Bei einer Auseinandersetzung auf einem Schnellboot der deutschen Marine ist ein Bootsmann von mehreren Obermaaten angegriffen worden. Das Einsatzführungskommando bestätigte den Vorfall, der sich bereits am 15. Februar auf dem Schnellboot Hermelin im Hafen von Beirut zugetragen hatte. Der Bootsmann sei aus seiner Koje gezogen, mit Tape und einem Spanngurt auf einem Tisch fixiert und anschließend am Bein bemalt worden.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung sollen die Soldaten dem Deutschen thailändischer Herkunft die Worte: "Hier wohnen die Mongos" auf die Haut geschrieben haben. Auf die Frage nach einer fremdenfeindlichen Motivation der Angreifer sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Zeitung: "Alle Ermittlungen, die wir geführt haben, haben ergeben, dass der Vorfall nichts mit einem ausländerfeindlichen Hintergrund zu tun hat." Der Fall wurde am 22. Februar wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

Zwei der Soldaten sollen mit ihren Handys Bilder von der Aktion gemacht haben. Diese sollen auf Befehl gelöscht worden sein, heißt es in dem Bericht. Die vier Verdächtigen seien bereits zurück nach Deutschland geschickt worden.

Nach Informationen der SZ wurden mindestens 13 Personen vernommen. Angesichts einer vorgesehenen Besatzung von 36 Mann auf dem begrenzten Raum des knapp 60 Meter langen Bootes wird demnach für möglich gehalten, dass weitere Soldaten den Vorfall durch "aktives Wegsehen" begünstigt haben könnten.

Das Schnellboot Hermelin beteiligt sich an dem Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanons, um Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren.