Augenzeugen machten mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen für die Katastrophe mitverantwortlich. "Das war eine zu kleine Tür für so viele Leute", sagte Luana Santos Silva TV Globo. "Es war der Horror. Ich habe einen sehr engen Freund verloren", sagte eine junge Frau dem Fernsehsender Band News. "Die Notausgänge reichten nicht aus, es gab Panik, in dem Durcheinander habe ich meinen Freund aus den Augen verloren."

Die eintreffende Feuerwehr versuchte, mit Äxten und Hämmern ein Loch in die Außenwand der Disco zu brechen, um einen zusätzlichen Fluchtweg zu schaffen und um das Feuer bekämpfen zu können. Sie brauchte insgesamt fünf Stunden, um den Brand zu löschen.

Die Diskothek hatte eine Kapazität für 2.000 Menschen. Wie viele in der Nacht zum Sonntag wirklich in dem Gebäude feierten, war zunächst unklar, in Medien ist von 500, aber auch von 1.000 Besuchern die Rede. Es soll sich um eine Party von Studenten gehandelt haben. 

Präsidentin Dilma Rousseff brach ihre Teilnahme an einem internationalen Gipfel in Chile vorzeitig ab. Vor ihrer Abreise nach Brasilien sprach sie unter Tränen im Fernsehen zu den Opfern. "Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigen Moment zusammenstehen", sagte sie. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio Grande do Sul, Tarso Genro, sprach von einem "traurigen Sonntag".

Bundeskanzlerin Angela Merkel, die ebenfalls an dem Gipfel in Chile teilnahm, sprach Rousseff ihr Beileid aus. Auch Außenminister Guido Westerwelle äußerte sich betroffen. "Ich bin zutiefst bestürzt über dieses furchtbare Unglück und möchte den Brasilianern mein tief empfundenes Mitgefühl aussprechen", erklärte er.

Die Stadt Santa Maria ordnete noch am Sonntagvormittag eine 30-tägige offizielle Trauer an. Die Stadt mit rund 270.000 Einwohnern ist bekannt für ihr quirliges Nachtleben, denn sie beherbergt eine der größten öffentlichen Universitäten des Landes mit vielen Studenten.


So sind auch die Toten meist junge Menschen. Die Katastrophe schockte die Einsatzkräfte. "Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen", sagte Feuerwehrmann Moisés da Silva Fuchs.