NSU-Ermittlungen : Gericht lässt Mordanklage gegen Zschäpe zu

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe kann in vollem Umfang angeklagt werden. Das Oberlandesgericht München ließ zudem Anklage gegen vier mögliche Helfer zu.

Das Oberlandesgericht München hat die Mordanklage gegen die mutmaßliche Neonazi-Terroristin Beate Zschäpe zugelassen. Zschäpes Verteidiger Wolfgang Stahl bestätigte entsprechende Medienberichte.

Damit muss sich die 38-Jährige wegen des Verdachts der Mittäterschaft an den zehn Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vor Gericht verantworten. Ihr wird neben der Mittäterschaft an den Morden auch schwere Brandstiftung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Das Verfahren soll voraussichtlich im April beginnen.

Die Bundesanwaltschaft legt dem NSU die Ermordung von acht türkischen und einem griechischen Einwanderer sowie den Mord an einer Polizistin zur Last. Die Taten ereigneten sich zwischen 2000 und 2007. Außerdem soll der NSU zwei Bombenanschläge in Köln in den Jahren 2001 und 2004 verübt haben.

Das Gericht ließ den Berichten zufolge auch die Anklage gegen vier mutmaßliche Unterstützer und Helfer der Gruppe zu, und zwar bis auf wenige Details unverändert. Im Eröffnungsbeschluss des 6. Strafsenats heißt es nach Angaben des Tagesspiegels, die Angeklagten seien der ihnen vorgeworfen Straftaten hinreichend verdächtig. Nach vorläufiger Wertung bestehe die Wahrscheinlichkeit einer Verurteilung.

Die Richter ordneten zudem die Fortdauer der Untersuchungshaft gegen Zschäpe und den Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben an. Neben Zschäpe gehörten Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos dem Terror-Trio an, die nach einem Banküberfall im November 2011 tot aufgefunden wurden.
 

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