Sexismus-DebatteBelästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus

Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.

Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Reaktionen und Beiträge gehen auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei ein. Eine Sammlung von Tweets haben wir hier zusammengestellt.

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Leserkommentare
  1. Ich weiß, dass es auch Frauen gibt, die Männern in den Schritt greifen, das finde ich auch unpassend und respektlos. Aber das gibt keinem Mann das Recht mich ungefragt zu betatschen oder meinen Körper zum allgemeinen Gesprächsthema unter den Kollegen zu machen.

    Das ich so etwas scheiße finde, hat absolut nicht mit Prüderie zu tun.

    Aber wir sind ja alle selbst Schuld......

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    Ich halte für vollkommen selbstverständlich, dass Ihnen niemand ungefragt in den Schritt greifen darf. Das ist m. M. n. indiskutabel.

    Aber Männer werden sich über Frauen und ihre Körper unterhalten. Ist das wirklich so schlimm? Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich kenne es durchaus von Freundinnen, dass sie sich über die "Sahneschnitte" unterhalten, die neu im Büro ist, vom muskelösen Körper eines Mannes oder seinem "Knackarsch" schwärmen.

    Wollen Sie wirklich zurück zu einer Zeit, wo jeder Ausdruck von Sexualität als schmutzig geächtet wird?

    • Filosov
    • 25. Januar 2013 17:55 Uhr

    Herr Brüderle hat die Frau nicht berührt! Er hat die Frau auch nicht beleidigt. Er hat sie nicht bedrängt, als sie ausgewichen ist, war die Sache erledigt.

    Uns geht es nicht um die klaren Fälle, sondern um die Grenze: Was kann Mann noch machen? Antwort: Das hängt vom Einzelfall ab, solange nicht oben genanntes getan wurde - und das was Herr Brüderle gemacht hat, würde in vielen Einzelfällen durchgehen (siehe Berlusconi). Daher die Aufregung.

    Die allermeisten Männer wollen Frauen nicht belästigen, aber sie durchaus noch anschauen dürfen, und werden mit jeder solchem Männerbashing verunsichert. Aber vielleicht betrifft es ja nur die Unsouveränen...

  2. aber für mehr nicht. Auch wenn das eine Redaktionsempfehlung ist, was mich heute nicht wundert, es bleibt ein leerer Allgemeinplatz. Sie werden die !menschliche! Angewohnheit Macht und Vermögen (können) auszunutzen - wann und wo es geht - nicht ändern.
    Mal davon ab, dass immer noch nicht klar ist worum es eigentlich geht? Sollen sich "die Menschen" ändern? Soll sich "die Gesellschaft" ändern? Sollen Frauen mit Waffen ausgestattet werden? Sollen in Zukunft unbewiesene Behauptungen zu Tatsachen verklärt werden - wie beim Brüderle? Mal davon ab: Das was der verbale Mob mit Herrn Brüderle macht (den ich überhaupt nicht schätze und es mich ärgert, dass ich ihn hier verteidige) ist viel schlimmer als das was er angeblich der Journalistin um Mitternacht an der Bar angetan haben soll - So weit ich weiß gilt in diesem Rechtsstaat die Unschuldsvermutung.

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    • Bashu
    • 25. Januar 2013 21:11 Uhr

    Einen Brüderle kann man nicht mehr ändern, er stammt aus einer Zeit, in der seine offenkundigen Ansichten salonfähig waren.
    Die Zukunft liegt bei der Jugend, und das heißt: Aufklärung, Erziehung, und vor allem eine stärkere Partizipation von Frauen in der deutschen Führungsriege.

    Ich bin prinzipiell gegen Quoten, aber als ultima ratio und Übergangslösung um alte Verhaltensmuster aufzubrechen halte ich es für durchaus sinnvoll.

    Nicht nur in der Politik. In Professuren z.B. sind Frauen krass unterrepräsentiert, hier gibt es Seilschaften ebenso wie andernorts in der Gesellschaft.

    Mittlerweile (früher war ich konservativer) vertrete ich die Meinung, dass geschlechtsmäßig gemischte Teams immer besser sein werden als Frauen alleine oder Männer alleine - weil mit Männern und Frauen unterschiedliche Kommunikations- und Denkweisen aufeinandertreffen, die gerade in kreativen Berufen zu sprudelnden Ideen führen können.

    Das einzige, was Mann braucht, ist genug Selbstvertrauen, um sein eigenes chauvinistisches Ego ein Stück weit zu überwinden.

    • mussec
    • 25. Januar 2013 17:21 Uhr

    Sind chauvinistische Anmachsprüche gleich Sexismus? Vor allem dann wenn ein "nein" akzeptiert wird?
    Und sind diese chauvinistischen Sprüche nur dann sexistisch, wenn sie von alten "hässlichen" Männern kommen? Ich habe jedenfalls selten mitbekommen, dass man sich bei gut aussehenden Chauvinisten so beschwert.
    Das soll nicht falsch verstanden werden, ich kann diese chauvinistische Art nicht ausstehen. Diese selbstgefällige Arroganz und dieser Narzissmus. Aber entwerten diese persönlichen negativ Erfahrungen nicht die eigentlichen Probleme mit Sexismus? Warum sind bestimmte Journalistinnen vorzugsweise junge Frauen? Der Sexismus existiert in den Köpfen. Gerechtigkeit schafft man, wenn diese Barrieren in den Köpfen besiegen kann. Vielleicht mit einer Quote und gleicher Bezahlung. Bei der Debatte wird zu sehr schwarz weiß gemalt.

    via ZEIT ONLINE plus App

    4 Leserempfehlungen
  3. "Uni-Profs, die mit Ihrem Clipmikro nur Studentinnen befragen, um dann gaaanz nah mit dem Oberkörper an sie heran müssen damit sie ihnen in den Ausschnitt glotzen können...äh ich meine, damit sie ins Mikro sprechen können."

    Bei solchen Kommentaren kann ich als Mann nur staunen. Man sollte einfach keine Frauen mehr beteiligen - sehe ich das richtig?

    3 Leserempfehlungen
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    Was soll dieser Spruch - ach sollen Frauen nicht mehr beteiligt werden? Ich hätte diese Situation sicher nicht explizit in meinem Kommentar genannt, wenn es sich hier um eine normale Teilhabe handeln würde. Wenn jedoch in jeder Vorlesung des Semesters ausschließlich Studentinnen mit Ausschnitt angesprochen werden, dann ist das schon recht eindeutig - eindeutig genug, das es wirklich jedem aufgefallen ist. Wo war denn da die Teilhabe der männlichen Studenten? Ist auch keine Gleichberechtigung, oder?!

    Und warum haben Sie sich nun ausgerechnet diesen Teil meiner Aussage genommen, um mir und allen hier beweisen zu können, dass ich ja eine komische Vorstellung habe von Sexismus u Gleichberechtigung?? Warum nicht die Stelle mit dem in den Schritt fassen?? Das ist genau das, was mich so entsetzt. Da wird von einigen (nicht wenigen) nicht mal inne gehalten und sich gefragt, wie es sein kann, dass sich so viele Frauen immer wieder belästigt fühlen, sondern da wird ein Stelle genommen, die man der Dame schön im Mund herum drehen kann. Haben Sie eine Frau, Freundin oder Tochter? Was würden denn die Männer, die hier den Frauen die Schuld geben oder ihre Erlebnisse relativieren, sagen, wenn die eigene Partnerin oder Tochter von solch einem Verhalten betroffen wäre? Wäre das dann immer noch "selber schuld", "hab dich mal nicht so", "ach das war nur ein Versuch zu flirten"?? Im übrigen, der Grad zwischen flirten und belästigen, ist m.M.n. ausreichend breit.

  4. Manche Frauen setzen ihre Attraktivität gezielt ein, um Informationen (oder was auch immer) zu bekommen. Anders gesagt: Sie wollen die Triebhaftigkeit des Mannes vor den Karren ihrer eigenen Zwecke spannen.
    Klassisch sind ja die Geschichten von hübschen Geheimdienst-Agentinnen:

    Weibliche Attraktivität als Waffe.

    Ist das auch Sexismus (gegen den Mann gerichtet)?

    Eine Leserempfehlung
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    Männern per se eine unbeherrschbare 'Triebhaftigkeit' zu unterstellen, wie Sie das zu tun scheinen.

    Sind Sie in irgendeiner Hinsicht ein interessantes Ziel für "hübsche Geheimdienst-Agentinnen"? Verwechseln Sie doch nicht Ihre feuchten Träume mit der Realität.

    ich noch nicht, daß Männer ihre Triebe nicht beherrschen können - aber Ihr Beitrag zeigt das ja wohl auf.
    Sie haben leider vergessen, darauf hinzuweisen, daß die Berufung auf die Triebhaftigkeit ein zweischneidiges Schwert ist - entweder können Männer auch mit dem Kopf denken, dann sollten auch die schönsten Frauen sie nicht unterbuttern können - oder sie unterliegen tatsächlich ihren Trieben; dann allerdings sollten sie auch immer als potentielle Triebtäter gelten und sich nicht darauf berufen können, ihren Verstand einzusetzen.
    Beides gleichzeitig geht nämlich nicht.

    • Filosov
    • 25. Januar 2013 17:25 Uhr

    Wenn Frauen wüssten, wie Männer miteinander umgehen...
    Mit der Gleichbehandlung kommen wir jedenfalls offensichtlich nicht weiter.
    Schade.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Liebe Männer"
  5. 71. Grenzen

    Ich halte für vollkommen selbstverständlich, dass Ihnen niemand ungefragt in den Schritt greifen darf. Das ist m. M. n. indiskutabel.

    Aber Männer werden sich über Frauen und ihre Körper unterhalten. Ist das wirklich so schlimm? Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist, aber ich kenne es durchaus von Freundinnen, dass sie sich über die "Sahneschnitte" unterhalten, die neu im Büro ist, vom muskelösen Körper eines Mannes oder seinem "Knackarsch" schwärmen.

    Wollen Sie wirklich zurück zu einer Zeit, wo jeder Ausdruck von Sexualität als schmutzig geächtet wird?

    5 Leserempfehlungen
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    auch Fälle, wo Frauen sich über gutaussehende Männer unterhalten; sollte das ganze allerdings solche Züge annehmen, daß man sich auf der Arbeitsstelle lautstark Gedanken über die Größe seiner Familienjuwelen macht, so daß der Betroffene auch wirklich alles mitbekommt, halten Sie das dann nicht für sexuelle Belästigung? Ich schon.
    Ich denke, die meisten Männer würden in diesem Fall durchaus eine Belästigung sehen - zu Recht; empört wären sie aber vermutlich dann, wenn ihnen nahegelegt würde, sich doch nicht so anzustellen, das sei 'völlig normal' und müsse hingenommen werden. Und so geht es vielen Frauen Tag für Tag - das ist der Grund, warum wir hier über sexuelle Belästigung diskutieren.

    Natürlich kann man sich unterhalten und sicher kann man auch ein Kompliment machen. Aber ich finde schon, dass es ein Unterschied ist, wenn ein Kollegen, jedesmal, wenn man an ihm vorbei geht, immer wieder rumlabert, was man für nen geilen Arsch hat, auch immer wieder laut genug, dass es jeder hören kann. und dann auch gern mal zulangt, wenns grad passt. Es ist nervig und unprofessionell und da habe ich keinen Bock drauf, wenn dann aufgrund der Aussage, im nächsten Moment alle anwesenden Kollegen auf meinen Arsch glotzen. Ich bin da auf Arbeit und nicht in ner Strippbar. Im übrigen finde ich solche Äußerungen generell auf Arbeit schwierig. Wenn Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist gegen einen Flirt am Arbeitsplatz nichts einzuwenden. Aber dieses einseitige, permanente rumgebaggere...weil die eigene Frau gerade im 8 Monat schwanger und nicht mehr attraktiv ist, muss ich dann für den Notstand des Kollegen herhalten?
    Ich versteh das irgendwie nicht, dass so viele Männer anscheinend nicht verstehen, dass Frauen, die so etwas nicht wollen, nicht per Se gegen einen Flirt sind. Man bekommt doch mit, ob der Gegenüber aufgeschlossen ist, in einer bestimmten Situation, Lust auf einen Flirt hat oder einfach nur sein Ding machen will. Man muss einfach nur aufmerksam sein, auf die Signale, die der andere aussendet! Mein bester Freund ist auch jemand, der gern schaut und flirtet, aber dem ist noch nie in den Sinn gekommen, ungefragt ner Frau an den Hintern zu gehen.

    Ich finde ehrlich gesagt, dass meine Sexualität auf Arbeit nix verloren hat. Ich halte Sex an sich für absolut nichts schmutziges, aber das ist meine Privatsache. Weder finde ich es passend, dass Kollegen erfahren sollten, wie oder mit wem ich das auslebe. Noch finde ich es schön, wenn meine Sexualattribute im Kollegenkreis ausdiskutiert werden. Da hat auch anfassen einfach nichts zu suchen. Wenn man einen Flirt mit einem Kollegen beginnt und das auf Gegenseitigkeit beruht, dann ist das doch was ganz anderes. Das ist doch das Zentrale: Gegenseitigkeit!!! Ich werde gern in Diskussionen um meine Person gern einbezogen, ich habe gern ein Mitspracherecht, wer mich anfasst. Ist das wirklich so schwer zu verstehen? Ist der Unterschied zwischen "wir finden und beide gut" und "die ist geil, mir egal, was sie von meinen Sprüchen und begrapsche hält" wirklich so schwer zu erkennen?

    Bin ich prüde, wenn ich nicht möchte, das jedes Mal, wenn ich Gang an einem Kollegen vorbei gehe, auf meinen Arsch geglotzt wird? Das Männer schauen, geschenkt! Ich schau mir auch gern schöne Sachen an. Aber ich bin da weder auf der Straße, noch in einem Club. Ich muss mit den Leuten jeden Tag arbeiten. Da kann jeder einmal gucken (oder wenigstens im Stillen genießen, auch das geht und da fühlt sich niemand belästigt) und dann sollte man wieder professionell sein, so einfach ist das. Und es ist tatsächlich nicht schwer. In meinem neuen Job weiß jeder Kollege wie das geht.

    • Filosov
    • 25. Januar 2013 17:33 Uhr

    ...hängt vermutlich stark vom Alter, dem Charme und dem Bauchumfang des Herrn ab.

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    Antwort auf "um was geht es?"
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    Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat die Journalistin in der Situation deutlich gemacht, dass die keine Anmache will - und Brüderle hat weitergemacht.
    Wenn die Journalistin einen anderen Mann attraktiv findet - und sich auf einen Flirt einlässt - heißt das dann etwa, sie muss sich auch auf Herrn Brüderle einlassen? Wegen der Gerechtigkeit, dass sie sich nicht der Altersdiskriminierung schuldig macht?

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte Rainer Brüderle | Sexismus | Alltag | Debatte | Piratenpartei | Redakteur
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