IndienÜberfüllung auf Bahnhof löst Massenpanik bei Pilgerfest aus

Nach einem rituellen Bad im Ganges drängten Hunderttausende in einen Bahnhof in der indischen Stadt Allahabad. Dabei starben mindestens 36 Menschen.

Indische Behörden tragen eine Leiche aus dem Bahnhof in Allahabad.

Indische Behörden tragen eine Leiche aus dem Bahnhof in Allahabad.  |  © Roberto Schmidt/AFP/Getty Images

Durch eine Massenpanik während eines religiösen Festes in Nordindien sind mindestens 36 Menschen getötet worden. An einem Bahnhof der Stadt Allahabad kam es am Sonntagabend unter Hindu-Pilgern zu großem Gedränge, sagte ein Sprecher der indischen Eisenbahn.

Hunderttausende Pilger waren nach dem Bad im indischen Fluss Ganges auf dem Weg nach Hause. "Es waren zu viele Menschen auf den Bahnsteigen, es war für sie nicht möglich, sofort die Züge zu besteigen", sagte Eisenbahnminister Pawan Kumar Bansal.

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Beamte erzählten lokalen Medien, dass sich 200.000 Menschen auf dem Bahnhof aufhielten. Ausgelegt sei er für höchstens 40.000 Menschen. Ein Brückengeländer sei gebrochen und die Menschen auf die Gleise und Bahnsteige gestürzt. Zeugen berichteten, die Polizei habe die Pilger mit Schlagstöcken traktiert und so die Panik ausgelöst. Dieser Darstellung widersprach jedoch der Minister. Er kündete eine Untersuchung der Unfallursache an.

Premierminister Singh zeigt sich schockiert

Unter den Toten befinden sich laut lokalen Medien 26 Frauen, neun Männer und ein Kind. 39 Menschen wurden verletzt, mehrere davon schweben in Lebensgefahr. Ein Zeuge berichtete, dass er mehr als zwei Stunden warten musste bis medizinische Hilfe eintraf.

Premierminister Manmohan Singh zeigte sich "tief geschockt" und kündigte Zahlungen an die Familien an. "Ich sende mein tief empfundenes Beileid an die trauernden Familienmitglieder und wünsche den Verwundeten eine schnelle Genesung."

Das größte religiöse Fest der Welt

Das Pilgerfest Maha Kumbh Mela ist die größte religiöse Versammlung der Welt. Ein kurzes Bad an bestimmten Stellen des Ganges und bei einer bestimmten Konstellation der Gestirne erlaubt nach der hinduistischen Glaubenslehre die Reinigung von allen Sünden und die Erlösung vom ewigen Kreislauf der Wiedergeburt.

Zum Höhepunkt am Sonntag kamen nach Veranstalterangaben mehr als 34 Millionen Menschen, um im Norden Indiens in den Ganges einzutauchen. Das waren so viele Besucher wie nie zuvor. Das 55-tägige Festival findet nur alle zwölf Jahre am Zusammenfluss von Ganges, Yamuna und dem nur in der Mythologie existierenden Strom Saraswati statt.
 

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Leserkommentare
  1. 1. [...]

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, zz
  • Schlagworte Indien | Bahnhof | Manmohan Singh | Medien | Fest | Festival
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