Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat ihre jährliche Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht: Im aktuellen Ranking landet Deutschland auf Platz 17 und rangiert damit hinter Tschechien, Irland, der Schweiz, Jamaika und Österreich. "Problematisch ist hier vor allem die abnehmende Vielfalt der Presse", teilte die Organisation mit. Aus Geldmangel arbeiteten immer weniger Zeitungen mit eigener Vollredaktion, mehrere Redaktionen seien 2012 komplett geschlossen worden.

Die Organisation berichtet auch, dass Unternehmen und PR-Agenturen stärker versuchten, auf die Berichterstattung Einfluss zu nehmen. Sie würden steigende Summen dafür ausgeben, um ihre Inhalte in den Medien unterzubringen. Positiv bewerten die Reporter ohne Grenzen ein neues Bundesgesetz aus dem Jahr 2012, das Journalisten stärker vor Durchsuchungen schützt.

An der Spitze der bis November 2012 erhobenen Rangliste mit 179 Ländern stehen Finnland, die Niederlande und Norwegen. Schlusslichter sind unverändert Eritrea, Nordkorea und Turkmenistan. Kein Land habe sich so sehr verschlechtert wie Mali (Platz 99), das einmal Vorreiter der Pressefreiheit in Afrika gewesen sei, heißt es in dem Bericht. Japan ist in Folge seiner restriktiven Informationspolitik nach der Atomkatastrophe von Fukushima auf Platz 53 abgerutscht.

Syrien ist gefährlichstes Land für Journalisten

Verbessert haben sich Malawi (Platz 75), die Elfenbeinküste (Platz 96), Afghanistan (Platz 128) und Birma (Platz 151). Syrien war 2012 laut Reporter ohne Grenzen das gefährlichste Land für Journalisten, dahinter lag Somalia. Zwei Jahre nach Beginn des Arabischen Frühlings bleibe die Situation der Pressefreiheit in der Region prekär. Ägypten liegt auf Platz 158.

In Europa verschlechterte sich die Lage in Ungarn (Platz 56). Dort sei seit Einführung der neuen Mediengesetze, die international stark kritisiert wurden, Selbstzensur in den Redaktionen verbreitet. In der Türkei (Platz 154) säßen seit dem Ende des Militärregimes 1983 noch nie so viele Journalisten im Gefängnis wie heute, kritisierte die Organisation. Für die Pressefreiheit-Rangliste untersuchen die Reporter ohne Grenzen Faktoren wie den Zugang zu Informationen, Repressalien, Gewalt gegen Journalisten, Medienvielfalt und -gesetze sowie Internetzugang und -zensur.