Beerdinung eines Taifun-Opfers in New Bataan ©REUTERS/Erik de Castro

Die Zahl der Opfer des verheerenden Taifuns Bopha auf den Philippinen ist auf mehr als 500 gestiegen. Wegen des Seuchenrisikos werde nun darüber nachgedacht, Massengräber für nicht identifizierte Leichen anzulegen, sagte ein General der philippinischen Armee.

Bopha war am Dienstag über die südliche Insel Mindanao hinweggefegt. Katastrophenschutz und Militär hatten bis Samstagmittag 546 Leichen geborgen. Mehr als 500 Menschen wurden noch vermisst. Nur sehr wenige Tote konnten bislang identifiziert werden.

Viele Menschen waren in Sturzfluten und bei Erdrutschen gestorben, andere waren von Bäumen oder Schutt erschlagen worden. Erdrutsche hatten auch mehrere Notunterkünfte unter sich begraben.

Fast 300.000 Menschen sind auf Mindanao auf Hilfe angewiesen und haben in Notunterkünften Unterschlupf gefunden. Mehr als 10.000 Häuser wurden zerstört. Insgesamt sind in der Region mehr als fünf Millionen Menschen betroffen.

Hungernde Überlebende plündern Geschäfte

Überlebende plünderten Lebensmittelmärkte und andere Geschäfte. "Die Lebensmittelhilfen haben sich derart verzögert, dass die Anwohner auf der Suche nach Nahrung in jedes Haus eindrangen, das der Sturm übrig ließ", sagte ein Behördenmitarbeiter.

Die Plünderungen fanden in der Stadt Cateel statt, ein Küstenort, der am Dienstag von Bopha besonders schwer verwüstet worden war. In Cateel und umliegenden Küstenorten wurden nach Behördenangaben 97 Prozent aller Gebäude zerstört oder abgedeckt.

Am Donnerstag erreichte ein Marine-Schiff mit 31 Tonnen Hilfsmaterial an Bord die Stadt Baganga, rund 40 Kilometer südlich von Cateel. Im Schnitt durchleben die Bewohner der Philippinen etwa 20 schwere Stürme pro Jahr. Im Jahr 2011 tötete allein der Tropensturm Washi 1.500 Menschen , davon 1.200 auf Mindanao.