Katholische KlinikenBistumsleitung für Abweisung von Missbrauchsopfer verantwortlich

Das Bistum Köln um Kardinal Meisner hat die Abweisung eines Vergewaltigungsopfers in der Klinik mitzuverantworten. Die Ärzte hatten strenge Verhaltensregeln erhalten.

Die Kölner Bistumsleitung um Kardinal Joachim Meisner trägt nach Informationen der ZEIT eine Mitschuld an der Abweisung einer vergewaltigten 25-Jährigen an zwei katholischen Kliniken. Ein Aufsichtsratsmitglied der Kliniken, das aus Furcht vor Repressalien anonym bleiben wollte, sagte, die Bistumsleitung setze die katholischen Krankenhäuser unter Druck und beschneide den Ermessensspielraum der Ärzte dadurch unzulässig. Dies führe zu Kurzschlussreaktionen wie im Fall des Vergewaltigungsopfers.

Die Ärzte der katholischen Krankenhäuser hatten die Behandlung einer 25-jährigen Frau abgelehnt. Sie wollte Beweise einer Vergewaltigung sichern lassen und außerdem die Pille danach bekommen. Die Krankenhäuser lehnten dies mit der Begründung ab, gynäkologische Untersuchungen zur Beweissicherung seien seit zwei Monaten untersagt, weil damit ein Beratungsgespräch über eine mögliche Schwangerschaft und deren Abbruch verbunden sei. Das Krankenhaus hatte angegeben, Ärzte, die sich der Regelung widersetzten, müssten mit fristloser Kündigung rechnen.

Anzeige

Kardinal Meisner hatte sich dafür später im Namen der Kirche entschuldigt: "Dieser Vorgang beschämt uns zutiefst, denn er widerspricht unserem christlichen Auftrag und Selbstverständnis." Was der Frau widerfahren sei, hätte nie geschehen dürfen.

Druck durch Hardliner?

Wie jetzt bekannt wurde, hatten konservative Fundamentalisten rund um die Internetplattform kreuz.net katholische Krankenhäuser bespitzeln lassen, um Ärzte zu überführen, die die Pille danach verabreichten. Das Bistum Köln versandte anschließend ein Rundschreiben mit sehr eng gefassten Verhaltensregeln an das Personal der Krankenhäuser.

Irmgard Kopetzky von der Beratungsstelle Frauen gegen Gewalt sagte, man könne bestätigen, dass engagierte Ärzte zunehmend verunsichert worden seien. Die Organisation Caritas kritisierte, es sei in dieser Atmosphäre schwierig, vergewaltigten Frauen Rat und Hilfe zukommen zu lassen.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. Jetzt geht aber alles sehr durcheinander. Eine homosexuelle Frau wird offentlich genauso gut in den gynäkologischen Abteilungen behandelt wie eine heterosexuelle Frau. Männer werden üblicherweise nicht in gynäkologischen Abteilungen behandelt - weder homo-, bi- noch heterosexuelle Männer.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Die Ursachen"
  2. Nein, nicht - war eine Antwort auf die Behauptung, es wurde womöglich nicht nach ASS gefragt.

    Antwort auf "nachgelesen...."
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    schon klar, kann aber zu eben jenem punkt auf besagter seite nichts finden....

  3. 27. vereine

    der vorschlag ist natürlich unsinn und ob seiner menschenverachtung noch nicht mal von satirischem humor.

    allerdings ist ihr punkt bzgl. den einfachen mitgliedern nicht ganz unproblematisch. schließlich sind sie, vorausgesetzt sie sind nicht durch ihre arbeitsplatzsituation genötigt (kl.seitenhieb), freiwillig in der kirche. und deren größe, macht und einflußmöglichkeiten unterstützen sie mit u.a. ihren beiträgen.
    sie können was dafür was der verein in dem sie sind so macht!
    und anders als in anderen vereinen haben sie hier noch nicht mal sonderlich realistische chancen das system von innen umzukrempeln....

    Antwort auf "wie wird der schon"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • doof
    • 30. Januar 2013 21:25 Uhr

    andere bistümer als köln in D.
    ich bin doch dafür, da zu differenzieren.
    zudem bin ich generell der ansicht - unahängig davon, wieviel ich persönlich damit am hut habe, vor allem was bestimmte dogmen und praktiken der kirchen anbelangt (und ausdrücklich der kircheN!) - dass diese auch einen wichtigen beitrag zur pluralität und vielfalt in unserer gesellschaft beitragen und auch ein wichtiges regulativ gerade in gesellschaftlichen, ethischen und moralischen fragen darstellen. vom individuellen bindungpotential der gläubigen in einer immer mehr ausdifferenzierten gesellschaft mal ganz zu schweigen (auch wenn das immer weniger wird, es gibt viele die sich mit dem christentum (oder anderen religionen) identifizieren können - und ich finde das nicht per se schlecht! immerhin haben wir den menschenrechtsgedanken und unseren indivualitätsbegriff, recht und gesetz und weiteres aus religionen entlehnt - udn auch die aufklärung lehnte diese nicht in bausch und bogen ab, im gegenteil, die aufklärer waren sich eher bewusst, dass spiritualität auch zum menschen dazu gehört - wie schon gesagt, alles mit der einschränkung dass ich für mich das anders praktiziere. nur muss ich auch andere meinungen gelten lassen.
    zudem hat mir der diesen artikel: http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-01/katholische-kirche-krankenhaeuser durchziehende grundgedanke ausnehmend gut gefallen!

  4. 28. seiten

    schon klar, kann aber zu eben jenem punkt auf besagter seite nichts finden....

    Antwort auf "Verlinkt?"
  5. Bitte, es ist eine böse gemeinte Polemik.
    Und - auf dieser Ebene zurückgefragt - warum sollen einfache Kranke unterlassene Hilfeleistung ertragen, nur weil der Erzb. seine Vorstellungen von der Welt hat?

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Vielleicht weil der Erzb. kein Schäfchen und die Kranken nicht die Hirten sind?

    • doof
    • 30. Januar 2013 21:30 Uhr

    als der vorschlag, im gegenzug keine katholiken (katholischen laien) mehr in öffentlichen krankenhäusern zu behandeln!
    immerhin sind diese "neben" dem, dass sie katholiken sind, auch noch bürger dieses staates und finanzieren ebenso wie die nichtkatholiken alle (!) krankenhäuser nicht.
    und immer noch besteht religionsfreiheit hier!
    polemisch kann ich diese ursprungsbemerkung damit nicht finden, nur verächtlich. und das ziemt sich nicht, wenn ich zu verachtendes handeln bemängeln möchte.

    • doof
    • 30. Januar 2013 21:25 Uhr

    andere bistümer als köln in D.
    ich bin doch dafür, da zu differenzieren.
    zudem bin ich generell der ansicht - unahängig davon, wieviel ich persönlich damit am hut habe, vor allem was bestimmte dogmen und praktiken der kirchen anbelangt (und ausdrücklich der kircheN!) - dass diese auch einen wichtigen beitrag zur pluralität und vielfalt in unserer gesellschaft beitragen und auch ein wichtiges regulativ gerade in gesellschaftlichen, ethischen und moralischen fragen darstellen. vom individuellen bindungpotential der gläubigen in einer immer mehr ausdifferenzierten gesellschaft mal ganz zu schweigen (auch wenn das immer weniger wird, es gibt viele die sich mit dem christentum (oder anderen religionen) identifizieren können - und ich finde das nicht per se schlecht! immerhin haben wir den menschenrechtsgedanken und unseren indivualitätsbegriff, recht und gesetz und weiteres aus religionen entlehnt - udn auch die aufklärung lehnte diese nicht in bausch und bogen ab, im gegenteil, die aufklärer waren sich eher bewusst, dass spiritualität auch zum menschen dazu gehört - wie schon gesagt, alles mit der einschränkung dass ich für mich das anders praktiziere. nur muss ich auch andere meinungen gelten lassen.
    zudem hat mir der diesen artikel: http://www.zeit.de/gesellschaft/2013-01/katholische-kirche-krankenhaeuser durchziehende grundgedanke ausnehmend gut gefallen!

    Antwort auf "vereine"
  6. Vielleicht weil der Erzb. kein Schäfchen und die Kranken nicht die Hirten sind?

    Antwort auf "@wie wird der schon "
    • doof
    • 30. Januar 2013 21:30 Uhr

    als der vorschlag, im gegenzug keine katholiken (katholischen laien) mehr in öffentlichen krankenhäusern zu behandeln!
    immerhin sind diese "neben" dem, dass sie katholiken sind, auch noch bürger dieses staates und finanzieren ebenso wie die nichtkatholiken alle (!) krankenhäuser nicht.
    und immer noch besteht religionsfreiheit hier!
    polemisch kann ich diese ursprungsbemerkung damit nicht finden, nur verächtlich. und das ziemt sich nicht, wenn ich zu verachtendes handeln bemängeln möchte.

    Antwort auf "@wie wird der schon "
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • doof
    • 30. Januar 2013 21:31 Uhr

    "nicht" sondern mit!

    (nun bin auch ich eine derjenigen, die um eine editierfunktion hier bitten!)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte Joachim Meisner | Caritas | Arzt | Atmosphäre | Bistum | Gewalt
Service