Sexismus Wir sind nicht schwach!
Frauen stilisieren sich in der Sexismus-Debatte zu Opfern, kommentiert Lisa Caspari, Männer schlagen zurück. Dabei müssen wir gemeinsam für Gleichberechtigung kämpfen.
Schon zu Beginn der aktuellen Sexismus-Debatte störte mich etwas gewaltig. Das hat sich in den vergangenen Tagen verstärkt. Lange konnte ich es nicht in Worte fassen. Schließlich bin ich eine junge Frau, Journalistin und ich halte mich für emanzipiert. Ist es also nicht gut, dass wir das Thema öffentlich diskutieren? Doch.
Aber der hysterisch anmutende Schlagabtausch, der da geführt wurde, wird uns nicht weiterhelfen. Davon bin ich inzwischen überzeugt.
Es ist wichtig, Sexismus offen anzuprangern. Es ist wichtig, dass wir über sexuelle Anzüglichkeiten am Arbeitsplatz und in unserer Gesellschaft sprechen und klar machen, dass sie inakzeptabel sind. Denn es gibt sie natürlich, die unverbesserlichen Chauvinisten, die Flache-Witze-Reißer, die ekeligen Zu-nahe-Kommer, die Dauer-Tatscher. Es gibt sie in der Politik, im Journalismus und in anderen Branchen, auch im privaten Umfeld, sogar in Familien. Gegen diese Säcke müssen wir uns konsequent wehren.
Aber mir gefällt nicht, dass wir Frauen in dieser Debatte nur als das schwache Geschlecht vorkommen, ja, dass wir uns sogar teilweise selbst dazu machen. Wir sind nicht schwach – und wir sind meistens auch nicht schutzbedürftig. In 90 Prozent der Fälle können wir uns selbst wehren. Wir müssen also darüber reden, wie wir herabwürdigende Witzeleien am besten selbst verurteilen können. Wir müssen darüber reden, wie wir Menschen helfen können, die in einem beruflichen Abhängigkeitsverhältnis zu einem Sexisten stehen. Wir müssen klarer definieren, was sexuelle Belästigung ist – und was ein unschöner Spruch, hinter dem aber nicht immer allgemeine Verachtung für Frauen stecken muss.
Die Tonalität ist das Problem
"Junge Journalistinnen (…) sind kein Freiwild", so verteidigte stern-Chefredakteur Thomas Osterkorn seine Autorin Laura Himmelreich, deren Porträt des FDP-Politikers Rainer Brüderle die Debatte ausgelöst hatte. Es ist richtig, dass er sie in Schutz nimmt, schließlich sieht sie sich krassen und unfairen Anfeindungen ausgesetzt. Aber die Tonalität dieses Satzes schadet der Gleichberechtigung.

Wenn ich für mich spreche: In meinen zweieinhalb Jahren als Politikredakteurin habe ich mich nie als Freiwild gefühlt. Die meisten Politiker, ob jung oder alt, sind mir mit Respekt und auf Augenhöhe begegnet. Es gab das ein oder andere Erlebnis, das ich als distanzlos empfunden habe. Kürzlich stellte mich ein Spitzenpolitiker auf einer Wahlkampfveranstaltung den örtlichen Parteimitgliedern vor. Dabei meinte er, mir den Arm um meine Hüfte legen zu müssen. Ich bin abgerückt, habe signalisiert, dass ich das nicht will. Er hat verstanden. Thema erledigt.
Auch mit dem Herrenwitz habe ich Bekanntschaft gemacht. Oft wird er, gerade von Vertretern der älteren Generation, unbedacht formuliert. Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, zu sagen, dass ich das jetzt nicht lustig finde. Oft hat mein Gegenüber mit Scham reagiert, und ich hoffe, dass das ein Auslöser war, über seine Witzchen nachzudenken.
- Datum 31.01.2013 - 19:40 Uhr
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ein konstruktiver Beitrag Frau Caspari. Schön.
In der Tat bisher das Beste, was bei Zeit Online zum Thema zu lesen war. Auch der sachliche und weniger aufgeregte Grundton gefällt. Hier wird endlich der Eindruck vermieden, manN würde in Kollektivhaftung für einige geile Böcke genommen werden und anderseits auch klar gemacht, dass nicht jeder blöde Anmach Spruch gleiche eine sexuelle Belästigung ist. Wenn jetzt noch anerkannt wird, dass Sexismus generell keine Einbahnstraße ist (also auch Männer von Frauen belästigt werden können) wäre ich soweit einverstanden.
Ich würde den Vorschlag von Frau Domscheit-Berg aus der gestrigen Anne Will Sendung aufgreifen - die übrigens Lichtjahre besser als die GJ Sendung vom Sonntag war - unsere Sprache ist an allen Ecken und Enden "gegendert" (ZuschauerInnen, PolitikerInnen, KommentatorInnen......), dann braucht man auch in dieser Debatte keine Geschlechtszuordnung machen im Sinne von Frau=Opfer und Mann=Täter. Würde man das einfach mal geschlechtsneutral fassen, könnte man sich solche Grabenkämpfe ganz und gar sparen und gemeinsam die Täter anprangern (egal welchen Geschlechts). Wozu die Menschheit in zwei Lager spalten?
Es bezweifelt ja auch niemand, dass Frauen sicherlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden und dass patriarchales Denken generell nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Tumbe Herrenwitze sollte man zwar nicht verbieten, aber sie sprechen auch nicht gerade für denjenigen, der sie öffentlichkeitswirksam zum Besten gibt.
Sicherlich geht der Artikel in die richtige Richtung. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene müssen immer wieder daran erinnert werden, wie sie sich gegenseitig würdevoll zu behandeln haben. Gleichberechtigung wird deswegen immer ein aktuelles Thema bleiben, den Zustand den wir erreichen wollen, müssen wir auch erhalten. So wie unsere Demokratie immer weiter erhalten und gelehrt werden muss.
Meine Lebenserfahrung lehrt mich jedoch, dass hinter vielen Demütigungen und Beleidigungen mehr steckt als die reine Handlung selbst. Die Triebfeder ist meistens der Neid. Jemand der Ausländer mit Kriminalität in Verbindung bringt, ist meist neidisch auf den Neuwagen. Jemand der jüdisch Gläubige kritisiert, ist meist neidisch auf ihren Zusammenhalt. Jemand der schlechte Schlagzeilen über Politiker verbreitet, ist meist neidisch auf ihren Erfolg. Ein Mann der eine Frau herabwürdigt, ist häufig neidisch auf die junge, aufstrebende Dame. Was die Frauen wissen sollten, ist dass der selbe Mann, auch neidisch auf einen jüngeren aufstrebenden Mitarbeiter sein kann. Das geht dann so, dass man um 17Uhr noch einen Bericht für Morgen schreiben soll. Und man sitzt bis 23 Uhr im Büro. Das könnte Einem auch eine Woche vorher gesagt werden.
Neid verursacht problematisches Sozialverhalten. Wir dürfen uns durch die Neider, nicht in Mann oder Frau, reich oder arm, links oder rechts spalten lassen.
In der Tat bisher das Beste, was bei Zeit Online zum Thema zu lesen war. Auch der sachliche und weniger aufgeregte Grundton gefällt. Hier wird endlich der Eindruck vermieden, manN würde in Kollektivhaftung für einige geile Böcke genommen werden und anderseits auch klar gemacht, dass nicht jeder blöde Anmach Spruch gleiche eine sexuelle Belästigung ist. Wenn jetzt noch anerkannt wird, dass Sexismus generell keine Einbahnstraße ist (also auch Männer von Frauen belästigt werden können) wäre ich soweit einverstanden.
Ich würde den Vorschlag von Frau Domscheit-Berg aus der gestrigen Anne Will Sendung aufgreifen - die übrigens Lichtjahre besser als die GJ Sendung vom Sonntag war - unsere Sprache ist an allen Ecken und Enden "gegendert" (ZuschauerInnen, PolitikerInnen, KommentatorInnen......), dann braucht man auch in dieser Debatte keine Geschlechtszuordnung machen im Sinne von Frau=Opfer und Mann=Täter. Würde man das einfach mal geschlechtsneutral fassen, könnte man sich solche Grabenkämpfe ganz und gar sparen und gemeinsam die Täter anprangern (egal welchen Geschlechts). Wozu die Menschheit in zwei Lager spalten?
Es bezweifelt ja auch niemand, dass Frauen sicherlich häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden und dass patriarchales Denken generell nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist. Tumbe Herrenwitze sollte man zwar nicht verbieten, aber sie sprechen auch nicht gerade für denjenigen, der sie öffentlichkeitswirksam zum Besten gibt.
Sicherlich geht der Artikel in die richtige Richtung. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene müssen immer wieder daran erinnert werden, wie sie sich gegenseitig würdevoll zu behandeln haben. Gleichberechtigung wird deswegen immer ein aktuelles Thema bleiben, den Zustand den wir erreichen wollen, müssen wir auch erhalten. So wie unsere Demokratie immer weiter erhalten und gelehrt werden muss.
Meine Lebenserfahrung lehrt mich jedoch, dass hinter vielen Demütigungen und Beleidigungen mehr steckt als die reine Handlung selbst. Die Triebfeder ist meistens der Neid. Jemand der Ausländer mit Kriminalität in Verbindung bringt, ist meist neidisch auf den Neuwagen. Jemand der jüdisch Gläubige kritisiert, ist meist neidisch auf ihren Zusammenhalt. Jemand der schlechte Schlagzeilen über Politiker verbreitet, ist meist neidisch auf ihren Erfolg. Ein Mann der eine Frau herabwürdigt, ist häufig neidisch auf die junge, aufstrebende Dame. Was die Frauen wissen sollten, ist dass der selbe Mann, auch neidisch auf einen jüngeren aufstrebenden Mitarbeiter sein kann. Das geht dann so, dass man um 17Uhr noch einen Bericht für Morgen schreiben soll. Und man sitzt bis 23 Uhr im Büro. Das könnte Einem auch eine Woche vorher gesagt werden.
Neid verursacht problematisches Sozialverhalten. Wir dürfen uns durch die Neider, nicht in Mann oder Frau, reich oder arm, links oder rechts spalten lassen.
... Ihr Kommentar ist maßvoll, nüchtern und vor allem :überfällig! Es wurde wirklich höchste Zeit, dass hier eine FRAU mal mit einer gehörigen Portion Nüchternheit und gesundem Menschenverstand den Dampf aus dem Kessel nimmt und - hoffentlich - dazu beiträgt, dass alle Beteiligten wieder auf dem Boden der Tatsachen landen.
Sie haben vollkommen Recht: WIR SIND NICHT SCHWACH!
Aber: wenn jemand der seine Sache nicht so ganz sicher ist, Recht behalten will, muss er/sie sich nur zum Opfer stilisieren. In dem Augenblick wo ich mich hinstelle und brülle "Ich bin ein Opfer" - habe ich Recht. Immer! Und wenn mir jemand widerspricht, brauche ich nur die Moralkeule rausholen und den/die Betreffende mundtot machen. Ob ich nun - je nach Situation "Sexismus" , "Rassismus" oder "Antisemitismus" brülle, wenn mir die Kritik nicht genehm ist, tut letzten Endes nichts zur Sache - der Mechanismus ist immer derselbe.
Liebes Dankeschön an Sie - für ihre Nüchternheit und Ihr Augenmaß. Im übrigen haben wir weiß Gott andere Sorgen - die Krise betrifft Männer und Frauen gleichermaßen, die Umweltverschmutzung, die radioaktive Bedrohung, die Verknappung der Ressourcen - das geht uns alle an ohn Ansehn der Person und des Geschlechts. Packen wirs an!
"Und wenn mir jemand widerspricht, brauche ich nur die Moralkeule rausholen und den/die Betreffende mundtot machen. Ob ich nun - je nach Situation "Sexismus" , "Rassismus" oder "Antisemitismus" brülle"
Sehr richtig. Zwei aktuelle Beispiele für diesen Mechanismus bezogen auf "Rassismus" und "Antisemitismus":
Der Literaturkritiker Denis Scheck wird jetzt (u.a. auch auf SPON) als "Rassist" bezeichnet, weil er sich als Protest gegen die politisch korrekte Umschreibung literarischer Werke (Wörter wie "Neger" werden getilgt) schwarze Farbe ins Gesicht geschmiert hat (weil das in irgendwelchen "Minstrel-Shows (...) nach dem Bürgerkrieg in den USA sehr populär" gewesen sein soll.
Und naja, gegen Augstein wird vom Wiesenthal Zentrum noch mal nachgetreten, weil er ja doch einer der schlimmsten Antisemiten der Gegenwart sei....
Wir sehen also, die Moralkeule ist immer parat und bei Bedarf schnell zur Hand. Wäre schön, wenn sich das auch mal änderte.
"Und wenn mir jemand widerspricht, brauche ich nur die Moralkeule rausholen und den/die Betreffende mundtot machen. Ob ich nun - je nach Situation "Sexismus" , "Rassismus" oder "Antisemitismus" brülle"
Sehr richtig. Zwei aktuelle Beispiele für diesen Mechanismus bezogen auf "Rassismus" und "Antisemitismus":
Der Literaturkritiker Denis Scheck wird jetzt (u.a. auch auf SPON) als "Rassist" bezeichnet, weil er sich als Protest gegen die politisch korrekte Umschreibung literarischer Werke (Wörter wie "Neger" werden getilgt) schwarze Farbe ins Gesicht geschmiert hat (weil das in irgendwelchen "Minstrel-Shows (...) nach dem Bürgerkrieg in den USA sehr populär" gewesen sein soll.
Und naja, gegen Augstein wird vom Wiesenthal Zentrum noch mal nachgetreten, weil er ja doch einer der schlimmsten Antisemiten der Gegenwart sei....
Wir sehen also, die Moralkeule ist immer parat und bei Bedarf schnell zur Hand. Wäre schön, wenn sich das auch mal änderte.
Zitat: "Ich bin abgerückt, habe signalisiert, dass ich das nicht will. Er hat verstanden. Thema erledigt."
Genau so geht das. Vielen Dank.
ehrlich. Wir armen, armen Männer sind die Opfer der bösen Frauen, weil die es sich doch tatsächlich erdreisten, beim Thema Sexismus darauf hinzuweisen, dass es die Tatscher etc. GIBT.
Es wäre ein geniales Sozialexperiment, wenn alle Bürger der Erde für eine Woche ihr Geschlecht ändern müssten. Dann würden sich vielleicht eine ganze Reihe von Fragen erübrigen.
Es gibt eine Sache, die mich extremst nervt und das bei sehr vielen sensiblen Themen, bei denen es nur notwendig ist, sich in die Gegenseite hineinzuversetzen. Es ist zum einen das sich-persönlich-angesprochen-und-angegriffen-fühlen und dann selbst am liebsten in die Opferrolle schlpüpfen. Egal bei beim Thema Rassismus (die sollen sich nicht so haben), Antisemitismus (das wird man doch mal noch sagen dürfen), Diskriminierung (die böse political correctness), Sexismus (man weiß ja gar nicht mehr, was erlaubt ist) egal welches Thema, das Schema ist immer das gleiche. Man entfernt sich immer vom Kern des Problems und hängt sich an eigenen Formulierungen auf. Ich drück es mal ganz platt aus. Diskriminierung jedweder Art ist Mist und gehört gesellschaftlich geahndet und nicht toleriert und vor allem gehört es beim Namen genannt. Die ganzen Begriffe mögen negative Assoziationen wecken und das zu recht, denn es gibt sie, die "die unverbesserlichen Chauvinisten, die Flache-Witze-Reißer, die ekeligen Zu-nahe-Kommer, die Dauer-Tatscher" und es gibt keine besseren Bezeichnungen für diese Art von Männer!
Vielen Dank für Ihren wunderbaren Kommentar, er spricht mir aus der Seele und ich würde mir wünschen, es gäbe mehr Menschen wie Sie.
Leider wird es so sein, dass sich die Debatte in wenigen Tagen erledigt hat, ohne jemals wirklich ernsthaft geführt worden zu sein. Das Thema an sich wird naürlich nicht erledigt sein, auch wenn es vielen am liebsten wäre. Also sind nun eben Männer die Opfer einer von hysterischen Frauen angestoßenen, künstlich aufgebauschten Debatte, das Thema ist gar kein Thema und wer etwas anderes sagt, wird wahlweise lächerlich gemacht oder mit Wut und Häme überzogen.
Danke auch an Frau Caspari, dass Sie sich daran beteiligen, das Thema zu verzerren und in die nächste dunkle Ecke zu schieben. Wie Sie an den Kommentaren hier sehen, ist Ihnen der Beifall sicher!
Sowohl der Aufschrei von Frau Himmelreich ist *notwendig* wie auch die Tat von Herrn Brüderle.
Die Unvereinbarkeit der beiden Auffassungen trat im Verlauf der vergangenen Tagen immer deutlicher zutage.
Es geht doch gar nicht um originelle Titulierungen für die Protargonisten. Ich mus zugeben, die eine oder andere Wortfund hat mir den einen oder anderen heiteren Moment beschert
Die Wucht der Reaktionen bei Männlein wie Weiblein hat mich jednfalls allemal überrascht. Was für #Aufschreie.. was für ein Ausmaß..
Vielen Dank, "lxththf", für die Vorlage. Ich greife Ihren Beitrag auf meine Weise auf.
Irgendwann in grauen Vorzeiten, also nicht erst jetzt, entstand die "Ungleichberechtigung" zwischen Mann und Frau.
Und wir Nachkommen dürfen uns heute mit diesem Erbe herumärgern.
Es gilt für Männlein wie für Weiblein gleichermaßen, nach besten Wissen und Gewissen die alten Gräben zuzuschütten.
Und dazu taugt die aktuelle Debatte. Sie ist auch eine Test oder gar Art Reifezeugnis, wie weit man selber schon voran gekommen ist mit dem "Graben zuschütten".
Der Lauf der Dinge will es so, das einer Separation eine Integration folgt.
Und zu Letzterem hat der Artikel einen wertvollen Beitrag geleistet. Vielen Dank!
Vielen Dank für Ihren wunderbaren Kommentar, er spricht mir aus der Seele und ich würde mir wünschen, es gäbe mehr Menschen wie Sie.
Leider wird es so sein, dass sich die Debatte in wenigen Tagen erledigt hat, ohne jemals wirklich ernsthaft geführt worden zu sein. Das Thema an sich wird naürlich nicht erledigt sein, auch wenn es vielen am liebsten wäre. Also sind nun eben Männer die Opfer einer von hysterischen Frauen angestoßenen, künstlich aufgebauschten Debatte, das Thema ist gar kein Thema und wer etwas anderes sagt, wird wahlweise lächerlich gemacht oder mit Wut und Häme überzogen.
Danke auch an Frau Caspari, dass Sie sich daran beteiligen, das Thema zu verzerren und in die nächste dunkle Ecke zu schieben. Wie Sie an den Kommentaren hier sehen, ist Ihnen der Beifall sicher!
Sowohl der Aufschrei von Frau Himmelreich ist *notwendig* wie auch die Tat von Herrn Brüderle.
Die Unvereinbarkeit der beiden Auffassungen trat im Verlauf der vergangenen Tagen immer deutlicher zutage.
Es geht doch gar nicht um originelle Titulierungen für die Protargonisten. Ich mus zugeben, die eine oder andere Wortfund hat mir den einen oder anderen heiteren Moment beschert
Die Wucht der Reaktionen bei Männlein wie Weiblein hat mich jednfalls allemal überrascht. Was für #Aufschreie.. was für ein Ausmaß..
Vielen Dank, "lxththf", für die Vorlage. Ich greife Ihren Beitrag auf meine Weise auf.
Irgendwann in grauen Vorzeiten, also nicht erst jetzt, entstand die "Ungleichberechtigung" zwischen Mann und Frau.
Und wir Nachkommen dürfen uns heute mit diesem Erbe herumärgern.
Es gilt für Männlein wie für Weiblein gleichermaßen, nach besten Wissen und Gewissen die alten Gräben zuzuschütten.
Und dazu taugt die aktuelle Debatte. Sie ist auch eine Test oder gar Art Reifezeugnis, wie weit man selber schon voran gekommen ist mit dem "Graben zuschütten".
Der Lauf der Dinge will es so, das einer Separation eine Integration folgt.
Und zu Letzterem hat der Artikel einen wertvollen Beitrag geleistet. Vielen Dank!
.. als Feedback an Frau Caspari und als Diskussionsangebot für User, die über das nötige Urteilsvermögen verfügen. Ich habe nicht den Anspruch, allen gerecht zu werden.
So sie möchten also lieber mit Leuten des gleichen Urteilsvermögens (=der gleichen Meinung) diskutieren? Ihnen ist schon klar, dass eine Diskussion so wenig Sinn macht?
Falls Sie sich irgendwann einmal überwinden können würde ich mich doch freuen wenn Sie mir einen Beispiel-Kommentar mit "hysterischer Misogynie" zeigen könnten...
So sie möchten also lieber mit Leuten des gleichen Urteilsvermögens (=der gleichen Meinung) diskutieren? Ihnen ist schon klar, dass eine Diskussion so wenig Sinn macht?
Falls Sie sich irgendwann einmal überwinden können würde ich mich doch freuen wenn Sie mir einen Beispiel-Kommentar mit "hysterischer Misogynie" zeigen könnten...
Frau Caspari erhält Applaus von der falschen Seite, weil sie es sich zu leicht macht: Sie tut so, als ob es darum geht, ob Frauen "schwach oder stark" seien. Das beruhigt alle Männer, die sich damit herausreden können, dass die Frau einfach nur ein bisschen stark sein sollte, sich aus der Umarmung herauswinden kann evtl. mit den Worten: Das ist nicht lustig.
Was sie verschweigt, ist ihre Forderung an alle Frauen, eine permanente Abwehrbereitschaft in ihr Gefühlsleben einzubauen. Ihnen wird abverlangt, zusätzlich zum Besprechungsthema immer noch eine hellwache Verteidigungshaltung aufrecht zu halten, die zum verbalen oder körperlichen Konter auf eine Übergriffigkeit befähigt.
Männer würden SOFORT aufschreien, wenn ein gleichgeschlechtlich veranlagter Chef in einer Besprechung den Arm um sie legen würde oder verbal entsprechendes äußern würde.
Ein Mann
Ganz besonders im Kontext dieser Threads (in denen es nur so wimmelt von Opfern ihrer "Natur", die sie weder reflektieren noch kontrollieren können) bin ich dankbar für jedes klare Statement eines Mannes. Außerdem sind die Adressaten von Macho-Attacken nicht nur die Frauen, sondern auch anwesende, zu beeindruckende Geschlechtsgenossen. Jeder, der dabei nicht mitspielt, verdirbt den Spaß. Das ist ein hoch zu schätzender Beitrag zur Umerziehung!
kann man ihnen noch einen Strick drehen, und sie vielleicht noch als homophoben hinstellen.
Im Grunde ist der Artikel ziemlich korrekt gehalten, finde es trotzdem respektlos, wenn hier von alten Saeckeng eredet wird, selbst wenn sie gerne etwas schluepfriger sind (was uebrigens frueher noch als lustig empfunden wurde, wenn ein aelterer herr einer jueneren Frau mit Anmachspruechen oder dergleichen kam, also nicht ernst genommen)
Ich gebe auch zu, daß es mir als Mann schwer gemacht wird nicht sexist zu sein, wenn selbst schon das Anschauen einer Frau dir mir gefaellt (und dazu sehr locker,aufreizend etc gekleidet ist) schon unter Sexismus faellt, klar suche ich in gespraechen den Augenkontakt, aber auch ich mustere hin und wieder, Flachwitze reiße ich auch sehr gern,sogar mit sexuellen konnotierungen aber auch bei maenner, bin ich dadurch ein Sexist?
[Frauen] wird abverlangt, zusätzlich zum Besprechungsthema immer noch eine hellwache Verteidigungshaltung aufrecht zu halten,
Erstens ist es ein frommer Wunsch, sich immer nur aufs Besprechungsthema konzentrieren zu wollen. Alle Menschen müssen immer damit rechnen, dass irgend ein sachfremder, oft unfairer, manchmal nur doofer Scheiss aus irgendeiner Richtung aufs Tapet kommt. Es gibt Haifischjobs, in denen das ganz schlimm ist, und andere, in denen es harmloser ist. Aber wollen Sie fordern, dass jemand, der gar nicht auf Scheiss reagieren kann, dieselben Chancen und dasselbe Fortkommen haben soll wie eine flexible, schlagfertige und mutige Person? Das wird nichts werden.
Verstehen Sie mich recht: Ich begrüsse die Debatte sehr und bin auch dafür, allen den Kopf zurechtzusetzen, die einen sexistischen Übergriff als Waffe im Bürogemetzel einsetzen wollen. Und auch all denen, die aus Selbstgerechtigkeit nicht willens sind, sich über sexistische Gedankenlosigkeiten eben doch Gedanken zu machen.
Ich glaube nur nicht wirklich, dass von einer (gesetzlichen oder dienstlichen) Obrigkeit noch sehr viel mehr erwartet werden sollte als der Status quo. Sonst wird der geschlechtergemischte Alltag wirklich noch unmöglich gemacht.
Vielmehr sollten sich alle ihre Gedanken machen, die Mutigen auf die weniger Mutigen achten und ihnen zu Hilfe kommen. Wenn die Debatte so etwas bewirken kann... dann gerne.
Ganz besonders im Kontext dieser Threads (in denen es nur so wimmelt von Opfern ihrer "Natur", die sie weder reflektieren noch kontrollieren können) bin ich dankbar für jedes klare Statement eines Mannes. Außerdem sind die Adressaten von Macho-Attacken nicht nur die Frauen, sondern auch anwesende, zu beeindruckende Geschlechtsgenossen. Jeder, der dabei nicht mitspielt, verdirbt den Spaß. Das ist ein hoch zu schätzender Beitrag zur Umerziehung!
kann man ihnen noch einen Strick drehen, und sie vielleicht noch als homophoben hinstellen.
Im Grunde ist der Artikel ziemlich korrekt gehalten, finde es trotzdem respektlos, wenn hier von alten Saeckeng eredet wird, selbst wenn sie gerne etwas schluepfriger sind (was uebrigens frueher noch als lustig empfunden wurde, wenn ein aelterer herr einer jueneren Frau mit Anmachspruechen oder dergleichen kam, also nicht ernst genommen)
Ich gebe auch zu, daß es mir als Mann schwer gemacht wird nicht sexist zu sein, wenn selbst schon das Anschauen einer Frau dir mir gefaellt (und dazu sehr locker,aufreizend etc gekleidet ist) schon unter Sexismus faellt, klar suche ich in gespraechen den Augenkontakt, aber auch ich mustere hin und wieder, Flachwitze reiße ich auch sehr gern,sogar mit sexuellen konnotierungen aber auch bei maenner, bin ich dadurch ein Sexist?
[Frauen] wird abverlangt, zusätzlich zum Besprechungsthema immer noch eine hellwache Verteidigungshaltung aufrecht zu halten,
Erstens ist es ein frommer Wunsch, sich immer nur aufs Besprechungsthema konzentrieren zu wollen. Alle Menschen müssen immer damit rechnen, dass irgend ein sachfremder, oft unfairer, manchmal nur doofer Scheiss aus irgendeiner Richtung aufs Tapet kommt. Es gibt Haifischjobs, in denen das ganz schlimm ist, und andere, in denen es harmloser ist. Aber wollen Sie fordern, dass jemand, der gar nicht auf Scheiss reagieren kann, dieselben Chancen und dasselbe Fortkommen haben soll wie eine flexible, schlagfertige und mutige Person? Das wird nichts werden.
Verstehen Sie mich recht: Ich begrüsse die Debatte sehr und bin auch dafür, allen den Kopf zurechtzusetzen, die einen sexistischen Übergriff als Waffe im Bürogemetzel einsetzen wollen. Und auch all denen, die aus Selbstgerechtigkeit nicht willens sind, sich über sexistische Gedankenlosigkeiten eben doch Gedanken zu machen.
Ich glaube nur nicht wirklich, dass von einer (gesetzlichen oder dienstlichen) Obrigkeit noch sehr viel mehr erwartet werden sollte als der Status quo. Sonst wird der geschlechtergemischte Alltag wirklich noch unmöglich gemacht.
Vielmehr sollten sich alle ihre Gedanken machen, die Mutigen auf die weniger Mutigen achten und ihnen zu Hilfe kommen. Wenn die Debatte so etwas bewirken kann... dann gerne.
Häufig wurde ich als Mann schon von Damen angemacht: „ach der kann das nicht, er ist eben nur ein Mann“.
Diese Überheblichkeit geht mir auf den Keks. Was ich fordere ist Respekt, gegenseitig. Damit wäre viel gewonnen, auf gewonnen.
Leider ist der Respekt in jüngster Geschichte auf der Strecke geblieben. Modern ist es, jedermann fordert etwas, ohne Rücksicht auf die Belange anderer.
Also bitte respektieren wir uns so wie wir sind.
und sind ja auch nicht der einzige, der sich in der Diskussion in diesem Sinne äußert.
Gerechterweise muss man aber auch sagen, dass auch den Frauen nichts geschenkt worden ist. Die Frauen haben mindestens ein Jahrhundert Arbeit investiert um herauszufinden und durchzusetzen, was sie sich bieten lassen wollen und was nicht. Klar, dieser Prozess ist nicht abgeschlossen und kann und wird es wohl nie sein. Trotzdem wissen die Frauen besser als wir, wo sie einschreiten wollen und wo sie einander unterstützen müssen.
Demgegenüber wissen wir Männer - nicht sehr viel. Was uns natürlich an manchen Stellen anfällig macht. Es hilft aber nichts, nun "auch haben" zu wollen, was die Frauen sich mit Jahrzehnten der Reflexion, der Forderung, dem Erkennen von Irrwegen und dem Aushalten von Lächerlichmachung und Anfeindung erarbeitet haben.
... kenne ich in umgekehrter Weise: "Ach das kann die eben nicht, ist halt eine Frau!"
Vielleicht sind solche Sprüche von Frauen einfach nur eine Reaktion auf das, was sie einst selbst erlebt haben. Aber selbst dann ist ein solches Verhalten respektlos und einfach nicht zu entschuldigen, von beiden Seiten!
und sind ja auch nicht der einzige, der sich in der Diskussion in diesem Sinne äußert.
Gerechterweise muss man aber auch sagen, dass auch den Frauen nichts geschenkt worden ist. Die Frauen haben mindestens ein Jahrhundert Arbeit investiert um herauszufinden und durchzusetzen, was sie sich bieten lassen wollen und was nicht. Klar, dieser Prozess ist nicht abgeschlossen und kann und wird es wohl nie sein. Trotzdem wissen die Frauen besser als wir, wo sie einschreiten wollen und wo sie einander unterstützen müssen.
Demgegenüber wissen wir Männer - nicht sehr viel. Was uns natürlich an manchen Stellen anfällig macht. Es hilft aber nichts, nun "auch haben" zu wollen, was die Frauen sich mit Jahrzehnten der Reflexion, der Forderung, dem Erkennen von Irrwegen und dem Aushalten von Lächerlichmachung und Anfeindung erarbeitet haben.
... kenne ich in umgekehrter Weise: "Ach das kann die eben nicht, ist halt eine Frau!"
Vielleicht sind solche Sprüche von Frauen einfach nur eine Reaktion auf das, was sie einst selbst erlebt haben. Aber selbst dann ist ein solches Verhalten respektlos und einfach nicht zu entschuldigen, von beiden Seiten!
Natürlich wäre eine nüchterner Tonfall beim Kritisieren von Sexismus hilfreich. Ich (Studentin) bin dafür nicht souverän genug.
Ich konnte mich nicht elegant aus der Situation befreien, als ein Uni Rektor seinen Arm um mich legte. Oder als mein Argument in einer wirtschaftswissenschaftlichen Diskussion mit mehreren Männern mit dem Kommentar einfach abgetan wurde, ich sei grad bloß "untervögelt". Meiner Meinung nach wäre es die ultimative Erniedrigung, wenn ich mir jetzt einrede, ich hätte die Situationen besser händeln müssen, um als emanzipiert gelten zu dürfen. Wenn ich mir selbst die Schuld für den Ausgang der Situation gebe, weil ich die Grenzüberschreitung vom Gegenüber nicht zur Zufriedenheit aller abfedern konnte. Ich erlebe diesen Sexismus als einen Kontrollverlust. Und genau das zeichnet doch die Opferrolle aus, oder? Ich möchte grundsätzlich die Möglichkeit haben meine Handlungsunfähigkeit und meine Verzweiflung ungefiltert in der Öffentlichkeit aussprechen können.
Der Tonfall der #aufschrei Tweets ist meiner Meinung nach dem Medium Twitter geschuldet, für das themenunabhängig gilt: je mehr Buzzwords und Skandal desto mehr Aufmerksamkeit.Twitter kann wegen dieser Dynamik immer nur Hypes erzeugen und keine längeren Texte und Gespräche zu gesellschaftlichen Problemen ersetzen. Ein durch Twitter potenzierter Hype war jedoch offensichtlich notwenig, um die ausführlichen Texte und Gespräche in Gang zu bringen. Dieser Zusammenhang sollte nicht außer Acht gelassen werden.
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