Millionen gläubige Hindus sind in den für sie heiligen Fluss Ganges eingetaucht. Im nordindischen Allahabad fand das größte religiöse Fest der Welt seinen Höhepunkt: Alle zwölf Jahre versammeln sich Hindus aus der ganzen Welt nahe der nordindischen Stadt, um an der Kumbh Mela, dem Fest des Kruges, teilzunehmen.

Die Beteiligung an dem Fest überstieg alle Erwartungen. Aus Luftaufnahmen schlossen die Veranstalter, dass sich fast 40 Millionen Menschen in Allahabad aufhielten, einer Stadt mit sonst 1,2 Millionen Einwohnern. "Bislang war alles friedlich und ordentlich", sagte ein Sprecher der Veranstalter. In den vergangenen Jahrzehnten gab es immer wieder Massenpaniken mit Toten. 25.000 Polizisten, 17.000 Paramilitärs und 10.000 Freiwillige sind im Einsatz, um die Menschenmassen durch das sandige Flussbett zu leiten.

"Ein kurzes Eintauchen in den Fluss hat die Kraft, das ganze Leben zu ändern", sagte ein Teilnehmer der Zeremonie. Die meisten wollten lediglich in das Wasser eintauchen, einige Gläubige tranken von dem Wasser oder füllten es in Flaschen ab. In Allahabad strömen der Ganges und der Fluss Yamuna zusammen, die beide stark verschmutzt sind.

Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburt

Ein kurzes Bad an bestimmten Stellen des Ganges und bei einer bestimmten Konstellation der Gestirne erlaubt nach der hinduistischen Glaubenslehre die Reinigung von allen Sünden und die Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburt. Angeführt werden die badenden Menschenmassen von Tausenden geheiligten Männern – Sadhus mit nichts als verriebener Asche auf der Haut sowie Swamis und Gurus in wallenden farbigen Gewändern.

Das Fest in Allahabad im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh wurde zuletzt 2001 gefeiert. Zwischen den Festen in Allahabad gibt es kleinere Feste, die im Abstand von drei Jahren in Nasik, Ujjain und Haridwar gefeiert werden. Auf diese vier Orte fielen der hinduistischen Tradition zufolge einige Tropfen des Nektars, der Unsterblichkeit verleiht.