Sexismus-Debatte: Belästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus
Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.
Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Wir dokumentieren einige der Reaktionen und Beiträge unter dem Hashtag #aufschrei.





Was soll dieser Spruch - ach sollen Frauen nicht mehr beteiligt werden? Ich hätte diese Situation sicher nicht explizit in meinem Kommentar genannt, wenn es sich hier um eine normale Teilhabe handeln würde. Wenn jedoch in jeder Vorlesung des Semesters ausschließlich Studentinnen mit Ausschnitt angesprochen werden, dann ist das schon recht eindeutig - eindeutig genug, das es wirklich jedem aufgefallen ist. Wo war denn da die Teilhabe der männlichen Studenten? Ist auch keine Gleichberechtigung, oder?!
Und warum haben Sie sich nun ausgerechnet diesen Teil meiner Aussage genommen, um mir und allen hier beweisen zu können, dass ich ja eine komische Vorstellung habe von Sexismus u Gleichberechtigung?? Warum nicht die Stelle mit dem in den Schritt fassen?? Das ist genau das, was mich so entsetzt. Da wird von einigen (nicht wenigen) nicht mal inne gehalten und sich gefragt, wie es sein kann, dass sich so viele Frauen immer wieder belästigt fühlen, sondern da wird ein Stelle genommen, die man der Dame schön im Mund herum drehen kann. Haben Sie eine Frau, Freundin oder Tochter? Was würden denn die Männer, die hier den Frauen die Schuld geben oder ihre Erlebnisse relativieren, sagen, wenn die eigene Partnerin oder Tochter von solch einem Verhalten betroffen wäre? Wäre das dann immer noch "selber schuld", "hab dich mal nicht so", "ach das war nur ein Versuch zu flirten"?? Im übrigen, der Grad zwischen flirten und belästigen, ist m.M.n. ausreichend breit.
Natürlich kann man sich unterhalten und sicher kann man auch ein Kompliment machen. Aber ich finde schon, dass es ein Unterschied ist, wenn ein Kollegen, jedesmal, wenn man an ihm vorbei geht, immer wieder rumlabert, was man für nen geilen Arsch hat, auch immer wieder laut genug, dass es jeder hören kann. und dann auch gern mal zulangt, wenns grad passt. Es ist nervig und unprofessionell und da habe ich keinen Bock drauf, wenn dann aufgrund der Aussage, im nächsten Moment alle anwesenden Kollegen auf meinen Arsch glotzen. Ich bin da auf Arbeit und nicht in ner Strippbar. Im übrigen finde ich solche Äußerungen generell auf Arbeit schwierig. Wenn Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist gegen einen Flirt am Arbeitsplatz nichts einzuwenden. Aber dieses einseitige, permanente rumgebaggere...weil die eigene Frau gerade im 8 Monat schwanger und nicht mehr attraktiv ist, muss ich dann für den Notstand des Kollegen herhalten?
Ich versteh das irgendwie nicht, dass so viele Männer anscheinend nicht verstehen, dass Frauen, die so etwas nicht wollen, nicht per Se gegen einen Flirt sind. Man bekommt doch mit, ob der Gegenüber aufgeschlossen ist, in einer bestimmten Situation, Lust auf einen Flirt hat oder einfach nur sein Ding machen will. Man muss einfach nur aufmerksam sein, auf die Signale, die der andere aussendet! Mein bester Freund ist auch jemand, der gern schaut und flirtet, aber dem ist noch nie in den Sinn gekommen, ungefragt ner Frau an den Hintern zu gehen.
Ich finde ehrlich gesagt, dass meine Sexualität auf Arbeit nix verloren hat. Ich halte Sex an sich für absolut nichts schmutziges, aber das ist meine Privatsache. Weder finde ich es passend, dass Kollegen erfahren sollten, wie oder mit wem ich das auslebe. Noch finde ich es schön, wenn meine Sexualattribute im Kollegenkreis ausdiskutiert werden. Da hat auch anfassen einfach nichts zu suchen. Wenn man einen Flirt mit einem Kollegen beginnt und das auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist das doch was ganz anderes. Das ist doch das Zentrale: Gegenseitigkeit!!! Ich werde gern in Diskussionen um meine Person gern einbezogen, ich habe gern ein Mitspracherecht, wer mich anfasst. Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Ist der Unterschied zwischen "wir finden und beide gut" und "die ist geil, mir egal, was sie von meinen Sprüchen und begrapsche hält" wirklich so schwer zu erkennen?
Bin ich prüde, wenn ich nicht möchte, das jedes Mal, wenn ich Gang an einem Kollegen vorbei gehe, auf meinen Arsch geglotzt wird? Das Männer schauen, geschenkt! Ich schau mir auch gern schöne Sachen an. Aber ich bin da weder auf der Straße, noch in einem Club. Ich muss mit den Leuten jeden Tag arbeiten. Da kann jeder einmal gucken (oder wenigstens im Stillen genießen, auch das geht und da fühlt sich niemand belästigt) und dann sollte man wieder professionell sein, so einfach ist das. Und es ist tatsächlich nicht schwer. In meinem neuen Job weiß jeder Kollege wie das geht.
Ah so, Sie als 'junge Dame' nehmen in Kauf? Was genau berechtigt Sie als mutmaßlichen Mann, darüber zu bestimmen, was 'junge Damen' in Kauf zu nehmen haben und was nicht?
Was sexuelle Belästigung ist, ist im AGG http://www.gesetze-im-int... definiert, im StGB finden Sie die Definition von Nötigung, Beleidigung und sexualisierter Gewalt. Letztere wird deswegen sehr selten angezeigt, weil der Nachweis sexualisierter Gewalt schwer zu erbringen ist, weil Strafmaße albern und (bei sexualisierter Gewalt gegen Kinder) Verjährungsfristen ein schlechter Scherz sind, weil bei Vergewaltigung das 'Nein' einer Frau nicht ausreicht, sondern sie nachweisen muß, sich - nach Ermessen des Gerichts - genügend gewehrt zu haben und weil die Betroffenen Gefahr laufen, in einem Verfahren retraumatisiert zu werden.
Es sind nicht verschiedene, sondern ein- und dieselbe Debatte: Sexismus. Und nein, die USA-Version des Umgangs damit halte auch ich nicht für irgendwie wünschenswert.
Wie wäre es mit männlichem Engagement gegen männlichen Sexismus? Damit könnte man amerikanischen Verhältnissen bestens vorbeugen und es würde Sie, meine Herren (wenigstens für mich) ausgesprochen sexy machen...;-)...
vielen Dank für die juristische Belehrung. Dennoch werden Sie mir wohl zustimmen, dass Herr Brüderle (selbst wenn die Ausführungen von Frau Himmelreich stimmen sollten) nichts strafrechtlich Relevantes getan hat und ein zivilrechtliches Verfahren ebenfalls erfolglos wäre.
Hinsichtlich den USA kann ich Ihnen versichern, dass es dort fast keine anzüglichen Bemerkungen gibt. Allerdings fahren Männer auch nicht mehr mit Frauen im selben Aufzug oder Dienstwagen. Das geht soweit, dass man sich als Mann nicht mehr wohlfühlt, wenn man mit einer Frau im professionellen Umfeld alleine ist. Eine sehr scharfe "zero tolerance" Sanktionierung erreicht somit ihr Ziel, aber sie hat gewaltige Nebenwirkungen. Es gibt also tatsächlich ein Trade-off. Der Preis einer freien Gesellschaft ist eben, dass man manche minimale Grenzüberschreitung und Unfreundlichkeit akzeptieren werden muss.
Ob ich als Mann gegen Sexismus kämpfe? Nein, zumindest nicht über situationsabhängige Kritik hinaus. Ich habe keine Illusion und keinen ausgeprägten Anspruch unsere Kultur/Gesellschaft zu verändern. Ich glaube das unterscheidet mich von vielen hier.
Gruß,
Frank
vielen Dank für die juristische Belehrung. Dennoch werden Sie mir wohl zustimmen, dass Herr Brüderle (selbst wenn die Ausführungen von Frau Himmelreich stimmen sollten) nichts strafrechtlich Relevantes getan hat und ein zivilrechtliches Verfahren ebenfalls erfolglos wäre.
Hinsichtlich den USA kann ich Ihnen versichern, dass es dort fast keine anzüglichen Bemerkungen gibt. Allerdings fahren Männer auch nicht mehr mit Frauen im selben Aufzug oder Dienstwagen. Das geht soweit, dass man sich als Mann nicht mehr wohlfühlt, wenn man mit einer Frau im professionellen Umfeld alleine ist. Eine sehr scharfe "zero tolerance" Sanktionierung erreicht somit ihr Ziel, aber sie hat gewaltige Nebenwirkungen. Es gibt also tatsächlich ein Trade-off. Der Preis einer freien Gesellschaft ist eben, dass man manche minimale Grenzüberschreitung und Unfreundlichkeit akzeptieren werden muss.
Ob ich als Mann gegen Sexismus kämpfe? Nein, zumindest nicht über situationsabhängige Kritik hinaus. Ich habe keine Illusion und keinen ausgeprägten Anspruch unsere Kultur/Gesellschaft zu verändern. Ich glaube das unterscheidet mich von vielen hier.
Gruß,
Frank
vielen Dank für die juristische Belehrung. Dennoch werden Sie mir wohl zustimmen, dass Herr Brüderle (selbst wenn die Ausführungen von Frau Himmelreich stimmen sollten) nichts strafrechtlich Relevantes getan hat und ein zivilrechtliches Verfahren ebenfalls erfolglos wäre.
Hinsichtlich den USA kann ich Ihnen versichern, dass es dort fast keine anzüglichen Bemerkungen gibt. Allerdings fahren Männer auch nicht mehr mit Frauen im selben Aufzug oder Dienstwagen. Das geht soweit, dass man sich als Mann nicht mehr wohlfühlt, wenn man mit einer Frau im professionellen Umfeld alleine ist. Eine sehr scharfe "zero tolerance" Sanktionierung erreicht somit ihr Ziel, aber sie hat gewaltige Nebenwirkungen. Es gibt also tatsächlich ein Trade-off. Der Preis einer freien Gesellschaft ist eben, dass man manche minimale Grenzüberschreitung und Unfreundlichkeit akzeptieren werden muss.
Ob ich als Mann gegen Sexismus kämpfe? Nein, zumindest nicht über situationsabhängige Kritik hinaus. Ich habe keine Illusion und keinen ausgeprägten Anspruch unsere Kultur/Gesellschaft zu verändern. Ich glaube das unterscheidet mich von vielen hier.
Gruß,
Frank
wenn Ihre Frau/Freundin/Tochter sexistisch angemacht wird und halten es nicht mal für nötig, dagegen anzukämpfen? Shame on you - Ihre Freundin/Frau/Tochter wird Ihnen Ihr Verhalten nicht danken, sondern sich fragen, welchen Stellenwert sie in Ihren Augen besitzt, daß Sie hinnehmen, daß sexistisches Verhalten ja angeblich zu einer freien Gesellschaft gehört.
Ich will garnicht erst fragen, wo denn dann bei Ihnen eigentlich die Grenze ist, ab deren Sie sexistisches Verhalten nicht mehr tolerieren. Sie muß schon ziemlich weit gefasst sein.
wenn Ihre Frau/Freundin/Tochter sexistisch angemacht wird und halten es nicht mal für nötig, dagegen anzukämpfen? Shame on you - Ihre Freundin/Frau/Tochter wird Ihnen Ihr Verhalten nicht danken, sondern sich fragen, welchen Stellenwert sie in Ihren Augen besitzt, daß Sie hinnehmen, daß sexistisches Verhalten ja angeblich zu einer freien Gesellschaft gehört.
Ich will garnicht erst fragen, wo denn dann bei Ihnen eigentlich die Grenze ist, ab deren Sie sexistisches Verhalten nicht mehr tolerieren. Sie muß schon ziemlich weit gefasst sein.
wenn Ihre Frau/Freundin/Tochter sexistisch angemacht wird und halten es nicht mal für nötig, dagegen anzukämpfen? Shame on you - Ihre Freundin/Frau/Tochter wird Ihnen Ihr Verhalten nicht danken, sondern sich fragen, welchen Stellenwert sie in Ihren Augen besitzt, daß Sie hinnehmen, daß sexistisches Verhalten ja angeblich zu einer freien Gesellschaft gehört.
Ich will garnicht erst fragen, wo denn dann bei Ihnen eigentlich die Grenze ist, ab deren Sie sexistisches Verhalten nicht mehr tolerieren. Sie muß schon ziemlich weit gefasst sein.
Zero-tolerance Politik heißt zum Beispiel:
- Wer eine anzügliche Bemerkung macht verliert seinen Job
- Wer als Vorgesetzter sich in eine Angestellte verliebt und versucht diese anzusprechen, verliert seinen Job
- Wer einer Kollegin etwas zu offenherzig aus seiner Beziehung erzählt, verliert seinen Job
- Wer eine optische Auffälligkeit einer Frau als Beschreibungsmerkmal verwendet, verliert seinen Job
- Wer mit seinem Partner bei der Arbeit zu auffällig turtelt (könnte ja jemanden belästigen) verliert seinen Job
- Oder: wer in den Verdacht kommt, so etwas getan zu haben
Das alles will ich nicht und ich empfinde es als angenehmer hier in Deutschland zu wohnen, wo leider auch meine Partnerin hin und wieder mal einen blöden Spruch aushalten muss (was ihr übrigens relativ wurscht ist).
Zero-tolerance Politik heißt zum Beispiel:
- Wer eine anzügliche Bemerkung macht verliert seinen Job
- Wer als Vorgesetzter sich in eine Angestellte verliebt und versucht diese anzusprechen, verliert seinen Job
- Wer einer Kollegin etwas zu offenherzig aus seiner Beziehung erzählt, verliert seinen Job
- Wer eine optische Auffälligkeit einer Frau als Beschreibungsmerkmal verwendet, verliert seinen Job
- Wer mit seinem Partner bei der Arbeit zu auffällig turtelt (könnte ja jemanden belästigen) verliert seinen Job
- Oder: wer in den Verdacht kommt, so etwas getan zu haben
Das alles will ich nicht und ich empfinde es als angenehmer hier in Deutschland zu wohnen, wo leider auch meine Partnerin hin und wieder mal einen blöden Spruch aushalten muss (was ihr übrigens relativ wurscht ist).
Zero-tolerance Politik heißt zum Beispiel:
- Wer eine anzügliche Bemerkung macht verliert seinen Job
- Wer als Vorgesetzter sich in eine Angestellte verliebt und versucht diese anzusprechen, verliert seinen Job
- Wer einer Kollegin etwas zu offenherzig aus seiner Beziehung erzählt, verliert seinen Job
- Wer eine optische Auffälligkeit einer Frau als Beschreibungsmerkmal verwendet, verliert seinen Job
- Wer mit seinem Partner bei der Arbeit zu auffällig turtelt (könnte ja jemanden belästigen) verliert seinen Job
- Oder: wer in den Verdacht kommt, so etwas getan zu haben
Das alles will ich nicht und ich empfinde es als angenehmer hier in Deutschland zu wohnen, wo leider auch meine Partnerin hin und wieder mal einen blöden Spruch aushalten muss (was ihr übrigens relativ wurscht ist).
Frauen sollten mal darüber nachdenken was sie wollen und was nicht. Ich kann Männern nur raten schaut Frauen nicht mehr an, denn sie suchen den sexistischen Eindruck in der Männerwelt. Liebe Frauen, schaut lieber auf Euch selbst, dann müsstet ihr nachdenken was dort in der Anschauung nicht rund läuft und was nicht. Seit unsere Emanzipation durch Alice Schwarzer nicht das gebracht was es sein sollte - Gleichberechtigung auf allen Ebenen - ist kein Nachdenken mehr vorhanden. Es ist schade, dass gleich alle ins gleiche Horn blasen. Was nicht heißt, dass Derjenige der Frauen belästigt auch welche auf die Finger bekommen muss - wie auch immer und in welcher Form!!!!
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