Sexismus-DebatteBelästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus

Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.

Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Reaktionen und Beiträge gehen auf Twitter unter dem Hashtag #aufschrei ein. Eine Sammlung von Tweets haben wir hier zusammengestellt.

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Leserkommentare
  1. das Buch von Ursula Kosser über den Sexismus von Politikern und Journalisten in der Bonner Republik (während der sie als Korrespondentin des Spiegel arbeitete), erschienen Anfang 2012. Frau Kosser berichtet, daß sie während ihrer Recherche zum Buch reichlich Anrufe und Emails von Journalistinnen, Politikerinnen und sich fremdschämenden Männern beider Professionen erhielt, die an Beispielen glaubhaft vermittelten, daß sich von der Bonner zur Berliner Republik nicht allzu viel geändert habe, man aber weder den eigenen Namen noch den der Politiker und Journalisten im Buch erwähnt sehen möchte, da andernfalls die eigene Karriere perdu sei.

    Zwei Interviews mit ihr http://bit.ly/SLIttS http://www.br.de/radio/ba... zwei Rezensionen ihres Buchs http://www.dradio.de/dkul... http://www.youtube.com/wa...

    In den Diskussionen über Brüderle wie Friedrich passiert das exakt Gleiche wie immer bei öffentlich gemachter sexueller Belästigung: Betroffenen wird vorgeschrieben, was sie als sexuelle Belästigung zu empfinden haben und vor allem, was nicht und sie werden zu Tätern gemacht.

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    • Sauzahn
    • 25. Januar 2013 15:16 Uhr

    daß ein Hammel ein kastrierter Bock ist.

    • iWitz
    • 25. Januar 2013 14:51 Uhr

    Als Mann kann ich Ihnen nicht im mindesten zustimmen. Was ist daran "männerverachtend" oder "männerfeindlich", wenn Frauen sich gegen ein Verhalten wehren, das sie als belästigend wahrnehmen?

    Die vielen verständnislosen und trotzigen Kommentare gerade gestern hier auf zeit.de zu diesem Thema zeigen doch gerade, wie notwendig es ist, dass sexuelle Belästigung thematisiert wird. Ich als Mann möchte mich weder mit den offenbar selbstherrlichen Belästigern noch den zustimmenden oder abwiegelnden Kommentatoren auf eine Stufe gestellt sehen. Von daher: Unterstützung und Zustimmung zu diesem #Aufschrei!

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  2. des JU-Chefs. Die Frage, warum die Dame des "Stern" das nicht sofort publik gemacht hat (da ihr das offenbar zu sehr zugesetzt hat), hat sie noch nicht beantwortet. Mir scheint eher, das an diesem Abend in der Bar nicht wirklich etwas passiert ist, aber die Situation so war, dass man da etwas hinein interpretieren kann. Und dass macht sie jetzt, da Herr Brüderle jetzt noch mehr in der Öffentlichkeit steht und sie vom Licht der Öffentlichkeit etwas abhaben will.
    Sorry, ich glaube der Dame nicht. Gerade Journalisten wissen aber, wie man Dinge zum eigenen Vorteil öffentlichkeistwirksam publiziert....

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    • iWitz
    • 25. Januar 2013 15:02 Uhr

    Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Behauptung nicht dementiert wurde? Sondern das vielmehr von einem Tabubruch gesprochen wird? Will sagen, dass nicht die Anmache als solche bestritten, sondern die Veröffentlichung derselben kritisiert wird?

    Das ist garnicht so einfach, diese sofort reagieren. Es ist oft nicht nur ärgerlich, sexuell belästigt zu werden (ob verbal oder mehr), sondern auch erniedrigend und - ja - beschämend. Und wie wir hier wieder oft so beispielhaft lesen können, ist ja sehr oft die Reaktion, dass wir uns nicht so anstellen sollen. Ich habe eine besonders ekelhafte Situation selber lange nicht zur Sprache gebracht, obwohl ich mich sonst als unerschrocken und selbständig usw. beschreiben würde. Es war einfach zu erniedrigend und ich war jung und wollte dazu gehören. Aber ich habe meine Tochter so groß gezogen, dass sie nichts einsteckt und in keiner Situation so idiotische Terminologien wie "Herrenwitz" akzeptiert. Belästigung ist Belästigung und anzüglich ist anzüglich und das definieren wir Frauen selber.

    • iWitz
    • 25. Januar 2013 15:02 Uhr

    Ist Ihnen schon aufgefallen, dass die Behauptung nicht dementiert wurde? Sondern das vielmehr von einem Tabubruch gesprochen wird? Will sagen, dass nicht die Anmache als solche bestritten, sondern die Veröffentlichung derselben kritisiert wird?

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    Worum es geht, ist klar. Der Autorin, Frau Himmelreich, ging es explizit dazu, Herrn Brüdele und die FDP anzugreifen. Ausweislich ihrer Twitterhistorie und ihrer Artikel auf stern.de hegt Frau Himmelreich eine tiefe Abneigung gegen die FDP. Zudem ist Frau Himmelreich Lautsprecherin des Vereins Pro-Quote, während Herr Brüdele und die FDP erklärte Gegner der Frauenquote sind. Dass dieser Artikel ein Jahr nach dem versuchten Flirt ausgegraben wird, ist offensichtlich eine Kampagne.

    Ob Herr Brüdele dementiert oder nicht, ist völlig unerheblich. Flirten ist nicht verboten, auch wenn man sich dabei nicht besonders geschickt anstellt. Dass eine harmlose Situation ausgegraben wird, um eine Kampagne gegen die Person Brüdele zu fahren, ist in der Tat ein Tabubruch und unterster Schmierenjournalismus. Einen harmlosen Spruch und das Küssen der Hand zu einem sexuellen Übergriff umzudeuten, bagatellisiert das tatsächliche Problem!

    • iWitz
    • 25. Januar 2013 15:18 Uhr

    Wenn Sie "flirten" nicht von "belästigen" unterscheiden können, haben Sie nicht verstanden, um was es hier geht.

  3. ... wie groß sein Penis sei.
    Sexuelle Belästigung gibt es auch von Seiten der Frau, nur wird das nie als solche anerkannt (eine Frau, die einen Mann belästigt? Der weiß sich schon zu wehren, nicht wahr?). Es interessiert auch niemanden. Schon mal einen Artikel in den Medien gelesen, in denen Männer von Frauen sexuell belästigt wurden? Nein? Woran liegt das? Wollen Sie, liebe Medien etwa leugnen, dass es so etwas gibt?
    Während meiner Schulzeit bin ich schon von einer Mitschülerin im Schritt "versehentlich" angefasst worden, weil ich ihr nicht sagen wollte wie groß mein Penis ist...
    Missbrauch in der Familie... So etwas tut nur der Vater, nicht wahr?!
    Was für eine verkehrte und männerfeindliche Welt!!!

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    • Bashu
    • 25. Januar 2013 16:03 Uhr

    retten zu wollen finde ich armselig.

    Der Punkt dieses Artikels ist, dass Sexismus in der männerdominierten Politwelt weitverbreitet ist. Und das es hier (und wahrscheinlich überall in der Gesellschaft) eine krasse Asymmetrie gibt gegenüber dem umgekehrten Fall, den Sie beschreiben.

    Das Problem muss angegangen werden, meinetwegen auch von beiden Seiten (auch wenn ich nicht glaube, dass Sexismus gegenüber Männern an nur annähernd soweit verbreitet ist wie andersrum).

    Bagatellisieren hilft nur den Tätern auf beiden Seiten.

  4. Eine Debatte mag wichtig sein. Zu einer Debatte gehört aber auch, dass debattiert wird, also unterschiedliche Sichtweisen geäußert werden dürfen. Eine Debatte kann nicht heißen, dass Anschuldigungen durch Frauen nicht widersprochen werden darf und Männer ohne Widerworte in Sack und Asche gehen müssen.

    [Nein, viel mehr gibt man den Frauen noch die Schuld an der sexuellen Belästigung und verfällt dabei wieder in sexistische und frauenverachtende Denkmuster, wenn man sagt, dass leicht bekleidete Frauen in Discos blöde Anmachen selbst provozieren.]

    Natürlich ist aufreizende Kleidung kein Freifahrtschein für Übergriffe. Genauso richtig ist aber auch, dass Frauen aufreizende Kleidung und Posen gezielt einsetzen, um Männer u. a. Getränke zu entlocken.

    [Zudem wird bereits groß zur Gegenoffensive geblasen, in dem man Männer davon erzählen wie sie angeblich jeden Tag von Frauen schikaniert werden.]

    Männer dürfen sich also nicht über Sexismus beklagen? Dass Frauen grundsätzlich unschuldige Opfer und Männer immer aggressive Täter sind, ist nichts anderes als Sexismus. Fragen Sie mal die vielen unschuldig der Vegewaltigung beschuldigten Männer!

    [Von Gleichberechtigung oder einem modernen Frauenbild ist keine Spur - und das im 21. Jahrhundert.]

    Gleichberechtigung ist keine Einbahnstraße. Belästigung und Benachteiligung von Männern sind Realität.

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    Antwort auf "Debatte notwendig!"
  5. 16. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

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  • Quelle ZEIT ONLINE, tis
  • Schlagworte Rainer Brüderle | Sexismus | Alltag | Debatte | Piratenpartei | Redakteur
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