FrankreichBrigitte Bardot macht den Depardieu

Nun droht auch Frankreichs Filmlegende Bardot damit, einen russischen Pass beantragen zu wollen. Anders als bei Depardieu geht es nicht um Geld, sondern um Elefanten.

Brigitte Bardot (Archiv)

Brigitte Bardot (Archiv)  |  © Eric Feferberg/AFP/Getty Images

Brigitte Bardot ist in Frankreich nicht nur eine Filmlegende, sondern auch als streitbare Tierschützerin bekannt. Das unterstreicht die 78-Jährige nun mit der Drohung, nach Gérard Depardieu wolle auch sie einen russischen Pass beantragen, sollten zwei kranke Elefanten in einem Zoo in Lyon wie angeordnet eingeschläfert werden.

Wenn die Elefanten Baby und Népal getötet würden, werde sie die russische Staatsbürgerschaft beantragen, "um aus diesem Land zu fliehen, das nur noch ein Tierfriedhof ist", schrieb Bardot. Depardieu, der Frankreich aus Steuergründen verlässt, hatte am Donnerstag von Russlands Präsident Wladimir Putin die russische Staatsbürgerschaft erhalten.

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Wie Depardieus Steuerflucht beschäftigt das Schicksal der beiden Elefanten die französische Öffentlichkeit schon seit Wochen. Die Behörden haben die Einschläferung der seit 1999 im Zoo von Lyon lebenden Tiere angeordnet, weil sie an Tuberkulose erkrankt sind. Die Behörden befürchten, die Elefanten könnten andere Tiere und auch Menschen anstecken.

Der Zirkusdirektor Gilbert Edelstein, der die Elefanten dem Zoo damals anvertraute, macht gegen die Einschläferung mobil: Er hat unter anderem ein Gnadengesuch an Frankreichs Staatschef François Hollande gerichtet und die Justiz eingeschaltet.

Inzwischen haben Edelsteins Anwälte auch beim obersten französischen Verwaltungsgericht, dem Staatsrat, einen entsprechenden Antrag eingereicht. Dem Kampf des Zirkusdirektors hat sich auch Bardots Tierschutzorganisation angeschlossen.

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Leserkommentare
    • Peter64
    • 04. Januar 2013 16:02 Uhr

    Aus Protest gegen eine durchaus diskutable Entscheidung bezüglich Tierschutzes in ein Land auswandern zu wollen, das noch nicht einmal ein Tierschutzgesetz hat, zeigt, wie weit sich diese Prominenten vom realen Leben entfernt haben.

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    Bardot ist keine engagierte Tierfreundin, sondern von einer Tier-Obsession besessen. Ganz abgesehen von ihren radikalen rassistischen und hiomophoben Äußerungen. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/jp

  1. Den Satz verstehe ich nicht: Brigitte Bardot droht damit, den russischen Pass beantragen zu wollen. Wem droht sie? Den Franzosen oder den Russen? In Russland gibt es jedenfalls genug Tiere, denen es schlecht geht, z.B. Tanzbären und die russischen Frauen tragen auch ungeniert Pelz. Da ergibt sich ein reichhaltiges Betätigungsfeld.

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    • HeidiS
    • 04. Januar 2013 19:59 Uhr

    sie wird sich täglich um Aufmerksamkeit auf den Roten Platz bemühen und flanierende Pelzträger mit roter Farbe besprühen. Ob dann alle Pelzmützen-Träger auf Lammfell (nneeiiinnn!) Wolle umsteigen werden? Wenigstens ihr zuliebe?

    "Wem droht sie?

    Den Satz verstehe ich nicht: Brigitte Bardot droht damit, den russischen Pass beantragen zu wollen. Wem droht sie?"
    ----------------
    Niemandem, sie teilt nur etwas mit, mehr nicht. Die Frage ist: wer fühlt sich dadurch bedroht und bezeichnet ihre Aussage deshalb als "Drohung"?

    • vonDü
    • 04. Januar 2013 16:06 Uhr

    dass es um den Tierschutz in Russland besser bestellt ist, als in Frankreich, weswegen ich an der Aufrichtigkeit von Bardots Motiven zweifele.
    Vielleicht ist sie einfach nur cleverer als Depardieu bei ihrer Steuerflucht.

    12 Leserempfehlungen
  2. Frau Bardot und der Front National?

    10 Leserempfehlungen
  3. Peinlich, wie wichtig sich diese Egozentriker wie Bardot und Depardieu doch nehmen...

    Und unnötig, über diese Peinlichkeit zu berichten...

    10 Leserempfehlungen
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    75% Steuern ist für Sie normal und keine Enteignung?
    Schlimm.

    ... einem Staat zu drohen und die Fehleinschätzung der eigenen Wichtigkeit und Bedeutung.

    Wenn die Herrschaften auswandern wollen, weil ihnen irgendwas nicht passt, können sie das doch gerne tun.

    Sollte auch seinen Teil dazu beitragen, wenn es dieser Gesellschaft mal nicht so gut geht.
    Ich möchte nicht in einem Land leben, wo aufgrund sozialer Konflikte meine Bewegungsfreiheit dahingehend eingeschränkt wird, dass ich mich ein Mauern muss, damit die sozial Deklassierten mir nicht permanent an Leder wollen. Das nenne ich leben in einem Gefängnis, auch wenn es goldene Stäbe hat.
    Und mir ist es auch nicht einsichtig, warum nur der Otto Normalverbraucher die Zeche zählen soll, siehe hierzu Griechenland und Spanien.
    Und was die beiden genannten Schauspieler angeht, sollte man sie ziehen lassen, aber ohne französischem Pass.

  4. Bardot ist keine engagierte Tierfreundin, sondern von einer Tier-Obsession besessen. Ganz abgesehen von ihren radikalen rassistischen und hiomophoben Äußerungen. [...]

    Gekürzt. Bitte bleiben Sie sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/jp

    8 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Erde an Brigitte"
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    von einer Tierobsession besessen sondern kuemmert sich einfach nur um Tiere die fuer sich selbst nicht sprechen koennen...

  5. es sind nur 75 % von einer Spitze des Einkommens. Aber das macht die Reichen ja schon zum Hungerleider!

    7 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Naja..."
  6. 75% Steuern ist für Sie normal und keine Enteignung?
    Schlimm.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Und Tschüss!"
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    • Achtern
    • 04. Januar 2013 17:29 Uhr

    .
    Unter Adenauer waren es 90% und zwar in Deutschland.

    waren es in den USA noch deutlich mehr (>90%) - und das war in der Blütezeit des Kapitalismus.

    es sind nur 75 % von einer Spitze des Einkommens. Aber das macht die Reichen ja schon zum Hungerleider!

    • Chali
    • 04. Januar 2013 19:59 Uhr

    unter den obwaltenden Umständen.

    Denn dies würde ja bedeuten, dass ich ein Einkommen von mehr als einer Million hätte! In nur einem Jahr!

    Aber, leider leider, wird dieser clückliche Umstand bei mir nie eintreten. (Ich werde das in meinem ganzen Leben nicht verdienen.)

    Und so wird es bei mir nichts mit Steuerzahlen ...

    Wir können jetzt also in die allseits so beliebte Neid-Debatte eintrten, wo wir das Thema selbst doch vom Tisch haben ...

    Von meinem Einkommen bleiben am Ende auch nur 20% über, wie bei vielen einfachen Leuten, und den Reichen scheint es auch egal zu sein wie es uns einfachen Bürgern geht. Warum soll ich also Reiche bedauern?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sk
  • Schlagworte Brigitte Bardot | Wladimir Putin | Baby | Behörde | Drohung | Frankreich
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