Papst-Rücktritt: Ratzingers Heimkehr
Benedikts Abgang passt zu Joseph Ratzinger. Zwei Personen waren Papst; der Schöngeist stritt mit den Realitäten der Macht. Dafür fehlte am Ende die Kraft.
© Alessandro Bianchi/Reuters

Papst Benedikt XVI.
Was an einem Papst ist Person, und was ist Amt? Und wie sehr wird das Amt von der Person bestimmt? Anders gefragt: Wie kann es sein, dass ein Papst zurücktritt?
Benedikt XVI. und Joseph Ratzinger: Sie sind derselbe. Und doch scheint es, es seien bisweilen zwei gewesen. Der jüngste und stärkste Hinweis darauf ist Benedikts Rücktritt. Bis auf eine Ausnahme in 2.000 Jahren ist jeder Papst im Amt gestorben. Bei Johannes Paul II. waren Person und Amt gar so eng verzahnt, dass er nicht mehr als Mensch im Privaten starb, sondern sein Sterben als Papst öffentlich machte.
Sein Nachfolger aber hebt die Einheit zwischen ihm und seinem Auftrag auf aus freien Stücken. Die Kraft seines Körpers und Geistes lasse nach, begründet er. Doch zur gefühlten Schwäche gehört die Bürde, die einer zu schultern hat. Diese Last war groß in den letzten acht Jahren.
Beschwingt hatte es angefangen. Nachdem Joseph Ratzinger am 19. April 2005 nach nur 26 Stunden im vierten Wahlgang gewählt war, trat er voller Elan auf die Loggia des Peterdoms, riss die Arme hoch und nahm freudestrahlend den Jubel der Menge entgegen. Beim Weltjugendtag in Köln wenige Wochen später wurde er von Zehntausenden euphorisch empfangen. Auch der Empfang in Polen, wo sein Vorgänger schon zu Lebzeiten wie ein Heiliger verehrt wurde, war äußerst herzlich. Ratzinger blühte als Papst förmlich auf.
Verbal zeigte sich der neue Mann an der Spitze bescheiden. Gleich bei seiner ersten Rede am Tag der Wahl stellte sich der Pontifex Maximus als "einen einfachen unwürdigen Arbeiter im Weinberg des Herrn" dar. Später erzählte er von den letzten Momenten im Konklave: "Als das Fallbeil auf mich herabfiel", sei ihm "ganz schwindelig zumute" gewesen. Er habe zu Gott gebetet: "Bitte tu' mir das nicht an."

Alexander Schwabe ist Chef vom Dienst bei ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.
Ratzinger wusste, was ihn erwartete: Fast 25 Jahre war er Präfekt der Glaubenskongregation, die früher Inquisition hieß. Er galt als mächtigster Mann hinter Johannes Paul II. Und doch war er ein Mann in der zweiten Reihe, in den Machtkämpfen der Kurie maximal Anführer einer Fraktion, Erster einer Seilschaft, nicht aber an der absoluten Spitze, wo alle Interessen aufeinanderprallen und auszugleichen sind.
In der Welt des Kampfes, der Intrige, der harten Interessengegensätze hatte es Ratzinger weit gebracht. Und doch war dies eigentlich nicht seine Welt. Er erlebte eine behütete Kindheit, wenn er von seiner Heimat sprach, wurde er wehmütig: die Spaziergänge mit der Mutter zur Waldkapelle, das Moossammeln für die Weihnachtskrippe, die feierlichen Gottesdienste mit Weihrauch und lateinischem Gesang – eine heile, bayerische, katholische Welt.





Das hätte er nicht vorher wissen können?? Er nimmt die guten Zeiten gerne mit um sich als unfehlbarer Autokrat (das ist die Rolle per se) und unnachgiebiger Spalter zu betätigen, aber wenn es schwierig wird, zieht er sich zurück. Anders als bei seinen hart arbeitenden und alles ofpernden Vorgängern. Nun hoffen wir auf einen ambitionierten Nachfolger, der sich einsetzt für die Gläubigen und vor allem endlich mal wieder ein würdiger Stellvertreter Jesu Christi wird. Diesen Papst vergessen wir lieber ganz schnell
Als Spalter kann man den Papst nun wirklich nicht bezeichnen. Das Gegenteil ist der Fall. Er war, und das sah er auch als seinen Auftrag, darum bemüht, die katholische Kirche zu einen. Daher die vielgescholtene Aussöhnung mit den Pius-Brüdern.
Ich versuche gerade Ihren Kommentar zu verstehen, dass Benedikt kein Spalter gewesen sein soll. Es sei mir ein Vergleich (keine Gleichsetzung!) gestattet:
Hindenburg versuchte, eine Regierung zu konsolidieren, indem er sich quasi als Aussöhnungsschritt die Nationalsozialisten in die Regierung holte. Auf den ersten Blick hat es die Menschen geeint (das glückliche und wieder stolze Volk), aber wir vergessen da schnell, dass da viele Andersdenkende sofort und ohne Umschweife ausgestoßen (und schlimmer) wurden, nämlich die Sozialdemokraten und Kommunisten.
Will sagen: Doch - natürlich war Benedikt ein erzkonservativer autoritärer Spalter als Souverän und Führer der katholischen Kirche. Einer, der die Piusbrüder wieder an Bord holte, aber seine Exkommunizierungen und Verstoßungen von andersdenkenden Menschen und Ökumene-freundlichen Geistlichen nie zurücknahm. Hätte er leicht tun können, denn er vereint in seiner Person Judikative, Exekutive und die nicht existente Legislative in Vatikanstaat.
Da ist ein generelles Problem der unbegrenzten Amtszeit. Johannes Paul der Zweite und ander waren jahrelang handlungsunfähig.
Ein Papst ab 50 würde ungeachtet seiner Qualifikation nahezu garantierte 25 Jahre im Amt bleiben. Die begrenzte Amtszeit ist angesichts der Kirchenlehre so einfach nicht her zu stellen.
Ich meine also, dass jede einfache Aussage eigentlich nur dem Nichtkatholiken vorbehalten ist, der den katholischen weder ernst nimmt noch ihm für sein Leben irgendeine Bedeutung zumisst.
Benedikt hat die Exkommunizierung einiger Piusbrüder rückgängig (!!) gemacht, aber bei folgenden progressiv und barmherzig denkende Menschen das nie getan. Das hier ist die Liste derer, die von Ratinger exkommuniziert wurden:
http://thewoundedbird.blo...
Ein Segen für die katholische Kirche, das Benedikt endlich abtritt.
Als Prostestantin habe ich in sehr vielen Bereichen eine ganz andere Meinung als der Papst. Trotzden gehen Sie mE mit ihm zu hart ins Gericht.
Seine Position, dass gewisse Grundlagen/Prinzipien des Glaubens unantastbar bleiben müssen und nicht aufgeweicht werden dürfen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen (in der Frage, welche das sind, stimme ich mit ihm nicht überein).
Auch kann an seiner Integrität und fachlichen Eignung nie ein Zweifel bestanden haben; er wirkte teilweise verkrampft und unbeholfen, aber als Nachfolger des ungemein charismatischen Wojtyla, der die selben Positionen wie Ratzinger viel "sympathischer" transportieren konnte, hatte er als ganz anderer Typ von Anfang an eine schwierige Ausgangsposition. Außerdem hat die intensive Begleitung mit Kameras erst unter JP II angefangen, sodass weitere Vergleichswerte fehlten.
Und eben durch seinen Rücktritt hat er die Tür geöffnet für mögliche Reformen in der Kirche, in dem er demonstriert hat, dass man nicht an althergebrachten Verfahrensweisen nur um ihrer selbst Willen festhalten muss.
Und wussten Sie schon, dass es bei der Unfehlbarkeit nur um einige wenige, ganz grundsätzliche theologische Fragen der Auslegung geht? Ratzinger käme mit Sicherheit nie auf die Idee, seine Person und alle seine Äußerungen als per se unfehlbar zu bezeichnen.
Als Mann, dessen herausragende Qualität sein Intellekt ist, hat er es verdient, einen möglichen Verfall desselben nicht vor den Augen der Weltöffentlichkeit erleben zu müssen.
Bedenken sie doch bitte mit 85 Jahren ist die Kraft bei so einem schwierigen Amt weg auch hat er sich zu diesem Amt nicht gedrängt und Spalter... in Gegenteil er hat die Einheit bewahrt.
"Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet"(Mth 7:1,Lk 6:37, Römer 2.1, Korinther 4.5)
Man sollte schon die persönliche Entscheidung eines
Menschen respektieren. Persönl. Aversionen vernebeln meistens das objektive Urteil.
Die Kurie war durch den schlechten Gesundheitszustand des Vorgänger-Papstes ungemein mächtig geworden und jeder kochte sein Süppchen.
Kardinal Ratzinger hatte über die letzten Lebensjahre des Papstes JP II zusätzlich schultern müssen, neben seiner Aufgabe als Präfekt der Glaubenskongregation.
Er hatte seit seinem 75. Geburtstag 3 Rücktrittsgesuche eingereicht, seine Gesundheit war damals schon angeschlagen. Es wurde dreimal abgelehnt und er machte weiter, reines Pflichtbewußtsein.
Und dann lud man ihm auf seine Schultern auch noch das Papstamt! Sein Haus in Pentling, sein Rückzugsort während all der Jahre in Rom,unerreichbar für ihn... Nur noch Pflicht und die Liebe zu Gott hat ihn solange durchhalten lassen.
Und da wagt man, ihn auch noch zu kritisieren weil er nun, kurz vor seinem 86. Geburtstag, zurücktritt?
Er kann nicht mehr! Wer Augen hat, der hat es gesehen. Er schafft den 3. Umzug um den Altar nicht mehr, das Weihrauchfaß wird ihm zu schwer, er wird leichenblaß und muß sich den Schweiß abwischen. Er ist am Ende seiner körperlichen Kräfte, nicht seiner geistigen.
Ein sehr, sehr tapferer Mann der alles gegeben hat. Ich bewundere ihn sehr.
Als Spalter kann man den Papst nun wirklich nicht bezeichnen. Das Gegenteil ist der Fall. Er war, und das sah er auch als seinen Auftrag, darum bemüht, die katholische Kirche zu einen. Daher die vielgescholtene Aussöhnung mit den Pius-Brüdern.
Ich versuche gerade Ihren Kommentar zu verstehen, dass Benedikt kein Spalter gewesen sein soll. Es sei mir ein Vergleich (keine Gleichsetzung!) gestattet:
Hindenburg versuchte, eine Regierung zu konsolidieren, indem er sich quasi als Aussöhnungsschritt die Nationalsozialisten in die Regierung holte. Auf den ersten Blick hat es die Menschen geeint (das glückliche und wieder stolze Volk), aber wir vergessen da schnell, dass da viele Andersdenkende sofort und ohne Umschweife ausgestoßen (und schlimmer) wurden, nämlich die Sozialdemokraten und Kommunisten.
Will sagen: Doch - natürlich war Benedikt ein erzkonservativer autoritärer Spalter als Souverän und Führer der katholischen Kirche. Einer, der die Piusbrüder wieder an Bord holte, aber seine Exkommunizierungen und Verstoßungen von andersdenkenden Menschen und Ökumene-freundlichen Geistlichen nie zurücknahm. Hätte er leicht tun können, denn er vereint in seiner Person Judikative, Exekutive und die nicht existente Legislative in Vatikanstaat.
Da ist ein generelles Problem der unbegrenzten Amtszeit. Johannes Paul der Zweite und ander waren jahrelang handlungsunfähig.
Ein Papst ab 50 würde ungeachtet seiner Qualifikation nahezu garantierte 25 Jahre im Amt bleiben. Die begrenzte Amtszeit ist angesichts der Kirchenlehre so einfach nicht her zu stellen.
Ich meine also, dass jede einfache Aussage eigentlich nur dem Nichtkatholiken vorbehalten ist, der den katholischen weder ernst nimmt noch ihm für sein Leben irgendeine Bedeutung zumisst.
Benedikt hat die Exkommunizierung einiger Piusbrüder rückgängig (!!) gemacht, aber bei folgenden progressiv und barmherzig denkende Menschen das nie getan. Das hier ist die Liste derer, die von Ratinger exkommuniziert wurden:
http://thewoundedbird.blo...
Ein Segen für die katholische Kirche, das Benedikt endlich abtritt.
Als Prostestantin habe ich in sehr vielen Bereichen eine ganz andere Meinung als der Papst. Trotzden gehen Sie mE mit ihm zu hart ins Gericht.
Seine Position, dass gewisse Grundlagen/Prinzipien des Glaubens unantastbar bleiben müssen und nicht aufgeweicht werden dürfen, kann ich grundsätzlich nachvollziehen (in der Frage, welche das sind, stimme ich mit ihm nicht überein).
Auch kann an seiner Integrität und fachlichen Eignung nie ein Zweifel bestanden haben; er wirkte teilweise verkrampft und unbeholfen, aber als Nachfolger des ungemein charismatischen Wojtyla, der die selben Positionen wie Ratzinger viel "sympathischer" transportieren konnte, hatte er als ganz anderer Typ von Anfang an eine schwierige Ausgangsposition. Außerdem hat die intensive Begleitung mit Kameras erst unter JP II angefangen, sodass weitere Vergleichswerte fehlten.
Und eben durch seinen Rücktritt hat er die Tür geöffnet für mögliche Reformen in der Kirche, in dem er demonstriert hat, dass man nicht an althergebrachten Verfahrensweisen nur um ihrer selbst Willen festhalten muss.
Und wussten Sie schon, dass es bei der Unfehlbarkeit nur um einige wenige, ganz grundsätzliche theologische Fragen der Auslegung geht? Ratzinger käme mit Sicherheit nie auf die Idee, seine Person und alle seine Äußerungen als per se unfehlbar zu bezeichnen.
Als Mann, dessen herausragende Qualität sein Intellekt ist, hat er es verdient, einen möglichen Verfall desselben nicht vor den Augen der Weltöffentlichkeit erleben zu müssen.
Bedenken sie doch bitte mit 85 Jahren ist die Kraft bei so einem schwierigen Amt weg auch hat er sich zu diesem Amt nicht gedrängt und Spalter... in Gegenteil er hat die Einheit bewahrt.
"Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet"(Mth 7:1,Lk 6:37, Römer 2.1, Korinther 4.5)
Man sollte schon die persönliche Entscheidung eines
Menschen respektieren. Persönl. Aversionen vernebeln meistens das objektive Urteil.
Die Kurie war durch den schlechten Gesundheitszustand des Vorgänger-Papstes ungemein mächtig geworden und jeder kochte sein Süppchen.
Kardinal Ratzinger hatte über die letzten Lebensjahre des Papstes JP II zusätzlich schultern müssen, neben seiner Aufgabe als Präfekt der Glaubenskongregation.
Er hatte seit seinem 75. Geburtstag 3 Rücktrittsgesuche eingereicht, seine Gesundheit war damals schon angeschlagen. Es wurde dreimal abgelehnt und er machte weiter, reines Pflichtbewußtsein.
Und dann lud man ihm auf seine Schultern auch noch das Papstamt! Sein Haus in Pentling, sein Rückzugsort während all der Jahre in Rom,unerreichbar für ihn... Nur noch Pflicht und die Liebe zu Gott hat ihn solange durchhalten lassen.
Und da wagt man, ihn auch noch zu kritisieren weil er nun, kurz vor seinem 86. Geburtstag, zurücktritt?
Er kann nicht mehr! Wer Augen hat, der hat es gesehen. Er schafft den 3. Umzug um den Altar nicht mehr, das Weihrauchfaß wird ihm zu schwer, er wird leichenblaß und muß sich den Schweiß abwischen. Er ist am Ende seiner körperlichen Kräfte, nicht seiner geistigen.
Ein sehr, sehr tapferer Mann der alles gegeben hat. Ich bewundere ihn sehr.
Ratze hätte es wohl durch seine konsequente Ablehnung der "Verweltlichung" der Kirche innerhalb der nächsten Jahrzehnte geschafft, den Katholizismus zu der im zustehenden Rolle als Fehler der menschlichen Geschichte zu führen. Echt schade ...
echt grober Unfug, Ihr Text. Selbstherrliches Verurteilen anderer Menschen Überzeugung, wie halten Sie so viel Hybris aus?
echt grober Unfug, Ihr Text. Selbstherrliches Verurteilen anderer Menschen Überzeugung, wie halten Sie so viel Hybris aus?
Mist gebaut, oder nichts bewirkt, nur der Abgang ist es wert, zur Kenntnis genommen zu werden? Scheint so. Die Serie bricht nicht ab...
Das nobelste Ziel eines Vaters, einer Mutter, eines Arztes, eines Lehrers (oder eines spirituellen Lehrers = Guru)und auch eines Papstes ist es - überflüssig zu werden.
Benedikt geht ins Kloster, um zu beten und zu meditieren. Er geht in eine direkte Verbindung mit Gott, ohne die ganze Show dazwischen.
Schade, dass die Kirche in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts, als über die Beatles Meditation populär wurde, die direkte Erfahrung von Transzendenz verteufelt hat, nur weil sie aus Indien kam.
wenn zu einem komplexen Thema oberflächliche Polemik abgelassen wird. Der Artikel beschreibt sehr treffend nicht nur das Problem eines Herrn Ratzinger, sondern der katholischen Kirche allgemein. Sie ist damit überfordert, sich mit den dringenden Fragen der postmodernen Welt zu befassen und wählt als scheinbare Lösung den Rückzug in frömmelnde Isolation. Dies ist weder sinnvoll (das Ansehen der Kirche geht immer weiter zurück), noch biblisch. Herr Ratzinger ist nur das offensichtliche Scheitern einer Haltung, die sich immer weiter vom Menschen und der Welt entfernt hat.
da sich Herr Ratzinger im Vatikan aufhalten wird und die alten Seilschaften weiterhin bestehen, steht es schon zu vermuten, daß dort keine wirklich neue Meinungsbildung einzieht...
Zum anderen hat der Papst natürlich einen Präzedenzfall geschaffen. Man kann nicht nur von diesem Amt zurücktreten, sondern man tut es auch. Da ist eine gewisse Verweltlichung spürbar, da liegt auch künftiges Risikopotenzial...
Aber für die Person Ratzinger selbst, ist es wohl nachvollziehbar. Ich wünsche ihm von hier aus alles Gute für seinen Lebensabend.
Als Spalter kann man den Papst nun wirklich nicht bezeichnen. Das Gegenteil ist der Fall. Er war, und das sah er auch als seinen Auftrag, darum bemüht, die katholische Kirche zu einen. Daher die vielgescholtene Aussöhnung mit den Pius-Brüdern.
... oder jedenfalls nicht daran interessiert, Einheit aller Christen herbeizuführen. Die Aussage, die protestantische Kirche sei keine Kirche, mag zwar theologisch-spitzfindig aus dem Munde eines amtierenden Papstes irgendwo zu rechtfertigen sein, für den Normalgläubigen aber ist das ein klares Bekenntnis zum Status Quo.
Ich denke auch. Wer die Exkommunizierung der Piusbrüder zurücknimmt, aber die wahren christlichen Denker exkommuniziert und das wiederum nie zurücknimmt, kann nur als konservativer Spalter bezeichnet werden. Der Autor des obestehenden Artikels hat diese Infos offenbar nicht gehabt, und daher hier noch einmal die (an anderer Stelle falsch gepostete) List der Opfer des Ratzingerischen Exkommunizierungsdranges. Natürlich sind da keine Piusbrüder drauf
http://thewoundedbird.blo...
Und was haben seine Einigungsbemühungen bewirkt? Kirchenaustritte? Spaltung?
... oder jedenfalls nicht daran interessiert, Einheit aller Christen herbeizuführen. Die Aussage, die protestantische Kirche sei keine Kirche, mag zwar theologisch-spitzfindig aus dem Munde eines amtierenden Papstes irgendwo zu rechtfertigen sein, für den Normalgläubigen aber ist das ein klares Bekenntnis zum Status Quo.
Ich denke auch. Wer die Exkommunizierung der Piusbrüder zurücknimmt, aber die wahren christlichen Denker exkommuniziert und das wiederum nie zurücknimmt, kann nur als konservativer Spalter bezeichnet werden. Der Autor des obestehenden Artikels hat diese Infos offenbar nicht gehabt, und daher hier noch einmal die (an anderer Stelle falsch gepostete) List der Opfer des Ratzingerischen Exkommunizierungsdranges. Natürlich sind da keine Piusbrüder drauf
http://thewoundedbird.blo...
Und was haben seine Einigungsbemühungen bewirkt? Kirchenaustritte? Spaltung?
Es ist nicht leicht, die eigenen Überzeugungen mit in ein Amt/eine Position zu nehmen. Manchmal ist das System stärker als man selbst und wenn man sich nicht verbiegen lassen will, muss man gehen. Wir sollten über dieses Verhältnis nachdenken, weil ich der Meinung bin, dass es viele Menschen, die durchaus gute Arbeit leisten würden, davon abhält, verantwortliche Positionen einzunehmen.
Welche Charakterstrukturen, welche Typen von Menschen schaffen es in höhere Ämter? Welche nicht? Was kann man tun, damit auch andere Typen von Menschen in Verantwortung gehen können? Welche Modelle wären da denkbar?
auch weltliche Regenten erkennen, dass sie an ihre physischen, psychischen und mentalen Grenzen stoßen. Der Welt bliebe viel Unheil erspart.
Doch was erleben wir? Die sich überschätzenden Regenten müssen durch eine Revolution, durch Mord oder durch das verfassungsgemäße Ende ihrer Amtszeit vertrieben werden.
Ist es da nicht wirklich vernünftiger, aus kritischer Selbsteinschätzung zurückzutreten?
Was haben die Untertanen von einem senilen, dementen oder einfach "durchgeknallten" Oberhaupt, der die Konsequenzen seiner Entscheidungen nicht mehr überschauen kann? Nichts, nur Schaden.
Ich habe großen Respekt vor Regenten, ob kirchlich oder weltlich, die nicht erst mit den oben genannten Mitteln aus dem Amt getrieben werden müssen. Gestern hat der Papst eine Entscheidung getroffen, die viele weltliche Herrscher (oft Tyrannen) sich zum Vorbild machen sollten.
Benedikt XVI. bleibt zwar Papst, aber wer sich einerseits so einsichtig zeigt, wird wohl kaum aus dem Hintergrund Seilschaften lenken oder seinem Nachfolger ins Amt pfuschen wollen. Sein Handeln zeigt, dass er zwar senil, nicht aber debil ist.
Ihm wünsche ich einen Lebensabend, den er nach seinem Gutdünken gestalten kann.
auch weltliche Regenten erkennen, dass sie an ihre physischen, psychischen und mentalen Grenzen stoßen. Der Welt bliebe viel Unheil erspart.
Doch was erleben wir? Die sich überschätzenden Regenten müssen durch eine Revolution, durch Mord oder durch das verfassungsgemäße Ende ihrer Amtszeit vertrieben werden.
Ist es da nicht wirklich vernünftiger, aus kritischer Selbsteinschätzung zurückzutreten?
Was haben die Untertanen von einem senilen, dementen oder einfach "durchgeknallten" Oberhaupt, der die Konsequenzen seiner Entscheidungen nicht mehr überschauen kann? Nichts, nur Schaden.
Ich habe großen Respekt vor Regenten, ob kirchlich oder weltlich, die nicht erst mit den oben genannten Mitteln aus dem Amt getrieben werden müssen. Gestern hat der Papst eine Entscheidung getroffen, die viele weltliche Herrscher (oft Tyrannen) sich zum Vorbild machen sollten.
Benedikt XVI. bleibt zwar Papst, aber wer sich einerseits so einsichtig zeigt, wird wohl kaum aus dem Hintergrund Seilschaften lenken oder seinem Nachfolger ins Amt pfuschen wollen. Sein Handeln zeigt, dass er zwar senil, nicht aber debil ist.
Ihm wünsche ich einen Lebensabend, den er nach seinem Gutdünken gestalten kann.
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