Indien : Zwei der mutmaßlichen Vergewaltiger wollen aussagen

Fünf der mutmaßlichen Vergewaltiger der indischen Studentin sind in Neu Delhi vor Gericht erschienen. Zwei von ihnen wollen mit Aussagen eine mildere Strafe erreichen.
Ein Polizeifahrzeug auf dem Weg zum Gericht in Neu Delhi © Sajjad Hussain/AFP/Getty Images

In Neu Delhi sind die mutmaßlichen Mörder und Vergewaltiger einer indischen Studentin vor Gericht erschienen. Den fünf Verdächtigen wird vorgeworfen, eine 23-Jährige in einem Bus in Neu-Delhi äußerst brutal misshandelt zu haben. Nach der Tat wurde sie aus dem Bus geworfen – zwei Wochen später erlag sie ihren schweren Verletzungen in einem Krankenhaus in Singapur.

Den Verdächtigen wird vor Gericht die Anklage verlesen. Danach soll der Fall an ein neues Schnellgericht in Neu Delhi verwiesen werden. Den fünf Beschuldigten droht die Todesstrafe.

Zwei Verdächtige hatten am Samstag einen Antrag gestellt, gegen die anderen Angeklagten auszusagen. Sie erhoffen sich dadurch eine mildere Strafe. Ein sechster Verdächtiger ist ebenfalls in Haft. Bei ihm muss aber noch geklärt werden, ob er wegen seines Alters vor ein Jugendgericht kommt.

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Richterin Namrita Aggarwal hatte die Öffentlichkeit ausgeschlossen und den überfüllten Verhandlungssaal räumen lassen. Sie begründete das damit, dass die Sicherheit der Verdächtigen in der Menge nicht gewährleistet sei.

Der Fall hatte in Indien Entrüstung ausgelöst. Tausende Menschen gingen in vielen Städten auf die Straße und forderten von der Regierung einen besseren Schutz für Frauen.

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Kommentare

38 Kommentare Seite 1 von 4 Kommentieren

Sie haben teilweise Recht

man darf, egal wie furchtbar ein Verbrechen ist, und wie sehr man emotional betroffen ist, nicht nach dem Bauchgeühl entscheiden.
(Wobei die Gesetze auf eben diesem Bauchgefühl beruhen müssen).

Aber hier sind wir nicht im Gerichtssaal und der Kommentator ist kein Richter, sondern ein Mensch, der seinen Kommentar zu dem Geschehen abgibt. Die Emotionen sind da, man sollte sich nicht von diesen leiten lassen, aber ich sehe keinen Grund, ihnen hier keinen Ausdruck zu verleihen.

Die Bemerkung mit der RichterIN ist natürlich absoluter Blödsinn.

Jugenstrafrecht

Für den Jugendlichen (so er es denn wirklich ist) ist es eher gut das es in Indien war. Wenn er nach Jugendstrafrecht verurteil wird, muss er seine Strafe in einem Jugendgefängnis verbüßen, aus dem muss er aber entlassen werden sobald er Volljährig wird und ein nach Jugendstrafrecht Verurteilter darf dann in Indien auch nicht in ein normales Gefängnis. Im ,für ihn, besten Fall ist er nach ein paar Wochen oder Monaten wieder draußen.

Armseelig

"Die westlichen Werte wie Gleicheit, Freiheit, Menschenrechte und das Recht auf Individualität haben ihren Siegeszug in der ganzen Welt angetreten und sind auch in Indien angekommen."

Mit diesem Satz unterstellen Sie Indien und allen anderen, "nicht-westlichen" Ländern, dass sie kein Konzept von Gleichheit, Freiheit, Menschenrechten etc. haben. Das ist nicht nur schlicht und ergreifend falsch, sondern auch sehr arrogant. Von welchem Siegeszug sprechen Sie? Der westliche Siegeszug, den Indien erlebt hat, war sehr brutal und hatte mit Menschenrechten nichts zu tun. Lesen Sie mal die Geschichte von Indien, insbesondere das was die Engländer während ihrer 200-300 dort alles veranstaltet haben. Es ist auch sehr armselig die Proteste in Indien auf die Fahne von westlichen Ländern zu schreiben. Waren Sie oder andere aus westlichen Ländern in Indien, um die Leute für die Proteste aufzuwecken?

"Die Mehrheit der Inder ist in der Gegenwart angekommen, in der Frauen als Menschen und nicht als Eigentum bzw. Gegenstand angesehen werden."

Wer definiert die Gegenwart? Vergewaltigungen gibt es auch in westlichen Ländern sehr viel. In Tennis dürfen die Frauen trotz Protest immer noch keine Shorts tragen. Wo bleiben da die westlichen Werte wo Frauen angeblich nicht als Gegenstand gesehen werden?

Ich bitte Sie. Hören Sie bitte mit diesem westlichen östlichen Quatsch auf. Wo nach Ihrer Meinung fängt der Westen an? Deutschland liegt übrigens östlich von Greenwich.

Genau anders rum wird ein Schuh daraus

Kneifen, tatschen, grappschen sind sexuelle Belästigungen und das ohne das Einverständnis der betroffenen Frauen. Sie haben das Hinzunehmen, grade so, als ob damit keine Gefühle verbunden sind! Daher ist der Begriff "Gegenstand" schon richtig gewählt.

Dieses "über die Gefühle hinweggehen" geht einher mit einer tiefen Verachtung der Frau als Mensch schlechthin. Oder anders herum gesagt: Einen Menschen, den ich respektiere und achte, dem füge ich diese Demütigung nicht zu.

In dem Respekt und der Achtung kommt dieses "Menschsein" zum Ausdruck.
Diejenigen Männer, denen die Hand so schnell ausrutscht, sollten sich einmal vor Augen führen, was Sie empfinden würden, wenn eine Frau ihnen einfach so mit einem beherzten Griff in den Schritt greifen würde? Ob Sie das dann auch so toll und aufregend finden würden?