Amoklauf in NewtownTäter drang gewaltsam in Schule ein

Die Polizei fahndet nach den Motiven des Amokläufers. Offenbar hatte er eine Auseinandersetzung mit Angestellten der Schule. Zudem habe er versucht, eine Waffe zu kaufen. von afp und dpa

Die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown

Die Sandy-Hook-Grundschule in Newtown  |  © Mario Tama/Getty Images

Nach dem Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten hat die Suche nach den Hintergründen der Tat begonnen. Die Polizei sagte, die Ermittler hätten bei einer Durchsuchung des Wohnhauses des 20-jährigen Schützen sehr wichtige Hinweise auf den Hergang der Tat und das Motiv gesichert. Die Durchsuchung habe "gute Beweise" erbracht, sagte der Sprecher der Polizei im Bundesstaat Connecticut , Paul Vance.

Am Donnerstag, das melden NBC und CNN unter Berufung auf Ermittler, soll es an der Schule einen heftigen Streit zwischen Lanza und vier Schulangestellten gegeben haben. Drei der vier Angestellten sind demnach unter den Todesopfern. Die vierte Person war am Tag des Attentats nicht an der Schule und wird derzeit von der Polizei befragt. CNN meldet zudem, die Auseinandersetzung habe offensichtlich damit zu tun gehabt, dass der Täter sich Zugang zur Schule habe verschaffen wollen.

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Die Polizei korrigierte inzwischen, wie der Attentäter in die Schule eingedrungen ist. Zunächst hieß es, die Schulleiterin Dawn Hochsprung habe ihm die Tür geöffnet. Sie habe ihn, den Sohn einer Kollegin, auf der Überwachungskamera erkannt. Die Polizei sagte jetzt, der Täter habe sich den Zugang "erzwungen".

Viele US-Medien hatten berichtet, die Mutter des Täters sei Lehrerin an der betroffenen Grundschule gewesen. Dem Sender ABC zufolge steht sie aber nach Angaben des Schulbezirks Newtown nicht auf der Liste des Lehrpersonals. Das schließe aber nicht aus, dass sie Ersatzlehrerin gewesen sei.

Täter wollte sich eigene Waffe kaufen

Am Dienstag, drei Tage vor dem Massaker an der Sandy-Hook-Grundschule in Newtown, versuchte der Täter offenbar, sich in einem Laden in Connecticut eine eigene Waffe zu besorgen, meldete CNN unter Berufung auf Vertreter der Bundesbehörden . In Danbury in Connecticut sei er in den Laden Dick's Sporting Goods gegangen, dort habe er aber die gewünschte Waffe nicht sofort bekommen. Er habe zudem die erforderliche Personenüberprüfung abgelehnt und nicht die Frist abwarten wollen.

Für das Attentat nutzte er dann Pistolen, die auf seine Mutter Nancy angemeldet waren: darunter eine Glock 9 Millimeter und eine Sig Sauer. In der Schule wurden nicht zwei, sondern drei Waffen bei der Leiche des Attentäters entdeckt, bestätigte die Polizei inzwischen. Darunter war auch ein Sturmgewehr.

Leserkommentare
    • RGFG
    • 16. Dezember 2012 8:40 Uhr

    Und ich fürchte, es werden die Waffen sein. Man sieht es ja, welche 'Abhilfen' angepriesen werden, nur um zu jedem Preis schärfere Gesetze zu umgehen. Bewaffnete und trainierte Lehrer in den Schulen (...klar, ein Problem bekämpft man natürlich an dem Symptomen ganz am Ende der Kette und niemals an der Ursache). Oder mehr Gottesfurcht in der Gesellschaft (...klar hilft das, deswegen braucht man ja auch Gesetze gegen Abtreibung, nicht aber gegen Kriegswaffen im freien Verkauf).

    Siehe auch: "Why We Let the School Shootings Continue":
    http://www.nytimes.com/20...

    Zitat: "I came to realize that, in essence, this is the way we in America want things to be. We want our freedom, and we want our firearms, and if we have to endure the occasional school shooting, so be it. A terrible shame, but hey — didn’t some guy in China just do the same thing with a knife?"

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    Was ich persönlich ablehne, da in einem Rechtsstaat (staatliches Gewaltmonopol) eigentlich keine Notwendigkeit für eine bewaffnete Bevölkerung gegeben ist. Ich glaube auch nicht, dass John Locke dies im Sinn hatte als er der Bevölkerung ein Recht auf Widerstand eingeräumt hat. Nun gut dies ist amerikanische Politik und ("Kultur"), was aber erschreckender ist, ist doch die Tatsache, dass Amokläufe an Schulen nicht mehr ein ausschließlich amerikanisches Phänomen sind. Selbst in Deutschland mit seinem vergleichsweise restriktiven Waffengesetzen kam es dazu. Die Täter sind fast immer männlich, von der Gesellschaft nicht in dem Maße akzeptiert, wie sie es wünschen und Außenseiter. Vielleicht sollte man anfangen zu fragen, wie es kommt, dass in unserer Gesellschaft in erhöhtem Maße heranwachsende Männer die Erwartungen nicht erfüllen können, sich selbst aufgeben und den Amoklauf als Ultima Ratio wählen.

    • o_O
    • 16. Dezember 2012 9:42 Uhr

    ... die so auch nur in einer amerikanischen Zeitung stehen kann.

    Dann frage ich mich, wieso man an allen möglichen internationalen Flughäfen und sogar schon vor der Einreise in die USA alle möglichen Sicherheitschecks über sich ergehen lassen muss!?

    Die kann man sich dann ja theoretisch auch sparen, wenn man dieser Logik folgt...

    Amerika lernt es einfach nicht! Was bitte ist eine Freiheit wert, die man sich mit Kugeln erkauft und mit der ständigen Furcht einhergeht, dass man jeden Augenblick vollkommen grundlos über den Haufen geschossen werden könnte?!?

    Natürlich wird Amerika den Waffenverkauf nicht einschränken und zwar aus den gleichen Gründen nicht, warum Merkel Waffen an andere Staaten verkauft, bzw. ausgedientes Militärmaterial in fremde Länder verscherbelt: PROFIT. Wieviele Soldaten, Zivilpersonen wurden mit Deutschen Waffen vernichtet, wobei eine gezielte Aktion mehr wie 100 Menschen auf einen Schlag töten kann, siehe Afghanistan. Da sollte es also gute Munition geben, vom Staat abgefeuert und die böse, wenn sich Amokläufer dieser Pistolen und automatischen Waffen bedienen? Die Industrie ist der Master, dem sich alle unterwerfen, der Profit, die Steuereinnahmen, der Gewinn der Waffenverkäufer, der Regierung. Da wird stillschweigend der Tod in Kauf genommen oder so getan, als ob er in keinem Zusammenhang mit diesen Deals steht und eine Waffe lediglich ein sehr gut ausgearbeitetes Industrieprodukt ist mit Deutscher Ingenieurskunst hergestellt. Mag schon sein, aber in erster Linie werden sie hergestellt um Menschen zu töten. Immer und überall. Sollte man nicht vergessen bei all dem Schrecken über das Ereignis.

  1. 2. [...]

    Entfernt. Nutzen Sie den Kommentarbereich bitte, um sich sachlich über den konkreten Artikelinhalt auszutauschen. Danke, die Redaktion/au

    • vonDü
    • 16. Dezember 2012 9:04 Uhr

    was aber noch nicht erklärt, warum die USA nicht bereit sind, selbst minimale Vorschriften zum Umgang mit Waffen zu erlassen.
    Es nützt nicht viel, dass Connecticut offensichtlich zwar höhere Hürden für den Erwerb einer Waffe setzt, als andere Staaten, wenn die Waffen dann zu Hause ungesichert herumliegen.

    Die Wahrscheinlichkeit solcher Amokläufe ließe sich signifikant senken, ohne gleich den privaten Waffenbesitz zu verbieten. Wenn aber schon diese Ansätze scheitern, kann man sich der pessimistischen Haltung der NYT nur anschließen.

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    Dass sollte die erste zu erfüllende Prämisse sein. Das erreicht dann irgendwann den Punkt da Waffen im Haus unnötig sind.

    Dagegen gibt es kein besseres Argument. Nur warum passiert das nicht?

  2. Da lebt ein Staat nun schon mit metalldetektoren und sicherheitcamerasgeprüfen tÜren, und merkt immer noch nicht das Bewaffnete Täter sich dafon weder abschreken noch aufhalten lassen.

    Man kann bei der USA nur hoffen das sich die Mentsch irgentwann mal gesinnen und nicht mehr jedwede Einschränkung des Waffenrechts als affort sehen gegen den man ankämpfen muss.

    Es ist schon seltsam das man bis jetzt noch kien Killerspiel Debatte führt. Aber die wird warscheilich wiedr kommen da Videospiele ein so viel einfacheres Ziel sind als die Waffenlobby.

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    Dass das eine das andere unterstützt. Welchen lehrreichen Zweck erfüllt so ein Spiel? Was lernt man nicht wenn man es nicht spielen dürfte und durch anders nicht lernt?

  3. Was ich persönlich ablehne, da in einem Rechtsstaat (staatliches Gewaltmonopol) eigentlich keine Notwendigkeit für eine bewaffnete Bevölkerung gegeben ist. Ich glaube auch nicht, dass John Locke dies im Sinn hatte als er der Bevölkerung ein Recht auf Widerstand eingeräumt hat. Nun gut dies ist amerikanische Politik und ("Kultur"), was aber erschreckender ist, ist doch die Tatsache, dass Amokläufe an Schulen nicht mehr ein ausschließlich amerikanisches Phänomen sind. Selbst in Deutschland mit seinem vergleichsweise restriktiven Waffengesetzen kam es dazu. Die Täter sind fast immer männlich, von der Gesellschaft nicht in dem Maße akzeptiert, wie sie es wünschen und Außenseiter. Vielleicht sollte man anfangen zu fragen, wie es kommt, dass in unserer Gesellschaft in erhöhtem Maße heranwachsende Männer die Erwartungen nicht erfüllen können, sich selbst aufgeben und den Amoklauf als Ultima Ratio wählen.

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    • Acaloth
    • 16. Dezember 2012 9:30 Uhr

    jaja das staatliche Gewaltmonopol....

    Das Gewaltmonopol bedeutet nur das der Staat der einzige ist der Gewalt anwenden darf bzw. ihre Anwendung legitimieren darf, das Gewaltmonopol ist KEIN Waffenmonopol und sagt über den Waffenbesitz gar nichts aus.

    Ein Blick nach China offenbart übrigens das Amokläufe (mit ZIG Toten) nicht zwangsläufig Schusswaffen brauchen sondern auch Küchenmesser reichen....

    • kai1
    • 16. Dezember 2012 10:38 Uhr

    Sehr richtig sagt ein Forist, dass ein staatliches Gewaltmonopol und das Verbot von Waffen in Privatbesitz NICHT zwei Seiten EINER Medaille sind. Sinnigerweise sind sie es gerade in den Gesellschaftsordnungen, die sich kaum einer der Foristen, der der "Entwaffnung" der Bevölkerung mit Verve das Wort redet, vor die Wahl gestellt, wünschen würde: in Diktaturen und autoritären Regimen. Dort ist der Verbot des Privatbesitzes von Schusswaffen Produkt des Misstrauens zwischen Regierung und Bevölkerung. Ein staatliches Gewaltmonopol, wie es in Demokratien besteht, setzt eine Vertrauensbasis zwischen Wählern und Gewählten voraus, die es auch gestattet, dem Bürger den Waffenbesitz zu erlauben, z.B. zu sportlichen Zwecken oder zur Jagd - nicht zur Auslebung eines "Kohlhaas"-Reflexes. Das daran strenge Bedingungen geknüpft sind (nicht jedoch politisch motivierte Einschränkungen als Vorstufe zu einem Totalverbot), widerspricht nicht demokratischen Gepflogenheiten.
    Ich kann mir nicht helfen, Menschen, die ohne Ansehen der Person und ohne Ansehen des Zweckes, für den Schusswaffen gebraucht werden, JEDEM den privaten Besitz solcher Waffen kategorisch verbieten wollen, weisen meiner Meinung nach die Merkmale des "autoritären Charakters" auf. Daran ändern auch solche tragischen Ereignisse wie das jüngste Schulmassaker nichts und auch nicht die deutschen Tragödien wie Erfurt und Winnenden, so menschlich verständlich und nachvollziehbar solche Reaktionen auf den ERSTEN BLICK auch sein mögen.

  4. Dass das eine das andere unterstützt. Welchen lehrreichen Zweck erfüllt so ein Spiel? Was lernt man nicht wenn man es nicht spielen dürfte und durch anders nicht lernt?

    Antwort auf "Sicherheit"
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    • Acaloth
    • 16. Dezember 2012 9:32 Uhr

    Muss alles im Leben lehrreich sein ?
    Oder darf man auch seinen Spass suchen ?

    dass Sie hier auf die Argumentation der Waffenlobby hereinfallen, die Gründe anbieten will, warum ein Mensch vollkommen austickt und die guten Waffen für böse Zwecke missbraucht hat?
    Diese Art von Waffen wird nur für den Zweck angeboten Menschen zu töten und zu verletzen, so dass der Moment in dem man eine Waffe in der Hand hält und sich Gedanken über den möglichst effektiven Einsatz macht schon wesentlich gefährlicher ist, als der Konsum von Filmen oder Spielen. Übrigens habe ich in meiner Kindheit über das TV überwiegend amerikanische Serien konsumiert, in denen das Bedrohen mit der Waffe das stets vorhersehbare Konfliktlösungsschema Nr. 1 war.

    kenne ich persönlich aus den allabendlichen Krimis. Da wird aus den niederträchtigsten Beweggründen gemordet und gefoltert.

    Tatsache ist doch, dass Gewalt älter ist, als Videospiele. Filme oder Bücher.

    Erinnern Sie sich mal an Volkhoven 1964. Da gabs keine Computerspiele auf die man es hätte schieben können.

  5. Angesichts des Attentats von einer Unergründlichkeit der Dinge zu fabulieren, verkennt nicht nur die längst von der Grundlagenforschung erhobenen Befunde, sondern will zweifelsfrei vor allem die auch künftig anstehende Aufklärung in der Frage eines dem Einzelnen stets gesellschaftlich gegebenen Wesens von vornherein vereiteln. Politisch gilt es daher lediglich, solche Unterfangen nicht zu befördern.

    • Acaloth
    • 16. Dezember 2012 9:30 Uhr

    jaja das staatliche Gewaltmonopol....

    Das Gewaltmonopol bedeutet nur das der Staat der einzige ist der Gewalt anwenden darf bzw. ihre Anwendung legitimieren darf, das Gewaltmonopol ist KEIN Waffenmonopol und sagt über den Waffenbesitz gar nichts aus.

    Ein Blick nach China offenbart übrigens das Amokläufe (mit ZIG Toten) nicht zwangsläufig Schusswaffen brauchen sondern auch Küchenmesser reichen....

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    http://www.nydailynews.co...

    "A knife-wielding man injured 22 children and one adult outside a primary school in central China as students were arriving for classes Friday, police said, the latest in a series of periodic rampage attacks at Chinese schools and kindergartens.

    Read more: http://www.nydailynews.co...
    "

    Verletzt, nicht getötet.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte CNN | NBC | Amoklauf | Attentat | Grundschule | Polizei
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