AnschlagsversuchBahn setzt Kopfgeld auf Bonner Bombenleger aus

Nach dem versuchten Anschlag am Hauptbahnhof Bonn hat die Bahn eine hohe Belohnung ausgesetzt. Das BKA erwähnt die Summe in einem Aufruf, ohne auf die Bahn einzugehen.

Die Bahn schaltet sich in die Fahndung nach den Bombenlegern vom Bonner Hauptbahnhof ein: Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, hat das Unternehmen eine Belohnung in Höhe von 50.000 Euro ausgesetzt. Wie die Welt berichtet, will der Konzern so die Ermittlungsarbeit der Polizeibehörden ergänzen. "Die Sicherheit in Zügen und auf Bahnhöfen hat für die Deutsche Bahn absolute Priorität. Deshalb haben wir uns gemeinsam mit den Ermittlungsbehörden dazu entschlossen, diese Belohnung auszuloben", sagte Vorstandsmitglied Gerd Becht.

Die "ungewöhnlich hohe Summe" solle ein finanzieller Anreiz für Zeugen sein, sich mit "wichtigen Informationen zur Tat an die Ermittlungsbehörden zu wenden", sagte Becht. Wer sachdienliche Informationen zu den gesuchten Personen und den Vorgängen am Hauptbahnhof machen kann, solle sich an das Bundeskriminalamt wenden.

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Das BKA veröffentlichte seinerseits einen Aufruf zur Mithilfe bei der Aufklärung des Falls: Auf ihrer Homepage hat die Behörde schon vor Wochen Fotos eines mutmaßlichen Täters und Videoaufnahmen aus einem Schnellrestaurant eingestellt, in dem der Mann sich kurzzeitig aufhielt. Das BKA verweist ebenfalls auf die Belohnung von 50.000 Euro, die Bahn wird in diesem Zusammenhang aber nicht erwähnt.

Keine Videoaufzeichnung in Bonn

Am 10. Dezember vergangenen Jahres hatten Unbekannte auf einem Bahnsteig des Bonner Hauptbahnhofs eine Tasche mit einer Bombe deponiert. Der Sprengsatz war zwar prinzipiell zündfähig, detonierte aber nicht, weil er wahrscheinlich falsch konstruiert war. Weil die Behörden von einem versuchten islamistischen Anschlag ausgehen, ermittelt das Bundeskriminalamt in dem Fall.

Bei der Bahn laufen nach Informationen der Welt zudem Vorbereitungen für ein Sicherheitstreffen, bei dem diskutiert werden soll, wie die Sicherheit auf Bahnhöfen erhöht werden kann. Dafür sollen Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU), Bahnchef Rüdiger Grube, Polizeivertreter, Datenschützer und Experten zur Bekämpfung von Kriminalität im öffentlichen Raum ein Konzept entwickeln.

Im Mittelpunkt steht die Frage nach der Videoüberwachung, denn von dem Anschlagsversuch in Bonn gab es zwar Kameras, aber keine Videoaufzeichnungen. Nun soll der Zeitung zufolge diskutiert werden, wie sinnvoll mehr Kameras und eine Speicherung der Daten sind, und wer dafür die Kosten tragen soll.

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Leserkommentare
  1. Ich glaube nach wie vor kein Wort. Wenn ich etwas zusammenbaue, mache ich natürlich auch Funktionstests. Das macht eigentlich jeder und so grnzenlos dämlich wie man uns glauben machen will, sind die Terroristen nun auch wieder nicht. Das passiert denen angeblich ja ständig, wer soll das denn noch ernst nehmen?
    Außerdem stellen sie ihre "Bombe" auf einem leeren Bahnsteig ab, wenige Wochen vor den Silvesterfeierlichkeiten in Berlin mit riesigen Menschenaufläufen. Auch das macht niemand anderes. Nur Terrorbomber in Deutschland.

    Natürlich muss nun auch verschärft im Internet gefahndet werden, insbesondere auf den Festplatten der Bürger, sonst bleibt die Bahn auf ihrem Preisgeld sitzen. Und das möchte ja keiner.

    2 Leserempfehlungen
    • NiktaM
    • 23. Januar 2013 11:36 Uhr
    2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Spekulationen. Danke, die Redaktion/ls

  2. Zitat aus http://www1.wdr.de/fernsehen/aks/themen/bombe-bonn122.html

    "...Ein früheres Phantombild eines dunkelhäutigen Mannes, den die Ermittler im Visier hatten, wird offenbar zurückgenommen. Nach Einschätzung der Ermittler soll es sich bei diesem Mann nicht um einen Bombenleger handeln, sondern um einen Taschendieb. Dieser hatte die Sporttasche womöglich für leichte Beute gehalten...."

    Also ist weiterhin offen, wer die Bombe platziert hat.

    Es sollen heute neue Bilder eines Verdächtigen veröffentlicht werden.

    Am Ende vielleicht ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes?

    3 Leserempfehlungen
  3. die "Bombe", die noch nicht mal einen Zünder hatte. Die gelegt wurde, als der NSU-Skandal so richtig losging. Von der gleichen Art wie diejenige, die gelegt wurde (auch ohne Zünder), als die Sache mit dem Bundestrojaner herauskam.

    Am besten mal bei den Geheimdiensten nachfragen.

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    <em>„ Ach ja, die "Bombe", die noch nicht mal einen Zünder hatte. Die gelegt wurde, als der NSU-Skandal so richtig losging. Von der gleichen Art wie diejenige, die gelegt wurde (auch ohne Zünder), als die Sache mit dem Bundestrojaner herauskam. Am besten mal bei den Geheimdiensten nachfragen.“</em>

    Erfahrungsgemäß schätze ich die Überlebenswahrscheinlichkeit Ihres Kommentars relativ gering ein - wahrscheinlich heißt es bald: <em>„Bitte verzichten Sie auf die Verbreitung von Verschwörtungstheorien. Danke, die Redaktion/xy“</em> (oder ähnlich).

    Denn es ist bekanntlich eine paranoide Verschwörungstheorie, bei den zahlreichen wie durch Wunder verhinderten Anschlägen eine Beteiligung von Geheimdiensten zu vermuten - während es natürlich vollkommen rational gerechtfertigt ist, sich ständig von einer islamistischen Weltverschwörung bedroht zu fühlen.

  4. In einem Artikel des SPON vom 13.01.2012 wurde berichtet, dass der Sprengsatz gar nicht hätte explodieren können, weil der Zünder fehlte.

    „Bislang waren die Ermittler davon ausgegangen, dass die Bonner Bombe tatsächlich hätte detonieren können. Sie sei nur wegen eines Baufehlers nicht explodiert. Jetzt wurde aber deutlich, dass die Bombe gar nicht hätte explodieren können: Ihr fehlte der Zünder.“

    Des weiteren wird jetzt auch wieder in alle Richtungen ermittelt. Gleicher Ablauf wie bei den Dönermorden.

    „Das BKA habe die Ermittlungen "in alle Richtungen" ausgeweitet, berichtete das Magazin unter Berufung auf einen vertraulichen Lagebericht. Die Bundesanwaltschaft habe inzwischen das neugegründete Abwehrzentrum gegen Rechtsextremismus eingeschaltet, um mögliche Spuren in die rechtsextreme Szene zu ermitteln. Denkbar sei aber auch ein unpolitisches Motiv, etwa eines Erpressers oder einer "psychisch erkrankten Person".“

    Darüber wird in den Medien nun aber nicht mehr so breit berichtet. Nachdem die Bevölkerung verunsichert wurde und Schuldige in Form von Minderheiten gefunden worden sind ist der Auftrag abgeschlossen und es kann sich wieder auf andere schlagzeilenträchtige Geschehnisse gestürzt werden.

    3 Leserempfehlungen
  5. darüber, das Islamische Terroristen auf deutschen Hoheitsgebiet immer vergessen wie eine funktionierende "USBV" zu bauen ist.

    Bei soviel Erfahrung im Kriegshandwerk, rettet solch eine Bescheidenheit sehr viele Leben.

    Und das ist auch gut so !

    2 Leserempfehlungen
  6. <em>„ Ach ja, die "Bombe", die noch nicht mal einen Zünder hatte. Die gelegt wurde, als der NSU-Skandal so richtig losging. Von der gleichen Art wie diejenige, die gelegt wurde (auch ohne Zünder), als die Sache mit dem Bundestrojaner herauskam. Am besten mal bei den Geheimdiensten nachfragen.“</em>

    Erfahrungsgemäß schätze ich die Überlebenswahrscheinlichkeit Ihres Kommentars relativ gering ein - wahrscheinlich heißt es bald: <em>„Bitte verzichten Sie auf die Verbreitung von Verschwörtungstheorien. Danke, die Redaktion/xy“</em> (oder ähnlich).

    Denn es ist bekanntlich eine paranoide Verschwörungstheorie, bei den zahlreichen wie durch Wunder verhinderten Anschlägen eine Beteiligung von Geheimdiensten zu vermuten - während es natürlich vollkommen rational gerechtfertigt ist, sich ständig von einer islamistischen Weltverschwörung bedroht zu fühlen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ach ja, "
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    unter Berücksichtigung der einschlägigen Fachliteratur, so ab 1915 (Escales), 1965 (Urbanski) oder 1977 (Fedoroff/Kaye) darf als Verschörungstheorie allenfalls die nach aller fachlichen Einsicht falsche Bezeichnung "Bombenleger" in der Artikelüberschrift gelten. Denn genau dafür gibt es aus technischer Sicht keine Hinweise, oder?

    Unterfüttert wird das natürlich noch durch die Unzucht mit gründlich daneben liegenden Fachbegriffen:

    - faktisch gab es nur eine mutmaßliche USBV
    - es gab auch keinen "Sprengsatz", da kein umsetzungsfähiges Material als Wirkladung vorhanden war
    - "prinzipiell zündfähig" .... ist auch eine Tageszeitung. Zudem erscheint es wünschenswert, wenn klargestellt wird das entweder "zündfähig" gilt, dann war auch mindestens ein wesentlicher Teil der Zündkette vorhanden, oder eben "unbezündert".....
    -"wahrscheinlich falsch konstruiert", ist auch ein Hohn an Desinformation. Über 100 Jahre Fachliteratur sprechen dagegen, das hier überhaupt eine funktionsfähige USBV erstellt werden sollte.
    Dem Leser drängt sich aufgrund des bis zur Absurdität widersprüchlichen Inhaltes solcher Artikel unweigerlich die Frage nach den Zweck auf?
    Vielleicht ja für einen ausgiebigen Pausenlacher bei der BKA-Tagung?

    Beste Grüße CM

    wird hierzulande sowieso seltsam verwendet - so kann es anscheinend auch Verschwörungstheorien geben, die nur einzelne Leute (die sich wohl mit sich selbst verschworen haben)beinhalten. Überhaupt ist alles eine Verschwörungstheorie, was ein Fehlverhalten staatlicher Stellen miteinbezieht. Ist ja auch undenkbar so etwas.

    • P229
    • 23. Januar 2013 15:12 Uhr

    Wir befinden uns in Deutschland.
    "Kopfgeld" wir hierzulande höchstens von kriminellen Gangs ausgelobt.
    Es handelt sich hier um eine Belohnung zur Aufklärung/zur Ergreifung etc. Dies steht im Einklang mit unserem Rechtsstaat.
    Ihre Ausdrucksweise ist unterirdisch!

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte CSU | Deutsche Bahn | Anschlag | Aufklärung | Bundeskriminalamt | Behörde
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