BundeswehrMarinesoldaten misshandeln ihren Vorgesetzten

Auf einem Schiff der Bundeswehr im Hafen von Beirut sollen Soldaten einen Bootsmann angegriffen haben. Die Männer wurden nach Hause geschickt, Ermittlungen laufen.

Das Schnellboot "Hermelin" (Archiv)

Das Schnellboot "Hermelin" (Archiv)  |  CC BY-ND 2.0 Bundeswehr-Fotos Wir.Dienen.Deutschland/flickr

Bei einer Auseinandersetzung auf einem Schnellboot der deutschen Marine ist ein Bootsmann von mehreren Obermaaten angegriffen worden. Das Einsatzführungskommando bestätigte den Vorfall, der sich bereits am 15. Februar auf dem Schnellboot Hermelin im Hafen von Beirut zugetragen hatte. Der Bootsmann sei aus seiner Koje gezogen, mit Tape und einem Spanngurt auf einem Tisch fixiert und anschließend am Bein bemalt worden.

Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung sollen die Soldaten dem Deutschen thailändischer Herkunft die Worte: "Hier wohnen die Mongos" auf die Haut geschrieben haben. Auf die Frage nach einer fremdenfeindlichen Motivation der Angreifer sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Zeitung: "Alle Ermittlungen, die wir geführt haben, haben ergeben, dass der Vorfall nichts mit einem ausländerfeindlichen Hintergrund zu tun hat." Der Fall wurde am 22. Februar wegen des Verdachts eines tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten an die Staatsanwaltschaft abgegeben.

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Zwei der Soldaten sollen mit ihren Handys Bilder von der Aktion gemacht haben. Diese sollen auf Befehl gelöscht worden sein, heißt es in dem Bericht. Die vier Verdächtigen seien bereits zurück nach Deutschland geschickt worden.

Nach Informationen der SZ wurden mindestens 13 Personen vernommen. Angesichts einer vorgesehenen Besatzung von 36 Mann auf dem begrenzten Raum des knapp 60 Meter langen Bootes wird demnach für möglich gehalten, dass weitere Soldaten den Vorfall durch "aktives Wegsehen" begünstigt haben könnten.

Das Schnellboot Hermelin beteiligt sich an dem Unifil-Einsatz vor der Küste des Libanons, um Waffenschmuggel zu unterbinden und die Seewege zu kontrollieren.

 

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Leserkommentare
  1. "(1) Wer es unternimmt, gegen einen Vorgesetzten tätlich zu werden, wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis
    zu drei Jahren bestraft.
    (2) In minder schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren."

    Viel Spaß im Knast, Jungs.

    18 Leserempfehlungen
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    nur eine mündliche Disziplinarstrafe.

    Es kommt immer auf den Fall an, wobei provozierende Handlungen des Vorgesetzten strafmildernd wirken.

    Ob das jetzt so war oder nicht, gibt der Artikel leider nicht her.

    Eine Disziplinarstrafe käme wohl nicht in Frage. Immerhin handelt es sich hier um Freiheitsberaubung und Körperverletzung.

    • Isi 1st
    • 27. Februar 2013 14:12 Uhr

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf unsachliche Polemik. Danke, die Redaktion/jk

    Deutschland. Das ist da, wo ein dummer Streich von jungen Männern (ein Bein anmalen) mit Misshandlung gleichgestellt wird. Das ist da, wo man nicht mehr zwischen einer lächerlichen Anmache und sexueller Belästigung unterscheiden kann. Hurra, wir sind Deutschland. Empört euch -.-'

    • manheu
    • 27. Februar 2013 7:58 Uhr

    Der Vorgesetzte hat thailändische Vorfahren und ihm wird ein Spruch aufgezwungen, in dem das Wort "Mongo" (also ein Schimpfwort für Behinderte mit Down-Syndrom, das wegen der charakteristischen, asiatisch anmutenden Augenform früher als Mongolismus bezeichnet wurde) und das soll dann nicht ausländerfeindlich sein? Tut mir leid, aber da ist die Bundeswehr doch auf dem rechten Auge blind...

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    • H.v.T.
    • 27. Februar 2013 8:40 Uhr

    Kann schon sein; der Vorwurf wäre aber nicht haltbar, wenn ein Teil der Angreifer Migrationshintergrund hätte.

    Davon steht aber nichts im Artikel, also läßt sich schnell "ausländerfeindlich" unterstellen.

    • fse69
    • 27. Februar 2013 9:06 Uhr

    "...Der Vorgesetzte hat thailändische Vorfahren und ihm wird ein Spruch aufgezwungen, in dem das Wort "Mongo" (also ein Schimpfwort für Behinderte mit Down-Syndrom, das wegen der charakteristischen, asiatisch anmutenden Augenform früher als Mongolismus bezeichnet wurde) und das soll dann nicht ausländerfeindlich sein? ..."

    ... Originalität der einfältigen Bauernschläue im militärisch-bürokratischen Komplex:

    "AUSLÄNDERFEINDLICHKEIT? Melde gehorsamst: Keine AUSLÄNDER an Board. Mongo deutscher Staatsangehöriger."

    Schnell geschaltet, hätte man gegenüber der Sprecherin vielleicht nachhaken können, wie es sich denn mit RASSISMUS verhält.

    "Der Vorgesetzte hat thailändische Vorfahren und ihm wird ein Spruch aufgezwungen, in dem das Wort "Mongo" und das soll dann nicht ausländerfeindlich sein? "

    Das hab ich auch zuerst gedacht.
    Und mich dann an meine Jugendzeit zurückerinnert. Wenn da jemand Krach mit einem anderen hatte, war jede Beschimpfung recht, die ihm einfiel. Wenn dann jemand z.B. als "stinkiger Fischkopp" bezeichnet wurde, war natürlich nicht Feindseligkeit gegen Norddeutsche ursächlich für den Streit; die Tatsache, dass jemand, mit dem man heftigen Streit hatte, ein Norddeutscher war, gab aber natürlich eine prima Vorlage für weitere Beschimpfungen.

    • tobmat
    • 27. Februar 2013 12:43 Uhr

    "Der Vorgesetzte hat thailändische Vorfahren und ihm wird ein Spruch aufgezwungen, in dem das Wort "Mongo" (also ein Schimpfwort für Behinderte mit Down-Syndrom, das wegen der charakteristischen, asiatisch anmutenden Augenform früher als Mongolismus bezeichnet wurde) und das soll dann nicht ausländerfeindlich sein?"

    Das muss keineswegs ausländerfeindlich sein. Die Soldaten nutzten diese Beleidigung vielleicht extra deswegen, weil sie wussten das der Botsmann sehr empfindlich darauf reagiert und Motive warum man Vorgesetzte beleidigen möchte gibt es zu Hauf. Ausländerfeindlichkeit ist da nur eines unter vielen.

    Hier gibt es keinen rassistischen Hintergrund und die ganzen "Türken" in Deutschland wurden von kriminellen Ausländern ermordet. Business as usual!

    Was war nochmal der nächste Punkt auf der Tagesordnung.

    • SonDing
    • 27. Februar 2013 8:38 Uhr

    "Ich hatte bei der Frage nach dem Hintergrund – vielleicht nicht ausreichend – darauf hingewiesen, dass es nicht eindeutig auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund hindeutet. Dazu passt auch eine weitere Information: Zwar haben die Maaten dem Bootsmann – wie es heißt: sinngemäß – aufs Bein gemalt: Hier wohnen die Mongos. Andererseits gibt es – bislang nicht belegte -Hinweise, dass gerade dieser Vorgesetzer seine Untergebenen als Mongos tituliert haben soll. Das klingt dann in der Tat wieder eher nach Code Red."
    http://augengeradeaus.net/

    Code Red
    http://de.wikipedia.org/w...

    Möglich also, dass sogar Vorgesetzte des Bootsmanns, eine Bestrafung, wegen möglicher Beleidigungen gegen seine Untergebenen, angeordnet haben. Die werden sicher jetzt nichts mehr davon wissen und ihre Hände in Unschuld waschen.
    Das passt auch zur befehlsmässigen Löschung der Aufnahmen von der Tat.

    Wäre wohl klüger gewesen, die Soldaten hätten die möglichen Beleidigungen ihres Vorgesetzten dokumentiert und weitergeleitet. Jetzt sind sie die Dummen.

    9 Leserempfehlungen
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    Man sollte, gerade wenn es sich um viele junge Männer auf beengten Raum handelt, ein bisschen nachsichtig sein. Der Ton und Umgang bei der Bundeswehr, speziell bei der Marine, ist schon immer ein wenig rauher gewesen, schliesslich handelt es sich nicht um Sozialarbeiter auf einem Wochenendseminar !
    Auch wenn der Ausdruck "Mongo" in keiner Weise politisch korrekt ist, so glaube ich nicht, daß eine bösartige Absicht dahinter stand.

    • H.v.T.
    • 27. Februar 2013 8:40 Uhr

    Kann schon sein; der Vorwurf wäre aber nicht haltbar, wenn ein Teil der Angreifer Migrationshintergrund hätte.

    Davon steht aber nichts im Artikel, also läßt sich schnell "ausländerfeindlich" unterstellen.

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    • manheu
    • 27. Februar 2013 9:04 Uhr

    Auch wenn einer oder mehrere der Beteiligten Untergebenen auch Migrationshintergrund hätten (was ja momentan nur Spekulation ist), wäre der Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit nicht aus der Welt. Ausländerfeindlichkeit lässt sich kaum scharf vom Begriff des Rassismus trennen und der ist ja bekanntlich international.

    Kann schon sein; der Vorwurf wäre aber nicht haltbar, wenn ein Teil der Angreifer Migrationshintergrund hätte.

    Davon steht aber nichts im Artikel, also läßt sich schnell "ausländerfeindlich" unterstellen.

    Aha, bloß weil Personen fremdländischer Herkunft in mancher Hinsicht im selben Boot sitzen mögen (kein Wortspiel beabsichtigt), sind sie automatisch vor rassistischen Gefühlen gegeneinander gefeit? Gut zu wissen...

  2. Nach meiner Recherche gibt es eine asiatische Restaurant-Kette in vielen Städten Deutschlands, die "Mongos" heißt. Bitte bei google nachprüfen.

    Für mich ist der sogenannte "Fremdenfeindliche Hintergrund" absolut nicht belegt.

    Uns stehen nicht genügend Informationen zur Verfügung um dies zu beurteilen. Die Schnelligkeit mit der sich die Leser hier aber festlegen, zeigt wie leicht beeinflussbar sie sind.

    Es gibt da doch so einen Presse-Kodex...

    Warum wird der Migrations-Hintergrund in der Presse eigentlich nur dann verschwiegen, wenn es den Täter betrifft, aber nicht wenn es das Opfer betrifft?

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    Sie gehen davon aus, daß vier Matrosen, die ihren Vorgesetzten mit thailändischer Herzunft angreifen und "Hier wohnen die Mongos" auf sein Bein schmieren, dies als Anspielung auf eine Restaurant-Kette gemeint haben?

    ...

    Nicht einmal ein Rechtsanwalt wäre so verzweifelt, das vor Gericht zu behaupten.

    Ich meinte, wenn der Begriff "Mongo" so eindeutig ein Schimpfwort für Asiaten wäre, dann würde ein asiatisches Restaurant sich niemals "Mongos" nennen!!

    Der Begriff "Mongo" kann viele Bedeutungen haben, aber er ist eben nicht EINDEUTIG ein Schimpfwort für Asiaten.

  3. So wird das aber nix mit der Anerkennung, nach der die Soldaten laut Herrn de Maizière ja nun gieren, das haben die irgendwie falsch verstanden.

    Ausländerfeindlich hin oder her, wie einer der Vorschreiber schon schrieb: "Viel Vergnügen im Knast...." für diese hirnlose Aktion. So oder so ist sie dumm und blamabel, mit ausländerfeindlichem Hintergrund noch dümmer.

    4 Leserempfehlungen
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    Sie sind leicht beeinflussbar. Genau das ist ja auch das Ziel dieser Meldung. Die Bundeswehr soll mit der Meldung über diese Einzelfälle bei Leuten wie Ihnen in ein schlechtes Licht gerückt werden.

    Dass in der Bundeswehr tausende von Soldaten ihr Leben riskieren und in Afghanistan Brücken bauen und Schulen bauen und die Polizei ausbilden und Minen wegräumen, das vergessen sie über diesen Einzelfall.

    Dazu kommt, dass wir nicht alle Informationen haben, die nötig sind, um diesen Fall komplett zu beurteilen. Uns fehlen die Aussagen der Beteiligten und es fehlen Aussagen von Zeugen zum Verhalten des Vorgesetzten vor der Tat.

    Alles in allem ist diese Meldung eine reine Propagandameldung und sie wirkt ja auch so wie sie wirken soll.

    Das ist sehr bedauerlich, wie leicht beeinflussbar der "normale Leser" ist.

    Aus diesem Grunde gibt es eigentlich den Presse-Kodex nach dem die Herkunft eines Täters nicht genannt werden soll, wenn sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat steht. Dies gilt aber offenbar nur, wenn der Täter Migrations-Hintergrund hat, nicht wenn ein Opfer Migrationshintergrund hat.

    Die Thailändische Abstammung hat für diese Tat, nach Aussage der Bundeswehr keine Bedeutung. Die Redakteure setzen sich darüber hinweg und nennen die Abstammung trotzdem.

  4. Sie gehen davon aus, daß vier Matrosen, die ihren Vorgesetzten mit thailändischer Herzunft angreifen und "Hier wohnen die Mongos" auf sein Bein schmieren, dies als Anspielung auf eine Restaurant-Kette gemeint haben?

    ...

    Nicht einmal ein Rechtsanwalt wäre so verzweifelt, das vor Gericht zu behaupten.

    8 Leserempfehlungen
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    • Chali
    • 27. Februar 2013 8:57 Uhr

    also Stabbsunteroffizier.

    Sie haben also eine ganze Reihe von Prüfungen ihrer Fähigkeiten durchlaufen.

  5. Sie sind leicht beeinflussbar. Genau das ist ja auch das Ziel dieser Meldung. Die Bundeswehr soll mit der Meldung über diese Einzelfälle bei Leuten wie Ihnen in ein schlechtes Licht gerückt werden.

    Dass in der Bundeswehr tausende von Soldaten ihr Leben riskieren und in Afghanistan Brücken bauen und Schulen bauen und die Polizei ausbilden und Minen wegräumen, das vergessen sie über diesen Einzelfall.

    Dazu kommt, dass wir nicht alle Informationen haben, die nötig sind, um diesen Fall komplett zu beurteilen. Uns fehlen die Aussagen der Beteiligten und es fehlen Aussagen von Zeugen zum Verhalten des Vorgesetzten vor der Tat.

    Alles in allem ist diese Meldung eine reine Propagandameldung und sie wirkt ja auch so wie sie wirken soll.

    Das ist sehr bedauerlich, wie leicht beeinflussbar der "normale Leser" ist.

    Aus diesem Grunde gibt es eigentlich den Presse-Kodex nach dem die Herkunft eines Täters nicht genannt werden soll, wenn sie nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Tat steht. Dies gilt aber offenbar nur, wenn der Täter Migrations-Hintergrund hat, nicht wenn ein Opfer Migrationshintergrund hat.

    Die Thailändische Abstammung hat für diese Tat, nach Aussage der Bundeswehr keine Bedeutung. Die Redakteure setzen sich darüber hinweg und nennen die Abstammung trotzdem.

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    Antwort auf "Wie jetzt?"
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    können ausländerfeindlich sein - mal abgesehen von diesem Fall hier, aber hören sie sich doch mal in einschlägigen Migrantenkreisen um. Da gönnt der "Pole" nicht dem "Türken" die das Brot unter der Butter, um es mal platt zu sagen.

    • SonDing
    • 27. Februar 2013 9:07 Uhr

    Wie man unschwer erkennen, hat der Artikel, wie so oft, zumindest Eines erreicht:

    Affektierte Reaktionen auf ungelegte Eier.

    Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand und der aktuellen Ermittlungslage, hätte auch eine kurze Meldung im Newsteil von Zeit-Online gereicht.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, nf
  • Schlagworte Besatzung | Ermittlung | Hafen | Information | Marine | Soldat
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