Bei einer Serie von Explosionen in mehreren Städten sind in Pakistan mindestens 80 Menschen getötet und über 200 verletzt worden. Besonders schlimm traf es die nahe der Grenze zu Afghanistan gelegene Provinzhauptstadt Quetta, in der im Laufe des Tages drei Sprengsätze detonierten. Dort stieg die Zahl der Todesopfer nach Angaben der Behörden bis zum Abend auf 59.

Zunächst explodierte in Quetta ein Sprengsatz in einem Geschäftsviertel. Dabei starben elf Menschen, mindestens 27 wurden verletzt. Das Ziel des Anschlags in der Hauptstadt der Unruheprovinz Balochistan war zunächst unklar. Örtlichen Fernsehberichten zufolge explodierte die Bombe in der Nähe eines paramilitärischen Kontrollpostens.

Später wurde ein Billard-Zentrum von zwei kurz aufeinander folgenden Explosionen erschüttert. Zunächst habe ein Attentäter in dem Club seinen Sprengsatz gezündet, sagte ein Polizeisprecher. Der zweite Sprengsatz sei dann nach zehn Minuten in einem Wagen vor dem Club gezündet worden, als gerade Polizisten, Rettungskräfte und Medienvertreter herbeieilten. Der örtliche TV-Sender Samaa meldete, bei der zweiten Explosion sei einer seiner Journalisten umgekommen. Bei den beiden Explosionen starben nach offiziellen Angaben mindestens 48 Menschen, die Zahl der Verletzten wurde zunächst mit mindestens 112 angegeben.

Anschlag während Predigt

Zuvor schon starben in der Stadt Mingora im nordwestlichen Swat-Tal mindestens 21 Menschen bei einer Explosion in einem islamischen Zentrum, in dem muslimische Prediger ausgebildet werden. Die Explosion ereignete sich, als mehr als 1.500 Menschen in Mingora der Ansprache eines muslimischen Predigers zuhörten. Mehr als 75 Menschen seien verletzt worden.

Quetta ist die Hauptstadt der unruhigen Provinz Belutschistan. Die trockene und bergige Provinz ist seit Jahren Schauplatz von Gefechten zwischen nationalen Einsatzkräften auf der einen und Unabhängigkeitskämpfern sowie islamistischen Aufständischen auf der anderen Seite. Zudem gibt es regelmäßig gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Sunniten und der religiösen Minderheit der Schiiten.