Lars HedegaardDänischer Islamkritiker entgeht Mordanschlag

Der Journalist Hedegaard hat einen Mordversuch in Kopenhagen unverletzt überlebt. Ein Unbekannter hatte auf ihn geschossen.

Das Gebäude der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten"

Das Gebäude der dänischen Zeitung "Jyllands-Posten"  |  © Kim Haugaard/AFP/Getty Images

In Dänemark hat es erneut einen Mordversuch gegen einen prominenten Islamkritiker gegeben. Ein Unbekannter schoss bei einem Handgemenge in Kopenhagen auf den islamkritischen Journalisten Lars Hedegaard, der aber unverletzt blieb. Der Täter konnte entkommen und wird nun mit einer Großfahndung gesucht.

Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning Schmidt nannte den Anschlag auf den 70 Jahre alten Hedegaard vor dessen Wohnung abscheulich. Der ehemalige Linkssozialist ist Vorsitzender der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit und hat unter anderem mit sehr scharfen Äußerungen über ein nach seiner Meinung im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung provoziert.

Anzeige

Dänemark ist seit der Veröffentlichung von Karikaturen des islamischen Propheten Mohammed wiederholt zum Ziel radikalislamistischer Angriffe geworden. In der vergangenen Woche bestätigte das Kopenhagener Oberlandesgericht ein Urteil zu zwölf Jahren Haft in erster Instanz gegen einen 31-Jährigen wegen Mordplänen gegen die Redaktion der Zeitung Jyllands-Posten. Der Mann und drei zuvor verurteilte Männer wurden gefasst, als sie schwer bewaffnet aus Schweden nach Kopenhagen kamen. Sie wollten aus Rache für die umstrittenen Mohammed-Karikaturen möglichst viele Mitarbeiter der Zeitung töten.

Die Karikaturen aus dem Jahr 2006 hatten weltweit Proteste und Krawalle in islamischen Ländern ausgelöst. Ihr Zeichner Kurt Westergaard überlebte einen Mordanschlag in seinem Haus nur knapp. Der schwedische Künstler Lars Vilks, der eine Zeichnung mit dem Propheten Mohammed als Hund ausgestellt hatte, war zweimal Anschlägen ausgesetzt.

Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. ich verstehe die Überschrift "Dänischen Islamkritiker entgeht Mordanschlag" nicht. Sind es dänische Islamkritiker, ein dänischer Islamkritiker oder gar ein dämlicher, dem der Mordanschlag glatt entgangen ist?

    3 Leserempfehlungen
  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Aussagen. Danke, die Redaktion/jp

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/jp

  3. 3. [...]

    Der Kommentar, auf den Sie sich beziehen, wurde entfernt. Danke, die Redaktion/jp

    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • Kiira
    • 05. Februar 2013 19:39 Uhr

    Ein "christlicher" Fundamentalist, der auf Abtreibungsärzte schießt, hat weder Buchstaben noch Geist des Christentums hinter sich, nicht einmal auf die Kultur christlicher Gesellschaften kann er sich berufen, selbst die schweigende Mehrheit steht nicht hinter ihm.

    Bei einem muslimischen Fundamentalisten, der einen Islamkritiker angreift, ist das leider völlig anders. Er kann sich auf Buchstaben und Geist des Islam berufen - auch wenn die meisten Muslime seine Tat nicht gutheißen. Des Weiteren handelt er in Übereinstimmung mit kulturellen Mustern vieler islamischer Gesellschaften, die individuelle Racheakte gegen (vermeintliche) Beleidigungen dulden. Ob er die schweigende Mehrheit der Muslime hinter sich wähnen kann, ist eher unwahrscheinlich, aber einen erschreckend großer Anteil dürfte es doch sein.

    Aus persönlichen Gesprächen mit hier lebenden Muslimen, die wunderbar integriert scheinen, weiß ich, dass die nicht wissen, dass man in Deutschland oder Dänemark tatsächlich den Islam scharf kritisieren darf, dass selbst Mohammed-Karikaturen völlig OK sind in unseren Ländern.

    Die Gleichsetzung von selbsternannten Rächern der Ehre des Islam mit durchgeknallten christlichen Moralaposteln verstellt den Blick auf das eigentliche Problem: Ein mordender Christ handelt letztlich immer unchristlich, ein mordender Muslim nicht unbedingt unislamisch, obwohl der Koran andere Handlungsweisen ebenfalls zulassen würde.

  4. Der Spiegel schreibt:

    Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning Schmidt nannte den Anschlag auf den 70 Jahre alten Hedegaard vor dessen Wohnung "abscheulich". Der ehemalige Linkssozialist ist Vorsitzender der dänischen "Gesellschaft für Pressefreiheit" und hat sich mit betont scharfen Äußerungen etwa über ein seiner Meinung nach im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung profiliert."

    Die Zeit schreibt:

    "Dänemarks Ministerpräsidentin Helle Thorning Schmidt nannte den Anschlag auf den 70 Jahre alten Hedegaard vor dessen Wohnung abscheulich. Der ehemalige Linkssozialist ist Vorsitzender der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit und hat unter anderem mit sehr scharfen Äußerungen über ein nach seiner Meinung im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung provoziert."

    6 Leserempfehlungen
    • Kiira
    • 05. Februar 2013 19:39 Uhr

    Ein "christlicher" Fundamentalist, der auf Abtreibungsärzte schießt, hat weder Buchstaben noch Geist des Christentums hinter sich, nicht einmal auf die Kultur christlicher Gesellschaften kann er sich berufen, selbst die schweigende Mehrheit steht nicht hinter ihm.

    Bei einem muslimischen Fundamentalisten, der einen Islamkritiker angreift, ist das leider völlig anders. Er kann sich auf Buchstaben und Geist des Islam berufen - auch wenn die meisten Muslime seine Tat nicht gutheißen. Des Weiteren handelt er in Übereinstimmung mit kulturellen Mustern vieler islamischer Gesellschaften, die individuelle Racheakte gegen (vermeintliche) Beleidigungen dulden. Ob er die schweigende Mehrheit der Muslime hinter sich wähnen kann, ist eher unwahrscheinlich, aber einen erschreckend großer Anteil dürfte es doch sein.

    Aus persönlichen Gesprächen mit hier lebenden Muslimen, die wunderbar integriert scheinen, weiß ich, dass die nicht wissen, dass man in Deutschland oder Dänemark tatsächlich den Islam scharf kritisieren darf, dass selbst Mohammed-Karikaturen völlig OK sind in unseren Ländern.

    Die Gleichsetzung von selbsternannten Rächern der Ehre des Islam mit durchgeknallten christlichen Moralaposteln verstellt den Blick auf das eigentliche Problem: Ein mordender Christ handelt letztlich immer unchristlich, ein mordender Muslim nicht unbedingt unislamisch, obwohl der Koran andere Handlungsweisen ebenfalls zulassen würde.

    37 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Entfernt. Bitte verfassen Sie sachliche Kommentare zum konkreten Artikelinhalt. Danke, die Redaktion/au

    Ihre Auffassung des Unterschiedes zwischen Islam und Christentum ist nicht korrekt. Das Christentum taugt nicht als Vergleichsobjekt zum Islam, da es sich beim Christentum im Westen nur noch um eine inhaltslose Hülle, bestenfalls um eine um wesentliche Inhalte beschnitte "Rumpf"-Religion handelt. Dagegen ist der Islam in weiten Teilen der Welt als Religion noch intakt. An ihm kann studiert werden, wie eine Religion als integrale Weltsicht - was eine intakte Religion immer ist - funktioniert.

  5. 6. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf pauschalisierende Beiträge. Danke, die Redaktion/jp

    10 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Zu dem Thema gibt es insgesamt so viel zu sagen, ab wann wir keine freie Meinungsäußerung usw. mehr haben. Jedoch vorerst: Sie können das vielleicht sagen, aber keiner muss es gut finden und Ihnen zustimmen. Geschweige dies in seinem Medium abdrucken!

  6. Viele muslimische Freunde, deren Eltern nach Europa gekommen sind, fürchten sich davor, das muslimische Extremisten in Europa zuviel an Einfluß gewinnen. Zuviele Politiker machen einen auf politisch korrekt und werten jeden ab, der über seine Ängste und Befürchtungen redet. Es geht nicht nur um solche Extremisten, es geht auch um die Tendenz sich nicht mit den Werten und Idealen Europas zu identifizieren. Das beste Beispiel ist diese Diskussion über Sexismus. Ein deutscher Politiker wird für ein falsch verstandenes Kompliment angegriffen. Eine belgische Studentin, die sich wahrlich andere Dingen an den Kopf werfen lassen, wird aber selber Rassismus vorgeworgen, weil die Sexisten leider in der Mehrzahl Muslime waren.

    http://www.emma.de/ressor...

    Religion muß sich den demokratischen Werten und Regeln in unserer Gesellschaft unterwerfen und darf die Freiheit der hier lebenden Menschen nicht beeinträchtigen. Viele Muslime leben in Europa, weil sie vor den muslimischen Regimen geflohen sind. Meine persönliche Erfahrung ist, das diese Menschen unsere Freiheiten teilweise mehr zu schätzen wissen als hier geborene. Diesen Radikalen, egal aus welcher Ecke sie kommen, dürfen wir keinen Millimeter Spielraum geben und dürfen ihnen nicht erlauben, sich als etwas besseres zu fühlen. Siehe dieser Idiot aus Norwegen oder diese jetzt in Dänemark. Ich stelle sie auf dieselbe Stufe.

    23 Leserempfehlungen
  7. 8. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jp

    Eine Leserempfehlung
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Hallo,

    Die Zeit schreibt:
    Der ehemalige Linkssozialist ist Vorsitzender der dänischen Gesellschaft für Pressefreiheit und hat unter anderem mit sehr scharfen Äußerungen über ein nach seiner Meinung im Islam akzeptiertes Recht auf Vergewaltigung provoziert."
    Ende

    Beispiel
    Die Sure 2 Vers 223 ist in mehreren -
    Übersetzungen, Paret, M. A. Rassoul u. Azhar, "problematisch" mit dem [sexuellen] Selbstbestimmungsrecht der Frauen in Einklang zu bringen.
    Bitte selbst suchen, da ich nichts zitieren und verlinken werde um nicht eventuell. gegen die Regeln auf der grosszügen Zeit.online Seite zu verstossen.

    Mfg.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
  • Schlagworte Anschlag | Dänemark | Islam | Kurt Westergaard | Mohammed | Protest
Service