Schaffermahlzeit : Bremerinnen protestieren gegen exklusive Männer-Mahlzeit

Zum 469. Mal gab es in Bremen ein Festmahl mit Stockfisch und Braunkohl – aber fast nur für Männer. Das hat die Frauen der Hansestadt massenhaft auf die Straße getrieben.
Protest gegen die Männerdomäne Schaffermahlzeit in Bremen ©Ingo Wagner/dpa

Begleitet vom Protest Hunderter Frauen sind in Bremen die Gäste der traditionellen Schaffermahlzeit zusammengekommen. Auf ihrem Weg in die festliche Rathaushalle mussten die rund 300 Kaufleute, Kapitäne und ihre Gäste am Freitag durch ein Spalier demonstrierender Frauen in schwarzen Anzügen laufen. Auf deren Schildern stand: "Ich bin von gestern, bitte folgen Sie mir!"

Seit Jahren wächst die Kritik an der Veranstaltung, weil sie nach wie vor fast ausschließlich Männern vorbehalten ist.

Der Protest verlief nach Angaben der Polizei vollkommen friedlich. Zu den Organisatorinnen gehörte Bremens Frauenbeauftragte Ulrike Hauffe. "Die deutsche Wirtschaftsprominenz trifft sich und tut so, als gäbe es keine wichtigen Wirtschaftsfrauen", kritisierte sie vor der Veranstaltung.

Zu der 469. Schaffermahlzeit wurde ein fünfstündiges Menü aus Seemannsspeisen mit Stockfisch, Braunkohl und Kalbsbraten serviert. Veranstalter der Schaffermahlzeit ist die Stiftung Haus Seefahrt.

Die Bremer Schaffermahlzeit gehört zu den ältesten jährlichen Festessen in Deutschland. Die Veranstaltung dauert fünf Stunden. Während des Essens werden Spenden für die Stiftung gesammelt, die Seeleute und ihre Familien unterstützt.

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Kommentare

242 Kommentare Seite 1 von 21 Kommentieren

Danke für das Kompliment

Moin,

des Zitats aus Wikipedia hätte es nicht bedurft. Denn woher hatte ich wohl meine Weisheit?
Sollte ich den Ironietag übersehen haben, bitte ich das Folgende zu entschuldigen.
Der Originalposter hatte nach einer exklusiv femininen Veranstaltung gefragt, die habe ich gerne genannt. Dass das so einfach war und so einen Treppenwitz der Geschichte darstellt (das Frauen aus Protest gegen eine Veranstaltung zu der Frauen satzungsgemäß Zutritt haben, aber selten geladen werden eine Veranstaltung aus der Taufe heben zu der Männer satzungsgemäß keinen Zutritt haben und auch nicht geladen werden), dafür kann ich ja nichts.

CU

Demütigend

"Und genau deswegen wurde auch ein extra -Titel für die Frauen erstellt, um mehr Frauen einen Anreiz zu bieten in die Profi-Schach-Welt einzutreten."

Frauen sind also so willensschwach und ängstlich, dass sie bei ein Denkspiel nur spielen, wenn sie gegen andere Frauen antreten.

"Frauen können ja jederzeit weiter nur in der gemischten Weltmeisterschaft mitmachen."

Nebenbei ist das gleichzeitig eine Demütigung der Frauen wie eine Benachteiligung der Männer, die weniger Chancen auf Titelgewinne haben. Warum gibt es keine eigenen Meisterschaften für Brillenträger? Für Autisten? Für Blonde? Für Schuhgrösse-42-Träger? Für Depressive?

So überspitzt diese Auswahl natürlich sein soll, so sind darunter doch tatsächlich Gruppen, für die eine eigene Meisterschaft sachlich Sinn ergibt.

Für Frauen allerdings nicht. Die Veranstalter eigener Damenmeisterschaften bei Denkspielen haben ein atavistisches, widerliches Menschen- und Frauenbild.

Gleichstellung für wen?

Ich finde das nicht weiter schlimm, dass es getrennte Veranstaltungen für Männer und Frauen gibt. Solange es private Veranstaltungen gibt.

Übrigens, ich hab mal kurz bei Google nach Frauenveranstaltungen gesucht - und nicht wenige gefunden. Links sind am Ende dieses Komentars angefügt.

Zuvor aber noch etwas was mich irritiert: Gleichstellungsbeauftragte nur für Frauen? Wo ist da die Gleichheit. Frauenquoten in der Wirtschaft aber keine Männerquoten an Schulen? Bin Quotengegner, da dies die Chancengleichheit bei der Bewerbung torpediert - aber wäre das nicht logisch um auch für Jungen identifikationspersonen außerhalb von Film, Sport und Musik bereitzustellen?

http://www.krefeld.de/c12...$file/veranstaltungsflyer_8._maerz.pdf?openelement

http://www.kreisbadkreuzn...

http://www.spitzenfrauen-...

http://www.nuernberg.de/i...

http://www.frauennrw.de/v...

http://www.bayernsfrauen....

http://www.netzwerk-behin...

http://www.koethen-anhalt...

@ 206 Ali Machma Hall

Pasen Sie leiber auf. Mach mehr aus Dir kann auch bedeuten, adss mansei weg haben will und das geht gut, wenn man Anforderungen stellt, die schwer erfüllbar sind. Dann heisst es, der kanns nicht, der Chef hat keine Lust zu entscheiden was stimmt und weg ist man. Mobbing nennt man das.

Reagieren Sie nicht drauf und machen und machen Sie ihre Arbeit. Qualifizieren Sie sich wie Sie das für richtig halten. Dann bauen Sie nämlich Widerstand auf, der spürbar wird, und manche trauen sich nicht mehr, sie durch zweifelhafte Verlockungen dazu zu bringen, sich selbst zu schwächen.

Das gilt übrigens alles auch für ein männliches Kollegium. Dass die immer alle zusammmenhalten ist auch so ein nützliches Klischee.

Ich interpretiere nicht!

Frauen wie Männer sind nie "selbst schuld", wenn sie diskriminiert werden. Eine derartige unterkomplexe Argumentation haben Sie von mir noch nicht gelesen.

Vielmehr liegt eine unterkomplexe Denkweise vor, wenn Sie aus meinem schulischen Leistungsvergleich und den daraus erwachsenen Chancen für Frauen und Mädchen, eine "selbst schuld" Argumentation für Jungen und Männer ableiten.

Gab es über Jahrzehnte ein selbstverständliches Mentoring für Männer? Ja!

Soll es ein selbstverständliches Mentoring auch für Frauen geben? Ja!

Gab es Gründe, Gleichstellungsgesetze und -verordnungen zu erlassen? Ja!

Verstoßen diese Gesetze gegen die Verfassung? Nein!

Ist die freie Studien- und Berufswahl verfassungsmäßig geschützt? Ja!

Warum studieren Männer bevorzugt Lehramt für Gymnasien und nicht für Grundschulen? Fragen Sie die Männer! Möglicherweise, weil es dort bessere Verdienstmöglichkeiten gibt und das Gymnasium als sozial höherwertig erachtet wird?

Mache ich das den Männern zum Vorwurf? Nein!

Ich habe Sie nicht falsch verstehen wollen

und auch nicht falsch verstanden, wie mir Ihr Kommentar zeigt.

Was Sie beschrieben haben stelle ich nicht in Zweifel. Ich habe sogar Verständnis für Ihren Unmut. Aber aus Ihrer persönlichen Betroffenheit können Sie doch nicht eine generelle Diskriminierung der Männer ableiten, wie Sie es hier getan haben.

Bei Förderungs- und Qualifizierungsmaßnahmen, gerade für Führungspositionen, profitieren heute immer noch zuerst Männer. Wenn das bei Ihrem Arbeitgeber anders gehandhabt wird, ist das für Sie persönlich tragisch.