WaffenlobbyHarsche Kritik an NRA-Forderung nach mehr Waffen

Die Idee der NRA, Waffengewalt mit Aufrüstung zu begegnen, stößt auf Ablehnung. Kritiker werfen der Waffenlobby "verwirrte Hasstiraden" und "verstörende Visionen" vor. von afp und reuters

Die US-Lobbyorganisation National Rifle Association (NRA) hat für ihre Forderung nach mehr bewaffneten Wachen an Grundschulen harsche Kritik geerntet. "Sie haben eine paranoide, verstörende Vision eines noch gefährlicheren und noch gewalttätigeren Amerikas gezeigt, in dem jeder bewaffnet und kein Ort mehr sicher ist", sagte der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg . Der parteilose Politiker plädiert seit Jahren für schärfere Waffengesetze. Die stellvertretende Direktorin der Anti-Waffen-Gruppe Code Pink, Medea Benjamin, warf der NRA Realitätsverweigerung vor: "Sie haben die Schuld für die Gewalt auf alle möglichen Dinge geschoben – nur nicht auf die Waffen selbst."

Senator Frank Lautenberg aus New Jersey sagte, der Verband liege weit von dem entfernt, was die US-Öffentlichkeit wolle. Die New York Times bezeichnete die Äußerungen des NRA-Vizepräsidenten Wayne LaPierre als "verlogen, wahnhaft" und als eine "fast verwirrte Hasstirade". Zahlreiche Hollywood-Stars, darunter Gwyneth Paltrow , Julianne Moore und Jamie Foxx präsentierten ein Video, in dem sie sich für ein Verbot von automatischen Schnellfeuergewehren und eine strengere Überprüfung von Waffenkäufern aussprechen.

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Eine Woche nach dem Massaker an einer Grundschule in der US-Kleinstadt Newtown hatte die Waffenlobby auf einer ihrer seltenen Pressekonferenzen mehr bewaffnete Wachen an Schulen als Lösung für das Gewaltproblem präsentiert. Zugleich machte die NRA auch Medien und sogenannte Ballerspiele für die Tat verantwortlich. Für Sicherheit an den Schulen müssten bewaffnete Polizisten sorgen. "Das einzige, was einen bösen Menschen mit einer Waffe aufhält, ist ein guter Mensch mit einer Waffe", hatte NRA-Vizepräsident Wayne LaPierre gesagt.

Viele Amerikaner gedachten am gestrigen Freitag mit einer Schweigeminute der 27 Opfer des Massakers. An vielen Orten der Ostküste läuteten Kirchenglocken. US-Präsident Barack Obama stellte sich hinter die Befürworter eines strengeren Waffenrechts . Eine Kommission unter Leitung von Vize-Präsident Joe Biden soll in den nächsten Wochen Vorschläge unterbreiten, wie solche Gewalttaten künftig verhindern werden könnten .

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    • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, nf
    • Schlagworte Barack Obama | Grundschule | Gwyneth Paltrow | Jamie Foxx | Joe Biden | Julianne Moore
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