Kreuzfahrtschiff"Costa"-Wrack bleibt noch monatelang im Meer

Auch ein Jahr nach ihrer Havarie liegt die "Costa Concordia" halb versunken im Mittelmeer. Wann das Wrack geborgen wird, ist unklar. Die Bergung ist teurer als geplant.

Bergungsarbeiten am Wrack der "Costa Concordia"

Bergungsarbeiten am Wrack der "Costa Concordia"  |  ©REUTERS/Stefano Rellandini

Die Bergung des havarierten Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia dauert länger und wird deutlich teurer als ursprünglich vorgesehen. So wollte sich die Reederei Costa Crociere nicht auf einen Termin für das endgültige Abschleppen des Wracks vor der italienischen Insel Giglio festlegen, mutmaßte aber über die Bergungskosten: Diese werden wohl etwa 400 Millionen Dollar betragen – das sind 100 Millionen Dollar mehr als erwartet.

Einen genauen Termin für die komplizierte Bergung zu nennen, wäre "irreführend und unzuverlässig", teilte die Reederei mit. Man rechne mit einer Bergung noch vor Ende des Sommers. Der Costa-Crociere-Generaldirektor Gianni Onorato hatte der Zeitung La Stampa gesagt, das Schiff solle vor Ende Juli aufgerichtet und in einen bisher noch nicht bestimmten Hafen geschleppt werden.

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Die italienischen Behörden halten dies für nicht realistisch. Das Zivilschutzamt nannte Anfang September als wahrscheinlichstes Bergungsdatum. Ursprünglich war von Frühjahr 2013 die Rede gewesen.

Gedenkveranstaltung für die Opfer

Am 13. Januar 2012 kamen 32 Menschen ums Leben, als die Costa Concordia vor der Insel Giglio einen Felsen rammte und mit mehr als 4.200 Passagieren an Bord havariert war. 32 Menschen wurden getötet, darunter auch 12 Deutsche.

Am Sonntag jährt sich das Unglück zum ersten Mal. Überlebende, Angehörige der Opfer und Retter wollten am Wochenende an die Katastrophe erinnern und sich zu einer Gedenkfeier auf Giglio versammeln.

Reederei will Kapitäne besser überwachen

Die Costa war gekentert, nachdem ihr Kapitän sie zu nahe an die Küste gesteuert hatte. Gegen zwölf Personen, unter ihnen Kapitän Francesco Schettino und das Management von Costa Crociere, wird wegen des Unglücks ermittelt. Es wird erwartet, dass die Strafverfolger Ende Januar oder im Februar Anklage erheben werden. Eine Gerichtsverhandlung könnte nach dem Sommer beginnen.

Der neue Reederei-Chef Michael Thamm brachte eine schärfere Überwachung von Kreuzfahrt-Kapitänen ins Gespräch. "Wir schauen auf die Luftfahrt und die Flugsicherungen, die Piloten beobachten, unterstützen und dirigieren", sagte der deutsche Chef von Costa Crociere der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Internationale Gesetze räumten Kapitänen eine "erhebliche Machtfülle" ein. Die Branche müsse sich fragen, wie sie Kapitäne besser unterstützen könne. "Wenn eine bessere Überwachung hilft, sollte man diesen Schritt gehen." Die Reederei ist eine Tochter des US-Kreuzfahrtgiganten Carnival.

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Leserkommentare
  1. das ding ist sowieso schrott und sie ist doch ein hervorragendes mahnmal für dummheit, ignoranz und chauvinimus.

    2 Leserempfehlungen
  2. ... zu bergen, braucht es vor allem gut bezahlte und kompetente Führungspersönlichkeiten. Mehdorn und Wowereit würden das sicher gern übernehmen. Jahre-, was sag' ich: jahrzehntelanger Erfolg garantiert.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, rav
  • Schlagworte Costa Concordia | Dollar | Gedenkfeier | Hafen | Katastrophe | Luftfahrt
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