Connecticut : Attentäter erschießt 20 Kinder in US-Grundschule

Bei einer Schießerei in einer Grundschule der US-Stadt Newtown sind 20 Kinder getötet worden. Auch sechs Lehrer und der Attentäter starben. Obama versprach Konsequenzen.

In einer Grundschule in der amerikanischen Kleinstadt Newtown sind bei einer Schießerei 27 Menschen getötet worden. Darunter seien 20 Kinder und 6 Schulbedienstete, sagte der Sprecher der Polizei in Connecticut , Paul Vance. Auch der Amokschütze sei tot.

Die Schießerei ereignete sich am Morgen in der Sandy-Hook-Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut. Die Schulkinder sind bis zu zehn Jahre alt, die jüngsten seien im Kindergartenalter. CNN zufolge kamen auch der Schuldirektor und ein Schulpsychologe ums Leben.

Bei dem Schützen soll es sich um einen 24-jährigen Mann gehandelt haben, der bei der Schießerei auch seine Mutter getötet habe, berichtete unter anderem die New York Times . Der Mann sei in die Klasse seiner Mutter gegangen und habe zunächst sie getötet, bevor er zahlreiche andere Erwachsene und Kinder erschoss. Eine weitere Person, die mit dem Täter zusammengewohnt haben soll, wurde tot in New Jersey aufgefunden, meldet CNN. Die Polizei bestätigte zunächst keine Einzelheiten.

Our hearts are broken today: US-Präsident Obama über den Amoklauf in Newtown Nach der Schießerei in einer Grundschule im US-Bundesstaat Connecticut mit zahlreichen Toten hat sich US-Präsident Barack Obama tief bewegt gezeigt.

Noch ist unsicher, ob es möglicherweise mehr als einen Schützen in der Schule gegeben hat. CNN meldete, die Polizei vernehme vor Ort eine weitere Person. Unklar war auch, ob der mutmaßliche Schütze von der Polizei erschossen wurde oder ob er sich selbst umbrachte. Den Berichten zufolge wurden drei Handfeuerwaffen sichergestellt.

Augenzeugen schilderten im US-Fernsehen, der Täter sei schwarz gekleidet gewesen und habe mindestens 100 Schüsse abgegeben. Nachdem gegen 10 Uhr Ortszeit der Notruf eingegangen war, riegelte das Sondereinsatzkommando der Polizei das Gebäude ab. Auch das in der Nähe gelegene Krankenhaus wurde von der Polizei gesichert.

Obama kündigt Konsequenzen an

Einsatzkräfte räumten die Schule, viele Kinder wurden aus dem Gebäude geführt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, dass einige von ihnen weinten. Krankenwagen fuhren vor der Grundschule vor. Unbestätigten Berichten zufolge soll bei der Räumung aufgefallen sein, dass eine gesamte Schulklasse fehlte.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich bestürzt über die Schießerei und kündigte politische Konsequenzen an. Die meisten der Getöteten in der Schule im Bundesstaat Connecticut seien Kinder im Alter zwischen fünf und zehn Jahren gewesen, sagte ein sichtlich bewegter Obama in einer Stellungnahme. Es gebe keine Eltern in Amerika , die an diesem Tag nicht dieselbe überwältigende Trauer verspürten wie er selbst. Das Land habe in der Vergangenheit zu viele solcher Schießereien erleben müssen. Die USA müssten nun ernsthafte Schritte unternehmen und dürften sich dabei auch nicht von politischen Machtspielen abhalten lassen, fügte Obama hinzu.

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Kommentare

119 Kommentare Seite 1 von 16
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Irrationale Argumentationslogik

Ähm es tut mir Leid, aber ich glaube, dass mein Kommentar sehr passend war.

Im Bezug auf Columbine oder dem Amoklauf an der Virgina Tech gab es oft von Republikanern in den USA Stimmen, dass das Tragen einer Waffe vor Amokläufen schützt. Schließlich können sich bewaffnete Menschen mit der Schusswaffe schützen.

Nach Logik der Waffenbefürwortern eben nicht nur in Universität und High School, sondern konsequent nun auch in der Grundschule.

Es ist diese irrationale Haltung der Waffenlobby in den USA, die diese Amokläufe durch eine Bewaffnung der Gesellschaft erst möglich macht.

Insofern war meine Aussage weder respektlos, noch unsachlich. Sondern Kritik an der Argumentationsweise der Schießwütigen.

In dem von Ihnen

angesproichene Fall, war es ebenfalls ein Junge, der aufgrund des Waffenumgangs seiner Eltern leicht an eine Waffe kommen konnte. Es kann wirklich kein zu strenges Waffengesetz geben, solange Kinder und Jugendliche an die Dinger kommen. Jede Waffe in den Händen von Normalos ist eine Gefahr.

Damit sage ich nicht, dass dieser Junge nicht auch irgendwie anders an Waffen gekommen wäre, wenn er wirklich, wirklich gewollt hätte und von langer Hand plante. Ich sage, dass der leichte Bezug von Waffen die Schwelle für eine solche Tat wie in Winsenden drastisch herunter schraubt.

Jede Waffe weniger ist sicherer. Das gilt auch für Sportschützen und Hobby-Jäger.

Unglaublich, jaber nicht das erste Mal.

Leider, es ist nicht das erste Mal, dass es eine Scheisserei bei einer Grundschule war. Es gab zumindest zwei; San Diego bei der Cleveland Grundschule und als Clinton Presidaent ware in Arkansas. Es gibt keine Worte um solche Tragedie zu beschrieben.

Ich entschuldige mich, ich bin Amerikanerin die in Deutschland fuer drei Jahren (1989-1991, 1993-1994) gewohnt habe. Ich habe kaum Chance Deutsch zu sprechen und mein schriftliches Deutsch ist schelcht geworden.

Warten Sie mal ab...

bald haben wir ähnliche Entwicklungen auch hier. Jeder, der mit Jugendlichen bzw. Schülern arbeitet weiß, dass ungesteuerte Aggressionen und Gewaltphantasien bei vielen Schülern zunehmen, die eigene Welt und die Umwelt sehen diese Schüler oft als latent bedrohlich.

Vor allem Kinder und Jugendliche aus bildungsfernen Familien, die viel alleine gelassen werden, mit denen zu Hause keiner redet, weil keiner da ist oder weil die Erwachsenen nicht fähig sind, auf ihre Kinder einzugehen oder mal einen Konflikt auszuhalten - diese Kinder, die gerne mit dem eigenen Fernseher im Zimmer oder der X-Box abgespeist werden, die können Phantasie und Wirklichkeit oft nicht mehr auseinander halten.
Und Schule kann diese emotionalen Defizite nicht auffangen - die Schulpsychologen und Sozialarbeiter drehen jetzt schon am Rad. Die Kinder- und Jugendpsychatrien sind voll und wenn die Kinder mit ihren guten Vorsätzen nach Hause kommen, hat sich dort nichts geändert.......

Unsere Gesellschaft ist krank und die Kinder als schwächstes Glied sind oft einfach arm dran - brave new world.

Na ja...

Ich weiß ja nicht, wo Sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, aber da wo ich es in den letzten Jahren getan habe, also in Berlin-Neukölln, Mannheim-Jungbusch und in einigen kleineren Ostdeutschen Städten kann ich ihnen beruhigend mitteilen: Ich sehe keinerlei Gefahr einer zunehmenden Gewaltbereitschaft bei den Kindern und Jungendlichen. Eher im Gegenteil: Das was mir teilweise an sozialen Kompetenzen (aöso nicht immer, aber sehr häufig) bei den jungen Leuten begegnet ist, stellt meine eigene Vergangenheit (Abi in den 90ern) deutlich in den Schatten. Und ich arbeite nicht nur mit den ach so tollen Gymnasiasten (die merkwürdiger Weise tatsächlich die "schlimmsten" sind), sondern auch mit Grundschülern, Förderschülern, etc. aller Jahrgangs- und Bildungsstufen.

Und, ach ja, bevor ich es vergesse: Sie sollten darauf achten, wie alt der Täter in den USA war. Der war nämlich kein Grundschüler mehr. Und fragen Sie sich doch auch mal, warum der Junge als erstes seine eigene Mutter erschossen hat...

Die Kultur der Gewalt.

Beim Schützen soll es sich um den Vater eines der Schulkinder handeln - und er soll wohl alleine gehandelt haben. Aber wie krank muß man sein, um 18 oder mehr Kinder zu erschießen?

Und ein erneuter Diskurs über die zu laschen Waffengesetze in den USA helfen da auch nicht weiter. Denn eins ist doch klar: Wer eine solche Tat in Deutschland verüben will, kann sich jederzeit für relativ wenig Geld entsprechend bewaffnen.

Das Problem ist, meiner Meinung nach, nicht alleine die Masse an verfügbaren Waffen, sondern eine generelle Kultur der Gewalt in den USA. Rache nehmen und Selbstjustiz sind in den Augen zu vieler Amerikaner leider Selbstverständlichkeiten, mit denen Sie nicht nur ihr eigenes Leben vergiften.

Diese Gesellschaft befindet sich nicht erst seit gestern in Auflösung. Fliegt sie richtig auseinander, werden wir Einiges abbekommen.

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