Sexismus-DebatteBelästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus

Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.

Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Reaktionen und Beiträge gehen auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei ein. Eine Sammlung von Tweets haben wir hier zusammengestellt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
    • Derdriu
    • 25. Januar 2013 15:18 Uhr

    Sexismus kann jeder sofort bekämpfen. Die anderen Themen machen Organisationen und Freiwillige. Können Sie nicht mehreres auf einmal bekämpfen?

    9 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Unfassbar"
  1. als "Pech" titulieren, sollten Sie die Debatte aber intensiv verfolgen.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "So ein Pech"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    so ernst nehmen.

    Hier kann kein einziger eine verbindliche Definition abgeben, ab wann eine sexuelle Belästigung gegeben ist, weil das jede/jeder anders empfindet. (Nicht verwechseln mit Vergewaltigung oder körperlicher Gewalt)

    Deshalb kann es auch überhaupt keine Debatte geben, weil die elementaren Grundlage dafür fehlt.

  2. 27. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf polemische und pauschalisierende Behauptungen. Danke, die Redaktion/au

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Liebe Männer"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Die Kommentarfunktion ist zur Diskussion des Artikelthemas vorgesehen. Wenn Sie Fragen oder Kritik zu Moderationsentscheidungen oder anderen nicht auf das Artikelthema bezogenen Aspekten haben, wenden Sie sich gerne an community@zeit.de Danke, die Redaktion/fk.

  3. [Und Sie sind derjenige, der bestimmen darf, was eine Bagatelle und was eine Belästigung ist?

    Ja, ich darf bestimmen, was ich für eine Bagatelle halte und was ich für eine Belästigung halte. Das nennt sich Meinungsfreiheit.

    6 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Sosos..."
  4. Intressant, wie die Debatte hier der um den abzuschaffenden "Neger" bei Pippi ähnelt. Man tausche nur mal die Wörter "Frau" und "Neger" aus und schon hat man eine Kongruenz. Und jetzt würd ich gerne noch einen Beitrag-Vergleich der einzelnen User zwischen hüben und drüben machen. Soziologisch sicher hoch spannend :D

    4 Leserempfehlungen
    • politz
    • 25. Januar 2013 15:28 Uhr
    30. Nein.

    Bestimmte Themen werden einfach total irrelevant, wenn ganz große Probleme anstehen. Das sind dann ganz einfach Luxusprobleme. Man muss sich auch mal fragen, was politische Debatten eigentlich für einen Wert haben. Für mich einen ablenkenden, einen sonstigen erfüllen sie zur Zeit nicht. Man muss sich einmal vorstellen, was wäre, wenn die ganzen alltäglichen Skandälchen und Wortgefechte um Kleinigkeiten einfach nicht wären. Es würde sich in der Realität der Menschen nichts ändern, außer eben dass die ersten Seiten der großen Tageszeitungen einfach leer werden.

    Die Seiten sollten auch einfach leer sein, denn es werden ja keine politischen Veränderungen beabsichtigt. Wenn man Angela Merkel fragen würde, ob in Deutschland große Veränderungen nötig seiene, wird sie dies bestreiten. Im Großen und ganzen läuft alles gut für die politische Führungssischt. Wenn es nichts zu verändern gibt, gibt es aber auch nichts zu diskutieren. Um trotzdem den Anschein der Existenz eines funktionierenden demokratisch-parlamentarischen Systems aufrechtzuerhalten, werden dann irgendwelche Themen einfach erfunden, über die dann leidenschaftlich diskutiert werden kann.

    Für mich ist das ganze wie eine Ehe, die durch anhaltende Konflikte eher am Leben bleibt wie durch Totenstille. Politiker brauchen Streit, um sich zu profilieren, nicht weil es einen inhaltlichen Anlass gäbe. Und Medien brauchen etwas zum Berichten. Die politischen Nachrichten sind daher größtenteils reine Fiktion.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Unfassbar"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Bashu
    • 25. Januar 2013 16:13 Uhr

    Über Integration sollte wir auch nicht mehr reden, die Ausländer sollen sich mal nicht so anstellen, es gibt größere Probleme in dieser Welt. Hartz IVler sollten auch nicht meckern, andernorts verhungern die Menschen, das sind die Probleme mit denen wir uns beschäftigen sollten.

    Wissen Sie, wenn Sie die kleinen Probleme nicht im Ansatz angreifen entwickeln sie sich irgendwann vielleicht zu großen Probleme, die sie nicht mehr packen können.

    Mir erscheint es eher, Sie bagatellisieren dies Problem bewusst, weil Sie als Mann nicht oder nur marginal von Sexismus betroffen sind - und Gleichberechtigung bedeutet immerhin auch, dass wir Männer einen Teil unserer "Macht" verlieren.

    • politz
    • 25. Januar 2013 20:57 Uhr

    Gerade die soziale Problematik - Hartz IV - und die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die auf Dauer ein gedeihliches Zusammenleben der Menschen unmöglich macht, ist viel dringender als irgendein Sexismus. Genau das war mit der totalel Irrelevanz dieser Äußerungen von Brüderle gemeint. Das ist so ein Stöckchen, über die die Leute springen - wie ein Hund. Es muss ihnen nur hingehalten werden. Meines Erachtens ist das ein absolutes Boulevard-Thema.

    Wir befinden uns selbstverständlich in eine Art Krieg – innerhalb der Gesellschaft – und im Krieg redet man nicht über Petitessen. Es gibt ganz einfach einen radikalen Konflikt zwischen Besitzenden und Nicht-Besitzenden, zwischen Etablierten und Nicht-Etablierten, der sämtliche anderen Themen zur Seite schiebt. Beziehungsweise zur Seite schieben sollte. Aber es ist doch ganz logisch: Damit über grundlegende Probleme nicht(!) geredet wird, müssen andere minder wichtige in den Vordergrund gerückt werden. Das Ergebnis sehen wir jeden Tag.

    • Sven88
    • 25. Januar 2013 15:30 Uhr

    Haben Sie Angst?
    Ich bin der Meinung, dass wenn man anderen Leuten respektvoll gegenüber tritt, bekommt man auch den selben Umgang bei den meisten Personen zurück.

    5 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    jedenfalls im Normalfall. Einen Mann, der entweder sexistische Sprüche über Frauen bringt, oder deutlich zeigt, daß Frauen für ihn nur für den Unterleib zuständig sind, den kann man als Frau nicht ernst nehmen.
    Ich schätze, jede, wirklich jede Frau, hat in ihrem Leben schon mal Bekanntschaft mit so etwas gemacht - von Mitschülern, Freunden, Bekannten, Kollegen; berichtet wird ja fast immer nur über die Spitze des Eisbergs, soll heißen, wenn tatsächlich massiv etwas vorgefallen ist. Alles andere gilt in vielen Männeraugen als Kleinigkeit, die frau tolerieren müsse.

  5. Sexismus ist ein alltägliches Phänomen, daher wahrscheinlich die Gewöhnung, die zur Bewertung führt, es handele sich um Lappalien, Nichtigkeiten. Aber auch der "harmlose" Alltagssexismus beeinträchtigt Frauen - und auch ein Mann, der solche Übergriffe erlebt hat, steckt das nicht einfach weg.
    Wenn es wenigstens einen Konsens darüber gäbe, dass es nicht in Ordnung ist, den Busen einer Frau in der Öffentlichkeit zu kommentieren.
    Während der Debatte um Vergewaltigungen in Indien war ich noch auf Seiten derer, die den Eindruck hatten, wir seien hierzulande deutlich weiter. Mittlerweile beschleichen mich Zweifel, wenn ich höre, dass manche Politiker angeblich jede Frau anbaggern, die sich allein mit ihnen in ein Zimmer wagt - und wenn ich Kommentare lese, dass eine Frau solche Anmache eben ertragen muss, wenn sie sich in die Öffentlichkeit begibt (oder dass sie es doch selber so will...)

    12 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    So abscheulich ich sexuelle Belästigungen auch finde, sollten wir doch die Kirche im Dorf lassen und Indien aus der Debatte raus, da die Situation dort in absolut keinster Weise mit der in Deutschland zu vergleichen ist (Stichwort Abtreibung weiblicher Föten, Tötung weiblicher Säuglinge, Witwenverbrennung).

    Ja, wir SIND weiter als Indien. Aber noch nicht weit genug. Und im Prinzip zeigt diese Debatte hier nur eins: dass weibliche Selbstbestimmung offenbar nie eine Selbstverständlichkeit war und kein Dauerzustand ist, sondern immer wieder neu gerungen werden muss. ( Und um vorzubeugen: Männer zu belästigen finde ich genauso widerlich.)

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte Rainer Brüderle | Sexismus | Alltag | Debatte | Piratenpartei | Redakteur
Service