Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe (Archiv) © Polizei/Getty Images

Die Anwälte der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe haben ihren Antrag auf Nachbesserung der Anklageschrift wieder zurückgezogen. Sie hatten Formfehler in der Anklageschrift des Generalbundesanwalts kritisiert. Dabei ging es um die Unterscheidung zwischen dem Vorwurf der Gründung oder der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Die Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hatten argumentiert, der erste und der zweite Teil des Anklagesatzes widersprächen sich. Auch ohne Zschäpes Hilfe bei der Tarnung des Trios auf Reisen und in der Zwickauer Nachbarschaft hätten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Taten erfolgreich begehen können. Am Nachmittag teilte Heer mit, an der Rüge werde nicht festgehalten.

Verteidiger sehen keinen "hinreichenden Tatverdacht"

Die Verteidiger fordern, den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung in schwere Brandstiftung abzumildern. Der 38-Jährigen wird die Mittäterschaft an den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), 15 Raubüberfällen sowie die Bildung einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung mit Mordversuch vorgeworfen.

Ohne Korrektur dürften die Anklagepunkte, in denen Zschäpe eine Mittäterschaft vorgeworfen wird, gar nicht zugelassen werden, heißt es in dem Schreiben der Verteidiger. Es läge "kein hinreichender Tatverdacht" dafür vor, dass ihre Mandantin an der Verbrechensserie beteiligt war.

Das Oberlandesgericht München hat unterdessen die Haftbedingungen Zschäpes gelockert. Das berichtet der Sender SWR info. Nach dem Beschluss des Gerichts dürfen Besuche der Verteidiger künftig ohne Trennscheibe stattfinden. Auch solle der Briefverkehr mit der Verteidigung nicht mehr inhaltlich überwacht werden.

Spätestens Mitte April 2013 soll der NSU-Prozess in München gegen Zschäpe und vier weitere Beschuldigte vor dem Oberlandesgericht beginnen.