Sexismus-DebatteBelästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus

Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.

Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Reaktionen und Beiträge gehen auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei ein. Eine Sammlung von Tweets haben wir hier zusammengestellt.

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Leserkommentare
  1. vielen Dank für die juristische Belehrung. Dennoch werden Sie mir wohl zustimmen, dass Herr Brüderle (selbst wenn die Ausführungen von Frau Himmelreich stimmen sollten) nichts strafrechtlich Relevantes getan hat und ein zivilrechtliches Verfahren ebenfalls erfolglos wäre.

    Hinsichtlich den USA kann ich Ihnen versichern, dass es dort fast keine anzüglichen Bemerkungen gibt. Allerdings fahren Männer auch nicht mehr mit Frauen im selben Aufzug oder Dienstwagen. Das geht soweit, dass man sich als Mann nicht mehr wohlfühlt, wenn man mit einer Frau im professionellen Umfeld alleine ist. Eine sehr scharfe "zero tolerance" Sanktionierung erreicht somit ihr Ziel, aber sie hat gewaltige Nebenwirkungen. Es gibt also tatsächlich ein Trade-off. Der Preis einer freien Gesellschaft ist eben, dass man manche minimale Grenzüberschreitung und Unfreundlichkeit akzeptieren werden muss.

    Ob ich als Mann gegen Sexismus kämpfe? Nein, zumindest nicht über situationsabhängige Kritik hinaus. Ich habe keine Illusion und keinen ausgeprägten Anspruch unsere Kultur/Gesellschaft zu verändern. Ich glaube das unterscheidet mich von vielen hier.

    Gruß,
    Frank

    2 Leserempfehlungen
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    wenn Ihre Frau/Freundin/Tochter sexistisch angemacht wird und halten es nicht mal für nötig, dagegen anzukämpfen? Shame on you - Ihre Freundin/Frau/Tochter wird Ihnen Ihr Verhalten nicht danken, sondern sich fragen, welchen Stellenwert sie in Ihren Augen besitzt, daß Sie hinnehmen, daß sexistisches Verhalten ja angeblich zu einer freien Gesellschaft gehört.
    Ich will garnicht erst fragen, wo denn dann bei Ihnen eigentlich die Grenze ist, ab deren Sie sexistisches Verhalten nicht mehr tolerieren. Sie muß schon ziemlich weit gefasst sein.

  2. wenn Ihre Frau/Freundin/Tochter sexistisch angemacht wird und halten es nicht mal für nötig, dagegen anzukämpfen? Shame on you - Ihre Freundin/Frau/Tochter wird Ihnen Ihr Verhalten nicht danken, sondern sich fragen, welchen Stellenwert sie in Ihren Augen besitzt, daß Sie hinnehmen, daß sexistisches Verhalten ja angeblich zu einer freien Gesellschaft gehört.
    Ich will garnicht erst fragen, wo denn dann bei Ihnen eigentlich die Grenze ist, ab deren Sie sexistisches Verhalten nicht mehr tolerieren. Sie muß schon ziemlich weit gefasst sein.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Liebe Dame von Welt"
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    Zero-tolerance Politik heißt zum Beispiel:
    - Wer eine anzügliche Bemerkung macht verliert seinen Job
    - Wer als Vorgesetzter sich in eine Angestellte verliebt und versucht diese anzusprechen, verliert seinen Job
    - Wer einer Kollegin etwas zu offenherzig aus seiner Beziehung erzählt, verliert seinen Job
    - Wer eine optische Auffälligkeit einer Frau als Beschreibungsmerkmal verwendet, verliert seinen Job
    - Wer mit seinem Partner bei der Arbeit zu auffällig turtelt (könnte ja jemanden belästigen) verliert seinen Job
    - Oder: wer in den Verdacht kommt, so etwas getan zu haben

    Das alles will ich nicht und ich empfinde es als angenehmer hier in Deutschland zu wohnen, wo leider auch meine Partnerin hin und wieder mal einen blöden Spruch aushalten muss (was ihr übrigens relativ wurscht ist).

  3. Zero-tolerance Politik heißt zum Beispiel:
    - Wer eine anzügliche Bemerkung macht verliert seinen Job
    - Wer als Vorgesetzter sich in eine Angestellte verliebt und versucht diese anzusprechen, verliert seinen Job
    - Wer einer Kollegin etwas zu offenherzig aus seiner Beziehung erzählt, verliert seinen Job
    - Wer eine optische Auffälligkeit einer Frau als Beschreibungsmerkmal verwendet, verliert seinen Job
    - Wer mit seinem Partner bei der Arbeit zu auffällig turtelt (könnte ja jemanden belästigen) verliert seinen Job
    - Oder: wer in den Verdacht kommt, so etwas getan zu haben

    Das alles will ich nicht und ich empfinde es als angenehmer hier in Deutschland zu wohnen, wo leider auch meine Partnerin hin und wieder mal einen blöden Spruch aushalten muss (was ihr übrigens relativ wurscht ist).

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Sie akzeptieren also,"
  4. Frauen sollten mal darüber nachdenken was sie wollen und was nicht. Ich kann Männern nur raten schaut Frauen nicht mehr an, denn sie suchen den sexistischen Eindruck in der Männerwelt. Liebe Frauen, schaut lieber auf Euch selbst, dann müsstet ihr nachdenken was dort in der Anschauung nicht rund läuft und was nicht. Seit unsere Emanzipation durch Alice Schwarzer nicht das gebracht was es sein sollte - Gleichberechtigung auf allen Ebenen - ist kein Nachdenken mehr vorhanden. Es ist schade, dass gleich alle ins gleiche Horn blasen. Was nicht heißt, dass Derjenige der Frauen belästigt auch welche auf die Finger bekommen muss - wie auch immer und in welcher Form!!!!

  5. Und was wäre gewesen, wenn es sich um einen ChefSEKRETÄR gehandelt hätte?

    Habe die Erfahrung gemacht, dass attraktive junge Hetero-Männer es gar nicht lustig finden, von Homo-Männern angegraben zu werden. Die reagieren auf diese unerwünschte Belästigung viel, viel heftiger als Frauen.

    Nach der Logik Einiger hier im Forum sind die Heteros das natürlich alles selbst schuld, warum machen die auch Sport? Sollen sie sich doch einen Wanst anfressen, dann passiert ihnen das nicht mehr...

    4 Leserempfehlungen
  6. Das ist garnicht so einfach, diese sofort reagieren. Es ist oft nicht nur ärgerlich, sexuell belästigt zu werden (ob verbal oder mehr), sondern auch erniedrigend und - ja - beschämend. Und wie wir hier wieder oft so beispielhaft lesen können, ist ja sehr oft die Reaktion, dass wir uns nicht so anstellen sollen. Ich habe eine besonders ekelhafte Situation selber lange nicht zur Sprache gebracht, obwohl ich mich sonst als unerschrocken und selbständig usw. beschreiben würde. Es war einfach zu erniedrigend und ich war jung und wollte dazu gehören. Aber ich habe meine Tochter so groß gezogen, dass sie nichts einsteckt und in keiner Situation so idiotische Terminologien wie "Herrenwitz" akzeptiert. Belästigung ist Belästigung und anzüglich ist anzüglich und das definieren wir Frauen selber.

    5 Leserempfehlungen
  7. 167. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Relativierungen und Unterstellungen. Danke, die Redaktion/jk

  8. 168. Brüderle

    ist halt kein Prüderle, aber wichtig ist, dass die FDP täglich im Gespräch bleibt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte Rainer Brüderle | Sexismus | Alltag | Debatte | Piratenpartei | Redakteur
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