Antisemitismus"Augstein sollte sich bei den Lesern und dem jüdischen Volk entschuldigen"

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum nennt Verleger Jakob Augstein einen Antisemiten. Rabbi Abraham Cooper, stellvertretender Direktor des SWZ, steht zu der Entscheidung. von 

Jakob Augstein bei einem Fernsehauftritt im November 2012

Jakob Augstein bei einem Fernsehauftritt im November 2012  |  © Karlheinz Schindler/dpa

ZEIT ONLINE: Herr Cooper, welches Ziel verfolgt das Simon-Wiesenthal-Zentrum (SWZ) mit der Liste der zehn schlimmsten antisemitischen Beleidigungen 2012?

Cooper Wir veröffentlichen diese Liste jedes Jahr seit 2010. Sie soll eine weltweite Momentaufnahme sein und zeigen, wo und wie Antisemitismus massenkompatibel wird. Die Liste ist ein Weckruf an die Politik und soll zu Diskussionen anregen.

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ZEIT ONLINE: Im Fall von Jakob Augstein hat das geklappt. Mehrere deutsche Politiker und Kommentatoren halten den Vorwurf des Antisemitismus jedoch für überzogen.

Abraham Cooper
Abraham Cooper

Der US-amerikanische Rabbi Abraham Cooper (62) ist stellvertretender Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums mit Sitz in Los Angeles.

Cooper: Wir erwarten keine Perfektion oder politische Korrektheit. Aber: Augstein ist eine prominente Mediengröße, und Journalisten tragen die größte Verantwortung in einer Demokratie. Ich kenne Augstein nicht persönlich und habe nie mit ihm gesprochen. Aber wenn jemand in so einer Position wiederholt die Grenze zum Antisemitismus überschreitet, dann werden wir ihn dafür zur Rede stellen, und genau das haben wir getan. Deswegen ist er auf der Liste.

ZEIT ONLINE: Wo ziehen Sie diese Grenze zwischen legitimer Kritik an israelischer Politik und Antisemitismus?

Cooper: Wir folgen dabei sehr genau der Definition von Nathan Sharansky, dem Vorsitzenden der israelischen Einwanderungsorganisation. Entscheidend sind demnach Doppelmoral, Dämonisierung und Delegitimierung. Trifft eines dieser drei "D" zu, handelt es sich nicht mehr um bloße Kritik.

ZEIT ONLINE: Welche Aussagen Augsteins erachten Sie als antisemitisch?

Cooper Er überschreitet die Grenzen der drei "D" konsequent. Nehmen wir zum Beispiel seine Äußerungen über die Haredim.

ZEIT ONLINE: Augstein schreibt in Spiegel Online wörtlich: "Israel wird von den islamischen Fundamentalisten in seiner Nachbarschaft bedroht. Aber die Juden haben ihre eigenen Fundamentalisten. Sie heißen nur anders: Ultraorthodoxe oder Haredim. Das ist keine kleine, zu vernachlässigende Splittergruppe. Zehn Prozent der sieben Millionen Israelis zählen dazu." Ist das ein Beleg für Augsteins Antisemitismus?

Cooper: Mit den islamischen Fundamentalisten meint Augstein eindeutig Hamas, Hisbollah und so weiter. Er sagt dann über die Haredim: "Diese Leute sind aus dem gleichen Holz geschnitzt wie ihre islamistischen Gegner. Sie folgen dem Gesetz der Rache." Bringt Herr Augstein irgendeinen Beweis dafür, dass die Gemeinschaft der Haredim Selbstmordattentäter unterstützt, lehrt, bezahlt, trainiert oder für sie predigt? Die Gemeinschaft mag abgeschottet sein, aber sie ist nicht gewalttätig. Das Gesetz der Rache? Das sind aufwiegelnde Anschuldigungen ohne Grundlage. Ist es nicht an der Zeit, dass deutsche Medien einen der ihren in die Pflicht nehmen, der deutschen Öffentlichkeit Fakten vorzulegen?

ZEIT ONLINE: Das SWZ ruft die Öffentlichkeit dazu auf, selbst auf Beleidigungen aufmerksam zu machen. Wie wird die finale Liste bestimmt?

Cooper: Die Liste wird hier in Los Angeles erstellt. Mit mir sind das fünf bis sechs Leute, die das letzte Wort haben.

ZEIT ONLINE: Welche Rolle spielte Henryk M. Broder, den das SWZ in der Liste zitiert, bei der Entscheidung, Augstein in das Ranking zu hieven?

Cooper Wir haben nicht mit Broder gesprochen, er hatte keinen Einfluss auf die Entscheidung. Aber ein Großteil unserer Mitglieder kennt Augstein nicht, deswegen wollten wir Broders Perspektive dazunehmen. Er ist ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter, und anders als wir ist er vor Ort in Deutschland. Augstein hat auf seine Kritik übrigens nie reagiert, das halte ich für sehr vielsagend.

ZEIT ONLINE: Ist es überhaupt möglich, Antisemitismus zu messen und in einem Ranking darzustellen?

Cooper: Wir versuchen das, indem wir verschiedene Stufen des Antisemitismus aufzeigen. Ein Regime wie das in Teheran hat direkten Zugriff auf Macht und Militär. Es ist in der Lage, in der ganzen Region ein Armageddon anzurichten, das nicht nur Juden beträfe. Die Muslimbrüder in Ägypten und Mahmud Ahmadinedschad stehen darum ganz vorne.

ZEIT ONLINE: Andere in der Liste haben diese Macht nicht…

Cooper: … wie etwa Louis Farrakhan, der religiöse Führer der Nation of Islam. Er steht auf einer anderen Ebene, aber er hat Einfluss und verteilt sein Gift, konsequent und über Jahre hinweg. Ob jemand dann auf Rang acht oder neun steht, ist nicht so wichtig.

ZEIT ONLINE: Augstein sagte zu dem Vorwurf: "Für den Kampf gegen den Antisemitismus hat das SWZ meinen ganzen Respekt. Umso betrüblicher ist es, wenn dieser Kampf geschwächt wird. Das ist zwangsläufig der Fall, wenn kritischer Journalismus als rassistisch oder antisemitisch diffamiert wird."

Cooper: Damit ist es nicht getan. Er sollte sich nicht hinter seiner Funktion als Journalist verstecken, sondern hinterfragen, wofür er kritisiert wird. Israel kann nicht tun und lassen, was es will, ohne sich der Kritik zu stellen – ebenso erhält ein Journalist keinen Freifahrtschein, nur weil er einen Presseausweis besitzt. Augstein sollte sich bei seinen Lesern und dem jüdischen Volk entschuldigen.  

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Leserkommentare
  1. Zitat: "Aber ein Großteil unserer Mitglieder kennt Augstein nicht, deswegen wollten wir Broders Perspektive dazunehmen. Er ist ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter, und anders als wir ist er vor Ort in Deutschland."

    Ich empfehle der jüdischen Gemeinde sich vielleicht klarer denkende und vor allem weniger polemische und polarisierende Wortarbeiter als Referenz zu suchen. Zumindest sollten sie jedoch in Erwägung ziehen ein Gegengewicht zu diesem Herrn Broder in die Waagschalen zu legen.

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    Hört auf, es immer bestreiten zu wollen. Er ist so wie so nur schlecht versteckt.

    • Bashu
    • 05. Januar 2013 17:39 Uhr

    Diktaturen. Wir leben aber in einer Demokratie, ich finde es gut, dass Augstein sich keinen Maulkorb verpassen lässt.

    Das eigentlich diskriminierende ist der krampfhafte Fokus auf (Anti)Semitismus in der deutschen Diskussionskultur.

    Was ist mit den Rechten von Polen, Russen, Türken, Arabern (das sind auch Semiten)? In Berlin wird man tagtäglich an den Völkermord an den Juden erinnert, aber wer erinnert sich eigentlich an den Völkermord an den Roma und Sinti? Wo ist die Wiedergutmachung? Wo sind die deutschen U-Boote für Rumänien?

    Im 2. Weltkrieg sind 15 Mill. Russen gestorben (mehr als Juden!) und 5 Millionen Polen, ein nicht zu vernachlässigender Teil in Konzentrationslagern.

    Mit Polen und Russen sind wir bei Normalzustand, im Falle von Israel nicht.

    Ich bin jung und akzeptiere keine Erbschuld, zumal mir sich der Verdacht aufdrängt, dass es von Politikern als Machtinstrument missbraucht wird...

    Zitat: "Augstein hat auf seine [Broders] Kritik übrigens nie reagiert, das halte ich für sehr vielsagend."

    Augstein, der Israel kritisiert, wird als Antisemit diffamiert, seiner Kritik wird abgesprochen, sachlich bzw. legitimiert zu sein. Gleichzeitig bezeichnet Herr Cooper die unerträgliche Polemik, die widerlichen persönlichen Angriffe Broders als "Kritik".
    Ist der Mann schizophren?
    Und wie kann er erwarten, dass Augstein auf Broders Einlassungen reagiert? man könnte das vielleicht erwarten, würde Broder sachlich argumentieren. Tut er aber nicht, er beleidigt und diffamiert. Kein Mensch muss sich dazu herablassen, auf so etwas zu reagieren.

    > Es gibt einen "linken" Antisemitismus

    Klar, den Antisemitismus gibts in jeder Ecke, sogar in Israel. Aber was hat das mit dem Thema "Augstein" zutun? Dafür braucht´s Belege und entsprechende Zitate.

    • Torm
    • 07. Januar 2013 9:28 Uhr

    Warum reagiert ein in den USA ansässiger jüdischer Verband auf Kritik am Staat Israel in Deutschland? - Ohne zu verstehen! Aufgrund Hörensagens!
    Warum wird Kritik am politischen und militärischen Vorgehen des Staates Israel in den meisten Fällen mit Antisemitismus gleichgesetzt? - Drückt man sich vor Rechtfertigung? Muss man erst lernen, mit Kritik rational umzugehen?
    Warum wird bei deutscher Kritik an Israelischer Politik immer der Genozid an den europäischen Juden aus dem Schrank geholt? - Seht, es gab Menschen, die schlimmer als wir heute agierten?
    Warum kann man nicht die Religion im Schrank lassen? - Religion, insbesondere die christliche, hat in der Geschichte der letzten 1000 Jahre die meisten Kriege und die meisten Gräueltaten zu verantworten.
    Kritik, insbesondere berechtigte, wird dadurch zwar nicht einfacher zu ertragen, doch wird der Blick auf die Fakten nicht mehr durch religiöse Nebelwände verstellt.

    Vielen Dank für Ihre Beiträge. Wir haben diese Debatte nun geschlossen. Die Redaktion/sh

    • Torm
    • 07. Januar 2013 9:40 Uhr

    Warum bittet Cooper den diffamierten Augstein nicht um Entschuldigung? - Dann wäre das Thema erledigt.
    Kritik am politischen und militärischen Vorgehen des Staates Israel gegenüber seinen arabischen Mitbürgern und dem Nachbarstaaten inkl. Palästina ist nicht mit Antisemitismus im Sinne von Judenhass gleichzusetzen. Diese Verbindung wird zwar von bestimmten jüdischen Kreisen immer wieder mühsam konstruiert, dadurch aber nicht realer. Und Kritik aus Deutschland oder von einem Deutschen am politischen und militärischen Vorgehen Israels gegen seinen Nachbarn Palästina ist nicht in eine Reihe mit den Verbrechen des Genozids an den europäischen Juden zu stellen.

  2. "Broder ist ein in der jüdischen Gemeinde weltweit respektierter Wortarbeiter"
    Aber gewiss erst nach seiner 180°-Wende.
    Vorher war er sich auch ein jüdischer Selbsthasser, allerdings wurde damals nicht derartig hysterisch reagiert und "argumentiert".

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    • Moika
    • 05. Januar 2013 19:33 Uhr

    Es muß wohl etwas persönliches sein, das Broders so auf Augstein reagieren läßt.

    Augstein hat als wohlsituierter Millionenerbe eh schon ein Problem, als "anerkannter" Linker aufzutreten und linke Positionen zu vertreten - so recht nimmt ihm das doch wirklich niemand ab.

    Er ist zwar manchmal etwas flappsig, oberflächlich und auf seine Art scho manchmal anmaßend, wenn er seine Thesen vorträgt - aber das war es im Großen und Ganzen auch schon, was sich über ihn berichten läßt, denn seine journalistische Arbeit hält sich doch in engen Grenzen.

    Der Nahe Osten, Israel und Palästina sind nun einmal die Brandherde unserer Zeit, da nicht drüber zu berichten wäre journalistischer Selbstmord. Die israelische Regierung scheint nach george-dabbejus Maxime zu leben: Wer nicht für und mit uns ist, ist eben böse - und das Böse hat kein Recht, isrealische Politiker und die Politik des Landes zu kritisieren. Das alles scheint meiner Meinung langsam vollkommen aus dem Ruder zu laufen. Denn wer Isreal und seine Politik kritisiert, ist nicht gleich antisemitisch - beanspruchte Automatismen helfen da nicht weiter.

    Vermutlich hat sich der Rabbi in den USA lediglich auf Broders Behauptungen gestützt und verlassen, ohne die Vorwürfe überhaupt zu prüfen. Broders nun als einen der 10 größten Antisemiten hinzustellen, ist einfach grotesk und eine Frechheit.

    So macht man sich sicher keine Freunde.

    Rabbiner gaben Rabin zum Abschuss frei ...

    "Gut, "unsere Taliban" schicken keine Kinder mit Dynamit-Taschen auf den Weg ins Paradies. Aber: Bevor ein jüdischer Fanatiker Jizchak Rabin ermordete, hatten ein paar exzessiv orthodoxe Rabbiner in einer Art "Fatwa" den "Verräter" Rabin zum Abschuss freigegeben...."

    Aus:

    Wie Ultraorthodoxe (Haredim) den Judenstaat zerstören
    Nur zehn bis 15 Prozent der Israelis sind orthodox. Aber sie gewinnen stetig an Einfluss und erodieren die demokratische Kultur."

    Eine Anklageschrift. Von Henryk M. BRODER
    vom 13. Jan. 2012, veröffentlicht in der Welt
    http://www.welt.de/kultur...
    13.01.12

    ----

    Muss sich nach Kenntnisnahme dieses Ihnen offenbar verborgen gebliebenen "Taliban"- Vergleichs mit den von Ihnen so friedlich dargestellten "Haredim" seitens Ihres hoch geschätzten "Wortkämpfers", Henryk M. BRODER,
    nun der sich um Israel und den Weltfrieden sorgende kritische Journalist, Jakob Augstein, jetzt immer noch "bei den Lesern und dem jüdischen Volk entschuldigen" ? -

    oder sollten Sie nicht besser die mäßigenden Worte der Vernunft, des Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, beherzigen und besser recherchieren, bevor Sie eine derartig fehl begründete Rufmordkampagne in die Welt hinaus posaunen?

    Shalom!

    • S0T86
    • 05. Januar 2013 12:23 Uhr

    Menschenrechte und humanistische Moral sind universal. Auch der israelische Staat kann sich davon nicht loslösen. Wer Menschenrechte bricht, darf auch kritisiert werden. Das hat mit der Vergangenheit erstmal nichts zu tun. Das hat mit logischem Menschenverstand zu tun. Wenn dieser Menschenverstand verteufelt wird, dann erst entsteht das Potenzial für neue düstere Zeitalter.

    Augstein ist einer der besten Kommentatoren, den wir in Deutschland haben. Scharf, kritisch und sicherlich nicht antisemitisch.

    Es ist traurig, dass mit solch kindischen Verteufelungen und Stigmatisierungen gehandelt wird, wenn es um die tatsächliche Situation in Israel geht. Damit werden die eigentlichen Antisemiten salonfähig gemacht. Ahmadinedschad mit dem Sohn vom Spiegel-Gründer Augstein auf einer Liste. Kaum zu glauben.

    Zu Herrn Broder muss man nichts mehr sagen. Lustigerweise ist er fundamental rechter, als Augstein es je sein könnte. Mit Argumenten hat er darüber hinaus nie hantiert.

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    • klaus.p
    • 05. Januar 2013 15:07 Uhr

    Na ja, inwieweit Ahmadinedschad ein Antisemit ist, sei auch dahin gestellt. Der Iran hat die größte jüdische Gemeinde und Juden sitzen sogar im Parlament. Die Aussagen sind doch falsch übersetzt, entstellt und verkürzt wiedergegeben. Hier geht es ebenso um politische Interessen, denn um religiöse ("Antisemitismus"). Sie sollten sich besser informieren. Die Propaganda gegen den einen mit der Propaganda gegen den anderen aufzuwiegen, macht die Sache nicht besser.

    Quelle: https://www.freitag.de/au...

    steht meines Wissens, nicht im Verdacht ein Antisemit zu sein.

    "IsraelsPräsident Schimon Peres hat seine Landsleute eindringlich zur Teilnahme an einer Demonstration gegen eine Gruppe ultraorthodoxer Juden aufgerufen. Diese Gruppe versucht in der Stadt Beit Schemesch nahe Jerusalem, ihre religiösen Regeln auch im öffentlichen Raum durchzusetzen und damit die Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit zu verstärken....."

    "...Wir kämpfen für das Herz der Nation und um den Kern des Staates", sagte Peres in einer Ansprache."

    "Sie sind nicht die Herren des Landes"

    "Niemand habe das Recht, einen anderen Menschen zu bedrohen. "Sie sind nicht die Herren des Landes", sagte Peres mit Blick auf die von einem Fernsehteam aufgedeckte Geschichte eines achtjährigen Mädchens, die in der vergangenen Woche im gesamten Land für Empörung gesorgt hatte."

    Quelle:
    http://www.zeit.de/politi...

    Augstein bewirft sicher keine israelischen Polizisten mit Steinen; um als Journalist ernst genommen zu werden, hätte er sich aber differenzierter äußern müssen, um der ewigen Karawane der gefühlt Meinungsunterdrückten, von vornherein den Schaum vom Mund zu nehmen. Hier hat man sich doch langsam auch daran gewöhnt, die Hardcore-Salafisten, von der Masse der friedlichen Religionausüber aller Farben, zu unterscheiden.

    Augstein mit Ahmadinedschad auf eine Liste zu
    setzen, werten wir dann mal großzügig als jüdischen Humor, jenseits dessen, was Broder dafür hält..

    • Talosso
    • 05. Januar 2013 21:42 Uhr

    wie ein Franz Schönhuber rechts war oder ein Strache rechts ist, er ist noch nicht mal rechts wie ein Markus Beisicht, oder ein Renee Stsdkevitz rechts ist.

    Broder ist rechts wie ein Paul Dundes Wolfowitz oder ein William Kristol ist. Broder ist Anhänger, dessen, das was man in den USA N e o k o n s e r v a t i s m u s nennt, und wie die prägenden Begründer dieser politischen Bewegung ist er jüdisch und war früher ein radikaler Linker und Trotzkist.

    Diese Neokonservative zeichnen sich dadurch aus, wie es der politischer Theoretiker, Historiker und Literaturkritiker Russel Kirk 1988 zusammenfasste, dass sie "nicht selten...die Tel Aviv mit der Hauptstadt der USA verwechseln"

    http://www.kevinmacdonald...

    Neokonservatismus ist zur Leitideologie der Republikanischen Partei geworden.

  3. Vielleicht sollte sich aber auch das SWZ bei Hr. Augstein entschuldigen...

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    Sie und ich nicht mehr erleben, denn scvhließlich haben die ja den Polemiker Broder auf ihrer Seite, Und dies zählt nun einmal bei denen.

    • CoMiMo
    • 05. Januar 2013 12:25 Uhr
    5. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik und Relativierungen. Danke, die Redaktion/jp

    3 Leserempfehlungen
  4. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische Behauptungen. Danke, die Redaktion/au

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    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf haltlose Spekulationen. Danke, die Redaktion/au

  5. Je nach Lesart unt Interpreation von Augstein Textes trifft der Vorwurf, der ihm gemacht wird zu - oder eben nicht.

    Ich habe die angeführte Passage mehrfach gelessen, sehe aber nicht, dass alle Schlußfolgerungen, die hier impliziert werden, so getroffen werden müssen.

    Wäre die Anwendung der Logik richtig und Haredim und Hamas wäre hier gleichgestellt worden, dann hätte sich auch Hamas beschweren können über einen äußerst unfreundlichen und unpassenden Vergleich. Der gemeinsame Nenner ist Fundamentalist - nicht mehr und nicht weniger.

    Eine Notwendigkeit zur Entschuldigung kann ich aus dem Umstand, dass jemand einen Text mit negativer Vorprägung ins Extrem interpretiert nicht sehen.

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    "Je nach Lesart unt Interpreation von Augstein Textes trifft der Vorwurf, der ihm gemacht wird zu - oder eben nicht."

    Wenn Augstein antisemitische Propaganda schreibt, dann kann der sog. Verein Strafanzeige stellen. Augstein rate ich sich einen Rechtsanwalt zu nehmen und Broder wegen Verläumdung anzuzeigen (und sich auf Broders Gerede garnicht öffentlich einzulassen).

    Der Vorwurf trifft eben nicht. Sogar wenn Haredim und Hamas gleichgestellt werden, ist das kein Antisemitismus. Auch wenn die Beurteilung, die Sichtweise Augsteins auf diese Gruppe unfair oder unsachlich oder überzogen ist, ist das kein Antisemitismus.
    Antisemitismus liegt vor, sofern das jüdische Volk als Ganzes geschmäht oder dämonisiert, also im Ganzen rassistisch argumentiert wird. Würde Augstein schreiben: "Am Beispiel der Haredim zeigt sich, wie gewaltbereit und fanatisch die Juden doch sind." - dann wäre es antisemitisch. Doch das hat er meines Wissens nicht geschrieben.

    Mich ärgert diese Debatte, denn Fakt ist nun einmal, daß die Palästinenser teilweise tatsächlich hinter Stacheldraht, ohne Strom, ohne fließendes Wasser und ohne jede Lebensperspektive vor sich hinvegetieren müssen. Würde sich das SWZ dafür interessieren, diese Zustände zu ändern, würde man mehr gegen Antisemitismus tun als mit dieser bizarren Liste.

    • Vanita
    • 05. Januar 2013 12:28 Uhr

    Was er mit seinen Texten nicht erreicht ist ihm jetzt durch dieses Dauerdurchkauen seines (angeblichen/ tatsächlichen) Antisemitismus' sicher, Riesenaufmerksamkeit.

    Ich persönlich halte ihn ja, da er gerne auf Israel rumhackt, durchaus für einen Antisemiten.

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    eben nicht Kritik an Israel.

    Auch wenn das gerne so gesehen wird.

    Man fragt sich, wie man eigentlich den durchschnittlichen Moslem-Hasser nennt. All die, die in den Medien, in Foren und wo immer sich sonst ein Publikum bietet, den Islam per se zu einer hasserfüllten Todesbotschaft machen. Täglich.

    Das ist aber normal. Während Kritik an Israel oder jüdischen Religionsriten wie der Bescheneidung sofort als Antisemitismus bezeichnet werden.

    Die einen darf man hemmungslos beschimpfen, die anderen muss man lieben, ob man nun will oder nicht. Oder sich halt ebenfalls beschimpfen lassen.

    ... und Sie liegen genau falsch.

    > Ich persönlich halte ihn ja, da er gerne auf Israel rumhackt, durchaus für einen Antisemiten. <

    Kritik am Staat Israel hat nichts mit Antisemitismus zu tun.

    Wenn ich jetzt also laufend die Vorgehensweise der Syrischen Armee kritisiere, bin ich dann Islamfeindlich oder Pazifist?

    Die Artikel Augsteins sind äußerst gut recherchiert und seine Journalistischen Fähigkeiten suchen im Deutschsprachiger Raum seit Jahren seines gleichen.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unangemessene Vergleiche. Danke, die Redaktion/au

    Wer (neben denen der Hamas) nun ebenso auch israelische Völker- und Menschenrechtsverletzungen kritisiert, ist automatisch ein Antisemit? Dürfen heutige Israelis im Westjordanland und Ostjerusalem straflos alles besetzen und bebauen, nur wegen der unsäglichen Geschichte vieler Juden im 3. Reich?

    für eine Judenfeindliche Äußerung Augsteins, die ihm die Bezeichnung als "Antisemit" angedeihen lässt?
    Oder wollen Sie ihn auch nur beschimpfen? Ich bin gespannt.

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