SchaffermahlzeitBremerinnen protestieren gegen exklusive Männer-Mahlzeit

Zum 469. Mal gab es in Bremen ein Festmahl mit Stockfisch und Braunkohl – aber fast nur für Männer. Das hat die Frauen der Hansestadt massenhaft auf die Straße getrieben.

Protest gegen die Männerdomäne Schaffermahlzeit in Bremen

Protest gegen die Männerdomäne Schaffermahlzeit in Bremen  |  ©Ingo Wagner/dpa

Begleitet vom Protest Hunderter Frauen sind in Bremen die Gäste der traditionellen Schaffermahlzeit zusammengekommen. Auf ihrem Weg in die festliche Rathaushalle mussten die rund 300 Kaufleute, Kapitäne und ihre Gäste am Freitag durch ein Spalier demonstrierender Frauen in schwarzen Anzügen laufen. Auf deren Schildern stand: "Ich bin von gestern, bitte folgen Sie mir!"

Seit Jahren wächst die Kritik an der Veranstaltung, weil sie nach wie vor fast ausschließlich Männern vorbehalten ist.

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Der Protest verlief nach Angaben der Polizei vollkommen friedlich. Zu den Organisatorinnen gehörte Bremens Frauenbeauftragte Ulrike Hauffe. "Die deutsche Wirtschaftsprominenz trifft sich und tut so, als gäbe es keine wichtigen Wirtschaftsfrauen", kritisierte sie vor der Veranstaltung.

Zu der 469. Schaffermahlzeit wurde ein fünfstündiges Menü aus Seemannsspeisen mit Stockfisch, Braunkohl und Kalbsbraten serviert. Veranstalter der Schaffermahlzeit ist die Stiftung Haus Seefahrt.

Die Bremer Schaffermahlzeit gehört zu den ältesten jährlichen Festessen in Deutschland. Die Veranstaltung dauert fünf Stunden. Während des Essens werden Spenden für die Stiftung gesammelt, die Seeleute und ihre Familien unterstützt.

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Leserkommentare
    • R.Heyer
    • 10. Februar 2013 11:50 Uhr

    Es gibt in diesem Lande reichlich Veranstaltungen die allein Frauen vorbehalten sind und daran stören sich die "Aktivistinnen" nicht.
    Heuchelei.
    Gruß

    77 Leserempfehlungen
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    Sie brauchen keine Angst haben. Frauen sind nicht der Teufel.

    Bei hunderten Protestiererinnen von Massen zu schreiben, ist doch etwas überschwänglich. Bremen allein hat über eine halbe Million Einwohner. Berücksichtigt man dann noch, dass die Proteste von der Politik (Frauenbeauftragte) mitorganisiert wurden, ist es vielmehr realisitscher von einem Rohrkrepierer zu sprechen...

    • FreeLeo
    • 10. Februar 2013 16:15 Uhr

    bitte einige aufführen, anstatt nur Behauptungen aufzustellen?

  1. Sie brauchen keine Angst haben. Frauen sind nicht der Teufel.

    17 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Geplärre"
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    In einigen Denksportarten (Schach oder Go) gibt es eigene Meisterschaften für Damen, aber keine für Herren.

    Was natürlich eine Demütigung für Frauen ist, da es dafür keinen sachlichen Grund gibt ausser das Frauen entweder so blöd sind, dass sie spezielle Meisterschaften brauchen, oder so willensschwach, dass sie diese Veranstaltungen brauchen, um nicht bei den allgemeinen unterzugehen. Beides ist natürlich nicht so.

    Im körperlichen Sport sieht die Sache anders aus, da gibt es physiognomische Unterschiede, die getrennte Meisterschaften rechtfertigen. Dort sind sie dann aber auch komplett getrennt. Bei Denksportarten zeigt die Existenz nur die Denkart der Veranstalter, die "Damen" als hübsches Beiwerk sehen, dass man auch beschäftigen oder speziell fördern muss ("bemuttern" kam mir hier in den Sinn, passt aber stilistisch nicht sonderlich gut).

    Moin,

    Beispiel: Schafferinnenmahlzeit...

    CU

    Ehrlich?
    Na dann gebe ich Ihnen ein Beispiel: girls day

    • gooder
    • 10. Februar 2013 13:11 Uhr

    Weiberfastnacht, wo denn beim Mann schon mal der Schlips flöten geht, denn dabei handelt es sich ja um ein symbol der Männlichkeit.

    Ernster wird es dann schon bei der japanischen Fluggeselschaft ANA denn die reserviert auf ihren Lang- und Mittelstreckenflügen eine Bordtoilette ausschließlich für Frauen.
    In den Studios von z.B. Ms.Sporty dürfen auch nur Frauen trainieren und selbst Kinos reservieren ihre Bestuhlung an unterschiedlichen Tagen ausschließlich für Frauen.

    Wann ist endlich Schluss mit dieser Verkrampftheit? Warum darf Tradition, die niemanden diskriminiert und keinerlei ideologische oder geschlechterspezifische Position bezieht, nicht solange fortgesetzt werden, wie sie gepflegt wird? Es steht jedem frei, neue Traditionen zu begründen.
    Warum ist die angemahnte Reform das Maß der Dinge? Die bessere Veranstaltung ist der Feind der guten und Traditionspflege ist sicher kein Teufelszeug.

    Abgesehen von Weiberfastnacht gibt es in Köln die sogenannten "Mädcher-Sitzungen", die ausschließlich Frauen vorbehalten sind (und auf denen es ziemlich hoch her geht, wie ich aus eigener Erfahrung weiß) :)

    Montag: Damensauna

    Mittwoch: Schipass halber Preis für Frauen

    eigene Arztpraxen für Frauen

    Just try it, be a hero!

    Kai Hamann

    • tgoff
    • 11. Februar 2013 12:21 Uhr

    und viel mächtige als die Schaffer. Und diese haben viele Frauenveranstaltungen.
    Sie sorgen für vielerlei Art von Frauenförderung.

    Googeln Sie mal Hessisches oder Bundes Gleichstellungsgesetz. Googeln Sie hierzu Frauenförderpläne und Gleichstellungsberichte. So genannte Gleichstellungsbeauftragte sorgen für die Umsetzung. Dies sind per Gesetz Frauen mit eigenen Veranstaltungen.

    Der mächtige Juristinnenbund ist eine Frauenveranstaltung.

    Es gibt noch mehr. UND Anachronismen sind sie alle.

    Also mir sind schon mal folgende aufgeallen:
    letzten Donnerstag gab es einen Frauenball (nur Frauen erwünscht!)
    regelmäßig finden in verschiendenen Schwimmbädern Frauenbadetage statt (zum Schutz vor den "gierigen" Blicken der Herren)
    --> vielleicht ist ja das Herrenessen zum Schutz vor den bösen Zungen der Damen .... ?

    Ich finde das nicht weiter schlimm, dass es getrennte Veranstaltungen für Männer und Frauen gibt. Solange es private Veranstaltungen gibt.

    Übrigens, ich hab mal kurz bei Google nach Frauenveranstaltungen gesucht - und nicht wenige gefunden. Links sind am Ende dieses Komentars angefügt.

    Zuvor aber noch etwas was mich irritiert: Gleichstellungsbeauftragte nur für Frauen? Wo ist da die Gleichheit. Frauenquoten in der Wirtschaft aber keine Männerquoten an Schulen? Bin Quotengegner, da dies die Chancengleichheit bei der Bewerbung torpediert - aber wäre das nicht logisch um auch für Jungen identifikationspersonen außerhalb von Film, Sport und Musik bereitzustellen?

    http://www.krefeld.de/c1257478002ca9d8/files/veranstaltungsflyer_8._maerz.pdf/$file/veranstaltungsflyer_8._maerz.pdf?openelement

    http://www.kreisbadkreuzn...

    http://www.spitzenfrauen-...

    http://www.nuernberg.de/i...

    http://www.frauennrw.de/v...

    http://www.bayernsfrauen....

    http://www.netzwerk-behin...

    http://www.koethen-anhalt...

    • promgvm
    • 13. Februar 2013 22:04 Uhr

    Hier ist ein Beispiel: Studiengänge nur für Frauen.

    http://www.zeit.de/2010/4...
    Hier am Beispiel der Hochschule, ohhh, Bremen...

    • hacht
    • 10. Februar 2013 12:05 Uhr
    3. [...]

    Entfernt. Bitte äußern Sie sich sachlich und respektvoll. Danke, die Redaktion/au

    3 Leserempfehlungen
  2. 4. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie sachlich. Die Redaktion/au

    3 Leserempfehlungen
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    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/au

    • 29C3
    • 10. Februar 2013 12:07 Uhr

    die Männerdomänen Bau, Kanalreinigung, Müllabfuhr, Abwasser- und Straßenreinigung, Metall-Gießerei, -Schweiß- und -Schmiedetechnik, Umzugsschlepper, ...

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    Können Sie tatsächlich nicht nachvollziehen, dass es ein Problem ist, dass Frauen in derartigen Machtzirkeln weitgehend außen vor bleiben?
    Reflexartig nach einer Quote für Frauen bei der Müllabfuhr zu schreien, geht doch völlig an der Argumentation vorbei.

    Ich bin dafür, dass allen Frauen der Einstieg in diese Tätigkeiten bereitet wird.
    Vielleicht sollten die Jobcenter da behilflich sein.

  3. 6. [...]

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Danke, die Redaktion/au

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Wie vor 469 Jahren werden im 21. Jahrhundert selbständige Frauen und Unternehmerinnen ausgeschlossen.

    Wie stark muss das männliche Ego geschwächt sein, um ein mittelalterliches Frauenbild zu verteidigen.

  4. Können Sie tatsächlich nicht nachvollziehen, dass es ein Problem ist, dass Frauen in derartigen Machtzirkeln weitgehend außen vor bleiben?
    Reflexartig nach einer Quote für Frauen bei der Müllabfuhr zu schreien, geht doch völlig an der Argumentation vorbei.

    27 Leserempfehlungen
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    nur als wenige Beispiele:

    - dem deutschen Juristinnenbund?

    - dem Arbeitskreis sozialdemokratischer Frauen?

    - den sogenannten Gleichstellungsabteilungen in allen öffentlichen Einrichtungen?

    - den Sonderräumen für Mädchen in vielen Schulen?

    - den Initiativen für weibiche Netzwerke?

    Entweder soll ALLES immer gemischt sein ODER auch Männer erhalten das Recht, sich mal unter sich zu treffen.

    Asymmetrie in der Argumentation (männlich = schlecht, weiblich = gut) kann nicht dauerhaft gut enden...

    Da wird vermutlich die gaaaanz große Politik gemacht ;-)
    Naja, ich denke, frau könnte auch woanders essen gehen. Proaktiv statt Geplärre.

    • 29C3
    • 11. Februar 2013 13:59 Uhr

    Ich schrieb, dass ich auf das diesbezügliche Protest der Frauen warte.

    Lesen hilft!

  5. Wie vor 469 Jahren werden im 21. Jahrhundert selbständige Frauen und Unternehmerinnen ausgeschlossen.

    Wie stark muss das männliche Ego geschwächt sein, um ein mittelalterliches Frauenbild zu verteidigen.

    31 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    Diese Frauen können doch einfach ihr eigenes Treffen organisieren - mit oder ohne Männer.

    Dann kann jeder dahin, wo es ihm besser gefällt.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sc
  • Schlagworte Frauenbeauftragte | Protest | Essen | Familie | Polizei | Bremen
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