den in den letzten Jahren neu auf den Markt gekommenen bzw. überarbeiteten "Klassikern" nicht mehr um stupide "Ballerspiele" mit dem einzigen Zeck, so viele Gegner wie möglich umzulegen, ohne selbst getroffen zu werden, sondern um ausgeklügelte Strategiespiele, die die geistig beschränkten REINEN Ballerspielenthusiasten zunehmend überfordern) nicht tot zu kriegen (beabsichtigte Ironie).

Killerspiele und Amokläufe (2)

Unabhängig davon sollen jedoch die Verbots- und Entschärfungsorgien der Bundesprüfstelle in erster Linie als Beruhigungspille für jene simpel gestrickten Menschen dienen, für die der direkte Zusammenhang zwischen Computerspielen und Amokläufen unhinterfragt den Rang eines Dogmas einnimmt. Natürlich sind die Beamtenseelen der Bundesprüfstelle nicht so dumm, dass sie nicht verstünden, dass ihre Maßnahmen angesichts der Möglichkeiten internationaler Downloads vollends ins Leere liefen, wenn sie nicht aufgrund des nicht nur von mir bestrittenen Zusammenhangs ohnehin jeder vernünftigen Grundlage entbehrten.
Angesichts der Verbreitung "Gewalt verherrlichender Computerspiele" ist es im Gegensatz zum behaupteten Zusammenhang erstaunlich, dass nicht mehr solcher Amokläufe passieren, die zwar als Einzelereignis(se) enormes mediales und emotionales Potential haben, in der Kriminalitätsjahresstatistik jedoch irrelevant sind.

Sinnlos

Übung führt nicht zwangsläufig zum Erfolg sondern erhöht die Wahrscheinlichkeit auf Erfolg.
Das Trainingsziel ist natürlich maßgeblich für das Ergebnis. Wer Fußball trainiert wird nicht Tennisprofi.

Wer am Computer ein Fußallspiel spielt wird noch lang kein Fußballer.
Wer ein Strategiespiel spielt wird noch lang kein großer Feldherr.
Und wer einen Egoshooter spielt wird noch lang kein Mörder.

Ja sicher, nicht als alleinige Trainingsmaßnahme

Hier wurde der Täter schon von Kindesbeinen an mit Waffen vertraut gemacht und zu Schießübungen mitgenommen. Dazu kamen stundenlange Gewaltspiele mit drastischen Schlachtszenen als Freizeitbeschäftigung und fehlende soziale Kontakte.
Wenn er stattdessen von Kindesbeinen an Klavier gespielt und stundenlang zu Karaokesoftware gesungen hätte, hätte es dann auch diese Tat gegeben ?

Schwarzweiß

Ich habe als Jugendlicher auch stundenlang Gewaltspiele mit "drastischen Schlachtszenen" als Freizeitbeschäftigung erachtet und Klavier gespielt. Trotzdem habe ich noch nie irgendjemandem Gewalt angetan.

Der viel wichtigere Punkt ist doch: fehlende soziale Kontakte! Psychische Gewalt, Mobbing, fehlende soziale Kontakte, Isolation etc.

Das sind, soweit mir bekannt ist, die gemeinsamen Nenner aller Amokläufer.
Vergleichen Sie doch mal die Zahl an Computerspielern mit der Anzahl an solchen Amokläufen? Das wird wahrscheinlich noch nicht mal in signifikantem Maße korrelieren.