FlugunfallAlitalia lässt Unglücksflugzeug über Nacht umlackieren

Nacht- und Nebelaktion in Rom. Weil Alitalia mit dem Unfall einer rumänischen Partner-Airline nichts zu tun haben wollte, überspritzte die Airline flugs den Flieger.

Bereits am Samstagabend ist in Rom ein Flugzeug von der Rollbahn abgekommen. Noch in der Nacht zum Sonntag hat Alitalia die Maschine umlackieren und ihren Schriftzug verschwinden lassen, wie am Sonntagabend bekannt wurde. Die Maschine mit 50 Menschen an Bord gehört der rumänischen Carpatair und war im Auftrag der italienischen Fluggesellschaft unterwegs. Bei dem Unfall waren 16 Menschen verletzt worden.

Bilder zeigen die Maschine kurz nach der Bruchlandung auf dem Flughafen Fiumicino in den grün-roten Farben von Alitalia mit dem Schriftzug des Unternehmens. Seit Sonntag erstrahlte der Flieger plötzlich komplett in Weiß.

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Als Ursache für das Unglück nannte Alitalia starken Wind. Gewerkschaftsvertreter gaben allerdings der italienischen Fluggesellschaft die Schuld: Die Vereinbarung mit Carpatair solle die Kosten senken, gefährde aber die Sicherheit der Passagiere. Für Montag kündigten Alitalia-Piloten und -Flugbegleiter deshalb einen Streik gegen die Kooperation mit Carpatair an.

Bereits Ende Januar hatten die Alitalia-Mitarbeiter für einen Tag die Arbeit niedergelegt. In den vergangenen Wochen war es wiederholt zu Zwischenfällen auf Carpatair-Flügen im Auftrag von Alitalia gekommen. Die italienische Gesellschaft hat deshalb bereits die Strecke Ancona-Rom vom Flugplan genommen. In der Nacht zu Montag wurden zudem alle Pisa- und Bologna-Flüge von Carpatair nach Rom annulliert.
 

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Leserkommentare
  1. Alitalia sind weder die ersten noch die letzten die so etwas machen bzw. machen werden. Fotos von verunglückten Flugzeugen werden gerne archiviert und immer wieder in völlig anderem Zusammenhängen verwertet, die damit verbundene Negativpresse über viele Jahre möchte man so entsprechend vermeiden. Insbesondere wenn es sich um einen Subcharter handelt.

    Das einzig neue ist, dass dieses mal eine Story draus gemacht wurde. War irgendjemandem langweilig vielleicht?

  2. 58. [...]

    Der Abschnitt auf den Sie sich kritisch beziehen wurde inzwischen entfernt. Die Redaktion/kvk

    Antwort auf "Nette Zustände in Rom"
    • Tiroler
    • 05. Februar 2013 2:11 Uhr

    In diesen Tagen ist mit einem Urteil des obersten italienischen Gerichtshofes (Kassation) die Ursache des Flugzeugunglückes von Ustica (81 Tote) vom Juni 1980 festgestellt und der Staat wegen unterlassener Aufsichtspflicht zur Zahlung von Schadensersatz an die Angehörigen verurteilt worden - mehr als 32 Jahre nach dem Unglück. Und einige Fragen sind heute immer noch offen. Aber zurück zum jüngsten Unglück. Die ATR 72 ist inzwischen in einen Hangar gebracht worden, so dass sich die nächtliche Malaktion als ziemlich überflüssig erwiesen hat. Hintergrund der gesamten Geschichte ist die Tatsache, dass 500 Mitarbeiter der maroden Gesellschaft Alitalia auf der Straße stehen, während die Alitalia inneritalienische Linien von anderen Gesellschaften fliegen lässt, die im Schnitt 30 Prozent billiger sind. Dazu gehört nicht nur die Carpatair mit hauptsächlich schweizerischem Kapital, sondern auch die Schweizer Gesellschaft Darwin. Den italienischen Gewerkschaften stößt das sauer auf, sie haben auch die Umlackierung bekanntgemacht und als Versuch der Alitalia gebrandmarkt, sich aus der Verantwortung zu stehlen. Und natürlich spielt das Alles eine Rolle im Wahlkampf.

    Eine Leserempfehlung
    Antwort auf "Ungeklärte Fragen"
  3. War das nicht die Flaminia, die im letzten Jahr in Brand geraten ist, wo das MSC-Logo so deutlich sichtbar an der Seite prangte?
    Gibt es irgendwo Bilder von der Rena mit MSC-Schriftzug?

    Antwort auf "Häääää?"
    • csx
    • 08. Februar 2013 10:49 Uhr

    Hier wird offensichtlich aus etwas ein Skandal gemacht, der keiner ist.
    Das Neutralisieren der Firmenlogos bei "gestrandeten" Flugzeugen, Schiffen, ect. ist keine italienische Verschleierung, sondern eine weltweit übliche Praxis.
    Natürlich liefen die Fotos schon durch die Presse, dennoch werden üblicherweise laufend neue Fotos gemacht, spätestens wenn das Flugzeug geborgen wird. Um dann nicht erneut seine Logos zu präsentieren, werden diese vorher neutralisiert.
    Das Flugzeug wurde auch nicht "zugepinselt". Es gibt in der Luftfahrt Spezialfolien, mit denen Flugzeuge beklebt werden, um kurzfristig das Erscheinungsbild zu ändern oder zu ergänzen. Eine solche Folie ist hier höchstwahrscheinlich auch verwendet worden.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tis
  • Schlagworte Streik | Arbeit | Flughafen | Flugzeug | Unternehmen | Pisa
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