Während der 33-jährigen Regentschaft Beatrix' hat sich die Einstellung der Niederländer zum Königshaus gewandelt. Die kritischen Stimmen sind leiser geworden. Als sie 1980 antrat, endete der Tag ihrer Thronbesteigung in Straßenschlachten zwischen Polizei und Hausbesetzern. Für den Slogan "Keine Wohnung, keine Krönung" gab es viel Sympathie im gesellschaftlichen Mainstream. Der Volkskrant schrieb, allzu oft habe "Oranjegetöse wie eine Decke über gesellschaftlichen Konflikten gelegen". Die Linke machte aus ihrer Abneigung gegen die Oranjes kein Hehl und die Sozialistische Partij wollte die Monarchie gar abschaffen. Vielen Gewerkschaftern war es bei den Feierlichkeiten zum Koninginnedag nicht wohl, während sich heute vom Baggerfahrer zum Banker alles an den Grachten tummelt, wenn die Königin gefeiert wird.

Beatrix wird im Unterschied zu ihrer Mutter Juliana mehr respektiert als geliebt. Welche Stellung sie genießt, illustrieren die Reaktionen aus dem Umfeld der monarchiekritischen Neurepublikanischen Genossenschaft. Beatrix spiele ihre Rolle gut, nur die Institution sei schlecht, twitterte ein User nach ihrer Rücktrittsankündigung.

Es ist kaum zu erwarten, dass die große Zustimmung, die die Oranjes zur Zeit genießen, umschlagen wird. Das dürfte Beatrix' Nachfolger, Prinz Willem-Alexander und dessen Frau Maxima, garantieren. Der Thronfolger hat sein Image als trinkfreudiger Schürzenjäger abgestreift. Sein Interesse gilt inzwischen einer anderen Flüssigkeit: dem Wasser und der Frage des Wassermanagements – ein Thema, das die Niederländer in Zeiten des Klimawandels zunehmend in Beschlag nehmen wird.

Ehefrau Maxima wird allgemein als herzliche, warme Ergänzung des etwas knöchern wirkenden Prinzen gesehen und mischt sich auch in gesellschaftliche Debatten ein, wie es ihre Schwiegermutter getan hat. Zuletzt punktete sie auf der Beliebtheitsskala mit einer Premiere: Als erstes Mitglied des Königshauses schwamm Maxima für einen wohltätigen Zweck durch die Grachten Amsterdams.