Thailands König Bhumibol Adulyadej ©Sukree Sukplang

Ein Thailänder ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er ein Gerücht über den angeblich kritischen Gesundheitszustand von König Bhumibol Adulyadej im Internet verbreitet hatte. Der Forumsbeitrag löste im Oktober 2009 einen Sturz der Börsenkurse aus. Majestätsbeleidigung gilt in Thailand als schweres Verbrechen.

Der 39-jährige ehemalige Börsenmakler soll in dem inzwischen geschlossenen Forum sameskybooks.com falsche Angaben zum Gesundheitszustand des 85-jährigen Monarchen gemacht haben, der seit 2009 im Krankenhaus liegt.

Das Gericht in Bangkok reduzierte eine zuvor verhängte sechsjährige Haftstrafe, weil der Angeklagte bei seiner Festnahme geständig war. Inzwischen hat er allerdings die Tat bestritten.

Der Mann wurde nach einem Internetgesetz verurteilt, das online verbreitete Äußerungen über den König unter Strafe stellt. Zehntausende Websites wurden deshalb in den vergangenen Jahren gelöscht. Majestätsbeleidigung kann in Thailand mit bis zu 15 Jahren Haft geahndet werden.

Die Webmasterin Chiranuch Premchaiporn erhielt im Mai 2012 eine Haftstrafe von acht Monaten für kritische Kommentare zur Monarchie in Thailand von Usern ihres Portals Prachatai.

Die thailändische Königsfamilie hat zwar keine politischen Befugnisse, doch der König erwartet von seinen Untertanen bedingungslose Hingabe. Er wird von vielen Bürgern wie ein Halbgott verehrt.