StädtebauHelmut Schmidt gegen Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses

Der Altkanzler wettert gegen städtische Prestigeprojekte wie das Berliner Stadtschloss oder die Hamburger Elbphilharmonie. Dieses Eindruckschinden erinnere an Wilhelm II.

Helmut Schmidt

Helmut Schmidt  |  © Christian Charisius/dpa

Der ehemalige Bundeskanzler und ZEIT-Herausgeber Helmut Schmidt hat sich gegen die geplante Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses ausgesprochen: "Ich würde es nicht wieder aufbauen", sagte Schmidt in der ZEIT. "Ich frage mich ganz grundsätzlich: Was soll das eigentlich? (…) Ob das breite Publikum dieses Schloss wirklich will, das bezweifle ich. Fragen Sie doch mal die Menschen in Gelsenkirchen oder Magdeburg, was denen daran liegt."

Schmidt kritisierte vor allem, dass nicht das Land Berlin, sondern der Bund den Großteil der Kosten für die Rekonstruktion zahlen soll. "Wer aber, bitte schön, braucht ein Bundesschloss?", fragte Schmidt. "Die Großartigkeit, mit der in Berlin das Geld anderer ausgegeben wird, ist phänomenal. (…) Die Berliner waren schon immer groß, wenn es darum ging, sich von anderen aushalten zu lassen."

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Schmidt äußerte sich auch kritisch zum Bau der Elbphilharmonie in Hamburg. "Wir brauchen keine weiteren architektonischen Ausrufezeichen." Schmidt bezeichnete das Bauvorhaben als "ziemlich neureich". Er fügte hinzu: "Die ganze Sache wird nur vorangetrieben, um möglichst großen Eindruck zu schinden. Mich erinnert diese Einstellung an Wilhelm II." Deshalb habe er es auch abgelehnt, dem Kuratorium der Elbphilharmonie beizutreten.

 

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Leserkommentare
  1. Wo er Recht hat, hat er Recht, der alte Mann.
    Und vor allem: Ist vergessen? ...dass die Befürworter des Berliner Schlosses immer gepredigt/versprochen (uns vorgelogen) haben: Dafür werden keine Steuergelder benutzt, es wird ganz aus eigenen Mitteln und >Spenden finanziert! Und nun? Vor allem in der Presse seh' ich da kein Nachhaken oder gar anprangern weit und breit.

    26 Leserempfehlungen
  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit konstruktiven Beiträgen an der Debatte. Danke, die Redaktion/au

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    ... und sein Banknachbar war Ludwig II. von Bayern.

    Der hat doch auch diese ollen Schlösser in Bayern bauen lassen. Soviel ich weiß, haben Volk und Regierung zu seinen
    Lebzeiten auch über die Kosten gemeckert.
    Und heute? Pilgert die halbe Welt nach Neuschwanstein.

    Also - erst mal abwarten. So'n Barockschloß mitten in Berlin
    ist doch auch ganz schön.

    • meander
    • 06. Februar 2013 12:02 Uhr

    Da trifft der Altkanzler es mal wieder auf den Punkt.

    14 Leserempfehlungen
  3. Wir werden alle noch den Wiederaufbau des Palastes der Republik erleben! :)
    Den jedenfalls mochten die Berliner wirklich. Und in seiner kompromisslosen 70er-Jahre-Architektur war er ein interessantes Stück Architekturgeschichte.

    20 Leserempfehlungen
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    eben auch wirklich praktisch war.

    den Balascht der Republik?

  4. Helmut Schmidt hat immer Recht !

    Eine Leserempfehlung
  5. Ich frage mich wirklich, wer braucht diese Gebäude?

    Ein weiteres Schloss in Berlin!
    Einen völlig fehlkonstruierten Bahnhof in Stuttgart!
    Eine "Elb"philharmonie!

    Von mir aus, soll das Gebäude an der Elbe fertig gebaut werden. Die anderen beiden Objekte sollen beendet werden, bevor sie Milliarden Euro sinnlos verschlingen.

    8 Leserempfehlungen
    • spacko
    • 06. Februar 2013 12:14 Uhr

    interessiert nicht nur in Magdeburg oder Gelsenkirchen keine S.., sondern auch in Berlin selbst. Lampenladen weg: ok - aber dafür das beknackte Stadtschloss als Kaiser-Wilhelm-Disneyworld? So ein Unfug!

    18 Leserempfehlungen
  6. zur Debatte melden können?

    15 Leserempfehlungen
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    • Petro69
    • 06. Februar 2013 17:42 Uhr

    Der Herr Schmidt liegt völlig richtig !!
    Kein Geld vorhanden und nur Schulden. Jeder Schwachkopf setzt sich ein Denkmal. Der Steuerzahler hat doch genug am Hals -
    Fluhafen Berlin, Elbphilh. Stuttgart 21 usw. ohne Eigenkapital
    von den Verantwortlichen.
    Wenn man sich dann noch Finanzierung der Brüsseler EU-Behörde
    und die Kosten für die Länder ansieht, dann fragt man sich ob die
    noch normal sind. Wenn man sich die ungerechten unsinnigen
    Agrarsubventionen und die Subventionen für unsinnige Bauten usw.
    (Diese Fehlleistungen kann jeder im Internet finden) , dann wird mir ganz übel und ich zweifle am Fortbestand dieser üblen dummen
    Machenschaften, weil kein Land die Kosten tragen kann und will - das geht nicht gut.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, cb
  • Schlagworte Helmut Schmidt | Städtebau | Bundeskanzler | Elbphilharmonie | Geld | Wilhelm II.
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