FrauenrechteSexismus-Debatte stellt Machtverhältnisse infrage

Die Vorwürfe des Chauvinismus gegen Rainer Brüderle haben eine bundesweite Debatte ausgelöst. Nun zeigt auch eine Umfrage: Sexismus wird nicht mehr toleriert.

In der Debatte um die Sexismusvorwürfe gegen den FDP-Fraktionsvorsitzenden Rainer Brüderle fordern die Deutschen laut einer Emnid-Umfrage für die Bild am Sonntag eine Entschuldigung des Politikers. Demnach waren 90 Prozent der Befragten der Meinung, Brüderle müsse sich bei der Journalistin entschuldigen, wenn die Vorwürfe, die sie gegen den Politiker erhoben hatte, wahr seien. In diesem Fall sprachen sich sogar 45 Prozent der Befragten für einen Rücktritt Brüderles vom Amt des Fraktionsvorsitzenden aus. Befragt wurden bundesweit 500 Bürger.

In einem im Stern veröffentlichten Beitrag hatte die heute 29-jährige Journalistin Laura Himmelreich von einer Begegnung mit Brüderle Anfang 2012 berichtet. Dabei soll der FDP-Politiker anzügliche Bemerkungen gemacht und ihre Hand geküsst haben. Brüderle soll auf ihre Brüste geschaut und gesagt haben: "Sie können ein Dirndl auch ausfüllen."

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Schleswig-HolsteinsFDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki warf dem Stern in der Bild am Sonntag vor, Brüderle schaden zu wollen. Kritik wurde laut, das Magazin fahre eine Kampagne gegen Brüderle.

Unabhängig von diesem Fall entflammte eine Debatte über alltäglichen Sexismus. Auf Twitter berichten Hunderttausende Frauen und Männer unter dem Hashtag #aufschrei von ihren täglichen Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Sexismus.

"Frauen werden nachträglich zu Täterinnen gemacht"

Auch die stellvertretende SPD-Vorsitzende Manuela Schwesig prangert alltäglichen Sexismus in der Gesellschaft an. Dieser sei völlig inakzeptabel, sagte Schwesig der Welt am Sonntag. "Letztlich ist das ein deutlicher Ausdruck mangelnder Wertschätzung und damit fehlender Gleichberechtigung der Frauen."

Für Schwesig ist es "nicht hinnehmbar", dass Frauen, "die von solchen sexistischen Übergriffen berichten, nachträglich zu Täterinnen gemacht werden".

Leserkommentare
  1. 1. Aha!.

    Ich habe mich ständig gefragt, was brüderle gesagt hat. Jetzt wo ich es sehe, verstehe ich auch die Debatte.
    Er hätte das wirklich anders ausdrücken können, wenn nicht höfflicher.

    Oder wäre "Sie sehen gut aus in dieser Tracht." genauso schelcht gewesen?

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    "Er hätte das wirklich anders ausdrücken können, wenn nicht höfflicher." Sie hätte einfach sagen können: Das fand ich jetzt nicht nett.
    Und hätte wohl eine Entschuldigung bekommen.

    Stattdessen so einen Bohei um einen Satz, der nun wirklich nix mit Sexismus zu tun hat.
    In weinseeliger Runde quatscht man halt nicht um den heißen Brei herum, sondern lässt auch mal direktere Komplimente los.

    Schon bekloppt irgendwie: Frauen putzen sich heraus, greifen andere Frauen an, die sich zu wenig stylen und dann darf der Mann, dem das Äußere angenehm auffällt, aber unter keinsten Umständen die zur Schau gestellten weiblichen Reize bemerkbar erkennen oder noch schlimmer gar benennen.

    Das ist schon eine ziemlich perfide Doppelmoral.

    Das nächste Mal, wenn mir eine Frau sagt, ich hätte Radfahrerwaden oder meine Hose würde gut sitzen, zeig ich die dann auch wegen Sexismus an.

    "Oder wäre "Sie sehen gut aus in dieser Tracht." genauso schelcht gewesen?"

    Sie haben die Pointe leider nicht mitbekommen.

    Frau Himmelreich trug an dem Abend gar kein Dirndl; was sie anhatte, ist nicht überliefert (und ist eigentlich auch nicht relevant).

    Das "Dirndl" existierte nur in der Phantasie von Herrn Brüderle; der Aufhänger für seine anzügliche Bemerkung war ein Gespräch über das Oktoberfest in München.

    Ein allgemeines "Wenn ich das sagen darf - sie sehen heute Abend bezaubernd aus" hätte Herrn Brüderle wohl niemand übel genommen.

    Insbesondere, wenn er der Dame dabei in die Augen, und nicht auf die Brüste geschaut hätte.

    "denn ganz offensichtlich hat die junge Journalistin sich angemacht gefühlt""

    Aha. Und wenn sich jemand angemacht fühlt, ist es automatisch sexuelle Belästigung? Ergo: Flirtet ein für sie gutaussehender Mann eine Frau an, empfindet sie es nicht als sexuelle Belästigung. Wird sie aber von jemandem angeflirtet, der ihr nicht gefällt, darf sie selbst darüber entscheiden, dass das nun sexuelle Belästigung ist?

    "Es sei schlimm, wie die Debatte geführt werde."

    Oh ja, das ist es definitiv. Wenigstens eine Sache, die die wehrte Grünen-Frau richtig erkennt. Obwohl, eigentlich erkennt sie es falsch. Denn die Debatte ist nicht deshalb schlimm, weil den Frauen damit angeblich geschadet wird. Sondern deshalb, weil Männer pauschal kriminalisiert werden!

    Ach im Übrigen, wie heuchlerisch ist es eigentlich, dass die ganze Sache erst ein Jahr später an die Öffentlichkeit gerät? Mal drüber nachdenken...

    In sämtlichen Umfragen zu Thema flirten und wer den ersten Schritt machen sollte, ist das Ergebnis eindeutig: Fast 100% der Frauen erwarten den ersten Schritt vom Mann. Der soll natürlich keinen Multiple-Choise-Zettel rüberreichen, sondern "anmachen" und verführen.
    Bitte nicht langweilig und bieder, ala "bezaubernd" und "hübsch" oder gar "nett". Die Arbeit loben ist ebenfalls ein Minenfeld. ("Meint er es ehrlich, oder will der mich nur in Bett bekommen?") Manche möchten es eher behutsam, andere direkter.

    Es liegt in der Natur der Sache, dass da mal der falsche Ton getroffen wird oder halt auch das Angebot von unangenehmer Seite kommt. Wenn dann halt noch der Wein im Spiel ist, kann es halt noch plump werden.
    Souveräne Frauen sollten über so etwas stehen. Genauso, wie es wohl jeder Frau peinlich wäre, wenn ein Mann ihr Anbahnungsverhalten ins Lächerliche ziehen würde.

    • Mike M.
    • 28. Januar 2013 16:23 Uhr

    Man sollte schon beachten in welchem Kontext die Äußerungen getätigt wurden. Die Journalistin hat den wohl leicht angetrunkenen Brüderle nachts in einer Bar angesprochen. Haben den Politiker keine Privatsphäre?

    Darf ein Politiker in einer solchen Situation nicht auch einmal einen (misslungenden) Flirtversuch starten, ohne dass dies ein Jahr später in der Presse steht? Die Frage der Journalistin enthielt zudem ebenso altersdiskriminierenden Steroetypen ("in ihrem Alter").

    Hätte ein Politiker eine vermeintliche Fehlhaltung eines politischen Gegners ein Jahr lang unter Verschluss gehalten und sie dann erst veröffentlicht, wenn dieser ins mediale Interesse rückt, wäre von der Presse daraus ein Skandal gemacht worden. Man denke nur an die Schubladenaffäre Engholms oder jetzt die Vorwürfe gegen Ramsauer bezüglich BER.
    Wie soll jemand nach einem! Jahr noch wissen, was er irgendwo nebenher gesagt hat! Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass hier eine Redakteurin, die - wie in den Medien häufig der Fall ist - die FDP nicht sonderlich mag, die Macht missbraucht, die sie als Vertreterin der 4. Gewalt im Staate hat. Und man hat den Eindruck, dass jetzt einige Frauen es den Männern richtig heimzahlen wollen: Sie wollen sie nach ihrem Bild formen und nur noch ein Verhalten tolerieren.
    Sollte Brüderle das so gesagt haben, war es dumm und respektlos! Aber es war ein Verhalten unter anderen möglichen Verhalten von Männern, die eben nicht so sind, wie e-darling es uns vorspiegelt: Sanft und weichgespült, verständnisvoll und im Hause sich beim Wäsche-Aufhänge lächerlich machend, weil sie mit dem BH der Gattin kämpfen, die ihnen dann zur Belohnung eine Kinder-Schnitte überreicht.

    Männer sind in jugendlichem Alter manchmal grundlos aggressiv, manchmal balzen sie oder flirten und oft sind sie nicht ganz so feingeistig und feinfühlig, wie manche Frauen es möchten und manchmal vergessen sie, wie auch Frauen übrigens, in welcher Rolle sie gerade tätig sind. Jedenfalls sind sie anders als manche Frauen und glauben machen wollen, dass es optimal für die Menschheit und für die Weltgeschichte überhaupt besser (gewesen) wäre.
    Oder wird hier von dem Magazin über die Quote, von der Redakteurin über das Thema Karriere gemacht - im Bewusstsein, gleichzeitig die politische Karriere des politischen Feindes behindert zu haben?
    Noch bedrückender bei all diesen Vorgängen ist, dass sich in Deutschland eine wirkliche Gedankenpolizei einnistet, die vorgibt, was man denken darf und was nicht. Und wenn man dem nicht entspricht, hat man offenbar auch keinen Anspruch auf irgendein öffentliches Amt, auf Karriere, auf Beförderung. Unwörter kannten wir bisher nur aus der NS-Zeit oder aus der ehemaligen DDR. Sollten wir schon so viel vergessen haben?

  2. Ich hätte mal einen anderen Vorschlag für Frauen: Wie wäre es, wenn ihr aufhört mit dem nächstbesten Macho in die Kiste zu hüpfen?

    Als Jugendlicher war ich Mädchen gegenüber immer sehr schüchtern. Ich habe sie immer respektvoll behandelt, war höflich und sehr nett. Ich habe mich nie getraut schlüpfrige Witze zu erzählen oder in irgendeiner Form sexistisch zu sein, besonders in Anwesenheit von Frauen. Was war die Folge? Hatte ich unzählige Frauen zur freien Auswahl? NEIN.
    Die lieben Frauen haben mich kollektiv gemieden und ignoriert haben viel lieber mit den richtigen Männern, den coolen Jungs, den Machos rumgehangen und rumgef******. Das konnte ich überall beobachten. An der Schule, in den Clubs und Bars und auch an der Uni. Die Machos haben billigste Sprüche gegenüber den Frauen benutzt , die ich als sexistisch empfunden habe und gegenüber einer Frau nie verwendet hätte! ABER: Die Machos haben damit Erfolg!
    Nach ein paar Jahren hatte ich Schnauze wirklich voll davon ein netter Kerl zu sein. Ich wollte ja auch irgendwann mal Sex haben. Folglich habe ich mein Verhalten geändert. Ich wurde Frauen gegenüber deutlich offensiver, habe sie eher als „Beute“, die ich haben will gesehen und habe gelernt mich viel mehr zu trauen. Das Ergebnis: mit knapp 22 Jahren hatte ich endlich mal Sex! Und seitdem läufts mit Frauen wunderbar. Ich habe viele Affären und One-Night-Stand und damit ein durchaus befriedigendes Sexleben.

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    • Kelhim
    • 27. Januar 2013 12:45 Uhr

    Na, dann einen herzlichen Glückwunsch, dass es mit 22 geklappt hat, aber ich frage mich, was das mit der konkreten Grenzüberschreitung eines Spitzenpolitikers zu tun hat? Ich hoffe, diese langatmige, weinerliche These von drei Beiträgen lässt sich nicht als "Frauen trainieren uns den Sexismus an" zusammenfassen?

    dass nur Machos bei Frauen eine Chance haben... Ich kenne jedenfalls genügend nette Männer, denen es gelungen ist, eine Frau von sich zu überzeugen.

    • MarcoG.
    • 27. Januar 2013 13:28 Uhr

    denn der weibliche Trieb hält sich scheinbar nicht immer an die feministischen Prinzipien... äußerst amüsant

    • mee2
    • 27. Januar 2013 13:39 Uhr

    Ich denke auch , dass die Debatte leider völlig im Rahmen der üblichen "political correctness" läuft und a la Schwartzer mit einem Verteilungskrampf Mann-Frau ausgetragen wird ...
    Mit dem Verhältnis der Geschlechter zueinander hat das NIX zu tun

    • FrankyX
    • 27. Januar 2013 14:22 Uhr

    Kündigen Sie bitte und arbeiten Sie als Journalist! Dann hätten wir wenigstens einmal eine Diskussion mit kontroversen Meinungen. Aber wie so oft siegt die Political Correctness über die Realität.

    Auf der einen Seite beschweren sich Frauen über diese sexistischen Anmachen, und wenn sie ausbleiben beschweren sie sich darüber, dass sie uninteressant sind.
    Was solls, mit unserer jetztigen Geburtenrate werden diese typisch deutschen Diskussionen der Menschheit wohl in Zukunft glücklicherweise erspart bleiben.

    Exakt so ist es. Ich bin seit vielen Jahren glücklich verheiratet und sage das auch. Man muss nicht glauben ich hätte während der Zeit auch nur eine Frau mit der "Netter Kerl"-Methode in die Kiste gekriegt! Und alle meine Freunde die nett sind und Frauen achten etc. gehts genau so. 99.9% der Frauen stehen auf gutaussehende (Cola Werbung), machohafte Frauenausbeuter. Abends die "große Liebe" morgends dann "ich wollt ja nur mal poppen". Das schlimmste ist dann noch wenn frau dann ankommt und sich bei mir ausweint, was das alles für Schweine sind, und sie hätte gedacht es wäre Liebe!
    Aber so ist der Lauf der Welt, über Kurz oder lang wird das künstliche Sperma erfunden und wir Männer können verschwinden - allerdings die Glühlampen wechseln oder den Rasen mähen können die Damen dann alleine ;-)

  3. Und nun kommt diese Sexismus-Debatte und irritiert mich völlig. Wenn Frauen doch nicht wollen, dass ich ein sexistischer Macho bin, warum belohnen sie mich dann ständig für dieses Verhalten? Das ergibt doch gar keinen Sinn.

    Ihr Frauen (gerade in den Medien) sagt immer: Wir wollen nette Männer! Aber ins heimische Bett nehmt ihr dann doch lieber den dummen Macho. Die netten Kerle gehen leer aus und finden keine Frau.

    Ich arbeite als Unternehmensberater und komme daher viel rum und habe schon häufig mit Mitarbeiterinnen und Praktikantinnen geschlafen. Beschwert hat sich noch keine. Im Gegenteil. Wenn die Damen glauben allein zu sein, wird dann damit angegeben wer wen wie wo vernascht hat, ob er gut war und wer im Unternehmen besonders „knackig“ ist. Es fallen aber auch viele abwertende und beleidigende Sprüche über Schlappschwänze, die ja keine echten Männer sind (das sind die „netten schüchternen Kerle“).

    Es ist traurig aber leider war: Biste nett, dann kriegste keine Frau ins Bett. Biste dumm und arrogant kommen die Frauen angerannt.

    Sorry die Frauen sind an vielem Mitschuld und sollten auch mal ihr eigenes Verhalten überprüfen.

    Ich denke, kaum ein Mann verteidigt ernsthaft Sexismus. Ich habe allerdings Angst vor einer Gesellschaft, in der bei jeden kleinen Witz oder Spruch die Befürchtung haben müssen, ernsthafte arbeitsrechtliche Konsequenzen zu erfahren.

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    "Wenn Frauen doch nicht wollen, dass ich ein sexistischer Macho bin, warum belohnen sie mich dann ständig für dieses Verhalten? (...) Ihr Frauen (...) sagt immer: Wir wollen nette Männer! Aber ins heimische Bett nehmt ihr dann doch lieber den dummen Macho."

    Habe ich das falsch verstanden, oder bezeichnen Sie sich gerade selbst als "dummen Macho"?

    führt naturgemäß zu mehr Kontaktaufnahmen als die totale Schüchternheit. Hat man mehr Kontakte, steigt natürlich auch die Wahrscheinlichkeit, dass dabei Sex rausspringt.
    Und natürlich gibt es jede Menge Frauen, die auch mal Lust auf einen ONS haben und gerade auf Partys die Sache etwas lockerer sehen.

    Ich verwahre mich aber gegen dieses pauschale "IHR Frauen wollt doch Machos!" , nur weil Sie persönlich aus sozialen Gründen gezwungen waren, Ihr Auftreten zu verändern. Mit diesem Satz kommen wir letztlich doch nur wieder zu : "Frauen wollen es doch so".

    Im übrigen verkennen Sie auch Kontexte: gleichaltrige Frauen auf Partys anzumachen ist etwas völlig anderes, als wenn Sie als 50jähriger Chef sich an eine jüngere Untergegebene ranmachen. Sie sind noch jung und sammeln noch Erfahrung - ich wünsche Ihnen, dass dabei auch Ihre Fähigkeit zur Differenzierung steigt.

    • Yulivee
    • 27. Januar 2013 18:21 Uhr

    "Es ist traurig aber leider war: Biste nett, dann kriegste keine Frau ins Bett. Biste dumm und arrogant kommen die Frauen angerannt."

    Ich würde es eher so sehen: Bist du schüchtern (und gehst daher nie auf Frauen zu, oder nur so langsam, dass diese nicht mitbekommen, dass du Interesse hast), dann kriegste keine Frau ins Bett. Biste dumm und arrogant, hast du durch die höhre Ansprechquote auch mehr Erfolg.
    Aber was sind das für Frauen, die Sie da kennenlernen? Sie schreiben selber, dass Sie Frauen nur für eine Nacht haben wollen.
    Schön, Sie sind ja noch jung. Aber eine Frau, mit der Sie Ihr Leben lang zusammen sein wollen, finden Sie nicht, indem Sie (Verzeihung) dumme Hühner aufreisen.

    Und das hat übigens alles nichts, absolut gar nichts, mit Sexismus zu tun!

    "Biste nett, dann kriegste keine Frau ins Bett. Biste dumm und arrogant kommen die Frauen angerannt."
    Wir Frauen, zumindestens ein nicht geringer Teil von uns, verhalten uns genauso. Da nimmt es kein Wunder, dass Männer, auch hier wieder ein gewisser Teil, uns Frauen als Objekte der Begierde sehen. Diese Schwachsinnssendung "Der Bachalor" beispielsweise hinterlässt doch den Eindruck, dass 20 dumme Hühner sich drum streiten, von einem Hahn mit gleichem tiefergelegten IQ getreten zu werden. Ich schäme mich für meine Geschlechtsgenossinnen.

  4. BTW: Ich habe während meines Studiums auch Praktika absolviert, darunter auch eines wo ich fast aussschließlich mit Frauen zusammengearbeitet habe. Und als junger Mann konnte ich mir da Sprüche anhören für die als Mann sofort ne Anzeige wegen sexueller Belästigung bekommen hätte. Meine Schwester arbeitet als Krankenschwester und die Damen sind gegenüber den jungen Ärzten in Punkto dummen Sprüchen auch nicht gerade zimperlich. Vielleicht sollten wir daher mal alle einen Gang runterschalten und uns nicht über jede Kleinigkeit empören. Ich habe keine Lust auf Mann-Frau Beziehungen am Arbeitsplatz wie in den USA.
    PS: Ich geh jede Wette ein, hätte Brad Pitt oder George Clooney die Sprüche vom Brüderle gemacht, hätte sich die Journalistin über die „Komplimente“ Gefreut.
    Und übrigens: Frauen senden sehr viele sexuelle Signale ganz bewusst aus. Nur können viele Männer sie nicht verstehen oder deuten sie falsch oder es fühlen sich die falschen Männer angesprochen. Die Männer, die auf die Avancen der Damen nicht eingehen (weil sie sie nicht verstehen oder Angst haben etwas Falsches zu tun) gelten dann sofort als schwul oder als Schlappschwänze und die Männer die nicht auf die Avancen sollen es aber dennoch tun, wird von den Frauen Sexismus vorgeworfen.

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    Eine sehr gute dreiteiliger Kommentar. Sie werden leider einige negative Reaktionen empfangen. Ich kann einige Ihre Erfahrungen zur 100% bestätigen. Auch ich war ein Frauenversteher, ein Kumpel. Kaffee trinken und zuhören wenn Freundinnen probleme hatten und sich bei mir ausweihnten war gang und gebe. Aber mit mir Intim werden in Bett? No way. Ich war der harmlose Kumpel, keine sexistische Sprüche auf den Lippen, immer anständig und verständnisvoll.
    Seit 4 Jahren hab ich dieses Verhalten rigorös verändert. Es war am Anfang nicht einfach. Ich hab mich manchmal wie ein Arschloch gefühlt. Aber ich wurde belohnt! Ich wurde belohnt mit Sex! Vielleicht klingt es Primitiv weil Sex nicht das einzigste wichtige ist. Aber tatsache ist, das ich in den letzten 4 Jahren über 20 Frauen kennengelernt habe, wovon ca. die Hälfte verheiratet ist, mit denen ich sexuelle Kontakte habe.
    Tief im inneren bin ich der Gentleman, respektiere ich Frauen und achte sie. Aber ich benehme mich wie ein Arschloch Macho. Ich sage klipp und klar eine Frau das ich sie geil finde, das ich sie poppen möchte und das Frühstücken bei mir zu intim ist. So lange ich damit Erfolg habe werde ich mein verhalten gegenüber Frauen nicht ändern.

    Zu den Frauen: Es sind Frauen im Alter zwischen 37 und 46, Single, Getrenntlebend, Alleinerziehend und Verheiratet. Frauen berufstätig als Hausfrau, Büroangestellten, Leitende Positionen.
    Die Singels und Alleinerziehende Mütter wollten, ohne Ausname, eine Feste Beziehung mit mir

    Diese drei Kommentare werde ich mir jetzt kopieren und als einen Text abspeichern, der mich von Zeit zu Zeit daran erinnern soll, dass man Bigotterie und verlogener Moral offen und ehrlich entgegentreten kann.
    Widerstand ist nicht zwecklos.

    ...wird gottlob immer mehr gesprochen.

    Es ist Zeit, dass es eine Thematisierung gibt, welche Formen es von Diskriminierung gibt und wie sie sich konkret ausdrücken.

    Männerdiskriminierung kommt z.T. in einem anderen Gewand - ist aber nichts desto trotz verletztend, beleidigend und demütigend.

    Ich kann gar nicht sagen wie froh ich über Ihren Beitrag bin - klug, differenziert, nüchtern aber nicht zynisch. Ich möchte Sie ermutigen das noch an vielen Stellen zu posten damit hier mal ein ernstes Nachdenken stattfindet.
    Vielleicht ist es sogar möglich, daraus einen Leserartikel hier zu machen, denn das Thema hätte es verdient - weitaus interessanter als der Artikel selbst.
    Zur Sache: Ja, das können zahllose Männer bestätigen, auch ich. Es ist schlimm, wenn man(n) sich auf eine Weise verbiegen muß, die man selbst eigentlich nicht ausstehen kann, um Erfolg zu haben.
    Ich selbst kann nur sagen daß ich den Versuch, einen auf Macho zu machen, bisher unterlasse - es widerstrebt mir zu sehr und ich bezweifle, daß ich das überhaupt könnte. Aber ich bin mir bewußt, ich zahle einen sehr, sehr, sehr hohen Preis.

    Ich finde es erschreckend, wieviel positiven Zuspruch ein so verallgemeinernder Kommentar erhält! Wenn Sie nur an Sex interessiert sind, dann machen Sie ruhig weiter wie bisher, seien Sie respektlos gegenüber Ihrem Mitmenschen usw.
    Aber vielleicht erweitern Sie einfach mal Ihren Horizont und überlegen sich, ob es nicht doch noch andere Dinge gibt, die ein erfülltes Leben ausmachen. Oder versuchen Sie mal mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen. Zugegeben, in einigen Kreisen gibt es viele Frauen, die genau so sind, wie Sie es beschreiben. Mit solchen Frauen möchte ich aber auch als Frau nichts zu tun haben! Ich kenne jedenfalls genug Frauen, die sich niemals mit einem Macho einlassen würden (und genug Männer, die sich dementsprechend nicht Macho-haft verhalten und auch in glücklichen Beziehungen leben).
    So überzogen ich die Debatte um Herrn Brüderle finde, ein bisschen mehr Respekt und Toleranz gegenüber Menschen, die sich von bestimmtem Verhalten angegriffen fühlen, kann niemandem schaden.

    • sjdv
    • 28. Januar 2013 9:43 Uhr

    Das fand ich sehr treffend. Macht ein Brad Pitt oder George Clooney ein solches "Kompliment" wäre das als charmant empfunden und höchstens mit einem schüchternen Kicher kommentiert wurden. Bei einem alten Herrn wie Brüderle ist das dann sexistisch.
    Das ist wie bei den pfeifenden Bauarbeitern. Es ist beleidigend, wenn die Bauarbeiter den jungen Frauen hinterherpfeifen. Noch verletzender ist es aber, wenn sie es nicht (mehr) tun.

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare und verzichten auf Pauschalisierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/ls

  5. die Geister scheiden sich allerdings gleich nach dieser Grundaussage daran, was Sexismus ist.

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    • dachsus
    • 27. Januar 2013 15:09 Uhr

    Wenn ich eine Frau im Beruf oder als Gesprächspartner nicht ernst nehme. Aber einen blöden Spruch in der lockeren Atmosphäre des nach-dem-Abend-Essen-Gespräches als Sexismus hinzustellen, ist bestenfalls als Nachtreten zu interpretieren, weil einem in dem Augenblick nicht der passende Spruch eingefallen ist. Da kann ich den Herr Kubicki, der sagt er will den nach- und außerdienstlichen Umgang mit Journalistinnen einstellen. Denn welchen Risiko setzt man sich heute als Mann, wenn man unbeaufsichtigt mit einer Frau Umgang hat, und diese mit einem lockeren Spruch bedenkt als wäre sie ein Kollege mit dem man so etwas tun kann?
    Was ist jetzt die Empfehlung ? Geschlechtertrennung ?

    • S0T86
    • 27. Januar 2013 12:21 Uhr

    Was die Debatte zeigt, ist vor allem eins: Die männliche Perspektive hat keine Fürsprecher. Stattdessen wird einem als Mann die weibliche Weltsicht aufoktroyiert.

    Damit möchte ich keine sexuellen Übergriffe rechtfertigen. Aber worüber reden wir hier? Wir reden über einen dummen Spruch. Punkt! Und schon wird der Weltuntergang prophezeiht, und der alltägliche Sexismus als gesellschaftliches Problem hochstilisiert.

    Ich frage mich, ist es kein Sexismus, wenn Frauen Männer auf ihre körperlichen Eigenschaften reduzieren, wie es nicht wenige in ihren Runden tun? Ist in diesem Kontext nicht schon der herabwürdigende Ausruf "Männer!" eine sexistische Äußerung?

    Dazu kann ich eine kurze Anekdote erzählen. Ich saß letzte Woche beim Optiker und wurde von einer Frau bedient. Weil ich mir ob des Brillengestells vorerst nicht sicher war, kam der Spruch: "Typsich! Männer können sich nie entscheiden" und ein zustimmendes Nicken zwischen der Optikerin und meiner weiblichen Begleitung war die Folge. Als Mann habe ich den Kommentar hingenommen und mit den Augen gerollt. Selbst wenn ich mich über Sexismus beschweren wollen würde, würde mich jeder auslachen.

    Das Männer ihre eigene Perspektive auf die Welt haben, die - abgesehen von sexuellen Übergriffen - ihre Daseinsberechtigung hat, wird bei solchen Diskussionen unterdrückt. Was zeigt, dass Frauen die Meinungsvorherrschaft bereits errungen haben, und der systematische und herabwürdigende Sexismusvorwurf an sich absurd ist.

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    wir reden längst nicht mehr nur über einen dummen Spruch, sondern über ein gesellschaftliches Phänomen. Schauen Sie sich doch die vielen, vielen dummen Sprüche an, von denen so viele Frauen berichten können.
    Dass die männliche Perspektive keine Fürsprecher habe, ist auch albern. Erstens gibt es in dieser Frage nicht die eine männliche Perspektive (zum Glück), zweitens dürften doch die Männer groß genug sein, selber für sich zu sprechen. Manche Männer scheinen aber ein großes Problem damit zu haben, dass Frauen jetzt auch für sich selber sprechen - und dass sie sich mit der Perspektive von Frauen auseinandersetzen müssen.

    Sexismus gibt es auch unter Frauen, die Männern bestimmte Fehler einfach nur aufgrund ihres Geschlechts zuschreiben. Und als mein Bruder seine uneheliche Tochter zu sich holen wollte, weil er die Mutter für psychisch labil hält, saß er einer reinen Frauenkommission gegenüber. Auch das zeigt, dass die Geschlechterproblematik noch nicht überall richtig verstanden worden ist: Beide Perspektiven sind gleichwertig zu würdigen. Und da bleibt es Ihnen selbstverständlich unbenommen, die Damen auf ihren eigenen Sexismus hinzuweisen.

    Aber nun zu dummen Spruch Brüderles: Ich denke, dass dies nur der Tropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Frauen haben es satt: Meine Tochter musste in der Oberstufe jeden Morgen durch ein Spalier pickliger Testosteronbomber schreiten, die lautstark Po, Busen, Figur, Haare und Gang ihrer Mitschülerinnen kommentierten. Das sind alltägliche Abwertungs-Erfahrungen, die wütend machen. (Das Wort benutze ich übrigens nicht für Männer allgemein, sondern nur für solche mit einem derartigen Macho-Verhalten)

    Die Nagelprobe geht ganz einfach: Drehen Sie einfach die Geschlechtervorzeichen um. Würden Sie einem Mann sagen, dass er seine Hose gut ausfüllt?

    Nein?

    Warum nicht, wenn es doch ein Kompliment ist?

    "Was die Debatte zeigt, ist vor allem eins: Die männliche Perspektive hat keine Fürsprecher. Stattdessen wird einem als Mann die weibliche Weltsicht aufoktroyiert."

    Tja, da sehen Sie mal, wie es den Frauen jahrhundertelang ging....

    "Aber worüber reden wir hier? Wir reden über einen dummen Spruch. Punkt!"

    Ueber einen dummen Spruch reden wir hier gerade nicht. Haette Hr. Bruederle einfach nur einen Spruch reissen wollen, und daraufhin bemerkt, dass er der Journalistin damit wehgetan hat (und sie hat ihre Ablehnung ja deutlich gemacht), dann haette er sich sofort entschuldigt und aufgehoert. Dann haette er auch jetzt schon laengst gesagt, dass das ein Ausrutscher war, dumm gelaufen, ein Einzelfall, es tut ihm leid. Damit haette er gezeigt, dass er die Journalistim im Grunde eben doch respektiert, und allein um diesen Mangel an Respekt geht es hier. Dass er das nicht getan hat (weder damals noch jetzt) zeigt, dass es hier um eine Machtdemonstration geht und ging, nicht um Komplimente, und allein deswegen hat er eine rote Linie ueberschritten. Der Gipfel ist, dass jetzt dem Opfer auch noch vorgeschrieben wird, wie sie die Situation zu bewerten hat, denn damit wird ihre eigene Sicht der Dinge wiederum disqualifiziert. Um es ganz klar zu sagen: Der Spruch alleine macht nicht den Sexismus, sondern die Reaktion darauf, und wie dann damit umgegangen wird. Insofern ist auch die Szene im Brillenladen nicht vergleichbar, denn offensichtlich wussten Sie ja, wie Sie ihre Frau zu nehmen haben. Vergleichbar waere die Szene, wenn Sie gekraenkt gewesen waeren, das gezeigt haetten, und Ihre Frau daraufhin einfach weitergemacht haette. Ich nehme einfach mal an, das war nicht der Fall ... :-)

    • output
    • 27. Januar 2013 15:10 Uhr

    kann ich nur bestätigen und sie schreckt vor nichts zurück. Häufig wurde mir schon ungeniert ins Gesicht gesagt: das oder jenes könne ich eben nicht, weil ich nur ein Mann bin. Derartige Sprüche wurden dann noch von einem solidarischen Grinsen begleitet. Von mir als einem Mann wurde dann noch verlangt, derartige Anwürfe charmant abzufedern.

    Warum, meine verehrten Damen, könnt ihr uns Männer nicht einfach so lassen wir sind? Also diese angeeignete Meinungsvorherrschaft von euch Frauen geht mir auf den Keks. Wir lassen euch ja auch so, wie ihr seid!

    Wo ist eigentlich der weibliche Charme geblieben? Warum konnte Laura Himmelreich den Spruch Bürderles nicht einfach charmant abfedern? Doch diesen Spruch, jetzt nach fast einem Jahr, zu thematisieren ist höchst uncharmant.

    Es schrieb hier ja ein junger Mann, dass er von Frauen erst ernst genommen bzw. ins Bett gelassen wurde, als er seine „emanzipierte“, zivilisierte Art ablegte und sich als Macho gab. Was auch meine Erfahrung war.

    Frauen verlangen den wohlerzogenen Mann, belohnen aber meist das sexistische Alphatier. Dementsprechend agieren viele Männer; das ist einfach rational. Und umgekehrt ist es doch auch so: Frauen wollen (zu Recht) als Persönlichkeiten akzeptiert werden - aber „instant gratification“ bringt im Zweifelsfall das Herausstellen körperlicher Reize.

    (Man stelle sich neben ein spiegelndes Schaufenster. Wie viele Frauen schaffen es, dort nicht ihre Wirkung zu prüfen? Man lese ein paar typische, gut verkaufende Frauenzeitschriften. Da lernt man etwas über Prioritäten!)

    Gnade Gott aber dem Falschen, der dann auch sagt, dass eine Frau attraktiv (also „anziehend“) ist. Und es müssen _viele_ Falsche vorürberziehen (und sich im Zweifelsfall bis auf die Knochen blamieren, weil sie eben nicht die Seele von Cyrano de Bergerac im Körper von Brad Pitt mitbringen, sondern nur ihren weinseligen kleinen Brüderle).

    Ich wäre gerne ein Bannerträger rationaler Gleichheit. Aber ich bin ein Affe unter Affen. Männer wollen bewundert werden für das, was sie TUN - im Zweifelsfall sofort und laut und vor vielen Konkurrenten. Frauen wollen geliebt werden für das, was sie SIND, am Besten für immer. Aber nur von den Richtigen!

    Es wird so bleiben.

  6. immer auf den Sexismus von Männern gegenüber Frauen. Dabei gibt es Sexismus von Frauen gegenüber Männern. Das beste Beispiel für Sexismus gegnüber Männern ist u.a. "Sex in the City", Bildschirmschoner mit nackten Typen, die Diskussionen um Körperbau und Schwanzlänge, usw.. Leider hört man davon nichts. Auch der sexuelle Mißbrauch von Männern durch frauen bleibt eine Randnotiz. Wenn wir also von Sexismus reden, dann muss man das Thema in seinem ganzen Umfang diskutieren.

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    <em>"Wenn wir also von Sexismus reden, dann muss man das Thema in seinem ganzen Umfang diskutieren."</em>

    Das wäre in der Tat sehr begrüßenswert, denn betroffene Frauen wie Männer haben eines gemeinsam, nämlich Opfer von verbaler und/oder physischer sexueller Gewalt gewesen zu sein.

    Wenn aber TV-Serien, Gender-Marketing, erotische Romane oder Kleidung als exemplarische Belästigungsformen vorgeführt werden, zweifle ich, die seit dem Alter von 12 Jahren sexuelle Belästigung erfahren habe, sehr, sehr stark daran, daß derjenige sexualisierte Formen von Machtmissbrauch oder Gewalt je erlebt hat.

    Ich werde mich als Frau jederzeit mit jedem Mann solidarisieren, der konkret berichten kann, was ich gestern in einem Beitrag (http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-01/schroeder-merkel-bruederle?comme...) zusammenfasste: 28 Jahre Schlüpfrigkeiten, Grabschen und körperliche Übergriffe.

    Diejenigen, die eine solche Argumentation aber als rhetorischen Taschenspielertrick nutzen, um sich als vermeintliche Opfer zu <em>gerieren</em>, denen gehört eine radikale Absage erteilt, denn ihnen geht es nicht um Aufklärung, sondern um eine Verdrehung der Debatte. Das ist schädlich für b e i d e Seiten.

    Sexuelle Belästigung entsteht nicht in TV Serien oder Werbespots. Diese drücken nur sekundär Rollenklischees unserer Gesellschaft aus.

    • clubby
    • 27. Januar 2013 16:07 Uhr

    Ein differenzierter Umgang mit dem Thema findet sich hier:

    http://www.heise.de/tp/blogs/6/153624

    Letztlich ist diese Debatte nur eine Vorbereitung auf eine Weiterführung der Genderdebatte. Deren Kontext und Gesamtbild wird sehr treffend hier beschrieben:

    http://www.heise.de/tp/artikel/38/38368/1.html

    Ich finde es sehr schade, dass derartige differenzierte Betrachtungen "out of the box" und neben dem oberflächlichen "Empörungsmainstream" nicht mehr bei der ZEIT zu finden sind. Das war mal anders (ca. 10 Jahre früher). Schade!

    So soll ja die moderne Frau heutzutage sein! Genau solche Serien entsprechen dem Idealbild "Frau".

    Schon bemerkt, dass Sex in the city eine Fernsehserie ist, die das Publikum unterhalten soll?

    Der Witz der Serie liegt doch vor allem darin, dass Männer auf das reduziert werden, was viele von sich gegenüber Frauen vordriglich preisgeben, nämlich das sie hirnlose Trottel sind, die nur mit einer Frau in's Bett wollen und sonst nichts. Diese hirnlosen Trottel werden damit aber genau das, worauf sie glauben, Frauen reduzieren zu können oder zu müssen, nämlich schlicht Sexobjekte. Mehr ist mit ihnen nicht los, weil sie es nur nämlich nur, ich bitte um Verzeihung für die direkte Ausdrucksweise, in der Hose und nicht im Kopf haben.

    Wo aber hat es Brüderle? Wo haben es seine "Genossen"aus der FDP? Herr Kubicki hat Angst vor jungen Journalistinnen, die mit ihm Auto fahren wollen. Viellleicht sollte er mehr Angst davor haben, dass die Wähler mit seiner Partei Schlitten fahren.

  7. ..."die Deutschen eben", fällt einem dazu nur ein. Natürlich gibt es sie: die wahren Sexisten - Männer, die gierigst ihrem Trieb nachgeben und die es nicht interessiert, was eine Frau fühlt und denkt oder ab welchem Punkt sie sich vielleicht verletzt und als Objekt behandel fühlt. Aber come on, wie oft passiert das denn? Hier? In Deutschland - dem Land, das von den Südeuropäern oft belächelt wird in puncto Flirtkunst. Das ist doch die Realität: Die meisten deutschen Männer (Zugewanderte Mentalitäten freilich ausgenommen) sind grundsätzlich eher verunsichert, eine Frau anzusprechen, geschweige einen offenen Flirt zu wagen - und dann vielleicht noch mit sexuellem Unterton. Ich kenne viele Frauen, die gerade DAS bei Männern bemängeln.
    Und nun? Da kommt der Brüderle daher, murmelt in seiner Weinlaune etwas über das Dekolletée einer Journalistin und schon gibt es eine angebliche Debatte über Sexismus, die in DIESEM Land nun wirklich kaum nötig ist.
    Ich glaube, hier springen die deutschen "Leitmedien" bereitwillig auf eine clever platzierte Kampagne gegen Brüderle an, nichts weiter.

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    So sieht es leider aus, eine gezielt platzierte Kampagne ´, möglicherweise auch um von anderen Themen abzulenken.

    Von den bewaffneten Kampfdrohnen, die sich die Bundesregierung, nach kleiner Anfrage der Linkspartei, anschaffen will, höre ich seitdem nichts mehr.

    sind zwei völlig unterschiedliche Dinge, die nichts, aber gar nichts miteinander zu tun haben.

    Sexismus hat nichts mit Erotik zu tun (wie zB gutes Flirten) sondern mit Macht.

    Sexismus ist "in diesem Land" entgegen Ihrer Meinung Alltag und wird seltenst sanktioniert, weder in der Schule noch an der Uni oder am Arbeitsplatz. Warum glauben Sie, geht denn die Debatte darüber so ab? Weil das Schweigen über Sexismus bislang so bleiern war! Frauen sind doch immer noch überwiegend so sozialisiert, Sexismus zu dulden.
    Mehr noch: Sie müssen befürchten, im Zweifelsfall zu Täterinnen gemacht zu werden: Die Begriffe Opferabo und Opferindustrie lassen grüßen!

    Sexismus ggü. Frauen dient dazu, das Machtgefälle zugunsten von Männern immer wieder neu zu konstituieren.

    • Amelie8
    • 27. Januar 2013 15:25 Uhr

    In der allgemeinen Debatte geht es doch um den Umgang in beruflichen Situationen. Brüderle hat keine Bemerkung zur Kleidung, sondern zum Körper, präziser zur mutmaßlichen Größe der Brüste der Journalistin gemacht. Und das gehört einfach nicht in solche Situationen. Weitaus schlimmer ist es in dieser öffentlichen Debatte zu erfahren, in welchem Ausmaß die Beziehungen von Frauen und Männern durch Vulgarität im Umgangston bestimmt sind, was sich an der Wortwahl ablesen lässt, die in so manchen Beiträgen verwendet wird.

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