Protest gegen die Männerdomäne Schaffermahlzeit in Bremen ©Ingo Wagner/dpa

Begleitet vom Protest Hunderter Frauen sind in Bremen die Gäste der traditionellen Schaffermahlzeit zusammengekommen. Auf ihrem Weg in die festliche Rathaushalle mussten die rund 300 Kaufleute, Kapitäne und ihre Gäste am Freitag durch ein Spalier demonstrierender Frauen in schwarzen Anzügen laufen. Auf deren Schildern stand: "Ich bin von gestern, bitte folgen Sie mir!"

Seit Jahren wächst die Kritik an der Veranstaltung, weil sie nach wie vor fast ausschließlich Männern vorbehalten ist.

Der Protest verlief nach Angaben der Polizei vollkommen friedlich. Zu den Organisatorinnen gehörte Bremens Frauenbeauftragte Ulrike Hauffe. "Die deutsche Wirtschaftsprominenz trifft sich und tut so, als gäbe es keine wichtigen Wirtschaftsfrauen", kritisierte sie vor der Veranstaltung.

Zu der 469. Schaffermahlzeit wurde ein fünfstündiges Menü aus Seemannsspeisen mit Stockfisch, Braunkohl und Kalbsbraten serviert. Veranstalter der Schaffermahlzeit ist die Stiftung Haus Seefahrt.

Die Bremer Schaffermahlzeit gehört zu den ältesten jährlichen Festessen in Deutschland. Die Veranstaltung dauert fünf Stunden. Während des Essens werden Spenden für die Stiftung gesammelt, die Seeleute und ihre Familien unterstützt.