AnschlagserieMindestens 80 Tote bei Explosionen in Pakistan

In mehreren Städten Pakistans sind an zentralen Plätzen Bomben detoniert. Zahlreiche Menschen wurden verletzt und getötet. Das Ziel der Anschlagsserie ist noch unklar.

Die Polizei untersucht einen Platz in Quetta, auf dem eine Bombe explodiert ist.

Die Polizei untersucht einen Platz in Quetta, auf dem eine Bombe explodiert ist.  |  © Naseer Ahmed/Reuters

Bei einer Serie von Explosionen in mehreren Städten sind in Pakistan mindestens 80 Menschen getötet und über 200 verletzt worden. Besonders schlimm traf es die nahe der Grenze zu Afghanistan gelegene Provinzhauptstadt Quetta, in der im Laufe des Tages drei Sprengsätze detonierten. Dort stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Behörden bis zum Abend auf 59.

Zunächst explodierte in Quetta ein Sprengsatz in einem Geschäftsviertel. Dabei starben elf Menschen, mindestens 27 wurden verletzt. Das Ziel des Anschlags in der Hauptstadt der Unruheprovinz Balochistan war zunächst unklar. Örtlichen Fernsehberichten zufolge explodierte die Bombe in der Nähe eines paramilitärischen Kontrollpostens.

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Später wurde ein Billard-Zentrum von zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen erschüttert. Zunächst habe ein Attentäter in dem Club seinen Sprengsatz gezündet, sagte ein Polizeisprecher. Der zweite Sprengsatz sei dann nach zehn Minuten in einem Wagen vor dem Club gezündet worden, als gerade Polizisten, Rettungskräfte und Medienvertreter herbeieilten. Der örtliche TV-Sender Samaa meldete, bei der zweiten Explosion sei einer seiner Journalisten umgekommen. Bei den beiden Explosionen starben nach offiziellen Angaben mindestens 48 Menschen, die Zahl der Verletzten wurde zunächst mit mindestens 112 angegeben.

Anschlag während Predigt

Zuvor schon starben in der Stadt Mingora im nordwestlichen Swat-Tal mindestens 21 Menschen bei einer Explosion in einem islamischen Zentrum, in dem muslimische Prediger ausgebildet werden. Die Explosion ereignete sich, als mehr als 1.500 Menschen in Mingora der Ansprache eines muslimischen Predigers zuhörten. Mehr als 75 Menschen seien verletzt worden.

Quetta ist die Hauptstadt der unruhigen Provinz Belutschistan. Die trockene und bergige Provinz ist seit Jahren Schauplatz von Gefechten zwischen nationalen Einsatzkräften auf der einen und Unabhängigkeitskämpfern sowie islamistischen Aufständischen auf der anderen Seite. Zudem gibt es regelmäßig gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und der religiösen Minderheit der Schiiten.

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Leserkommentare
  1. QUETTA, Pakistan (AP) - A series of bombings in different parts of Pakistan killed 115 people on Thursday

    http://www.kmph.com/story...

    Und es fällt seit vier Stunden niemandem eine Anprangerung dazu ein.

    Keine Neocons, Wahabiten, Zionisten; niemand von den üblichen Verdächtigen in Sicht; dann sind die Opfer wohl selber schuld - und keiner weiteren Aufmerksamkeit wert.

    Eine Leserempfehlung
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    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/mo.

  2. 2. [...]

    Bitte verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Danke, die Redaktion/mo.

    Eine Leserempfehlung
  3. meldet Al Jazeera Englisch

    http://www.youtube.com/wa...

    Also wieder nur diese dumme uralte Schiiten/Sunniten-Sache.

    Klar, da blickt man nicht so durch, aus der moralischen Höhenluft der üblichen Anklagen.

    Der Iran hat allerdings begonnen, die in Pakistan getöteten Schiiten öffentlich mitzuzählen:

    "Over 300 Shia Muslims killed across Pakistan in 2012"

    http://www.youtube.com/wa...

    "Another year ended with even more violence against Shia Muslims, whom constitute over 20 percent of Pakistan's 180 million populations.

    Targeted killings against Shia Muslims have been escalated in recent years. So far, the People's party-led coalition government has failed to do enough. The leaders of the Shia community say the banned out-fits are working right under the noses of law enforcement officials, but they are not taking actions against these elements."

    Und das neue Jahr geht gleich weiter so. Auf Iranischer Seite heißt das Gebiet, was an die betroffene Pakistanische Provinz Belutschistan angrenzt, übrigens Sistan und Belutschistan.

    Klingt fast so, wie ein geteiltes Land; und mittendrin ein Konfessionskonflikt mit Fronten, wie sie die Menschen auch in Syrien, etc. plagen. Wobei sich in und um Belutschistan eine vollendete und eine umstritten aspirierende Atommacht gegenüber stehen.

    Eine Sunnitische Atommacht gegen die mögliche Anwartschaft einer Schiitischen Atommacht ?

    Darf man sowas überhaupt denken ?

  4. 4. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich nur, wenn Sie einen konstruktiven Beitrag zur Diskussion leisten möchten. Danke, die Redaktion/jk

  5. of attacks across Pakistan that killed 120 people.

    Erdogans Presse zählt ordentlich mit, das muss man anerkennen.

    http://todayszaman.com/ne...

    Die Pakistanische (und Iranische) Konflikt-Konstellation ist in der Türkei keine unbekannte Größe; während sie für Teile der hiesigen Öffentlichkeit wohl eher nur eine unliebsame Konstellation darstellt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sk
  • Schlagworte Anschlag | Behörde | Hauptstadt | Minderheit | Provinz | Sprengsatz
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