Sexismus-Debatte: Belästigungsvorwürfe lösen #aufschrei aus
Vorwürfe gegen die Piraten und FDP-Spitzenkandidat Brüderle haben eine Debatte über sexuelle Belästigung ausgelöst. Frauen twittern Erfahrungen, mancher Mann schämt sich.
Angefangen hat es mit dem Artikel einer Redakteurin von Spiegel Online über Frauenfeindlichkeit in der Politik im Allgemeinen und bei der Piratenpartei im Besonderen, gefolgt von einem Bericht im Stern über den "Herrenwitz" von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle: Journalistinnen berichteten über ihre Erfahrung mit Sexismus im politischen Betrieb und lösten damit eine grundsätzliche Debatte über sexuelle Belästigung im Alltag aus. Bei Twitter berichteten vor allem Frauen, aber auch Männer, von ihren Erfahrung mit Sexismus. Wir dokumentieren einige der Reaktionen und Beiträge unter dem Hashtag #aufschrei.





Der "Aufschrei" vieler Frauen zeigt, dass eine Debatte über Sexismus und sexuelle Belästigung absolut notwendig ist.
Leider scheinen dies jedoch viele Männer zu verkennen, wenn ich mich so in Internetforen oder in Leserkommentaren umschaue.
Aussagen wie "Alles halb so schlimm." sind sogar fast noch harmlos. Nein, viel mehr gibt man den Frauen noch die Schuld an der sexuellen Belästigung und verfällt dabei wieder in sexistische und frauenverachtende Denkmuster, wenn man sagt, dass leicht bekleidete Frauen in Discos blöde Anmachen selbst provozieren.
Zudem wird bereits groß zur Gegenoffensive geblasen, in dem man Männer davon erzählen wie sie angeblich jeden Tag von Frauen schikaniert werden.
Viele männliche Aussagen sind einfach nur grotesk und lassen null Bewusstsein für die eigentliche Problematik erkennen. Von Gleichberechtigung oder einem modernen Frauenbild ist keine Spur - und das im 21. Jahrhundert.
Ich habe mich noch nie so geschämt ein Mann zu sein wie zur Zeit.
wir sind nicht gegen euch. Wir sind gegen eure bösen Brüder. Wenn Männer schlecht behandelt werden aufgrund des Geschlechts, dürfen sie das ebenfalls gerne Tweeten. Es geht um Sexismus allgemein. Und ich glaube, dass Männer da noch später etwas sagen, als Frauen, um nicht als "Heulsuse" abgestempelt zu werden.
Einige Ausrufe sind vl. Missverständnisse. Wahr ist aber, dass immer noch viel zu viele Menschen ihre Mitmenschen aufgrund ihres Geschlechtes diskriminieren. Das ist einfach eine Frage des Respekts- und der scheint zu vielen zu fehlen. Diese Kampagne soll sensibler machen.
Es wird nicht das "Flirten" angegriffen, sondern Demütigungen und die Respektlosigkeit gegenüber dem anderen Geschlecht. Sprüche wie "Wenn Frau nein sagt, meint sie ja" gehen einfach nicht.
retten zu wollen finde ich armselig.
Der Punkt dieses Artikels ist, dass Sexismus in der männerdominierten Politwelt weitverbreitet ist. Und das es hier (und wahrscheinlich überall in der Gesellschaft) eine krasse Asymmetrie gibt gegenüber dem umgekehrten Fall, den Sie beschreiben.
Das Problem muss angegangen werden, meinetwegen auch von beiden Seiten (auch wenn ich nicht glaube, dass Sexismus gegenüber Männern an nur annähernd soweit verbreitet ist wie andersrum).
Bagatellisieren hilft nur den Tätern auf beiden Seiten.
"Das Pendel schlägt mittlerweile zu anderen Seite aus. "
Das stimmt einfach nicht: Die Ziffer der nicht angezeigten Vergewaltigungen, der nicht ernst genommenen Missbrauchsfälle ist immer noch weitaus höher als die Zahl zu Unrecht Beschuldigter.
"warum gab es dazu keine Artikel am Fließband auf SpOn und Zeit.de, wo war da die Empörung? Niemand hat es interessiert. War ja nur ein Mann."
Stimmt auch nicht. Der Fall ging ziemlich lange durch die Presse, wurde von so ziemlich jeder Zeitung, jedem Magazin aufgegriffen.
Wie in der Öffentlichkeit (und auch in der Presse) auf die Causa Brüderle reagiert wird, dürfte auch ziemlich aussagekräftig sein. Die Journalistin wurde wahrscheinlich weitaus öfter angegriffen als Brüderle selbst. Und das Verhalten einiger User hier spottet mal wieder jeder Beschreibung.
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