NSU-MordserieZschäpes Anwälte entschärfen Kritik an Anklageschrift

Die Anwälte der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe hatten Widersprüche in der Anklageschrift beklagt. Doch den Vorwurf konnten sie nicht aufrecht erhalten.

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe (Archiv)

Die mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe (Archiv)  |  © Polizei/Getty Images

Die Anwälte der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe haben ihren Antrag auf Nachbesserung der Anklageschrift wieder zurückgezogen. Sie hatten Formfehler in der Anklageschrift des Generalbundesanwalts kritisiert. Dabei ging es um die Unterscheidung zwischen dem Vorwurf der Gründung oder der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Die Anwälte Wolfgang Heer, Wolfgang Stahl und Anja Sturm hatten argumentiert, der erste und der zweite Teil des Anklagesatzes widersprächen sich. Auch ohne Zschäpes Hilfe bei der Tarnung des Trios auf Reisen und in der Zwickauer Nachbarschaft hätten Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die Taten erfolgreich begehen können. Am Nachmittag teilte Heer mit, an der Rüge werde nicht festgehalten.

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Verteidiger sehen keinen "hinreichenden Tatverdacht"

Die Verteidiger fordern, den Vorwurf der besonders schweren Brandstiftung in schwere Brandstiftung abzumildern. Der 38-Jährigen wird die Mittäterschaft an den Morden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU), 15 Raubüberfällen sowie die Bildung einer terroristischen Vereinigung und schwere Brandstiftung mit Mordversuch vorgeworfen.

Ohne Korrektur dürften die Anklagepunkte, in denen Zschäpe eine Mittäterschaft vorgeworfen wird, gar nicht zugelassen werden, heißt es in dem Schreiben der Verteidiger. Es läge "kein hinreichender Tatverdacht" dafür vor, dass ihre Mandantin an der Verbrechensserie beteiligt war.

Neonazi-Terror in Deutschland
Morde, ungeklärte Anschläge und Reaktionen
1996 und 1997

© Frank Doebert/Ostthueringer Zeitung/dpa

Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe fallen 1996 zum ersten Mal auf. Sie sollen eine Puppe mit gelbem Davidstern an einer Autobahnbrücke aufgehängt haben. 1997 deponieren sie einen mit Hakenkreuz bemalten Sprengstoffkoffer in der Jenaer Innenstadt.

Januar 1998

© Heinz Hirndorf/dpa

In Jena hebt die Polizei die Bombenwerkstatt der drei mutmaßlichen Rechtsterroristen aus. Das Labor war in einer Garage versteckt. Die Fahnder stellen Rohrbomben sicher, die mit dem Sprengstoff TNT gefüllt sind. Das Trio flieht. Noch offen ist, wer ihnen bei der Flucht half.

28. September und 19. Dezember 1998

© Wolfgang Kumm/dpa

Auf das Grab des früheren Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, werden zwei Anschläge verübt. Der Fall wurde nie aufgeklärt, die Ermittler untersuchen mögliche Verbindungen zu den drei Neonazis.

1999 bis 2011

© Polizeidirektion Gotha/dpa

14 Banküberfälle werden Böhnhardt und Mundlos zugeordnet: Chemnitz: 6. und 27.10.1999, 30.11.2000, 23.9.2003, 14. und 18.5.2004, 22.11.2005; Zwickau: 5.7.2001, 25.9.2002 und 5.10.2006; Stralsund: 7.11.2006 und 8.1.2007; Arnstadt: 7.9.2011; Eisenach: 4.11.2011. Sie fliehen mit dem Fahrrad. 

27. Juli 2000

© Christian Ohlig/dpa

Ungeklärt ist auch der Splitterbombenanschlag an einer Düsseldorfer S-Bahn-Station. Zehn Einwanderer aus Osteuropa werden schwer verletzt, eine Frau verliert ihr ungeborenes Kind. Der Anschlag läuft ähnlich ab wie der in Köln 2004. War auch hier das Jenaer Trio beteiligt?

9. September 2000

© dpa

In Nürnberg wird der 38-jährige türkische Blumenhändler Enver S. erschossen. Eine der verwendeten Waffen ist die bei allen folgenden Taten genutzte Pistole, eine Ceska, die später in der Zwickauer Brandruine gefunden wird. Enver S. ist das erste Opfer der Mordserie.

19. Januar 2001

© Jan Woitas/dpa

Eine Deutsch-Iranerin wird in einem Kölner Lebensmittelgeschäft durch einen in einer Keksdose versteckten Sprengsatz schwer verletzt. Hinweise darauf, dass das Trio hinter dem Anschlag steckte, finden sich auf der in der Zwickauer Brandruine (Bild) gefundenen DVD.

13. Juni 2001

© dpa

In Nürnberg stirbt der 49 Jahre alte, türkische Änderungsschneider Abdurrahim Ö. Er wurde mit zwei Kopfschüssen niedergestreckt. Ein Komplize des Täters soll draußen in einem Auto gewartet haben.

27. Juni 2001

© dpa

In Hamburg wird der 31-jährige Gemüsehändler Süleyman T. in seinem Laden ermordet. Drei Schüsse haben ihn in den Kopf getroffen. Die Polizei geht von zwei Tatwaffen aus.

29. August 2001

© dpa

In München wird der 38 Jahre alte, türkische Gemüsehändler Habil K. erschossen. Auch er wird in den Kopf getroffen, mit zwei Schüssen.

25. Februar 2004

© dpa

In Rostock wird der 25 Jahre alte Dönerladen-Aushilfsverkäufer Yunus T. ermordet. Der Türke war erst zehn Tage in Deutschland.

9. Juni 2004

© Federico Gambarini/dpa

Durch einen Nagelbombenanschlag in Köln werden 22 Menschen verletzt. Im November 2011 wird der bislang ungeklärte Fall neu aufgerollt, weil die Neonazis sich auf ihrer DVD zu dem Anschlag bekannt haben.

9. Juni 2005

© dpa

In Nürnberg stirbt an seinem Dönerstand der 50 Jahre alte Besitzer Ismail Y. Ein Kunde findet ihn hinter der Theke. Fünf Schüsse haben ihn getroffen. Zeugen sagen, zwei Männer hätten auf ihn geschossen.

15. Juni 2005

© dpa

Der 41-jährige Theodorus B. wird in seinem Laden, einem Schlüsseldienst in München, erschossen. Er stammt als einziges Opfer aus Griechenland.

4. April 2006

© dpa

In Dortmund wird in den Mittagsstunden an einer vielbefahrenen Straße der türkischstämmige Kioskbesitzer Mehmet K. mit mehreren Kopfschüssen getötet. Der 39-Jährige hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

6. April 2006

© Uwe Zucchi/dpa

Halit Y., der 21 Jahre alte türkische Betreiber eines Internetcafés in Kassel, wird ebenfalls mit Kopfschüssen getötet. Am Tatort befand sich ein Mitarbeiter des hessischen Verfassungsschutzes. Er soll auf dem Dachboden seines Hauses Bücher zur Nazizeit gehortet haben.

25. April 2007

© Norbert Försterling/dpa

In Heilbronn wird Michèle Kiesewetter, eine aus Thüringen stammende, 22 Jahre alte Bereitschaftspolizistin, erschossen. Ihr Kollege überlebt schwer verletzt.

4. November 2011

© Carolin Lemuth/dpa

Nach einem Banküberfall werden Bönhardt und Mundlos tot in ihrem ausgebrannten Wohnmobil bei Eisenach gefunden. In Zwickau geht ihre Wohnung in Flammen auf. In den Trümmern werden Waffen und eine DVD entdeckt, mit Bekenntnis zu den Morden und einigen Anschlägen.

8. November 2011

© Jan Woitas/dpa

Beate Zschäpe stellt sich der Polizei in Jena und wird wegen dringenden Verdachts der Gründung der Neonazi-Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) festgenommen. Seither sitzt die 36-Jährige in Untersuchungshaft.

13. November 2011

© Franziska Kraufmann/dpa

Holger G. wird in Niedersachsen festgenommen. Er soll Mitglied des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) sein und dem Trio Ausweise überlassen haben. Holger G. wurde schon 1999 observiert, doch der niedersächsische Verfassungsschutz stufte ihn nur als Mitläufer ein.

15. November 2011

Die CDU fasst auf ihrem Parteitag in Leipzig einstimmig den Beschluss, ein neues Verbotsverfahren gegen die NPD zu prüfen. Auch die SPD fordert wieder, die Partei zu verbieten. In dem Zusammenhang wird auch diskutiert, ob der Einsatz der V-Leute vom Verfassungsschutz überprüft werden muss. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich will ein Zentralregister einrichten, in dem alle Informationen über Neonazis gespeichert werden sollen.

Am gleichen Tag wird bekannt, dass das Neonazi-Trio eine Liste angefertigt hatte, auf der auch Politiker verzeichnet waren.

16. November 2011

© Polizei Sachsen/dpa

Beate Zschäpe trägt nichts zur Aufklärung der Mordserie bei. Sie schweigt. Derweil wird die Liste der Fahndungspannen immer länger. Polizei und Verfassungsschutz hatten offenbar Dutzende Chancen verpasst, die Neonazi-Gruppe zu finden.

18. November 2011

Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger will als Reaktion auf die Ermittlungspannen die Zahl der Verfassungsschutzämter in Deutschland reduzieren. Die Länder sind dagegen. Vereinbart wird auf einem Krisengipfel aber, ein Abwehrzentrum Rechts und eine zentrale Neonazi-Datei einzurichten.

21. November

© Christof Stache/AFP/Getty Images

Es wird bekannt, dass Uwe Mundlos durch eine Behördenpanne an gefälschte Ausweispapiere kam. BKA-Chef Ziercke verwirrt mit der These, die Polizistin Michèle Kiesewetter sei doch gezielt getötet worden. "Unsinn", heißt es dazu aus Thüringen.

22. November
Kristina Schröder

© Sean Gallup/Getty Images

Die Mittel für Initiativen gegen Rechtsextremismus sollen, anders als von Familienministerin Kristina Schröder ursprünglich geplant, nun doch nicht gekürzt werden. Zudem will die Bundesregierung die Angehörigen der Opfer entschädigen.

24. November

© Franziska Kraufmann/dpa

In Brandenburg wird der 32-jährige André E. festgenommen. Er soll die Bekenner-DVD der NSU produziert haben. Im Mai 2009 soll er dem Trio Bahncards überlassen haben, die auf ihn und seine Frau ausgestellt waren.
 

29. November

© Uli Deck/dpa

Der ehemalige NPD-Funktionär Ralf W. wird in Jena verhaftet. Dem 36-Jährigen wird unter anderem vorgeworfen, der Neonazi-Gruppe eine Schusswaffe und Munition besorgt zu haben. W. war bis Mai 2008 Vize-Chef der thüringischen NPD.

11. bis 13. Dezember

Der mutmaßliche Unterstützer Matthias D. wird gefasst. Der 36-Jährige, der wie André E. aus dem sächsischen Johanngeorgenstadt stammt, soll in Zwickau zwei Wohnungen für die Gruppe angemietet haben.

Derweil wächst bei Schwarz-Gelb die Skepsis gegenüber einem erneuten NPD-Verbotsverfahren. Man fürchtet angesichts der vielen V-Leute in der NPD (offenbar mehr als 130) einen erneuten Misserfolg.

In den folgenden Tagen wird bekannt, dass die Ermittler auch Spuren der Terrorzelle nach Berlin und in die Schweiz untersuchen. Möglicherweise war sie an einem Mord in Zürich beteiligt.

Januar 2012
01 Sebastian Edathy im Untersuchungsausschuss

© Sean Gallup/GettyImages

Ein Untersuchungsausschuss des Bundestages geht den Ermittlungsfehlern nach. Dabei kommt heraus, dass die bayerische Polizei bei der Fahndung gar einen Dönerimbiss betrieb. Auch in Thüringen und Sachsen untersuchen die Parlamente die Vorgänge.

Februar 2012
Staatsakt

© Sean Gallup/Getty Images

In einem Staatsakt wird der NSU-Opfer gedacht. Eine Straße in Kassel soll nach einem der Opfer benannt werden. Jetzt untersucht auch eine Bund-Länder-Kommission die fehlgeschlagene Suche nach dem Trio.
 

März 2012
02 Beate Zschäpe

© BKA/dpa

Die Bundesanwaltschaft arbeitet daran, Beate Zschäpe eine direkte Beteiligung an den Morden nachweisen zu können. Zschäpe soll der Motor der Gruppe gewesen sein, Haushalt und Finanzen verwaltet haben.

2. Mai 2012
03-Untersuchung nach Mord

© Marcus Föhrer/dpa

Acht Männer türkischer Abstammung ermordeten die Rechtsextremen. Doch auch die türkischen Behörden glaubten nur an ein kriminelles Killerkommando aus dem eigenen Land, wie die ZEIT herausfindet.

15. Mai 2012

In Thüringen wurde bei der Suche nach den untergetauchten Terroristen von 1998 bis 2001 geschlampt, urteilt ein Gremium der Landesregierung unter Vorsitz von Ex-Bundesrichter Gerhard Schäfer. Bereits zu Jahresbeginn haben die Landesverfassungsschützer eingeräumt, dass über einen Mittelsmann Geld an die Neonazis fließen sollte, um an deren Tarnidentitäten zu kommen. Der Plan scheiterte. Für die Observation des Trios stellt auch die Parlamentarische Kontrollkommission des Sächsischen Landtages dem eigenen Verfassungsschutz ein verheerendes Zeugnis aus.

Ende Mai 2012

Der mutmaßliche NSU-Helfer Holger G. ist auf freiem Fuß. Er soll den drei Rechtsextremisten Waffen besorgt haben. Der Bundesgerichtshof entschied: G. wusste eventuell nicht, wofür sie eingesetzt werden. Zwei Wochen später werden auch Carsten S. und Matthias D. aus der Untersuchungshaft entlassen. Im Juni wird der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen NSU-Helfer André E. aufgehoben. Er soll an dem Bekennervideo der NSU mitgearbeitet haben, der BGH hält ihn aber nicht für dringend tatverdächtig

2. Juli 2012
Die Terrorzelle

© BKA/dpa

Ein Referatsleiter des Bundesverfassungsschutzes hat im November 2011 Akten zu V-Leuten aus dem Umfeld der NSU vernichtet. Bis Ende Juni war das dem Geheimdienstchef angeblich nicht  bekannt.

Juli 2012

Als Konsequenz aus der "Reißwolf-Affäre" bittet Verfassungsschutzchef Fromm um seine frühzeitige Pensionierung. Wenige Tage später verliert der Präsident des Thüringischen Geheimdienstes, Thomas Sippel, seinen Posten. Auch der Leiter der sächsischen Behörde, Reinhard Boos, tritt zurück.  Protokolle einer Telefonüberwachung des Bundesamtes von Ende 1998 waren nicht an die Untersuchungsausschüsse weitergegeben worden.

5. Juli 2012

Fromm spricht vor dem Bundestagsausschuss. Er offenbart Chaos in seiner Behörde, weiß nicht, warum sensible Akten vernichtet wurden. Die Vermutung der FDP, Zschäpe sei als Informantin angeworben worden, wird dementiert.

Juli 2012

© Michael Gottschalk/dapd

Noch nachdem die Straftaten des NSU bekannt wurden, sind zahlreiche weitere Akten zu den drei Rechtsextremisten vernichtet worden. Die Behörden erklären das mit dem Datenschutz, die Opposition vermutet Vertuschung.

Juli 2012

© Jim Lo Scalzo/EPA/dpa

Zwei Kollegen der Polizistin Michele Kiesewetter sind zeitweise Mitglieder im rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gewesen. Einer von ihnen war ihr Gruppenführer, wusste also, wo sie sich aufhielt. Einen Zusammenhang mit dem Mord schließt der Innenminister Friedrich aus.

September 2012

© BKA/dapd

Der Militärgeheimdienst MAD hat 1995 eine Akte über die rechtsextreme Gesinnung des Wehrdienstleistenden Uwe Mundlos erstellt. Der Verteidigungsminister wusste dies seit März. Der Bundestagsuntersuchungsausschuss wurde nicht informiert.

14. September 2012

© Steffi Loos/dapd

Ein früherer Vertrauter des NSU hat jahrelang für das LKA Berlin gespitzelt. Thomas S. lieferte 2002 Hinweise auf den Aufenthaltsort der Truppe in Thüringen. Innensenator Frank Henkel wusste seit März von S., gab die Information aber nicht an den Ausschuss weiter.

Das Oberlandesgericht München hat unterdessen die Haftbedingungen Zschäpes gelockert. Das berichtet der Sender SWR info. Nach dem Beschluss des Gerichts dürfen Besuche der Verteidiger künftig ohne Trennscheibe stattfinden. Auch solle der Briefverkehr mit der Verteidigung nicht mehr inhaltlich überwacht werden.

Spätestens Mitte April 2013 soll der NSU-Prozess in München gegen Zschäpe und vier weitere Beschuldigte vor dem Oberlandesgericht beginnen.

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Leserkommentare
    • sioux
    • 09. Januar 2013 7:37 Uhr

    Es ist sehr darauf zu achten, dass hier nicht eine Märtyrerin entsteht. Gerade bei nicht ganz so nachdenklichen Männern sehe ich diese Gefahr.
    Und, nach dem was man so mitbekommt, ist Zschäpe bei weitem kein Kaliber wie z.B. Gudrun Ensslin. Ich würde mir wünschen, dass wirklich öffentlich aufgeklärt wird, ob diese Frau von den Morden ihrer Kameraden wußte und diese wissentlich unterstützt hat.

    Eine Leserempfehlung
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    was hat das jetzt it dem geschlecht zu tun.

    "Und, nach dem was man so mitbekommt ist Zschäpe bei weitem kein Kaliber wie z.B. Gudrun Ensslin."

    Was man so mitbekommt? Nun ja.

    Es ist schwierig, sich anhand der lückenhaften, erst von den Behörden und dann auch noch von den Medien gefilterten Infos ein Bild zu machen.

    Denkbar ist z.B., dass Zschäpe derzeit vom allgemeinen Hang, bei einer Dreiergruppe wie dem "NSU" automatisch einen Mann zum Kopf der Gruppe zu erklären, profitiert. Dafür werden dann in der Medienberichterstattung ihre praktischen "Fähigkeiten" gewürdigt, wie Finanzkontrolle, Kochen und nette Kontakte zu Nachbarn.

    Vielleicht ein Zerrbild, wenn sich bewahrheiten sollte, dass die drei vom Verfassungsschutz geführt wurden (bisher nur Spekulation anhand von Indizien) und dass Zschäpe die zentrale Kontaktperson zum Verfassungsschutz war. Und auch wenn sie an den Morden nicht ausführend beteiligt war - warum sollte sie nicht die Idee hierzu gehabt haben?

    Andererseits entsteht parallel dazu der Eindruck, bei der Anklage solle Zschäpe auf "Teufel komm raus" für alles Mögliche haftbar gemacht werden, wofür aber die Beweislage evtl. zu dünn ist. Man wird daher vermutlich, wenn das Verfahren dem Anspruch der Rechtsstaatlichkeit genügt, einige Anklagepunkte wieder fallen lassen müssen.

    Zur "Märtyerin" wird sie so oder so, da sie ja vermutl. zumindest wegen schwerer Brandstiftung zur Rechenschaft gezogen wird - und auch nach Anrechnung ihrer Untersuchungshaft wahrscheinlich ist, dass sie dafür ins Gefängnis kommt.

    Aber nicht, weil verhindert werden muss, dass man Sch. durch Verurteilung zu einer "Märtyrerin" stilisiert.

    Sondern, weil aus der Anklageschrift offenbar nicht ihre aktive NSU-Mittäterschaft hergeleitet werden kann.

    Im Übrigen gilt es, einer offenkundig politisch motivierten Vorverurteilung durch Medien und öffentliche Entscheidungsträger mit juristischen Mitteln entgegenzuwirken.

  1. was hat das jetzt it dem geschlecht zu tun.

    3 Leserempfehlungen
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    das man eben keine "Heroin" stilisiert, die dadurch noch "Verehrer" in der "Szene" findet.

  2. 4. [...]

    Bitte bleiben Sie beim Thema. Danke,die Redaktion/se

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Verzeihung.

  3. Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "[...]"
  4. das man eben keine "Heroin" stilisiert, die dadurch noch "Verehrer" in der "Szene" findet.

    Antwort auf "inwiefern"männern""
  5. "Und, nach dem was man so mitbekommt ist Zschäpe bei weitem kein Kaliber wie z.B. Gudrun Ensslin."

    Was man so mitbekommt? Nun ja.

    Es ist schwierig, sich anhand der lückenhaften, erst von den Behörden und dann auch noch von den Medien gefilterten Infos ein Bild zu machen.

    Denkbar ist z.B., dass Zschäpe derzeit vom allgemeinen Hang, bei einer Dreiergruppe wie dem "NSU" automatisch einen Mann zum Kopf der Gruppe zu erklären, profitiert. Dafür werden dann in der Medienberichterstattung ihre praktischen "Fähigkeiten" gewürdigt, wie Finanzkontrolle, Kochen und nette Kontakte zu Nachbarn.

    Vielleicht ein Zerrbild, wenn sich bewahrheiten sollte, dass die drei vom Verfassungsschutz geführt wurden (bisher nur Spekulation anhand von Indizien) und dass Zschäpe die zentrale Kontaktperson zum Verfassungsschutz war. Und auch wenn sie an den Morden nicht ausführend beteiligt war - warum sollte sie nicht die Idee hierzu gehabt haben?

    Andererseits entsteht parallel dazu der Eindruck, bei der Anklage solle Zschäpe auf "Teufel komm raus" für alles Mögliche haftbar gemacht werden, wofür aber die Beweislage evtl. zu dünn ist. Man wird daher vermutlich, wenn das Verfahren dem Anspruch der Rechtsstaatlichkeit genügt, einige Anklagepunkte wieder fallen lassen müssen.

    Zur "Märtyerin" wird sie so oder so, da sie ja vermutl. zumindest wegen schwerer Brandstiftung zur Rechenschaft gezogen wird - und auch nach Anrechnung ihrer Untersuchungshaft wahrscheinlich ist, dass sie dafür ins Gefängnis kommt.

    2 Leserempfehlungen
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    akademischer Bildung und "Weltläufigkeit" und dem "Evil Mind", besonders in der "peer group".

    Im ersten Feld war Ensslin Zschape Lichtjahre voraus.

    stipendierte Promotion vs. Bildungswerk Ausbildung

    http://de.wikipedia.org/w...

    http://de.wikipedia.org/w...

    Ob Z. Ensslin in der Verfolgung der jeweiligen Ziele unterlegen ist, darf bezweifelt werden.

    Sie hat zwar einen etwas "dramatischen Schluss" des "Trios" inszeniert, jedoch kann man durchaus planmäßiges Handeln, mit "Exit-Option" unterstellen.

    Sie als "Dummchen" zu beschreiben wäre falsch.

    • TDU
    • 09. Januar 2013 8:47 Uhr

    "Die Juristen schreiben, dass es keinen konkreten Ermittlungsbeleg gebe, der einen "wesentlichen Tatbeitrag" von Zschäpe an den Morden und Anschlägen beweist."

    Und nur darauf kommts an, wenn man wegen Mittäterschaft verurteilen will.

    "Das geht aus der Antwort der Anwälte auf die Anklageschrift des Generalbundesanwalts hervor, die dem NDR Fernsehen exklusiv vorliegt." Gerichtsverfahren sind öffentlich. dass Anklageschriften auch öffentlich sind, wusste ich noch nicht. Vielleicht hat aber hier der Drang nach Nebenverdiensten Pate gestanden.

    Die Richter werden jedenfalls gefordert sein, was ihre Unabhängigkeit bei der Urteilsfindung betrifft.

    6 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, nf
  • Schlagworte Beate Zschäpe | Reise | Uwe Böhnhardt | Uwe Mundlos | Anja Sturm | Generalbundesanwalt
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