The Hartford Courant: Niemand braucht ein Sturmfeuergewehr

Der Tag erinnerte die Älteren an den düsteren, kalten Tag 1963, als Präsident John F. Kennedy ermordet wurde. Heute wie damals war das ganze Land benommen, sprachlos, untröstlich. Was kann einen Menschen dazu bringen, in eine Schule zu gehen (...) und unschuldige Kinder und Erzieher brutal zu töten? (...) Jäger wollen und brauchen keine militärischen Sturmfeuergewehre, dafür gibt es keine zivilen Einsatzmöglichkeiten. Es liegt an der Macht der Waffenlobby und an der wehleidigen Feigheit des Kongresses, dass es 60 Massaker in 30 Jahren gab und – selbst nach dem Attentat auf die Demokratin Gabby Giffords 2011 in Arizona – nichts unternommen worden ist. (...)

Die Regierung hat darin versagt, uns vor Amokläufern zu schützen, aber auch wir haben es nicht geschafft, uns selbst zu schützen, indem wir Freunden oder Angehörigen Hilfe geben, wenn sie sie brauchen. Wir müssen über soziale Außenseiter nachdenken, über Drogenmissbrauch, über gewalttätige Videospiele und Filme, und wofür das Internet benutzt wird.

The New York Times: Angst vor der Waffenlobby

Wie wäre es, sich mit dem Problem der völlig außer Kontrolle geratenen Verbreitung von Schusswaffen zu beschäftigen – ein Problem, das jedes Mal auftaucht, wenn ein Amokläufer das Feuer auf einen Raum voller Menschen eröffnet, das aber dann wieder verschwindet? Das unter Präsident Clinton beschlossene Waffengesetz war unzulänglich und ist ausgelaufen. Obama sprach nach dem Amoklauf in dem Kino in Aurora von der Notwendigkeit einer "vernünftigen" Waffenkontrolle, und im Wahlkampf hat er angedeutet, dass er ein neues Waffengesetz unterstützen könnte, vermutlich dann, wenn jemand anders es einbringen würde.

Die Republikaner werden dies niemals tun, denn sie sind in eine Ideologie verstrickt, die sich jeder Waffenkontrolle widersetzt. Nach jeder Tragödie, wie jetzt wieder, übersäen manche Leute das Internet mit grotesken Vorschlägen, dass es besser sei, wenn jeder (Erzieher in Kindergärten?) bewaffnet wäre. Viel zu viele Demokraten leben ebenfalls in Angst vor der Waffenlobby und werden ein Verbot nicht unterstützen. (...)

Wann wird dieser Tag kommen? Er kam nicht 1999 nach dem Massaker von Columbine oder 2007 nach dem Amoklauf an der Universität Virginia oder nach den Morden in Aurora im vergangenen Sommer. Je mehr wir über Waffenkontrolle hören und nichts geschieht, desto weniger können wir glauben, dass sie jemals kommt. Es sei denn, Obama und die Parteiführer im Kongress zeigen den Mut, es wahr zu machen.

The Washington Post:  Massaker sind schwieriger mit Messern

Wir wollen über Waffen streiten oder, besser gesagt, über die Frage, warum unsere Politiker fast gar nicht mehr über Waffen streiten. Die einen werden widersprechen und sagen, Waffengesetze hätten nichts mit einzelnen Ereignissen zu tun und solche Tragödien sollten nicht für politische Zwecke ausgebeutet werden. Wir wissen, dass viele unserer Leser zu dieser Gruppe gehören. Und dann wird es andere geben, wozu wir gehören, die sagen: Was immer die Fakten in diesem Fall sind, dieses Land wäre sicherer mit weniger Waffen; Massaker sind schwieriger mit Messern durchzuführen. Nicht die Verfassung, sondern politische Feigheit verhindert eine sinnvolle Regulierung. Wir sollten diese Tragödie nicht instrumentalisieren, um über dieses Thema zu diskutieren, aber ohne die Tragödie wird überhaupt niemals darüber geredet werden.

USA Today:  Der moralische Imperativ

Wenn unser Land nur sicher sein könnte, dass das Massaker von Sandy Hook, das zweitschlimmste in seiner Geschichte, den nötigen Wandel auslösen könnte – das wäre ein kleiner Trost. Aber die Nation war schon mal an diesem Punkt der Debatte um Menschen-töten-Menschen oder Waffen-töten-Menschen. Tatsache ist, Menschen mit Waffen töten Menschen, und es muss mehr getan werden, um geistig Verwirrte von den tödlichsten Waffen fernzuhalten.

Die Amerikaner sind leidenschaftliche Anhänger des Rechts, eine Waffe zu besitzen und zu tragen, und der Oberste Gerichtshof hat dieses Recht bestätigt. Hunderte Millionen von Schusswaffen sind im Umlauf, und niemand wird sie beschlagnahmen. Aber ein lernwilliger Kongress und Präsident könnten viel tun. Die Amerikaner unterstützen durchaus ein Verbot von Feuerwaffen mit großen Magazinen. (...) Amerika trauert heute. (...) Aber das Land kann Schritte unternehmen, mögen sie auch unvollkommen sein, um ein weiteres Newtown unwahrscheinlicher zu machen. Nach Freitag ist dies ein moralischer Imperativ.

The Los Angeles Times:  Vorhersehbare Debatte

Ein weiterer tragischer Amoklauf und zwangsläufig sind wieder Experten in allen Medien, die sich für und gegen die schärfere Kontrolle von Waffen ereifern. Die Diskussion folgt einem vorhersehbaren Muster: Die Befürworter heben hervor, dass Waffengewalt in den USA – vermutlich, weil die Gesetze einen einfachen Zugang zu Feuerwaffen gewähren – viel häufiger ist als in restriktiveren Staaten, vor allem in Europa. Die Gegner feuern zurück, dass Kriminelle das Gesetz brechen werden, um an Waffen zu kommen, wenn sie welche haben wollen, denn sie sind ja Kriminelle, die keine sichtbaren Gewissensbisse über einen Amoklauf empfinden. Und überhaupt, wenn mehr Leute Waffen tragen würden, könnten sie den Täter zur Strecke bringen, bevor es weitere Opfer gebe. (...)

Die Linken im Netz werden nach Maßnahmen schreien, Politiker werden versprechen, etwas zu unternehmen, und dann werden sie dieses Waffenkontrollgesetz vergessen, wenn sie ein neues Gemeindezentrum in ihrem Wahlkreis einweihen.